Marschlande: Roman
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Buchinformationen
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Ein stilles, gewaltiges Buch über Frauen, Freiheit und das, was Geschichte mit Menschen macht
Mit "Marschlande" erzählt Jarka Kubsova eine Geschichte, die sich über Jahrhunderte spannt und sich dabei trotzdem seltsam nah anfühlt. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das mit seinen zwei Kindern aus Hamburg hinaus aufs Land, in die Marschlande zieht. Aber während beide zunächst dieselbe Entscheidung treffen, entwickeln sie sich innerlich immer weiter auseinander. Sie wollte eigentlich etwas unperfektes und gemütliches, er hingegen klassisch und modern. Das ist einer der Gründe, warum sie sich von der Umgebung zwar angezogen fühlt aber in dem Haus nicht zu Hause ist. Gleichzeitig führt der Roman zurück ins Jahr 1570, mitten hinein in die Vier- und Marschlande, in eine Zeit von Sturmfluten, harter Arbeit, Aberglauben und Hexenverfolgung. Zwei Frauenleben. Zwei Zeiten. Und doch ziehen sich dieselben Fragen durch alles hindurch: Wem gehört ein Leben? Wie frei darf eine Frau sein? Und was passiert, wenn sie sich weigert, klein zu werden? Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gehabt. Es gibt Bücher, die brauchen Zeit. Und dann gibt es diese wenigen, bei denen man nach ein paar Seiten schon merkt, dass man gerade etwas Besonderes liest. Nicht laut, nicht künstlich dramatisch, sondern so still intensiv, dass man irgendwann gar nicht mehr merkt, wie tief man schon in der Geschichte drin steckt. Vor allem der Erzählstil hat mich komplett eingefangen. Diese Sprache… ruhig, klar, manchmal fast rau und dann plötzlich wieder so voller Gefühl, dass einzelne Sätze präsent bleiben. Nicht überladen poetisch, sondern auf eine Weise schön, die sich echt anfühlt. Erdverbunden irgendwie. Als würde man Wind, Regen und diese schwere Marschluft zwischen den Seiten spüren. Und dann diese beiden Ebenen der Geschichte. Da ist die Gegenwart, in der man beobachtet, wie sich die Frau in der Ehe immer mehr selbst verliert und gleichzeitig langsam wieder zu sich zurückfindet. Wie sie beginnt zu merken, dass sie mehr sein möchte als nur Ehefrau und Mutter. Dass irgendwo unter all den Erwartungen noch etwas Eigenes in ihr steckt. Wünsche. Sehnsüchte. Ein eigener Wille. Und das wurde so berührend erzählt, weil es nicht plötzlich oder pathetisch passiert. Sondern langsam. Unsicher. Fast tastend. Währenddessen erzählt die zweite Zeitebene von den Marschlanden um 1570. Von der Allerheiligenflut. Und genau diese Passagen werde ich nie vergessen. Dieses Leben damals wirkte so hart, so erbarmungslos. Die Natur als ständige Bedrohung. Wasser, das alles mitreißt. Menschen, die irgendwie überleben müssen, obwohl sie eigentlich längst keine Kraft mehr haben dürften. Und mittendrin Frauen, die funktionieren sollen, still sein sollen, sich anpassen sollen. Besonders die Geschichte der unverheirateten Frau, die alleine einen Hof führt, hat mich unglaublich bewegt. Dieser Neid. Diese Missgunst. Dieses ständige Misstrauen gegenüber Frauen, die eigenständig sind oder nicht in die vorgesehenen Rollen passen. Man spürt beim Lesen regelrecht, wie schnell Frauen damals zur Gefahr erklärt wurden, nur weil sie unbequem waren. Weil sie alleine lebten. Weil sie Wissen hatten. Weil sie es besser konnten! Und genau dadurch treffen einen die Themen Hexenverfolgung und gesellschaftliche Gewalt in diesem Buch so hart. Nicht als abstrakte historische Ereignisse, sondern als etwas zutiefst Menschliches. Etwas, das aus Angst, Kontrolle und Macht entsteht. Was mich aber vielleicht am meisten berührt hat: wie sehr sich die beiden Geschichten gegenseitig spiegeln, obwohl Jahrhunderte zwischen ihnen liegen. Dieses Gefühl, dass Frauen sich in ganz unterschiedlichen Zeiten oft denselben Kämpfen stellen mussten. Nur in anderer Form. Und dann dieses Nachwort ❤️ Selten hat mich ein Nachwort emotional so getroffen. 9 Seiten die so viel Warheit wiedergeben über die Rolle der Frau im Laufe der Geschichte und auch zu wissen, dass hinter der Bäuerin Abelke Bleken, die Geschichte einer realen Frau steht, die aus Neid und Habsucht als Hexe verbrannt worden ist. Dass jemand, der vielleicht längst vergessen worden wäre, hier gesehen wurde. Einen Platz bekommen hat, eine Stimme. Dieses Buch ist ein leises, kluges und unglaublich berührendes Buch über Frauenleben, über Freiheit, über Verlust und darüber, wie viel Kraft es braucht, sich selbst nicht zu verlieren. Und genau deshalb wird es noch lange einen Platz in meinem Herzen haben.

Richtig gut 👍🏻
Britta, 46 Jahre alt, zieht mit Mann und Kindern von der Stadt in die Hamburger Marschlande. Dort lernt sie Ruth kennen und die Geschichte rund um die Bäuerin Abelke Bleken, die im 16 Jahrhundert alleine einen großen Bauernhof betrieben hat. Es geht um Hexenverbrennung, Enteignung und Macht. Die Kapital springen jeweils zwischen heute und damals. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Britta (mein Alter) spricht mir oft aus der Seele und die Geschichte rund um Abelke ist faszinierend und erschütternd zu gleich. Meinerseits eine absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️

Diese Erde vergisst nichts. Nicht die Fluten. Nicht die Hände. Nicht die Leben. Und niemals die Asche. Die Marschlande. Schwer von Wasser. Schwer von Erinnerung. Abelke Bleken. Diese Frau hat mich nicht losgelassen. Eine alleinstehende Bäuerin. Klug. Entschlossen. Tief verwurzelt in dem Land, auf dem sie lebte. Sie kannte den Wind, das Wasser und die Zeichen des Wetters. Sie arbeitete hart. Sie sorgte für ihre Tiere. Sie sah nicht weg. Sie wusste, was zu tun war. Und doch konnte all das sie nicht schützen. Ich bin erschüttert und zugleich zutiefst berührt von Abelke Blekens Geschichte. Vor allem aber bin ich dankbar, dass Jarka Kubsova ihr eine Stimme gegeben hat. Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt wurden. Nicht durch große Effekte oder spektakuläre Wendungen. Sondern leise, klug und mit großer Präzision. Die Geschichten von Abelke und von Britta stehen Jahrhunderte auseinander und scheinen sich doch immer wieder zu berühren. Auch Britta hat mich bewegt. Sie kommt in die Marschlande mit ihrem eigenen Leben, ihren eigenen Fragen und Herausforderungen. Während sie versucht, in der Gegenwart ihren Platz zu finden, stößt sie auf die Geschichte von Abelke. Je tiefer sie in diese Vergangenheit eintaucht, desto stärker entsteht eine Verbindung zwischen den beiden Frauen. All das ist für mich sehr nah. Nicht irgendwo weit entfernt. Nicht an einem Ort, den ich mir erst vorstellen muss. Sondern vor den Toren meiner eigenen Stadt. Ich werde Abelke nicht vergessen.
Hallt nach
Ich habe das Hörbuch gehört, das abwechseln von Julia Nachtmann und Nina Petry gelesen wird. Die Stimmen passen ausgezeichnet zu den Geschichten von Abelke und Britta. Dreh- und Angelpunkt ist die Rolle der Frau, bei Abelke im 16. Jahrhundert. Obwohl man von Anfang an wusste wie die Geschichte für Abelke ausgeht entwickelt sich die Handlung intensiv und mitreißend. Brittas Geschichte empfand ich als Spiegel in die Gegenwart. Wir haben heutzutage weniger Zwänge, müssen aber trotzdem unseren Weg und unsere Rolle definieren. Es gab Momente, in denen mich die Handlung sehr mitnahm und ich eine Pause machen musste, aber insgesamt waren die 11 Hörbuch-Stunden für mich eine sehr interessante Zeit, die mich nachdenklich zurücklässt.
Ein gutes Buch mit einem hervorragenden Nachwort zum Thema Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft. Ich habe das Buch gern gelesen, habe beide Handlungsstränge gleichermaßen geliebt. Die Verbindung der beiden Frauen ist mir schon während des Lesens deutlich geworden, habe die ungerechte gesellschaftliche Behandlung empfunden und mich empört. Das absolute Highlight im Anschluss ist das Nachwort. Dieser erklärende Abschluss des Buches ist mega und hat mich noch einmal tief in die Thematik gezogen und erreicht, dass ich mich ganz persönlich angesprochen fühle, obwohl es schon sachlich geschrieben ist. Aber erst das Nachwort hat dazu geführt, meine eigene Stellung als Frau in Familie und Gesellschaft zu analysieren und neu darauf zu schauen. Dieses Buch inklusive Nachwort wird mich in Gedanken begleiten und bereichert mich sehr. Echte Leseempfehlung!
🌬️🍃✨🪶 Eine schöne Stimme in einer aufwühlenden Geschichte.
In ‚Marschlande‘ haben wir zwei verschiedene Erzählstränge in unterschiedlichen Epochen, und zwei mutige Frauen, die sich, gefangen in jeweiligen Umständen, versuchen zu behaupten. Abelke Bleken ist keine fiktive Figur - und sie hat mein Herz fast sofort für sich gewonnen. Ihre Kapitel gehen unter die Haut, machen wütend und traurig und fassungslos. Irgendwie trägt sie die Geschichte. Unsere andere Protagonistin Britta ist dennoch interessant, auch ihr folgt man gern. Jarka Buksova lädt den Leser in eine Geschichte voller Atmosphäre ein, der Schreibstil bleibt dabei so flüssig, dass man über die Seiten fliegt. Und am Ende des Tages fragt man sich, wie Frauen diese Ungerechtigkeiten ertragen konnten, das Kinn dennoch erhoben. Und welche Geschichten nie erzählt wurden. Auch wenn es nicht ganz an den ersten Roman der Autorin herankommt, eine Empfehlung!

Atmosphärisch und Empowernd
Eine tolle fiktionale Rekonstruktion eines historischen Frauenschicksal aus den Marschlanden. Ich konnte mir alles so gut bildlich vorstellen! Karg, unsentimental, erbarmungslos und trotzdem sehr zärtlich wird hier von Abelke erzählt. Auch der Erzählstrang aus der Gegenwart nimmt diese Kargheit wieder auf und überträgt sie nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf Brittas Ehe. Einsamkeit, fehlende Anerkennung, Sorgen um die Kinder. So wichtig, dass darüber geschrieben wird. Leider an der ein oder anderen Stelle etwas wiederholend… 👩🌾🐷🐦⬛
Ein eindringliches Buch, dass zeigt wie sich Zeiten ändern und sich dennoch berühren. Wenn man selbst aus Hamburg kommt, kommt man noch mehr auf seine Kosten. Dieses Buch wird mit seiner Auswegslosigkeit und Ungerechtigkeit noch lang nachhallen.
