Matria

Matria

Hardcover
4.15

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Beschreibung

Wenn Kontrolle zur Gefahr wird – wie frei bist du wirklich?

Elias wächst in der Matria auf, einer scheinbar perfekten Gesellschaft, in der Frauen nach Jahren der Gewalt ein neues, sicheres Leben führen – und Jungen unter ständiger Beobachtung stehen. Mit der Pubertät beginnt für Elias ein innerer Kampf zwischen den Erwartungen der Gemeinschaft und seinen eigenen Gefühlen. Seine Freundschaft zu Aleika, die erste Liebe und die Angst vor dem „ersten Mal“ werden zum Prüfstein für Vertrauen, Empathie und Freiheit. Doch als Gerüchte über verschwundene Jungen und geheime Experimente die Runde machen, muss Elias entscheiden, ob er sich anpasst – oder für sein Recht auf Selbstbestimmung kämpft. Ein packender Coming-of-Age-Roman über Identität, Sexualität, Überwachung und die Frage, wie viel Kontrolle eine Gesellschaft braucht, um wirklich sicher zu sein.

Ein emotionales Leseerlebnis: Tauche ein in eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden in einer faszinierenden, dystopischen Welt – berührend, spannend und zum Nachdenken anregend. Brisante Themen, die bewegen: Matriarchat, Feminismus, Gewalt gegen Frauen, künstliche Intelligenz und die Herausforderungen der Pubertät – dieses Buch nimmt dich mit in eine Welt voller aktueller gesellschaftlicher Fragen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Jugendbücher
Sub-Genre
Utopien & Dystopien
Format
Hardcover
Seitenzahl
240
Preis
16.50 €

Autorenbeschreibung

Tobias Elsäßer, 1973 in Stuttgart geboren, ist Autor, Musiker und Songwriter. Zunächst in der Musikbranche und beim Fernsehen tätig, veröffentlichte er 2004 den autobiografisch gefärbten Debütroman „Boygroup“. Heute schreibt und leitet er Schreibwerkstätten und Songwriter-Workshops. Seine Kinder- und Jugendromane wurden vielfach ausgezeichnet. Unter anderem vom Deutschen Literaturfonds, Deutschlandfunk, dem Arbeitskreis für Jugendliteratur und 3sat Kulturzeit. Er lebt mit Frau und Hund in Stuttgart.

Beiträge

3
Alle
4

Elias wächst den Großteil seines Lebens mit seiner Mutter in der Matria auf. Als Junge steht etwa dort unter ständiger Beobachtung, denn hier geht es darum ein sicheres Zuhause für Frauen zu schaffen. Gerade in der Pubertät können die Gefühle schnell umschlagen und so beginnt auch für Elias ein innerer Kampf. Die erste Liebe, Gefühle auch sexuelles Interesse. Dinge von denen er nicht so wirklich weiß, wie er damit umgehen soll. Männliche Bezugspersonen fehlen. Schließlich muss er, wie alle Jungen in ein 3 wöchiges Camp. An dessen Ende wird entschieden wer nach Matria zurück darf und wer gehen muss. Doch was, wenn der Ausgang dieser Entscheidung eigentlich schon vorher feststeht? Ich bin ehrlich, ich weiß nicht so ganz was ich von sem Gelesenen halten soll und was ich daraus Alles mitnehme. Wobei tatsächlich einige Gedanken in meinem Kopf zum Thema kreisen. Der Autor hat auf jeden Fall ein sehr aktuelles Thema aufgegriffen und verarbeitet. Die Straftaten und auch Tötungsdelikte an Frauen nehmen ernstzunehmend zu, aber kann ein solches Szenario wirklich die Lösung sein? Eine "Welt" die Männer bzw. Jungen erstmal unter Generlverdacht stellt. Die Ehrlichkeit, Vertrauen und Verantwortung verlangt ohne grundsätzlich ehrlich zu sein und den Jungen gewisse Dinge verschweigt? Ich verstehe den Aufbau einer sicheren Welt für Frauen und Kinder. Ich verstehe auch die engmaschige Kontrolle die hier gegenüber den Jungen passiert, aber dennoch weiß ich Nicht so wirklich ob das gewisse Sachen verhindern würde. Gerade auch im Hinblick auf das Camp. Es zeigt sich, dass die Sache im Fall von Matria leider auch nicht wirklich aufgeht. Das wir aktuell vorhanden Strukturen überdenken müssen, dass weiterem Voranschreiten des aktuellen Machtgefüges gegengesteuert werden und Schlimmeres verhindert werden muss, sollte klar sein. Aber eine Welt wie Matria ist leider nicht die alleinige Lösung des Problems. Obwohl sie auch viele Vorteile für Frauen mitbringt und, das ist wahrscheinlich die Hauptintension, zum Nachdenken anregt. Den Schreibstil fand ich tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber er kann einen dennoch erreichen und einsammeln. Mit Elias konnte ich durchaus etwas anfangen. Ich fand ihn greifbar, authentisch und sympathisch. Fazit Es gilt eine Lösung für ein friedliches Miteinander zu finden. Nicht nur Fiktion, sondern auch in der realen Welt. Das beginnt damit seinen Kindern, egal welches Geschlecht, beizubringen Verantwortung zu übernehmen und Respekt gegenüber anderen zu haben. Gefühle darf man ebenfalls geschlechtsunabhängig zeigen und teilen. Man kümmert sich untereinander und jeder hat die gleichen Rechte und Pflichten. Matria löst das Problem nicht, regt aber definitiv zum Nachdenken an und wenn es dann auch noch zum Umdenken beitragen würde, wäre uns Allen geholfen. 4 Sterne am Ende von mir

