Mein Weg als Deutscher und Jude

Mein Weg als Deutscher und Jude

Hardcover
1.52

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Beschreibung

Wassermanns beklemmende Bekenntnis- und Weckschrift aus dem Jahr 1921, jetzt neu ediert und umfangreich kommentiert – eine erhellende Lektüre in unserer politisch wirren Zeit »Ich weiss nicht, ob ich Ihnen von diesem Versuch einer Selbstbiographie erzählt habe, ›Mein Weg als Deutscher und Jude‹ ist der Titel; es war eine wichtige Sache, die mir wie Eisenlast monatelang auf der Brust lag, bis ichs endlich herunterschrieb. Sie werden es ja bald lesen. Wenn es nur hundert Köpfe in Deutschland zur Besinnung bringt, hat es schon seine Schuldigkeit getan.« So schrieb Wassermann am 1. Dezember 1920 an den Schauspieler Hans Aufricht. Das Buch wurde eine Bekenntnis- und Anklageschrift, worin der damals berühmte Romanautor berichtet, wie ihm immer aufs Neue das Gefühl gegeben wurde, dass er als ›Jude‹ nicht ›deutsch‹, als ›Deutscher‹ nicht ›Jude‹ sein könne. Wassermann erzählt dabei von Erfahrungen auch gerade mit Wohlmeinenden, die ihm seine Selbsteinschätzung ›Deutscher und Jude‹ bestreiten wollten, verbunden mit Argumentationsmustern, die heute nicht nur von rechter oder rechtsradikaler, sondern auch von ›bürgerlicher‹ Seite her wieder zu hören sind. Wassermann schreibt ausführlich und detailliert, in neutraler Diktion, doch nicht ohne die Ursache anzuprangern, die für ihn »der deutsche Haß« war. Gedacht war die Schrift, die nun, reich kommentiert und mit vielen Dokumenten, neu vorgelegt wird, als Weckruf – der vergeblich blieb.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Memoiren
Format
Hardcover
Seitenzahl
192
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Jakob Wassermann (1873–1934) – kaum ein Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts war an den Debatten um die literarische Moderne so leidenschaftlich beteiligt wie er. Zu Lebzeiten erreichte er internationalen Ruhm und gehörte zu den meistgelesenen Autoren seiner Epoche. Im Nationalsozialismus verboten, geriet sein Werk nach 1945 fast in Vergessenheit.

Beiträge

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Alle
2

Schwer zu sagen, was mich an dem Buch eigentlich konkret stört. Einerseits beschreibt Wassermann sehr anschaulich das Dilemma, das es für ihn bedeutet hat, ein deutscher Jude zu sein, andererseits geht er auf den gegen ihn gelebten Antisemitismus gefühlt nur am Rande ein. Einige Passagen zeigen deutlich, wie schwer es damals gewesen sein muss. Alles in allem schreibt er zu gestelzt, so dass der Leser distanziert bleibt - auch dann, wenn er eigentlich Momente beschreibt, die Mitgefühl verursachen könnten. Aber vielleicht war das auch das Ziel - bloß nicht als jammernder Jude dazustehen. Ich weiß es nicht. Erst zum Ende hin bricht die Wut aus ihm heraus und das ist dann auch ein großer Moment.

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