Lag hier lange als Geschenk und irgendwie hat es mich nicht angesprochen. Wie falsch ich lag. Die Hexenverbrennung ist ein Thema, dass ich hart zu verdauen finde und mir dennoch sehr am Herzen liegt. Die Parallele zu heutigen Missstände zu ziehen, ist brilliant. Beide Frauen sind so klar gezeichnet und man fühlt mit ihnen. Ich habe viel über die Marschlande, aber auch Hofleben im 16. Jahrhundert gelernt. Dieses Buch wird bleiben.
Sensationelles Buch!
Richtig spannendes Buch über zwei Frauen, die tolles geleistet haben und für das Sinnbild für viele Frauen stehen. Es ist so spannend geschrieben i d man erfährt sehr viel über die Marschlande in der heutigen und der früheren Zeit, in sehr anschaulicher Form. Ich bin beeindruckt vom Schreibstil, der immer kapitelweise wechselt. Einmal in der Zeit von heute und einmal in der Zeit von vor 500 Jahren. Man kann sich so richtig in die Zeit hinein versetzen. Und ich nehme mit wie viel wir schätzen können von dem was wir heute haben und wie viel wir doch gleichzeitig in einigen Themen doch noch so rückständig sind.
Mein Highlight 2025
Ohne das Buch Marschlande wäre ich dieses Jahr vermutlich keine Lesenmaus geworden! Mich hat das Buch wirklich von der ersten Seite gecatched und nicht losgelassen. Marschlande erzählt die Geschichte zweier Frauen zu unterschiedlichen Zeiten am gleichen Ort. Abelke Bleken ist eine begabte Bäuerin im 17ten Jahrhundert, Britta Stoever eine Frau der heutigen Zeit. Britta zieht mit ihrem Mann und ihrer Tochter in die Marschlande und wirdu über einen Straßennamen auf die Frau "Abelke Bleken" aufmerksam gemacht und versucht, mehr über sie zu erfahren. Abelke ist eine schöne, erfolgreiche Bäuerin mit eigenen Hof- eine unabhängige Frau. Das Buch beginnt damit, dass Abelke zum Scheiterhaufen geführt wird, weil die der Hexerei bezichtigt wird. Im Laufe ihres Erzählstrangs im Buch erfahren wir, wie es dazu gekommen ist. Was beide Erzählstränge verbindet, sind die Ungerechtigkeiten, die Unterdrückung und die gesellschaftlichen misogynen Muster, die Frauen das Leben seit Jahrhunderten schwerer machen. Die Geschichte von Abelke ist von der ersten Seite an spannend und tragisch, während ich bei Brittas Strang etwas reinkommen musste. Ich war vor diesem Buch keine Leseratte, das hat dieses Buch geändert. Mitreißend, durchgehend spannend, aufklärend und informativ, emotional... dieses Buch hat für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Ich bin der Autorin Jarka Kubsova dankbar für dieses Buch. So auf den Punkt geschrieben, nicht zu lang und nicht zu kurz. Zwischen den schwer zu ertragenden Szenen auch immer mal wieder kleine Passagen zum durchatmen oder schmunzeln. Für mich mein Buch-Highlight des Jahres!
Wow, dieses Buch ist eine Wucht!
Für mich ist dieses Buch einfach absolut hervorragend! Ich habe diese Geschichte in zwei Zeitebenen mit so großer Freude gehört, ich konnte einfach keine Pause machen. Es war spannend, lehrreich, ging an Herz - und hat so viel Schlaues mitgegeben. Die Autorin hat die Geschichte unglaublich toll recherchiert und aufbereitet, das ganze in einer mitreißenden Sprache verpackt. Ein wahres Goldstück, dieses Buch.
Ein ganz fantastisches Werk- unterhaltend und lehrreich!
Neben der Hauptstory über die Selbstbestimmung einer Mutter und Ehefrau und der schrecklich traurigen Geschichte einer selbstbewussten Bäuerin, der der Hexenprozess gemacht wird, hab ich sehr viel über die Marschlande von Hamburg aus der heutigen Zeit als auch der des vergangenen Jahrhunderte gelernt. Ich hab ganz viel für mich mitnehmen können als Allgemeinbildung und nebenbei angefangen selbst zu recherchieren, weil ich es so interessant fand! Das Buch bringt so viele Punkte hervor über geografische, historische, feministische Fakten hervor zum Thema Marschlande und der Ungerechtigkeit und den Rechten die Frauen um 1540 hatten.
2 Geschichten, die unter die Haut gehen
Wortgewaltig und malerisch schön erzählt Jarka Kubsova von 2 Frauen, die am gleichen Ort leben- allerdings mit 500 Jahren Zeitunterschied. Während die mittelalterliche Abelke als starke, selbstständige Frau keine Chance hatte, kann Britta sich in der Neuzeit ihre Freiheit zurückerobern. Allerdings mit großen Opfern. Die Geschichten der beiden Frauen verweben sich wunderschön und tragisch inneinander. Schweres Thema, aber heute umso wichtiger.
Dieses Buch hat sehr meine aktuelle Stimmung getroffen. Die Atmosphäre war sehr nachdenklich, raus aus dem Alltagstrott, hinterfragend. Das hat mich sehr bewegt. Wir begleiten in der Gegenwart eine Familie, wobei wir vor allem von der Frau und Mutter Britta erfahren. Ich fand duesen Erzählstrang sehr gut zu lesen und die Themen wurden meiner Meinung nach gut behandelt. In der Vergangenheit (ca. 1570) begleiten wir Abelke. Dieser Erzählstrang ist verwoben in die Gegenwart und enthüllt immer wieder neue Dinge. Teilweise war er jedoch etwas langatmig. Die Marschlande werden absolut passend beschrieben und ich mochte die Ausführungen sehr. Vor allem die "Namensvergabe" macht das Buch für mich sehr realistisch.
Marschlande - dieses Buch hat mich wütend, traurig, fassungslos, aber auch hoffnungsvoll gemacht. Ich habe es auf Empfehlung von Louisa Dellert gelesen und bin nicht enttäuscht worden. Es handelt von der Geschichte zweier Frauen - Abelke und Britta - die eine lebt im jetzt und die andere in der Vergangenheit. Beide Frauen haben mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mit Benachteiligung durch Männer. Selbstverständlichkeiten, die immer noch so gelebt und hingenommen werden und dann die Geschichte von Abelke, die so vielen Frauen widerfahren sein muss zur Zeit der Hexenverfolgung. Grausam und dennoch konnte ich das Buch nur selten zur Seite legen. Klare Empfehlung!
Zwei Frauen zwei Geschichten
Ein wunderbarer Roman über zwei Frauen in ganz unterschiedlichen Zeitdekaden. Britta in der Gegenwart die mit ihrer Ehe kämpft und sich selbst entdeckt und Abelke die 1570 allein als Frau einen Hof bewirtschaftet und später als Hexe verbrannt wird. Toll geschrieben und recherchiert.
Zwei Handlungsstränge mit unterschiedlicher Qualität
Britta kauft mit ihrem Mann ein Haus in den Marschlande der Elbe, sie fühlt sich dort nicht besonders wohl, aber lernt immer mehr über die Bäuern Abelke Bleken, die zur Zeit der Hexenverfolgung auf dem Scheiterhaufen sterben musste (diese Frau gab es wirklich). Je mehr Britta erfährt, desto mehr ändert sich auch ihr Leben. Das Leben von Abelke wurde unheimlich spannend dargestellt und sehr gut verdeutlicht, wie einfach man in Ungnade fallen kann, wenn man entgegen der gesellschaftlichen Konventionen lebt. Der Erzählstrang um Britta und ihrer Familie war mir etwas zu eindimensional, fast schon klischeehaft. Da hätte ich mir mehr Facetten der Figuren gewünscht und weniger eine Reduzierung auf die klassischen Rollen innerhalb der Familie (obwohl es natürlich wahr, dass meist Frauen diese Rolle einnehmen müssen). Zum Teil wirkte die Parallelisierung der Frauenfiguren schon zu gewollt, insbesondere bei der Mobbing-Sache.
Was für ein wundervolles Buch - spannend, berührend und horizonterweiternd. Was will frau mehr von einer Lektüre?
Auf zwei Zeitebenen erzählt Jarka Kubsova von der Bäuerin Abelke Bleken und der Geografin Britta Stöver. Erstere wurde im 16. Jh. mit fadenscheiniger Begründung enteignet und später als Hexe denunziert und verbrannt. Im Heute schlägt sich Britta mit der weiblichen Lebenswirklichkeit herum und recherchiert in ihrer Freizeit den „Fall Abelke“. Und je mehr sie in das Leben der historischen Frau eintaucht, desto mehr lernt sie auch über sich selbst und ihr Leben. So eindrucksvoll wird diese Geschichte erzählt, dass ich sogar das spannende Nachwort (mit Erläuterungenn und Einordnungen) noch verschlungen habe.
Große Leseempfehlung! Zwei Handlungsstränge: Das Leben der alleinstehenden Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und in der Gegenwart das der verheirateten Britta, die mit Mann und zwei Kindern in die Marschlande gezogen ist, wo sie im sogenannten Eispalast leben. Britta erforscht das Leben von Abelke, die in ihrer Nachbarschaft gewohnt hatte. Abelke wurde als Hexe verbrannt. Dramatisch, tragisch, berührend, sehr lesenswert!
Marschlande ist für mich ein Highlight dieses Jahres. Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen (aber man weiß immer, wo man ist und wessen Leben man gerade folgt): In der Jetztzeit folgen wir Britta, die mit ihrer Familie in die Marschlande gezogen ist. Sie fühlt sich dort verloren und auch ihre Eheprobleme lassen sich nicht länger leugnen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert lebte Abelke in den Marschlanden, eine für diese Zeit unangepasste Frau - was ihr schließlich auch zum Verhängnis wird. Ich muss sagen, Britta war mir am Anfang sehr unsympathisch, aber nach und nach wurde ich mit ihr warm. Ich fand die Geschichte um Abelke (es gab sie wirklich) sehr viel interessanter und tragischer. Ich musste manchmal schlucken, weil man genau weiß, wie bestimmte Sachen, die sie tut oder macht, ausgelegt werden/wurden. Und obwohl zwischen beiden Frauenleben 500 Jahre liegen, muss man Ende erkennen, dass es doch Parallelen gibt. Leider. Ein schönes zusammenfassendes Zitat: "Weil man im Leben einer jeden anderen Frau auch immer etwas über sich selbst herausfand und gleichzeitig über alle anderen" Interessant waren auch die geschichtlichen Hintergründe der Marschlande, z.B. das Deichrecht und das Bauernlegen. Eine klare Leseempfehlung.
Die Geschichte findet auf zwei Zeitebenen statt, spielt in der Elbmarsch bei Hamburg und erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Trotz 500 Jahre zwischen ihnen finden sich Parallelen in ihren Leben, in der Gesellschaft und in ihrem Frausein. Es ist ein Buch über Frauen und ihre Geschichten, über Hexen (und leider auch Hexenverfolgung), Freundinnenschaft, Erwartungen, das Dorfleben, Feminismus, Familie und natürlich über das Elbmarschland. Unbedingt auch das Nachwort lesen/hören. Kanns ganz doll empfehlen!
Mitreißend, informativ und gut zu lesen!
