Meine Nachmittage mit Eva
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Beschreibung
Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Erfahrungswelten: Bärbel Schäfer und die 85-jährige Eva Szepesi. Eva trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm. Sie war erst elf Jahre alt, als sie allein vor den Nazis fliehen musste und schließlich nach Auschwitz gebracht wurde ... Jeden Mittwoch besucht Bärbel Schäfer ihre Freundin, und die beiden sprechen über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz, Geborgenheit und Respekt. Es geht in diesem Buch um eine der letzten Überlebenden eines Konzentrationslagers. Bärbel Schäfer gelingt es auf empathische Weise und literarisch brillant, ihre eigene Lebensgeschichte vor den Erzählungen Evas zu spiegeln und damit ihre erschütternden Erfahrungen ins Heute zu holen.
Ausstattung: Mit einem s/w Foto
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Bärbel Schäfer wurde in Bremen geboren. Sie ist bekannt als Moderatorin aus TV und Hörfunk, ausgezeichnet mit der Goldenen Kamera, Journalistin und Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher zu gesellschaftlichen Themen, zuletzt "Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist", Gütersloh, 3. Auflage 2016. Jeden Sonntag ist sie in hr3 im Gespräch mit einem prominenten Talk-Gast und führt Interviews für die emotion-Serie "Mann, was fühlst du?". Bärbel Schäfer ist mit dem Publizisten und Fernsehmoderator Michel Friedman verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Frankfurt am Main.
Beiträge
Ein sehr besonderes Buch, was zum Nachdenken anregt & ans Herz geht
Man darf hier keinen Tatsachenbericht der kompletten Geschichte von Eva Szepesi erwarten, dafür gibt es ihre Biografie „Ein Mädchen allein auf der Flucht“, was übrigens die Ideale Ergänzungslektüre darstellt. In diesem Buch verwebt und formuliert Bärbel Schäfer sehr wunderbar und eindrücklich ihre Gedanken zum Thema Holocaust, Antisemitismus und zu Evas & ihrer eigenen Geschichte sowie der Freundschaft beider. Ein empfehlenswertes Buch, was mich nachdenklich zurückgelassen hat.
Wehret den Anfängen, ja gut gesagt; aber sei in der Situation und dann schauen wir mal wie da sich gewehrt wird. Die Deutschen sind eine Wegduckgesellschaft. Jeder ist sich selbst der nächste... Um was geht es in dem Buch, Eva oder Barbara. Kurz angeschnitten und manchmal etwas aus dem Kontext gerissen. Ich war vor kurzem in Auschwitz, daher konnte ich so manches aus Sicht Eva nachvollziehen...Komisches Gefühl Massentourismus in solchen Orten. Wenn man das Buch nicht gelesen hat, hat man nichts verpasst. Aber ich hatte es zumindest sehr schnell durch.
Eva Szepesi ist 85 Jahre halt. Eva Szepesi trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm, die sie ihr Leben lang an das erinnern wird, was sie als Kind erlebt hat. Mit elf Jahren floh sie vor den Nazis und wurde nach ihrer Gefangenschaft nach Ausschwitz gebracht. Eine Zeit, über die sie mit niemandem wirklich reden konnte und an der sie fast zerbrochen ist. Bärbel Schäfer besucht Eva jeden Mittwoch und erfährt Dinge aus einer Zeit, die die junge Frau bis ins Mark erschüttern. Gewalt, Schrecken und Angst, Kriegsgeschehnisse, die wir uns nur schwer vorstellen können. Aber auch Zeichen von Freundschaft, Tolenranz und Respekt, die sie nicht vollkommen an der Menschheit zweifeln lassen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich jetzt wirklich ein paar Tage gebraucht habe, um meine Stichpunkte in schriftliche form umzusetzen. Das hat mehrere Gründe, die ich versuchen möchte, hier etwas näher zu erläutern. Ich habe den Schreibstil schon sehr gemocht. Mit Rückblicken in Evas Leben beschreibt Bärbel Schäfer eine Zeit, die manch einer von uns nur durch Erzählungen der eigenen Großeltern kennt. Allerdings hatte ich oft eher das Gefühl, dass Bärbel's Leben und ihre