4

Ein besonderer dystopischer Roman über einen Stadtstaat und das Leben in diesem. Die Matria, ein Ort der Zuflucht, Hoffnung und des Neubeginns und ein sicherer Hafen für Frauen und Kinder nachdem die Männer und deren Gewalt die Welt zerstört hatten. Man erfuhr von den Gated Communitys außerhalb und den Städten in Chaos, von sinkender Fruchtbarkeit und steigenden Fehlgeburten, einer Lotterie um in die Matria zu kommen und dass es insgesamt 27 auf der Welt gab sowie von der Gründerin Esther von Hout. Der Prototyp der Matria war die Heimat des Protagonisten Elias und es war spannend durch ihn einen Einblick in das Leben dort zu bekommen. Da waren die Lage auf einer Insel und ein grüner Schutzwall darum, die Trümmer und Armut dahinter und ein Aussichtsturm mit Blick auf andere Siedlungen mit Sicherheitszonen und Wachtürmen, künstliche Parkanlagen und Solarfelder, Drohnen für die Versorgung und Sicherheit und die Steuerungs-KI Athena sowie ein Chrono am Handgelenk. Ganz besonders aber war die Behandlung der Jungen so wie Elias, er hatte eine Mentorin die ihn begleitete und musste regelmäßig zu einer Musterung, bestehend aus einem Scan, einem psychologischen Test und einem Gespräch sowie die Aussicht auf das Camp, ein Ort der ihn verändern würde. Es ging um den Cocktail in den Körper der Jungen und Aggression, dass sie nicht so wurden wie ihre Väter und dass Vorsorge Vertrauen schuf, dass Frieden seinen Preis hatte und die strengen Regeln. Da waren Elias erste Liebe Aleika und seine Songtexte, die Angst ein Fehler im System zu sein, eine Bedrohung und die Unruhe in ihm, die nie ganz verschwand sowie ein Parasit im Kopf in Bezug auf seine Hormone. Und dann waren da der Silberne Umschlag, die Einladung für das Camp, drei Wochen in einem Kloster und die Aufgabe sich selbst zu begegnen. Es ging um die Worte Kampf und Konfrontation, Resonanz und Spiegel, Wurzel und Grenze, Emotion und Echo und was sie bedeuteten, um Entscheidungen und Erwartungen. Am Ende ging es um die Wahrheit über das Camp und einen Kompromiss, dass die halbe Wahrheit eine Lüge war und die Matria nicht die Wirklichkeit sondern ein Experiment. Es ging zudem um Vertrauen und Kontrolle, Angst und Liebe, Vergangenheit und Zukunft und darum seinen eigenen Weg zu gehen. Das Ende selbst hat mich überrascht, leider ging es mir persönlich zu schnell und war zu offen, einige Fragen wurden nicht beantwortet.

4

Wenn Sicherheit zur Falle wird

Perfekte Welt? Klingt erstmal verdächtig. Und genau dieses Gefühl zieht sich wie ein leises Unbehagen durch jede Seite. Sitzen nebeneinander auf dem Sofa, lesen abwechselnd laut. Kurze Pause. Blick von der Seite: „Das ist irgendwie unfair, oder?“ Und ja, genau da packt das Buch einen. Diese Matria wirkt sicher, ruhig, durchorganisiert – aber irgendwas daran kratzt. Und zwar ordentlich. Elias ist keiner, der direkt rebelliert. Eher einer, der denkt. Fühlt. Zweifelt. Gerade das macht ihn so greifbar. Während draußen alles geregelt scheint, spielt sich in ihm ein ziemliches Chaos ab. Erste Liebe, Unsicherheit, dieses ständige Beobachtetwerden. Man merkt richtig, wie eng das wird. „Stell dir vor, du darfst einfach nicht du selbst sein.“ Der Satz hing kurz im Raum. Kein Witz, plötzlich liest man langsamer. Diskutiert mehr als man liest. Die Beziehung zu Aleika bringt Wärme rein. Zart, vorsichtig, manchmal unbeholfen. Genau so, wie es sein muss. Und dann wieder diese unterschwellige Bedrohung. Gerüchte. Verschwundene Jungen. Da kippt die Stimmung ziemlich schnell. Nicht alles ist komplett rund. Manche Entwicklungen kommen etwas vorhersehbar um die Ecke. Und an ein paar Stellen hätte man gern noch tiefer gebohrt. Aber ganz ehrlich, das Ding trifft trotzdem. Am Ende bleibt kein klares Gefühl von „alles gut“. Eher so ein Nachhallen. Und die Frage, die zwischen zwei Seiten hängen blieb: Wie viel Kontrolle fühlt sich eigentlich noch nach Sicherheit an?

Wenn Sicherheit zur Falle wird
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