Abwechselnd wird das Leben von zwei Frauen geschildert. Es geht um Abelke und Britta, die mit einem Abstand von ca. 500 Jahren am gleichen Ort leben. Im Marschland, ein ländlich geprägtes Gebiet im Südosten Hamburgs. Abelke führt als alleinstehende Frau einen Hof und kann diesen auch viele Jahre selbst bewirtschaften, bis zu dem Zeitpunkt, als eine verhängnisvolle Sintflut den Deich zerstört und weite Teile der umliegenden Gehöft zerstört. Aufgrund des Deichrechts ist sie für den Wiederaufbau verantwortlich, aber es wird ihr jegliche Hilfe verwehrt, was schließlich ihr Schicksal besiegelt. Britta zieht mit ihrem Mann und den zwei Kindern aus dem hippen Altstadtquartier in ein Haus aufs Marschland. Für ihren Mann ist damit das perfekte Leben komplett. Für Britta bleibt viel Zeit zum Grübeln und Reflektieren. Was hat sie erreicht? Was ist aus ihren Träumen geworden? War das schon alles oder kann sie beruflich noch mal durchstarten? Bei langen Spaziergängen begegnet sie den Spuren von Abelke und das Leben der beiden Frauen verbindet sich. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die historische Einordnung und auch die landschaftlichen Beschreibungen. Im Nachwort gibt es Hinweise zu Hexenprozessen und den gesellschaftlichen Entwicklungen im 16. Jahrhundert die bis heute Auswirkungen auf das Leben von Frauen haben. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.
Eine interessante kurze Geschichte über eine Frau im 16 Jahrhundert. Abelke Bleken lebte im Vier- und Marschlande nahe Hamburg. Sie wurde aus ihrem Zuhause vertrieben und als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wie so viele Frauen damals die ihre eigenen Höfe gut und Erfolgreich bestellt haben wurde es als Hexerei dargestellt um die Frauen zu unterdrücken. In der Gegenwart begibt sich Britta auf die Spuren von Abelke und stellt fest das sich manches in Hinsicht der Anerkennung der Frau kaum etwas verändert hat.
Es fällt mir bei dem Buch irgendwie schwer, es zu bewerten. Diesen großen Hype kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Was ich auf jeden Fall auch wirklich gut fand, war die Schreibweise der Autorin. Sie drückt sich sehr bedeutungsvoll und tiefgründig aus. Auch der Perspektivenwechsel hat mir gut gefallen. Ich fand Abelkes Geschichte wirklich spannend und berührend. Generell das Leben, das Frauen im 16. Jahrhundert führten und wie schnell ein Leben vorbei sein konnte. Brittas Geschichte wirkte für mich im Gegensatz dazu eher langweilig und etwas überdramatisiert. Einfach weil ich den direkten Vergleich der beiden auf eine Art und Weise unpassend finde. Natürlich gibt es auch in der heutigen Zeit immer noch sehr häufig Nach- und Vorurteile gegenüber Frauen und es liegt noch einiges an Arbeit an. Trotzdem fühlt es sich für mich nicht richtig an zu sagen, dass sich ja eigentlich nicht so viel verändert hat.
Zwei Epochen, zwei Frauen
Jarka Kubsova porträtiert zwei Frauen in vollkommen unterschiedlichen Zeiten und Lebenslagen, welche dennoch mit vergleichbaren Problemen konfrontiert sind und sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen. Die Handlung und auch die eindrücklich geschilderten Hintergründe zu den wahren Begebenheiten hinter der Geschichte haben mich sehr ergriffen und waren gleichzeitig wirklich lehrreich in Bezug auf die Geschichte der Marschlande und der Entwicklung der Hexenverfolgung in ganz Europa.
25 Frauen 2025 - Buch 32: Dieser Roman von Jarka Kubsova hat mich nur teilweise gekriegt. Erzählt wird auf 2 Zeitebenen: da ist Britta Stoever, die in der Gegenwart mit ihrer Familie aus Hamburg aufs Land zieht, weil sie sich anders kein Haus leisten können. Und da ist Abelke Bleken, die im 16. Jahrhundert dort in den Marschlanden gelebt und als alleinstehende Frau einen Hof bewirtschaftet hat. Britta ist eine fiktive Figur, Abelke hat es wirklich gegeben. Die Leerstellen rund um Abelke hat Kubsova literarisch gefüllt. Alle Kapitel, in denen Abelke die Hauptfigur ist, haben mir gut gefallen. Meist hat Kubsova die Frauen über das Wetter oder Ereignisse in den Marschlanden miteinander verbunden, was meiner Meinung nach gut gelungen ist. Leider fand ich aber Brittas Kapitel durchgängig schwächer bzw. seichter. Ich habe einiges als lediglich angerissen (verschiedene Lebensentwürfe) oder zu leicht gelöst (Mobbing) und damit nicht glaubwürdig genug empfunden. Darüber hinaus mag ich es nie, wenn es in einem Buch mit einer solchen Thematik keine einzige positive männliche Figur im Zentrum der Handlung gibt.
MARSCHLANDE Jarka Kubsova 1570: Abelke Bleken hat den prächtigen Hof und das Hufnerhaus mitten im Marschlande an der Elbe von ihren Eltern geerbt. Das Reet am Dach ist ohne Fehler, das Eichenfachwerk ist hell und gerade. Die Leute reden, dass der Hof für eine Frau ganz alleine viel zu groß sei, aber das Tratschen hinter ihrem Rücken ist sie gewohnt und kümmerte sie nicht. Es geht ihr gut - auch ohne Mann. Heiraten wollte sie nie, obwohl es an Angeboten nie gemangelt hatte, sie war einst die Schönste im Dorf, doch wie hätte sie sicher sein können, dass die Männer nicht nur den Hof wollten? Und ja, genau das war ihr Problem. Die Männer wollten ihren Hof. Sie waren neidisch auf ihr Geschick und Können den Hof zu bewirtschaften. Die Frauen waren garstig, weil ihre Männer Abelke nachstellten. Sich in der derben Bauern- und Männerwelt zu behaupten, war nicht einfach, oft wurde sie ungerecht behandelt. Aber vielleicht hätte es funktioniert, wenn es nicht diese schreckliche Allerheiligenflut gegeben hätte, die Sturmflut, die alles zerstörte. Eventuell hätte sich das Leben von Abelke ganz anders entwickelt … Heute: Britta Stoever zieht mit ihrem Mann Phillipp und den gemeinsamen Kindern ins Marschlande vor Hamburg. Ein eigenes Haus mit viel Platz, das war Philipps Traum. Doch weder Britta noch die Kinder fühlen sich wohl. Die Marschländer ignorieren die „Zugezogenen“. Britta, promovierte Geologin mit nur einem kleinen Teilzeitjob, fühlt sich unterfordert, bis sie bei einem Spaziergang in einer Sackgasse auf einen Straßennamen trifft. Beim anschließenden Recherchieren findet sie heraus, dass die Straße nach Abelke Bleken benannt wurde, der Frau, die einst im Marschlande lebte und als Hexe verbrannt wurde. Jarka Kubsova hat es ausgezeichnet verstanden Fiktion mit historischen Ereignisse zu verknüpfen. Abwechselnd lässt sie ihre zwei Protagonistinnen zu Worte kommen. Auch wenn einige Klischees bedient wurden, so muss ich sagen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und es geliebt habe. Was mir auch besonders gefiel, sind die vielen kleinen Hamburger Wörter, wie dumm Tüüg, Spökenkieker und Veddel, die mit der Generation meiner Urgroßmutter auszusterben drohen. Fazit: En grootoordig Book, dat ik bannig geern heff un jo unbedingt anraden wullt. 5/ 5

historischer Roman mit aktuellem feministischem Bezug
Britta zieht mit ihrem Mann und zwei Kinder in der Hamburger Vorregion der Marsch- und Vierlande. Hier, direkt am Deich der Elbe, kommt sie aber nicht wirklich an. Vielmehr ist das gekaufte Haus der Wunschtraum ihres Mannes, genauso wie sie ihre berufliche Karriere an der Uni aufgegeben hat und nun halbtags im Amt arbeitet, der Kinder zuliebe. Intellektuell unterfordert und frustriert wandert sie durch die Gegend und stößt aufgrund eines Straßennamens auf Abelke Bleken. Sie beginnt zu forschen und stößt auf die Geschichte einer Frau, die vor 500 Jahren als Bäuerin alleine den Hof bewirtschaftet hat, einen Deichbruch erlebt und aufgrund angeblich nicht erfolgter Deichausbesserungen vom Hof vertrieben und schließlich als Hexe verbannt wurde. "Marschlande", das war eine 11 von 10 für mich! 😍 Die Atmosphäre wird so beklemmend und gruselig geschildert und die Zeitebene von Abelke so geschickt mit der von Britta verwoben. Ich habe den plattdeutschen Schnack von Abelke und ihren Zeitgenossen genauso geliebt wie die Marschländer der Jetztzeit. Interessant fand ich, dass ich immer Beklemmungen verspürt habe, wenn ich mal in dieser Gegend gewesenen bin und Jarka Kubsova dieses Unwohlsein so gut eingefangen hat. Super spannend war für mich auch der historische Kontext der Hexenverfolgung. Mir war nicht bewusst, dass dies gezielt eingesetzt wurde, um Frauen von ihrem Land zu vertreiben und sich dieses anzueignen und dass durch die Hexenverfolging erst ein Spalt in die Gesellschaft getrieben wurde. Seitdem sind Frauen aus Angst angepasst und devot geworden, um nicht von Nachbarn oder bei Streitigkeiten denunziert und als Hexe angeklagt zu werden. Abelke Bleken gab es wirklich, was jahrhunderte alte Dukomente über ihr Gerichtsverfahren und ihren Hof belegen.
Zwei starke und mutige Frauen! Ein Buch, das unter die Haut geht.
Die Geschichte von Abelke lässt mich kaum los. Eine mutige und tapfere Frau, die sich gegen die männerdominirende Landwirtschaft zu ihrer Zeit stellt und verliert. Die Geschichte von Britta ist meine Geschichte, die so viele Frauen unsere Zeit betrifft. Ein Buch für und über Frauen, welches Männer gerne lesen dürfen!
Ich brauchte die ersten 100 Seiten, um reinzukommen, aber dann hat es mich gepackt. Zwei Frauen, damals und heute konfrontiert mit den gleichen Problemen, einer Paternalistischen Welt. Es ist wirklich toll gelungen, die Alltagsprobleme von Frauen darzustellen und ihnen durch die Geschichte in der Vergangenheit eine Erklärung zu geben. Das Nachwort führt beide Geschichten nochmal zusammen und macht anhand von tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen deutlich was wahr ist. Ein tolles Buch für Frauen, die sich mit ihrer Position in der Gesellschaft auseinandersetzen wollen.
Ein berührendes Buch - Highlight
Die Geschichte von Abelke hat mich sehr berührt. Gut und wichtig finde ich, dass am Ende und im Nachwort noch darauf hingewiesen wurde, was von Abelkes Geschichte tatsächlich überliefert ist. Ich finde, dass es Jarka Kubsova toll gelungen ist, Abelkes Geschichte lebendig werden zu lassen und Fiktion und tatsächliche Fakten zu einer stimmigen Geschichte zu verweben, ohne sich zu weit von den Überlieferungen zu entfernen. Auch Brittas Geschichte ist toll erzählt und zeigt deutlich auf, was in Bezug auf Gleichberechtigung noch alles im Argen liegt. Mit Britta konnte ich mich gut identifizieren; mit Brittas Geschichte hat Jarka Kubsova meiner Meinung nach die heutige Lebensrealität absolut getroffen. Auch in ihrem Nachwort hat sie die Situation heutiger Frauen genau auf den Punkt gebracht. Mit ihrem tollen Erzählstil hat die Autorin eine zu ihrer Geschichte passende Stimmung geschaffen, in die ich auch jedes Mal schnell wieder reingekommen bin, wenn ich das Buch zur Hand genommen habe. Ein tolles Buch, das mich gedanklich sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.