Erinnerungen selbst viel weiter im Vordergrund stehen. Dadurch, dass sie inzwischen zum Judentum konvertiert ist, entsteht oft der Eindruck, dass sie auch ihrer eigenen Familie mitunter für das verantwortlich macht, was mit Eva und allen anderen Juden zu der damaligen Zeit geschehen ist. Und sie, die jetzt zum Judentum konvertiert ist, versucht ihre Hände quasi in Unschuld zu waschen. Natürlich hat sie selbst damit jetzt nicht hochgradig etwas zu tun, aber oft hatte ich das Gefühl, dass sie sich jetzt ebenso sehr als Opfer darstellt. Einige ihrer Anekdoten fand ich oft etwas fehl am Platz und völlig aus der Luft gegriffen, weil sie manchmal nicht mal etwas mit dem eigenen Verlauf der Geschichte zu tun hatten. Eva. Eva hingegen habe ich wirklich gemocht. Jedesmal, wenn sie zu Wort kam, habe ich beim Lesen förmlich spüren können, wie sehr sie diese Geschichte noch immer mitnimmt. Wie sehr ihre Vergangenheit noch immer fester Bestandteil ihres Lebens ist. Ich war selbst schon in den Konzentratrionslagern und habe jedes einzelne Bild, dass Eva vermittelt hat, vor Augen gehabt. Mit ihr konnte ich wirklich mitfühlen, mit Bärbel manchmal wirklich weniger. Alles in allem hat mir das Buch daher gefallen, weil ich mit Eva eine Person kennengelernt habe, die nicht aufgibt. Eine Person, die weiß, was Respekt ist und die genauso gut weiß, was es heisst, verzeihen und vergeben zu können. Trotz des dunklen Kapitels in ihrem Leben hat sie versucht ihren Lebensmut nicht zu verlieren, hat ihr Leben versucht neu zu leben und konnte am Ende wirklich ihren persönlichen Frieden schließen. Ein Abschlusspunkt, der mich wirklich sehr berührt hat. Mit Bärbel Schäfer als Erzählerin des Buches hat die Geschichte an manchen Stellen ein wenig seine emotionale Seite verloren, aber lesenwert war es dennoch. Hauptsächlich wegen Eva.
Beschreibung
Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Erfahrungswelten: Bärbel Schäfer und die 85-jährige Eva Szepesi. Eva trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm. Sie war erst elf Jahre alt, als sie allein vor den Nazis fliehen musste und schließlich nach Auschwitz gebracht wurde ... Jeden Mittwoch besucht Bärbel Schäfer ihre Freundin, und die beiden sprechen über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz, Geborgenheit und Respekt. Es geht in diesem Buch um eine der letzten Überlebenden eines Konzentrationslagers. Bärbel Schäfer gelingt es auf empathische Weise und literarisch brillant, ihre eigene Lebensgeschichte vor den Erzählungen Evas zu spiegeln und damit ihre erschütternden Erfahrungen ins Heute zu holen.
Ausstattung: Mit einem s/w Foto
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Bärbel Schäfer wurde in Bremen geboren. Sie ist bekannt als Moderatorin aus TV und Hörfunk, ausgezeichnet mit der Goldenen Kamera, Journalistin und Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher zu gesellschaftlichen Themen, zuletzt "Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist", Gütersloh, 3. Auflage 2016. Jeden Sonntag ist sie in hr3 im Gespräch mit einem prominenten Talk-Gast und führt Interviews für die emotion-Serie "Mann, was fühlst du?". Bärbel Schäfer ist mit dem Publizisten und Fernsehmoderator Michel Friedman verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Frankfurt am Main.
Beiträge
Ein sehr besonderes Buch, was zum Nachdenken anregt & ans Herz geht
Man darf hier keinen Tatsachenbericht der kompletten Geschichte von Eva Szepesi erwarten, dafür gibt es ihre Biografie „Ein Mädchen allein auf der Flucht“, was übrigens die Ideale Ergänzungslektüre darstellt. In diesem Buch verwebt und formuliert Bärbel Schäfer sehr wunderbar und eindrücklich ihre Gedanken zum Thema Holocaust, Antisemitismus und zu Evas & ihrer eigenen Geschichte sowie der Freundschaft beider. Ein empfehlenswertes Buch, was mich nachdenklich zurückgelassen hat.