Eine Geschichte über Frauen, die altbekannt ist und doch immer Fassungslosigkeit und Wut hervorruft.
Das Buch beginnt so ruhig und genau so, wie man sich die Marschlande vorstellt. Öde und träge. Dabei ist es die Geschichte von Britta in der Gegenwart und von Albeke im 16. Jhd. überhaupt nicht. Und je tiefer ich in die Erzählung eintaucht, desto weniger konnte ich mich lösen. Oft wollte ich rufen 'Stopp! Lass Dir das nicht gefallen, Du bist viel wert!' Nicht nur zu Albeke, auch zu Britta. Was müssen Frauen erdulden, nur weil sie Frauen sind? Wie tief steckt das Patriarchat in uns? Dieser Frage geht Jarka Kubsova mit ihrem Buchauf den Grund. Um wahre Begebenheiten malt sie eine Biographie die in starken Bildern in meinem Kopf bleiben werden. Gekonnt verknüpft sie das Geschehen mit der Gegenwart. Die Tatsache, dass Martin Luther nach der Reformation, das Hexenbild der Frauen noch einmal verstärkt hat, in dem es losgelöst von Gott für allerlei Taten als Begründung herangezogen wurde, wusste ich bisher dato nicht. Daher hat dieses Buch mich nicht nur sehr bewegt, sondern mich auch hat lernen lassen. Diese Kombination liebe ich an Büchern besonders. Ein wunderbares Buch, das perfekt in unsere Zeit passt. Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen es lesen.

Zugegebenermaßen wollte ich die Autorin Jarka Kubsova eigentlich mit ihrem Debutroman „Bergland“ kennenlernen, allerdings hat sich ihr neuester Roman „Marschlande“ für das Bücher-Bingo 2023 angeboten, weshalb ich es mir im Herbst auf den Lesestapel gesetzt hatte. Und die Autorin hat mich von der ersten Seite an mit ihrem sehr intensiven, bildreichen und bildgewaltigen Schreibstil begeistern können, auch wenn nicht alle Bilder leicht zu ertragen sind. Aber das Buch liest sich runter wie geschnitten Brot und besonders gut gefällt mir, dass sich die Sprache an die beiden Erzählstränge, den um Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und den um Britta in der Jetztzeit anpasst. Beide wirken sehr echt, lebens-/ realitätsnah und doch wird man mit Abelkes Geschichte sofort in die Vergangenheit katapultiert, die deutlich düsterer aber auch atmosphärischer als die Gegenwart daherkommt. Grundsätzlich mochte ich beide Erzählstränge gleich gerne und konnte auch beiden Protagonistinnen sehr nahe kommen. Abelke hat mir mit ihrer Unabhängigkeit sehr imponiert und ihr Erzählstrang war – auch wenn man weiß, wie es enden wird – sehr spannend. Und spannenderweise war ich auch gerne bei Britta, auch wenn wir nur wenig gemeinsam haben, außer dass wir in etwa im selben Alter sein müssten und in der gleichen Zeit leben. Brittas Mann Philipp ist mir hingegen zu eindimensional gezeichnet worden. Er war mir zu negativ, zu unsympathisch dargestellt und ich bin auch der Meinung, dass es sowohl den Nebenkriegsschauplatz um die zerrüttete Ehe wie auch um Brittas Tochter Mascha nicht gebraucht hätte. Ich wäre lieber tiefer mit Britta in die Recherche eingestiegen, weil ich das spannend finde. Ich kann mir schon denken, was der Grundgedanke der Autorin dahinter war, aber im Endeffekt ist mir das Buch zu feministisch. Mir legt sie zu offensichtlich den Finger in die Wunde. Natürlich sind das wichtige Themen: starke Frauen, die Rolle der Frau und wie viel oder vielleicht eher wie wenig sich in all den Jahrhunderten geändert hat in Sachen Gleichberechtigung. Das hat mich irgendwann genervt, wobei ich aber auch sagen muss, dass es dem Buch nicht gut getan hat, dass ich es für 2-3 Wochen für eine Leserunde unterbrochen habe. Die Euphorie war irgendwie verpufft. Es ist ein richtig gutes Buch, das sich sehr gut und schnell weglesen lässt, das wichtige Themen behandelt und ein grandios gutes und informatives Nachwort hat. Aber für mich ist es leider nicht ganz perfekt. Aber ich bin ihr trotzdem dankbar, dass sie Abelkes Geschichte erzählt hat, denn solche Frauen sollten nicht vergessen oder gar verschwiegen werden.
Jarka Kubsovas „Marschlande“ war eine der Neuerscheinungen des letzten Literaturherbstes, an der man nun wirklich nicht vorbeikam. Zurecht! Erzählt wird von zwei Frauen, Britta und Abelke, die zwar mehrere Jahrhunderte trennen, die jedoch beide in den Hamburger Marschlanden, letztlich ganz nah beieinander ansässig sind. „Marschlande“ ist eine Spurensuche, denn die zugezogene Britta, die zu Beginn eigentlich wenig mit sich anzufangen weiß in dieser doch etwas eigentümlichen Gegend, findet sich schon bald in einem Strudel rundum das Schicksal Abelke Blekens wieder, die seinerzeit eine tiefe Ungerechtigkeit erfährt und grausam verfolgt wird. Hexen, so bezeichnete man(n) im Grunde in irgendeiner Form unabhängige Frauen. Und genau diese Unabhängigkeit ist es, was Abelke und vielen anderen Frauen dieser Zeit zum tragischen Verhängnis wurde. „Marschlande“ ist eine fiktionale Erzählung, die inspiriert von realen Ereignissen ist - so heißt es gleich vorab. Und genau das ist es wohl, was dieses Buch für mich so gut macht: Kubsovas Geschichte hat mich entführt, gleichzeitig hat sie mich auch so vieles gelehrt - nicht zuletzt dank der umfangreichen Recherchearbeit der Autorin. Zum Beispiel bin ich mir der Tragweite, man könnte auch sagen des Echos, dieser Zuschreibung (‚Hexe‘) bis ins Heute noch einmal viel bewusster geworden. Und weil mich dieses Thema, nämlich die strukturelle Verfolgung von Frauen (wie auch Männern, ganz nebenbei bemerkt) im späten Mittelalter so gefesselt hat und auch dessen literarische Aufarbeitung gefühlt noch in den Kinderschuhen steckt, möchte ich an dieser Stelle noch auf eine Neuerscheinung des bevorstehenden Frühlings hinweisen, die bei mir ganz weit oben auf dem Leseplan stehen wird: „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“ von Rivka Galchen (in der Übersetzung von Grete Osterwald) erscheint am 14. Mai bei Rowohlt und erzählt von dem wohl bekanntesten deutschen Hexenprozess gegen Katharina Kepler - der Mutter des Naturwissenschaftlers Johannes Kepler. Erzählt wird übrigens aus ihrer Sicht. Vielversprechend! So, und bis dahin lest ihr (falls nicht ohnehin schon) „Marschlande" - in Ordnung? Ein herzlicher Dank geht an S. Fischer für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Sehr, sehr gut 👍
#Leseeindruck Marschlande von Jarka Kubsova Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart und einmal aus dem Jahr 1580 Die Geschichte der Gegenwart erzählt von einer Familie die in der heutigen Zeit der Großstadt entflieht und ins Marschland zieht. Es erzählt von den Problemen, sich in die Gemeinschaft des Dorflebens einzufinden. Wie die Kinder damit umgehen und was alles zerbrechen kann. Der Vergangenheits Teil ist ein historisch belegter realer Teil. Hier erlebt man mit wie hart das frühere Leben war. Wie wichtig Gemeinschaft ist und was passiert wenn die Gemeinschaft jemanden ausschließt. Hier kommt der Geschlechterkampf, die rechte von Frauen und die rechte der Dorfbewohner insgesamt zum Tragen. Was Glaube und Aberglaube, Neid und Missgunst alles anrichten konnte. Ein wirklich tolles Buch, was mich mit beiden Geschichten die toll ineinander verknüpft sind, begeistern konnte. Zum Teil fassungslos wie grausam Menschen sein können. 5 von 5 Sterne gibt es hier von mir
Abelkes Vermächtnis
Abelke Bleken ist eine der Frauen, über die wenig bekannt ist, obwohl sie ein besonderes und in diesem Fall ein besonders tragisches Schicksal ereilte. Denn Bleken ist eine von vielen, die als Hexe verurteilt wurde, doch eine von wenigen, zu denen auch Aufzeichnungen vorhanden sind. Jarka Kubsova hat sich den bewegten Leben der Bäuerin gewidmet, Informationen gesammelt, zusammengesetzt und sicher auch fiktionalisiert. Abelke wird auf diese Weise lebendig aber nicht heroisiert, sondern als „normale“ Frau voller Wünsche, Ängste und Verzweiflung gezeichnet. Die Absurdität, mit der unliebsame Landbesitzer durch falsche Bezichtigungen und Hörensagen in den Ruin, die Folter und somit auch den Tod getrieben wurden, ließ mich immer wieder fassungslos zurück. Nur zu gut konnte ich Abelkes Wut auf die Männer und die Ungerechtigkeiten verstehen, deren Opfer sie und zahlreiche andere Frauen und Männer wurde. Der historische Teil des Romans hat mir somit sehr gut gefallen, war lehrreich sowie atmosphärisch geschrieben und von Nina Petri eingesprochen. Leider konnte die Übertragung von Abelkes Schicksal in die Gegenwart damit nicht mithalten. Obwohl von Julia Nachtmann ebenfalls gut gelesen, fand ich die Geschichte um Britta, die in den Marschlanden ein ruhiges Leben mit ihrer Familie beginnen will, zu konstruiert und gewollt. Die Rahmenhandlung, in der Britta auf Abelkes Geschichte trifft, hätte ich in Ordnung, wenn auch nicht als nötig, befunden. Die Konflikte in Brittas Leben, die Parallelen zu Abelke darstellen sollten, waren aber für mich viel zu platt und irgendwie „ausgelutscht“. Ich würde mich freuen, wenn Jarka Kubsova in ihrem nächsten Roman alle Seiten einer historischen Figur widmet.
Ich wusste, dass ich dieses Buch lieben werde. Ich wusste es einfach. Und doch fehlen mir die Worte – nicht aus Leere, sondern weil keine Formulierung dem gerecht wird, was Marschlande in mir ausgelöst hat. Jarka Kubsova erzählt die Geschichten zweier Frauen, getrennt durch fast ein halbes Jahrtausend, verbunden durch denselben uralten Wunsch: gesehen zu werden, zu bestehen, zu entscheiden. Abelke Bleken – eine reale Frau, keine literarische Projektion – führt im 16. Jahrhundert allein einen Hof, trotzt Naturgewalten und den Gefahren einer Zeit, in der Unabhängigkeit für Frauen schnell als Bedrohung galt. Britta, Jahrhunderte später, liest die Landschaft wie ein Archiv und findet darin nicht nur Abelkes Spuren, sondern auch ihre eigenen. Was mich an diesem Roman so bewegt hat, ist seine Ehrlichkeit. Kubsova beschönigt nichts: Die Art, wie Frauen über Jahrhunderte als Menschen zweiter Kategorie behandelt wurden, zieht sich wie eine leise, aber unüberhörbare Linie durch beide Erzählstränge. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liegt über dem Buch ein Gefühl von Wärme, von stiller Solidarität. Ein Wissen darum, dass Kämpfe weitergegeben, nicht verloren gehen. Marschlande ist kein lauter feministischer Roman, sondern ein präziser. Einer, der zeigt, dass Geschichte nicht vergeht, sondern sedimentiert: in Bracks, Deichlinien, Familienbiografien, Körpern. Brittas Faszination für Abelke ist mehr als historisches Interesse – es ist ein Erkennen, ein Wiederfinden. Eine Hand, die durch Jahrhunderte reicht. Abelke Bleken hat wirklich gelebt. Und dieses Buch setzt ihr endlich das Denkmal, das sie verdient. Ein Roman, der unter die Haut geht und dort bleibt. Eine Leseempfehlung für alle, die historische Stoffe lieben und für alle, die verstehen wollen, warum weibliche Selbstbestimmung kein Trend, sondern Tradition ist.
Marschlande oder Bergland ..
Ich frage mich gerade, wie ich Marschlande gefunden hätte, wenn ich es vor Bergland gelesen hätte. Darf man, soll man die beiden Bücher vergleichen- macht man irgendwie automatisch, oder? Ein sicheres Indiz bei mir ist, wie oft greife ich beim Lesen zum Handy 🫣. Durch Bergland bin ich geflogen und bei diesem Buch habe ich relativ oft zum Telefon gegriffen. Irgendwie hat es mich nicht so packen können. Es war definitiv interessant, aber die Erzählweise in Bergland fand ich „feiner“. Es ist echt lesenswert und wem es gefällt, der sollte auf jeden Fall Bergland von der Autorin lesen!!!
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Vor allem der Handlungsstrang in der Vergangenheit, der sehr erschreckend war. Ich habe mit Protagonistin regelrecht mitgelitten. Unglaublich welcher Willkür sie ausgesetzt war und wie sehr sie darunter leiden musste. Den Erzählstrang in der Gegenwart hätte es wegen mir nicht unbedingt gebraucht.
Eines der besten Bücher, das ich bislang gelesen habe.
„Marschlande“ ist ein fesselnde, durchaus beklemmende, Geschichte, die auf herausragende Weise historische Fakten um die künstlerische Freiheit der Autorin ergänzt. Gekonnt verwebt sie die strukturellen Benachteiligungen von Frauen in patriarchalen Gesellschaften über Jahrhunderte hinweg und zeigt so anhaltende Parallelen auf. Jarka Kubsova bedient sich dafür der historischen Person von Abelke Bleken aus den Hamburger Marschlanden, der im 16. Jahrhundert wegen vermeintlicher Hexerei der Prozess gemacht wurde. Die Protagonistin Britta Stoever schickt sich an, das traurige Schicksal von Abelke Bleken aufzuklären und die junge Frau zu rehabilitieren. Eine gut recherchierte und packende Geschichte, die sprachlich und stilistisch derart hochwertig daherkommt — ein wahres Lesevergnügen! ✨
Schöne Stimme und spannende, feministische Geschichte über mehrere Generationen hinweg
Einen Monat lang hat mich dieses Hörbuch, als Tipp einer Freundin, bei Haushalt und co begleitet. Die Stimme ist sehr angenehm und die Geschichte schön geschrieben. Sie erzählt im Wechsel von zwei Frauen, die in völlig unterschiedlichen Zeiten leben und dennoch einiges gemein haben. Würde ich unbedingt (und nicht nur denen ;)) feministischen Frauen empfehlen.
Ein absolut lesenswertes Buch. Zwei Frauen, die am gleichen Ort zu ganz unterschiedlichen Zeiten leben und deren Geschichte geschickt miteinander verwoben wird. Gleichzeitig ist es eine Freude, wie in dem Buch über die Einzigartigkeit und Herrlichkeit der Natur geschrieben wird. Ich war sofort drin in der Story und sie hat mich auch nicht mehr losgelassen. Jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, so dass man gewillt ist, dass nächste Kapitel, welches über die jeweils andere Protagonistin geschrieben ist, auszulassen ;). Meine definitive Leseempfehlung!
„Britta fragte sich, wie lang das schon ging, dass Frauen sich so beäugten, sich beurteilten, einander missgönnten. Man sagte ja gerne, so wären Frauen nun mal. Aber während ihrer Recherchen zu Abelke und zu Hexen war ihr aufgefallen, dass es eben nicht immer so gewesen war.“ (S. 230) Ein wundervolles Buch. Abwechselnd wird hier die Geschichte von Britta und Abelke erzählt. Britta ist zweifache Mutter, Ehefrau und arbeitetet in Teilzeit. Der vom Ehemann gewünschte Umzug aus der Stadt Hamburg in die Marschlandschaft macht sie nicht glücklich, sondern bringt sie ins Grübeln. Ihre Karriere hat sie für die Familie geopfert und alles was im Haushalt anfällt, bleibt an ihr hängen. Um ein wenig mit dem Umzug und den Gedanken klarzukommen und die neue Umgebung kennenzulernen unternimmt sie lange Spaziergänge und stößt dabei auf das Leben von Abelke. Diese führte vor 500 Jahren alleine ihren Hof in der Gegend und wurde nicht nur dafür bewundert. Missgunst, Neid , Ausgrenzung und Ungerechtigkeiten führten dazu, dass sie als Hexe verurteilt und verbrannt wurde. Fast ein Highlight für mich. Ganz knapp an 5 Sternen vorbei. Wirklich knapp. Ein wunderschöner Schreibstil, der sich leicht den Jahrhunderten anpasst, so dass ich immer gleich wusste, wo ich mich gerade befinde. Auch fand ich schön wie die Verbindung zu den jeweiligen Welten vorhanden ist. Die ganzen Kämpfe, die Frauen früher kämpfen mussten, sind auch auf heute übertragbar. Ich hatte wirklich Freude beim Lesen und möchte auf jedenfall noch weitere Bücher von der Autorin lesen.
Buchinformationen
Beiträge
Ein stilles, gewaltiges Buch über Frauen, Freiheit und das, was Geschichte mit Menschen macht
Mit "Marschlande" erzählt Jarka Kubsova eine Geschichte, die sich über Jahrhunderte spannt und sich dabei trotzdem seltsam nah anfühlt. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das mit seinen zwei Kindern aus Hamburg hinaus aufs Land, in die Marschlande zieht. Aber während beide zunächst dieselbe Entscheidung treffen, entwickeln sie sich innerlich immer weiter auseinander. Sie wollte eigentlich etwas unperfektes und gemütliches, er hingegen klassisch und modern. Das ist einer der Gründe, warum sie sich von der Umgebung zwar angezogen fühlt aber in dem Haus nicht zu Hause ist. Gleichzeitig führt der Roman zurück ins Jahr 1570, mitten hinein in die Vier- und Marschlande, in eine Zeit von Sturmfluten, harter Arbeit, Aberglauben und Hexenverfolgung. Zwei Frauenleben. Zwei Zeiten. Und doch ziehen sich dieselben Fragen durch alles hindurch: Wem gehört ein Leben? Wie frei darf eine Frau sein? Und was passiert, wenn sie sich weigert, klein zu werden? Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gehabt. Es gibt Bücher, die brauchen Zeit. Und dann gibt es diese wenigen, bei denen man nach ein paar Seiten schon merkt, dass man gerade etwas Besonderes liest. Nicht laut, nicht künstlich dramatisch, sondern so still intensiv, dass man irgendwann gar nicht mehr merkt, wie tief man schon in der Geschichte drin steckt. Vor allem der Erzählstil hat mich komplett eingefangen. Diese Sprache… ruhig, klar, manchmal fast rau und dann plötzlich wieder so voller Gefühl, dass einzelne Sätze präsent bleiben. Nicht überladen poetisch, sondern auf eine Weise schön, die sich echt anfühlt. Erdverbunden irgendwie. Als würde man Wind, Regen und diese schwere Marschluft zwischen den Seiten spüren. Und dann diese beiden Ebenen der Geschichte. Da ist die Gegenwart, in der man beobachtet, wie sich die Frau in der Ehe immer mehr selbst verliert und gleichzeitig langsam wieder zu sich zurückfindet. Wie sie beginnt zu merken, dass sie mehr sein möchte als nur Ehefrau und Mutter. Dass irgendwo unter all den Erwartungen noch etwas Eigenes in ihr steckt. Wünsche. Sehnsüchte. Ein eigener Wille. Und das wurde so berührend erzählt, weil es nicht plötzlich oder pathetisch passiert. Sondern langsam. Unsicher. Fast tastend. Währenddessen erzählt die zweite Zeitebene von den Marschlanden um 1570. Von der Allerheiligenflut. Und genau diese Passagen werde ich nie vergessen. Dieses Leben damals wirkte so hart, so erbarmungslos. Die Natur als ständige Bedrohung. Wasser, das alles mitreißt. Menschen, die irgendwie überleben müssen, obwohl sie eigentlich längst keine Kraft mehr haben dürften. Und mittendrin Frauen, die funktionieren sollen, still sein sollen, sich anpassen sollen. Besonders die Geschichte der unverheirateten Frau, die alleine einen Hof führt, hat mich unglaublich bewegt. Dieser Neid. Diese Missgunst. Dieses ständige Misstrauen gegenüber Frauen, die eigenständig sind oder nicht in die vorgesehenen Rollen passen. Man spürt beim Lesen regelrecht, wie schnell Frauen damals zur Gefahr erklärt wurden, nur weil sie unbequem waren. Weil sie alleine lebten. Weil sie Wissen hatten. Weil sie es besser konnten! Und genau dadurch treffen einen die Themen Hexenverfolgung und gesellschaftliche Gewalt in diesem Buch so hart. Nicht als abstrakte historische Ereignisse, sondern als etwas zutiefst Menschliches. Etwas, das aus Angst, Kontrolle und Macht entsteht. Was mich aber vielleicht am meisten berührt hat: wie sehr sich die beiden Geschichten gegenseitig spiegeln, obwohl Jahrhunderte zwischen ihnen liegen. Dieses Gefühl, dass Frauen sich in ganz unterschiedlichen Zeiten oft denselben Kämpfen stellen mussten. Nur in anderer Form. Und dann dieses Nachwort ❤️ Selten hat mich ein Nachwort emotional so getroffen. 9 Seiten die so viel Warheit wiedergeben über die Rolle der Frau im Laufe der Geschichte und auch zu wissen, dass hinter der Bäuerin Abelke Bleken, die Geschichte einer realen Frau steht, die aus Neid und Habsucht als Hexe verbrannt worden ist. Dass jemand, der vielleicht längst vergessen worden wäre, hier gesehen wurde. Einen Platz bekommen hat, eine Stimme. Dieses Buch ist ein leises, kluges und unglaublich berührendes Buch über Frauenleben, über Freiheit, über Verlust und darüber, wie viel Kraft es braucht, sich selbst nicht zu verlieren. Und genau deshalb wird es noch lange einen Platz in meinem Herzen haben.