Wehret den Anfängen, ja gut gesagt; aber sei in der Situation und dann schauen wir mal wie da sich gewehrt wird. Die Deutschen sind eine Wegduckgesellschaft. Jeder ist sich selbst der nächste... Um was geht es in dem Buch, Eva oder Barbara. Kurz angeschnitten und manchmal etwas aus dem Kontext gerissen. Ich war vor kurzem in Auschwitz, daher konnte ich so manches aus Sicht Eva nachvollziehen...Komisches Gefühl Massentourismus in solchen Orten. Wenn man das Buch nicht gelesen hat, hat man nichts verpasst. Aber ich hatte es zumindest sehr schnell durch.
Eva Szepesi ist 85 Jahre halt. Eva Szepesi trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm, die sie ihr Leben lang an das erinnern wird, was sie als Kind erlebt hat. Mit elf Jahren floh sie vor den Nazis und wurde nach ihrer Gefangenschaft nach Ausschwitz gebracht. Eine Zeit, über die sie mit niemandem wirklich reden konnte und an der sie fast zerbrochen ist. Bärbel Schäfer besucht Eva jeden Mittwoch und erfährt Dinge aus einer Zeit, die die junge Frau bis ins Mark erschüttern. Gewalt, Schrecken und Angst, Kriegsgeschehnisse, die wir uns nur schwer vorstellen können. Aber auch Zeichen von Freundschaft, Tolenranz und Respekt, die sie nicht vollkommen an der Menschheit zweifeln lassen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich jetzt wirklich ein paar Tage gebraucht habe, um meine Stichpunkte in schriftliche form umzusetzen. Das hat mehrere Gründe, die ich versuchen möchte, hier etwas näher zu erläutern. Ich habe den Schreibstil schon sehr gemocht. Mit Rückblicken in Evas Leben beschreibt Bärbel Schäfer eine Zeit, die manch einer von uns nur durch Erzählungen der eigenen Großeltern kennt. Allerdings hatte ich oft eher das Gefühl, dass Bärbel's Leben und ihre Erinnerungen selbst viel weiter im Vordergrund stehen. Dadurch, dass sie inzwischen zum Judentum konvertiert ist, entsteht oft der Eindruck, dass sie auch ihrer eigenen Familie mitunter für das verantwortlich macht, was mit Eva und allen anderen Juden zu der damaligen Zeit geschehen ist. Und sie, die jetzt zum Judentum konvertiert ist, versucht ihre Hände quasi in Unschuld zu waschen. Natürlich hat sie selbst damit jetzt nicht hochgradig etwas zu tun, aber oft hatte ich das Gefühl, dass sie sich jetzt ebenso sehr als Opfer darstellt. Einige ihrer Anekdoten fand ich oft etwas fehl am Platz und völlig aus der Luft gegriffen, weil sie manchmal nicht mal etwas mit dem eigenen Verlauf der Geschichte zu tun hatten. Eva. Eva hingegen habe ich wirklich gemocht. Jedesmal, wenn sie zu Wort kam, habe ich beim Lesen förmlich spüren können, wie sehr sie diese Geschichte noch immer mitnimmt. Wie sehr ihre Vergangenheit noch immer fester Bestandteil ihres Lebens ist. Ich war selbst schon in den Konzentratrionslagern und habe jedes einzelne Bild, dass Eva vermittelt hat, vor Augen gehabt. Mit ihr konnte ich wirklich mitfühlen, mit Bärbel manchmal wirklich weniger. Alles in allem hat mir das Buch daher gefallen, weil ich mit Eva eine Person kennengelernt habe, die nicht aufgibt. Eine Person, die weiß, was Respekt ist und die genauso gut weiß, was es heisst, verzeihen und vergeben zu können. Trotz des dunklen Kapitels in ihrem Leben hat sie versucht ihren Lebensmut nicht zu verlieren, hat ihr Leben versucht neu zu leben und konnte am Ende wirklich ihren persönlichen Frieden schließen. Ein Abschlusspunkt, der mich wirklich sehr berührt hat. Mit Bärbel Schäfer als Erzählerin des Buches hat die Geschichte an manchen Stellen ein wenig seine emotionale Seite verloren, aber lesenwert war es dennoch. Hauptsächlich wegen Eva.