Richtig gut 👍🏻
Britta, 46 Jahre alt, zieht mit Mann und Kindern von der Stadt in die Hamburger Marschlande. Dort lernt sie Ruth kennen und die Geschichte rund um die Bäuerin Abelke Bleken, die im 16 Jahrhundert alleine einen großen Bauernhof betrieben hat. Es geht um Hexenverbrennung, Enteignung und Macht. Die Kapital springen jeweils zwischen heute und damals. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Britta (mein Alter) spricht mir oft aus der Seele und die Geschichte rund um Abelke ist faszinierend und erschütternd zu gleich. Meinerseits eine absolute Leseempfehlung ⭐️⭐️⭐️⭐️

Diese Erde vergisst nichts. Nicht die Fluten. Nicht die Hände. Nicht die Leben. Und niemals die Asche. Die Marschlande. Schwer von Wasser. Schwer von Erinnerung. Abelke Bleken. Diese Frau hat mich nicht losgelassen. Eine alleinstehende Bäuerin. Klug. Entschlossen. Tief verwurzelt in dem Land, auf dem sie lebte. Sie kannte den Wind, das Wasser und die Zeichen des Wetters. Sie arbeitete hart. Sie sorgte für ihre Tiere. Sie sah nicht weg. Sie wusste, was zu tun war. Und doch konnte all das sie nicht schützen. Ich bin erschüttert und zugleich zutiefst berührt von Abelke Blekens Geschichte. Vor allem aber bin ich dankbar, dass Jarka Kubsova ihr eine Stimme gegeben hat. Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt hat, ist die Art, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt wurden. Nicht durch große Effekte oder spektakuläre Wendungen. Sondern leise, klug und mit großer Präzision. Die Geschichten von Abelke und von Britta stehen Jahrhunderte auseinander und scheinen sich doch immer wieder zu berühren. Auch Britta hat mich bewegt. Sie kommt in die Marschlande mit ihrem eigenen Leben, ihren eigenen Fragen und Herausforderungen. Während sie versucht, in der Gegenwart ihren Platz zu finden, stößt sie auf die Geschichte von Abelke. Je tiefer sie in diese Vergangenheit eintaucht, desto stärker entsteht eine Verbindung zwischen den beiden Frauen. All das ist für mich sehr nah. Nicht irgendwo weit entfernt. Nicht an einem Ort, den ich mir erst vorstellen muss. Sondern vor den Toren meiner eigenen Stadt. Ich werde Abelke nicht vergessen.
Hallt nach
Ich habe das Hörbuch gehört, das abwechseln von Julia Nachtmann und Nina Petry gelesen wird. Die Stimmen passen ausgezeichnet zu den Geschichten von Abelke und Britta. Dreh- und Angelpunkt ist die Rolle der Frau, bei Abelke im 16. Jahrhundert. Obwohl man von Anfang an wusste wie die Geschichte für Abelke ausgeht entwickelt sich die Handlung intensiv und mitreißend. Brittas Geschichte empfand ich als Spiegel in die Gegenwart. Wir haben heutzutage weniger Zwänge, müssen aber trotzdem unseren Weg und unsere Rolle definieren. Es gab Momente, in denen mich die Handlung sehr mitnahm und ich eine Pause machen musste, aber insgesamt waren die 11 Hörbuch-Stunden für mich eine sehr interessante Zeit, die mich nachdenklich zurücklässt.
Ein gutes Buch mit einem hervorragenden Nachwort zum Thema Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft. Ich habe das Buch gern gelesen, habe beide Handlungsstränge gleichermaßen geliebt. Die Verbindung der beiden Frauen ist mir schon während des Lesens deutlich geworden, habe die ungerechte gesellschaftliche Behandlung empfunden und mich empört. Das absolute Highlight im Anschluss ist das Nachwort. Dieser erklärende Abschluss des Buches ist mega und hat mich noch einmal tief in die Thematik gezogen und erreicht, dass ich mich ganz persönlich angesprochen fühle, obwohl es schon sachlich geschrieben ist. Aber erst das Nachwort hat dazu geführt, meine eigene Stellung als Frau in Familie und Gesellschaft zu analysieren und neu darauf zu schauen. Dieses Buch inklusive Nachwort wird mich in Gedanken begleiten und bereichert mich sehr. Echte Leseempfehlung!
🌬️🍃✨🪶 Eine schöne Stimme in einer aufwühlenden Geschichte.
In ‚Marschlande‘ haben wir zwei verschiedene Erzählstränge in unterschiedlichen Epochen, und zwei mutige Frauen, die sich, gefangen in jeweiligen Umständen, versuchen zu behaupten. Abelke Bleken ist keine fiktive Figur - und sie hat mein Herz fast sofort für sich gewonnen. Ihre Kapitel gehen unter die Haut, machen wütend und traurig und fassungslos. Irgendwie trägt sie die Geschichte. Unsere andere Protagonistin Britta ist dennoch interessant, auch ihr folgt man gern. Jarka Buksova lädt den Leser in eine Geschichte voller Atmosphäre ein, der Schreibstil bleibt dabei so flüssig, dass man über die Seiten fliegt. Und am Ende des Tages fragt man sich, wie Frauen diese Ungerechtigkeiten ertragen konnten, das Kinn dennoch erhoben. Und welche Geschichten nie erzählt wurden. Auch wenn es nicht ganz an den ersten Roman der Autorin herankommt, eine Empfehlung!

Atmosphärisch und Empowernd
Eine tolle fiktionale Rekonstruktion eines historischen Frauenschicksal aus den Marschlanden. Ich konnte mir alles so gut bildlich vorstellen! Karg, unsentimental, erbarmungslos und trotzdem sehr zärtlich wird hier von Abelke erzählt. Auch der Erzählstrang aus der Gegenwart nimmt diese Kargheit wieder auf und überträgt sie nicht nur auf die Landschaft, sondern auch auf Brittas Ehe. Einsamkeit, fehlende Anerkennung, Sorgen um die Kinder. So wichtig, dass darüber geschrieben wird. Leider an der ein oder anderen Stelle etwas wiederholend… 👩🌾🐷🐦⬛
Ein eindringliches Buch, dass zeigt wie sich Zeiten ändern und sich dennoch berühren. Wenn man selbst aus Hamburg kommt, kommt man noch mehr auf seine Kosten. Dieses Buch wird mit seiner Auswegslosigkeit und Ungerechtigkeit noch lang nachhallen.
Lag hier lange als Geschenk und irgendwie hat es mich nicht angesprochen. Wie falsch ich lag. Die Hexenverbrennung ist ein Thema, dass ich hart zu verdauen finde und mir dennoch sehr am Herzen liegt. Die Parallele zu heutigen Missstände zu ziehen, ist brilliant. Beide Frauen sind so klar gezeichnet und man fühlt mit ihnen. Ich habe viel über die Marschlande, aber auch Hofleben im 16. Jahrhundert gelernt. Dieses Buch wird bleiben.
Sensationelles Buch!
Richtig spannendes Buch über zwei Frauen, die tolles geleistet haben und für das Sinnbild für viele Frauen stehen. Es ist so spannend geschrieben i d man erfährt sehr viel über die Marschlande in der heutigen und der früheren Zeit, in sehr anschaulicher Form. Ich bin beeindruckt vom Schreibstil, der immer kapitelweise wechselt. Einmal in der Zeit von heute und einmal in der Zeit von vor 500 Jahren. Man kann sich so richtig in die Zeit hinein versetzen. Und ich nehme mit wie viel wir schätzen können von dem was wir heute haben und wie viel wir doch gleichzeitig in einigen Themen doch noch so rückständig sind.
Mein Highlight 2025
Ohne das Buch Marschlande wäre ich dieses Jahr vermutlich keine Lesenmaus geworden! Mich hat das Buch wirklich von der ersten Seite gecatched und nicht losgelassen. Marschlande erzählt die Geschichte zweier Frauen zu unterschiedlichen Zeiten am gleichen Ort. Abelke Bleken ist eine begabte Bäuerin im 17ten Jahrhundert, Britta Stoever eine Frau der heutigen Zeit. Britta zieht mit ihrem Mann und ihrer Tochter in die Marschlande und wirdu über einen Straßennamen auf die Frau "Abelke Bleken" aufmerksam gemacht und versucht, mehr über sie zu erfahren. Abelke ist eine schöne, erfolgreiche Bäuerin mit eigenen Hof- eine unabhängige Frau. Das Buch beginnt damit, dass Abelke zum Scheiterhaufen geführt wird, weil die der Hexerei bezichtigt wird. Im Laufe ihres Erzählstrangs im Buch erfahren wir, wie es dazu gekommen ist. Was beide Erzählstränge verbindet, sind die Ungerechtigkeiten, die Unterdrückung und die gesellschaftlichen misogynen Muster, die Frauen das Leben seit Jahrhunderten schwerer machen. Die Geschichte von Abelke ist von der ersten Seite an spannend und tragisch, während ich bei Brittas Strang etwas reinkommen musste. Ich war vor diesem Buch keine Leseratte, das hat dieses Buch geändert. Mitreißend, durchgehend spannend, aufklärend und informativ, emotional... dieses Buch hat für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Ich bin der Autorin Jarka Kubsova dankbar für dieses Buch. So auf den Punkt geschrieben, nicht zu lang und nicht zu kurz. Zwischen den schwer zu ertragenden Szenen auch immer mal wieder kleine Passagen zum durchatmen oder schmunzeln. Für mich mein Buch-Highlight des Jahres!
Wow, dieses Buch ist eine Wucht!
Für mich ist dieses Buch einfach absolut hervorragend! Ich habe diese Geschichte in zwei Zeitebenen mit so großer Freude gehört, ich konnte einfach keine Pause machen. Es war spannend, lehrreich, ging an Herz - und hat so viel Schlaues mitgegeben. Die Autorin hat die Geschichte unglaublich toll recherchiert und aufbereitet, das ganze in einer mitreißenden Sprache verpackt. Ein wahres Goldstück, dieses Buch.
Ein ganz fantastisches Werk- unterhaltend und lehrreich!
Neben der Hauptstory über die Selbstbestimmung einer Mutter und Ehefrau und der schrecklich traurigen Geschichte einer selbstbewussten Bäuerin, der der Hexenprozess gemacht wird, hab ich sehr viel über die Marschlande von Hamburg aus der heutigen Zeit als auch der des vergangenen Jahrhunderte gelernt. Ich hab ganz viel für mich mitnehmen können als Allgemeinbildung und nebenbei angefangen selbst zu recherchieren, weil ich es so interessant fand! Das Buch bringt so viele Punkte hervor über geografische, historische, feministische Fakten hervor zum Thema Marschlande und der Ungerechtigkeit und den Rechten die Frauen um 1540 hatten.
2 Geschichten, die unter die Haut gehen
Wortgewaltig und malerisch schön erzählt Jarka Kubsova von 2 Frauen, die am gleichen Ort leben- allerdings mit 500 Jahren Zeitunterschied. Während die mittelalterliche Abelke als starke, selbstständige Frau keine Chance hatte, kann Britta sich in der Neuzeit ihre Freiheit zurückerobern. Allerdings mit großen Opfern. Die Geschichten der beiden Frauen verweben sich wunderschön und tragisch inneinander. Schweres Thema, aber heute umso wichtiger.
Dieses Buch hat sehr meine aktuelle Stimmung getroffen. Die Atmosphäre war sehr nachdenklich, raus aus dem Alltagstrott, hinterfragend. Das hat mich sehr bewegt. Wir begleiten in der Gegenwart eine Familie, wobei wir vor allem von der Frau und Mutter Britta erfahren. Ich fand duesen Erzählstrang sehr gut zu lesen und die Themen wurden meiner Meinung nach gut behandelt. In der Vergangenheit (ca. 1570) begleiten wir Abelke. Dieser Erzählstrang ist verwoben in die Gegenwart und enthüllt immer wieder neue Dinge. Teilweise war er jedoch etwas langatmig. Die Marschlande werden absolut passend beschrieben und ich mochte die Ausführungen sehr. Vor allem die "Namensvergabe" macht das Buch für mich sehr realistisch.
Marschlande - dieses Buch hat mich wütend, traurig, fassungslos, aber auch hoffnungsvoll gemacht. Ich habe es auf Empfehlung von Louisa Dellert gelesen und bin nicht enttäuscht worden. Es handelt von der Geschichte zweier Frauen - Abelke und Britta - die eine lebt im jetzt und die andere in der Vergangenheit. Beide Frauen haben mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen, mit Benachteiligung durch Männer. Selbstverständlichkeiten, die immer noch so gelebt und hingenommen werden und dann die Geschichte von Abelke, die so vielen Frauen widerfahren sein muss zur Zeit der Hexenverfolgung. Grausam und dennoch konnte ich das Buch nur selten zur Seite legen. Klare Empfehlung!
Zwei Frauen zwei Geschichten
Ein wunderbarer Roman über zwei Frauen in ganz unterschiedlichen Zeitdekaden. Britta in der Gegenwart die mit ihrer Ehe kämpft und sich selbst entdeckt und Abelke die 1570 allein als Frau einen Hof bewirtschaftet und später als Hexe verbrannt wird. Toll geschrieben und recherchiert.
Zwei Handlungsstränge mit unterschiedlicher Qualität
Britta kauft mit ihrem Mann ein Haus in den Marschlande der Elbe, sie fühlt sich dort nicht besonders wohl, aber lernt immer mehr über die Bäuern Abelke Bleken, die zur Zeit der Hexenverfolgung auf dem Scheiterhaufen sterben musste (diese Frau gab es wirklich). Je mehr Britta erfährt, desto mehr ändert sich auch ihr Leben. Das Leben von Abelke wurde unheimlich spannend dargestellt und sehr gut verdeutlicht, wie einfach man in Ungnade fallen kann, wenn man entgegen der gesellschaftlichen Konventionen lebt. Der Erzählstrang um Britta und ihrer Familie war mir etwas zu eindimensional, fast schon klischeehaft. Da hätte ich mir mehr Facetten der Figuren gewünscht und weniger eine Reduzierung auf die klassischen Rollen innerhalb der Familie (obwohl es natürlich wahr, dass meist Frauen diese Rolle einnehmen müssen). Zum Teil wirkte die Parallelisierung der Frauenfiguren schon zu gewollt, insbesondere bei der Mobbing-Sache.
Was für ein wundervolles Buch - spannend, berührend und horizonterweiternd. Was will frau mehr von einer Lektüre?
Auf zwei Zeitebenen erzählt Jarka Kubsova von der Bäuerin Abelke Bleken und der Geografin Britta Stöver. Erstere wurde im 16. Jh. mit fadenscheiniger Begründung enteignet und später als Hexe denunziert und verbrannt. Im Heute schlägt sich Britta mit der weiblichen Lebenswirklichkeit herum und recherchiert in ihrer Freizeit den „Fall Abelke“. Und je mehr sie in das Leben der historischen Frau eintaucht, desto mehr lernt sie auch über sich selbst und ihr Leben. So eindrucksvoll wird diese Geschichte erzählt, dass ich sogar das spannende Nachwort (mit Erläuterungenn und Einordnungen) noch verschlungen habe.
Große Leseempfehlung! Zwei Handlungsstränge: Das Leben der alleinstehenden Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und in der Gegenwart das der verheirateten Britta, die mit Mann und zwei Kindern in die Marschlande gezogen ist, wo sie im sogenannten Eispalast leben. Britta erforscht das Leben von Abelke, die in ihrer Nachbarschaft gewohnt hatte. Abelke wurde als Hexe verbrannt. Dramatisch, tragisch, berührend, sehr lesenswert!
Marschlande ist für mich ein Highlight dieses Jahres. Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen (aber man weiß immer, wo man ist und wessen Leben man gerade folgt): In der Jetztzeit folgen wir Britta, die mit ihrer Familie in die Marschlande gezogen ist. Sie fühlt sich dort verloren und auch ihre Eheprobleme lassen sich nicht länger leugnen. Im ausgehenden 16. Jahrhundert lebte Abelke in den Marschlanden, eine für diese Zeit unangepasste Frau - was ihr schließlich auch zum Verhängnis wird. Ich muss sagen, Britta war mir am Anfang sehr unsympathisch, aber nach und nach wurde ich mit ihr warm. Ich fand die Geschichte um Abelke (es gab sie wirklich) sehr viel interessanter und tragischer. Ich musste manchmal schlucken, weil man genau weiß, wie bestimmte Sachen, die sie tut oder macht, ausgelegt werden/wurden. Und obwohl zwischen beiden Frauenleben 500 Jahre liegen, muss man Ende erkennen, dass es doch Parallelen gibt. Leider. Ein schönes zusammenfassendes Zitat: "Weil man im Leben einer jeden anderen Frau auch immer etwas über sich selbst herausfand und gleichzeitig über alle anderen" Interessant waren auch die geschichtlichen Hintergründe der Marschlande, z.B. das Deichrecht und das Bauernlegen. Eine klare Leseempfehlung.
Die Geschichte findet auf zwei Zeitebenen statt, spielt in der Elbmarsch bei Hamburg und erzählt die Geschichte von zwei Frauen. Trotz 500 Jahre zwischen ihnen finden sich Parallelen in ihren Leben, in der Gesellschaft und in ihrem Frausein. Es ist ein Buch über Frauen und ihre Geschichten, über Hexen (und leider auch Hexenverfolgung), Freundinnenschaft, Erwartungen, das Dorfleben, Feminismus, Familie und natürlich über das Elbmarschland. Unbedingt auch das Nachwort lesen/hören. Kanns ganz doll empfehlen!
Mitreißend, informativ und gut zu lesen!
Abwechselnd wird das Leben von zwei Frauen geschildert. Es geht um Abelke und Britta, die mit einem Abstand von ca. 500 Jahren am gleichen Ort leben. Im Marschland, ein ländlich geprägtes Gebiet im Südosten Hamburgs. Abelke führt als alleinstehende Frau einen Hof und kann diesen auch viele Jahre selbst bewirtschaften, bis zu dem Zeitpunkt, als eine verhängnisvolle Sintflut den Deich zerstört und weite Teile der umliegenden Gehöft zerstört. Aufgrund des Deichrechts ist sie für den Wiederaufbau verantwortlich, aber es wird ihr jegliche Hilfe verwehrt, was schließlich ihr Schicksal besiegelt. Britta zieht mit ihrem Mann und den zwei Kindern aus dem hippen Altstadtquartier in ein Haus aufs Marschland. Für ihren Mann ist damit das perfekte Leben komplett. Für Britta bleibt viel Zeit zum Grübeln und Reflektieren. Was hat sie erreicht? Was ist aus ihren Träumen geworden? War das schon alles oder kann sie beruflich noch mal durchstarten? Bei langen Spaziergängen begegnet sie den Spuren von Abelke und das Leben der beiden Frauen verbindet sich. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, insbesondere die historische Einordnung und auch die landschaftlichen Beschreibungen. Im Nachwort gibt es Hinweise zu Hexenprozessen und den gesellschaftlichen Entwicklungen im 16. Jahrhundert die bis heute Auswirkungen auf das Leben von Frauen haben. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.
Eine interessante kurze Geschichte über eine Frau im 16 Jahrhundert. Abelke Bleken lebte im Vier- und Marschlande nahe Hamburg. Sie wurde aus ihrem Zuhause vertrieben und als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Wie so viele Frauen damals die ihre eigenen Höfe gut und Erfolgreich bestellt haben wurde es als Hexerei dargestellt um die Frauen zu unterdrücken. In der Gegenwart begibt sich Britta auf die Spuren von Abelke und stellt fest das sich manches in Hinsicht der Anerkennung der Frau kaum etwas verändert hat.
Es fällt mir bei dem Buch irgendwie schwer, es zu bewerten. Diesen großen Hype kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Was ich auf jeden Fall auch wirklich gut fand, war die Schreibweise der Autorin. Sie drückt sich sehr bedeutungsvoll und tiefgründig aus. Auch der Perspektivenwechsel hat mir gut gefallen. Ich fand Abelkes Geschichte wirklich spannend und berührend. Generell das Leben, das Frauen im 16. Jahrhundert führten und wie schnell ein Leben vorbei sein konnte. Brittas Geschichte wirkte für mich im Gegensatz dazu eher langweilig und etwas überdramatisiert. Einfach weil ich den direkten Vergleich der beiden auf eine Art und Weise unpassend finde. Natürlich gibt es auch in der heutigen Zeit immer noch sehr häufig Nach- und Vorurteile gegenüber Frauen und es liegt noch einiges an Arbeit an. Trotzdem fühlt es sich für mich nicht richtig an zu sagen, dass sich ja eigentlich nicht so viel verändert hat.
Zwei Epochen, zwei Frauen
Jarka Kubsova porträtiert zwei Frauen in vollkommen unterschiedlichen Zeiten und Lebenslagen, welche dennoch mit vergleichbaren Problemen konfrontiert sind und sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen. Die Handlung und auch die eindrücklich geschilderten Hintergründe zu den wahren Begebenheiten hinter der Geschichte haben mich sehr ergriffen und waren gleichzeitig wirklich lehrreich in Bezug auf die Geschichte der Marschlande und der Entwicklung der Hexenverfolgung in ganz Europa.
25 Frauen 2025 - Buch 32: Dieser Roman von Jarka Kubsova hat mich nur teilweise gekriegt. Erzählt wird auf 2 Zeitebenen: da ist Britta Stoever, die in der Gegenwart mit ihrer Familie aus Hamburg aufs Land zieht, weil sie sich anders kein Haus leisten können. Und da ist Abelke Bleken, die im 16. Jahrhundert dort in den Marschlanden gelebt und als alleinstehende Frau einen Hof bewirtschaftet hat. Britta ist eine fiktive Figur, Abelke hat es wirklich gegeben. Die Leerstellen rund um Abelke hat Kubsova literarisch gefüllt. Alle Kapitel, in denen Abelke die Hauptfigur ist, haben mir gut gefallen. Meist hat Kubsova die Frauen über das Wetter oder Ereignisse in den Marschlanden miteinander verbunden, was meiner Meinung nach gut gelungen ist. Leider fand ich aber Brittas Kapitel durchgängig schwächer bzw. seichter. Ich habe einiges als lediglich angerissen (verschiedene Lebensentwürfe) oder zu leicht gelöst (Mobbing) und damit nicht glaubwürdig genug empfunden. Darüber hinaus mag ich es nie, wenn es in einem Buch mit einer solchen Thematik keine einzige positive männliche Figur im Zentrum der Handlung gibt.
MARSCHLANDE Jarka Kubsova 1570: Abelke Bleken hat den prächtigen Hof und das Hufnerhaus mitten im Marschlande an der Elbe von ihren Eltern geerbt. Das Reet am Dach ist ohne Fehler, das Eichenfachwerk ist hell und gerade. Die Leute reden, dass der Hof für eine Frau ganz alleine viel zu groß sei, aber das Tratschen hinter ihrem Rücken ist sie gewohnt und kümmerte sie nicht. Es geht ihr gut - auch ohne Mann. Heiraten wollte sie nie, obwohl es an Angeboten nie gemangelt hatte, sie war einst die Schönste im Dorf, doch wie hätte sie sicher sein können, dass die Männer nicht nur den Hof wollten? Und ja, genau das war ihr Problem. Die Männer wollten ihren Hof. Sie waren neidisch auf ihr Geschick und Können den Hof zu bewirtschaften. Die Frauen waren garstig, weil ihre Männer Abelke nachstellten. Sich in der derben Bauern- und Männerwelt zu behaupten, war nicht einfach, oft wurde sie ungerecht behandelt. Aber vielleicht hätte es funktioniert, wenn es nicht diese schreckliche Allerheiligenflut gegeben hätte, die Sturmflut, die alles zerstörte. Eventuell hätte sich das Leben von Abelke ganz anders entwickelt … Heute: Britta Stoever zieht mit ihrem Mann Phillipp und den gemeinsamen Kindern ins Marschlande vor Hamburg. Ein eigenes Haus mit viel Platz, das war Philipps Traum. Doch weder Britta noch die Kinder fühlen sich wohl. Die Marschländer ignorieren die „Zugezogenen“. Britta, promovierte Geologin mit nur einem kleinen Teilzeitjob, fühlt sich unterfordert, bis sie bei einem Spaziergang in einer Sackgasse auf einen Straßennamen trifft. Beim anschließenden Recherchieren findet sie heraus, dass die Straße nach Abelke Bleken benannt wurde, der Frau, die einst im Marschlande lebte und als Hexe verbrannt wurde. Jarka Kubsova hat es ausgezeichnet verstanden Fiktion mit historischen Ereignisse zu verknüpfen. Abwechselnd lässt sie ihre zwei Protagonistinnen zu Worte kommen. Auch wenn einige Klischees bedient wurden, so muss ich sagen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und es geliebt habe. Was mir auch besonders gefiel, sind die vielen kleinen Hamburger Wörter, wie dumm Tüüg, Spökenkieker und Veddel, die mit der Generation meiner Urgroßmutter auszusterben drohen. Fazit: En grootoordig Book, dat ik bannig geern heff un jo unbedingt anraden wullt. 5/ 5

historischer Roman mit aktuellem feministischem Bezug
Britta zieht mit ihrem Mann und zwei Kinder in der Hamburger Vorregion der Marsch- und Vierlande. Hier, direkt am Deich der Elbe, kommt sie aber nicht wirklich an. Vielmehr ist das gekaufte Haus der Wunschtraum ihres Mannes, genauso wie sie ihre berufliche Karriere an der Uni aufgegeben hat und nun halbtags im Amt arbeitet, der Kinder zuliebe. Intellektuell unterfordert und frustriert wandert sie durch die Gegend und stößt aufgrund eines Straßennamens auf Abelke Bleken. Sie beginnt zu forschen und stößt auf die Geschichte einer Frau, die vor 500 Jahren als Bäuerin alleine den Hof bewirtschaftet hat, einen Deichbruch erlebt und aufgrund angeblich nicht erfolgter Deichausbesserungen vom Hof vertrieben und schließlich als Hexe verbannt wurde. "Marschlande", das war eine 11 von 10 für mich! 😍 Die Atmosphäre wird so beklemmend und gruselig geschildert und die Zeitebene von Abelke so geschickt mit der von Britta verwoben. Ich habe den plattdeutschen Schnack von Abelke und ihren Zeitgenossen genauso geliebt wie die Marschländer der Jetztzeit. Interessant fand ich, dass ich immer Beklemmungen verspürt habe, wenn ich mal in dieser Gegend gewesenen bin und Jarka Kubsova dieses Unwohlsein so gut eingefangen hat. Super spannend war für mich auch der historische Kontext der Hexenverfolgung. Mir war nicht bewusst, dass dies gezielt eingesetzt wurde, um Frauen von ihrem Land zu vertreiben und sich dieses anzueignen und dass durch die Hexenverfolging erst ein Spalt in die Gesellschaft getrieben wurde. Seitdem sind Frauen aus Angst angepasst und devot geworden, um nicht von Nachbarn oder bei Streitigkeiten denunziert und als Hexe angeklagt zu werden. Abelke Bleken gab es wirklich, was jahrhunderte alte Dukomente über ihr Gerichtsverfahren und ihren Hof belegen.
Zwei starke und mutige Frauen! Ein Buch, das unter die Haut geht.
Die Geschichte von Abelke lässt mich kaum los. Eine mutige und tapfere Frau, die sich gegen die männerdominirende Landwirtschaft zu ihrer Zeit stellt und verliert. Die Geschichte von Britta ist meine Geschichte, die so viele Frauen unsere Zeit betrifft. Ein Buch für und über Frauen, welches Männer gerne lesen dürfen!
Ich brauchte die ersten 100 Seiten, um reinzukommen, aber dann hat es mich gepackt. Zwei Frauen, damals und heute konfrontiert mit den gleichen Problemen, einer Paternalistischen Welt. Es ist wirklich toll gelungen, die Alltagsprobleme von Frauen darzustellen und ihnen durch die Geschichte in der Vergangenheit eine Erklärung zu geben. Das Nachwort führt beide Geschichten nochmal zusammen und macht anhand von tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen deutlich was wahr ist. Ein tolles Buch für Frauen, die sich mit ihrer Position in der Gesellschaft auseinandersetzen wollen.
Ein berührendes Buch - Highlight
Die Geschichte von Abelke hat mich sehr berührt. Gut und wichtig finde ich, dass am Ende und im Nachwort noch darauf hingewiesen wurde, was von Abelkes Geschichte tatsächlich überliefert ist. Ich finde, dass es Jarka Kubsova toll gelungen ist, Abelkes Geschichte lebendig werden zu lassen und Fiktion und tatsächliche Fakten zu einer stimmigen Geschichte zu verweben, ohne sich zu weit von den Überlieferungen zu entfernen. Auch Brittas Geschichte ist toll erzählt und zeigt deutlich auf, was in Bezug auf Gleichberechtigung noch alles im Argen liegt. Mit Britta konnte ich mich gut identifizieren; mit Brittas Geschichte hat Jarka Kubsova meiner Meinung nach die heutige Lebensrealität absolut getroffen. Auch in ihrem Nachwort hat sie die Situation heutiger Frauen genau auf den Punkt gebracht. Mit ihrem tollen Erzählstil hat die Autorin eine zu ihrer Geschichte passende Stimmung geschaffen, in die ich auch jedes Mal schnell wieder reingekommen bin, wenn ich das Buch zur Hand genommen habe. Ein tolles Buch, das mich gedanklich sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.
Eine Geschichte über Frauen, die altbekannt ist und doch immer Fassungslosigkeit und Wut hervorruft.
Das Buch beginnt so ruhig und genau so, wie man sich die Marschlande vorstellt. Öde und träge. Dabei ist es die Geschichte von Britta in der Gegenwart und von Albeke im 16. Jhd. überhaupt nicht. Und je tiefer ich in die Erzählung eintaucht, desto weniger konnte ich mich lösen. Oft wollte ich rufen 'Stopp! Lass Dir das nicht gefallen, Du bist viel wert!' Nicht nur zu Albeke, auch zu Britta. Was müssen Frauen erdulden, nur weil sie Frauen sind? Wie tief steckt das Patriarchat in uns? Dieser Frage geht Jarka Kubsova mit ihrem Buchauf den Grund. Um wahre Begebenheiten malt sie eine Biographie die in starken Bildern in meinem Kopf bleiben werden. Gekonnt verknüpft sie das Geschehen mit der Gegenwart. Die Tatsache, dass Martin Luther nach der Reformation, das Hexenbild der Frauen noch einmal verstärkt hat, in dem es losgelöst von Gott für allerlei Taten als Begründung herangezogen wurde, wusste ich bisher dato nicht. Daher hat dieses Buch mich nicht nur sehr bewegt, sondern mich auch hat lernen lassen. Diese Kombination liebe ich an Büchern besonders. Ein wunderbares Buch, das perfekt in unsere Zeit passt. Ich würde mir wünschen, dass viele Menschen es lesen.

Zugegebenermaßen wollte ich die Autorin Jarka Kubsova eigentlich mit ihrem Debutroman „Bergland“ kennenlernen, allerdings hat sich ihr neuester Roman „Marschlande“ für das Bücher-Bingo 2023 angeboten, weshalb ich es mir im Herbst auf den Lesestapel gesetzt hatte. Und die Autorin hat mich von der ersten Seite an mit ihrem sehr intensiven, bildreichen und bildgewaltigen Schreibstil begeistern können, auch wenn nicht alle Bilder leicht zu ertragen sind. Aber das Buch liest sich runter wie geschnitten Brot und besonders gut gefällt mir, dass sich die Sprache an die beiden Erzählstränge, den um Abelke Bleken im 16. Jahrhundert und den um Britta in der Jetztzeit anpasst. Beide wirken sehr echt, lebens-/ realitätsnah und doch wird man mit Abelkes Geschichte sofort in die Vergangenheit katapultiert, die deutlich düsterer aber auch atmosphärischer als die Gegenwart daherkommt. Grundsätzlich mochte ich beide Erzählstränge gleich gerne und konnte auch beiden Protagonistinnen sehr nahe kommen. Abelke hat mir mit ihrer Unabhängigkeit sehr imponiert und ihr Erzählstrang war – auch wenn man weiß, wie es enden wird – sehr spannend. Und spannenderweise war ich auch gerne bei Britta, auch wenn wir nur wenig gemeinsam haben, außer dass wir in etwa im selben Alter sein müssten und in der gleichen Zeit leben. Brittas Mann Philipp ist mir hingegen zu eindimensional gezeichnet worden. Er war mir zu negativ, zu unsympathisch dargestellt und ich bin auch der Meinung, dass es sowohl den Nebenkriegsschauplatz um die zerrüttete Ehe wie auch um Brittas Tochter Mascha nicht gebraucht hätte. Ich wäre lieber tiefer mit Britta in die Recherche eingestiegen, weil ich das spannend finde. Ich kann mir schon denken, was der Grundgedanke der Autorin dahinter war, aber im Endeffekt ist mir das Buch zu feministisch. Mir legt sie zu offensichtlich den Finger in die Wunde. Natürlich sind das wichtige Themen: starke Frauen, die Rolle der Frau und wie viel oder vielleicht eher wie wenig sich in all den Jahrhunderten geändert hat in Sachen Gleichberechtigung. Das hat mich irgendwann genervt, wobei ich aber auch sagen muss, dass es dem Buch nicht gut getan hat, dass ich es für 2-3 Wochen für eine Leserunde unterbrochen habe. Die Euphorie war irgendwie verpufft. Es ist ein richtig gutes Buch, das sich sehr gut und schnell weglesen lässt, das wichtige Themen behandelt und ein grandios gutes und informatives Nachwort hat. Aber für mich ist es leider nicht ganz perfekt. Aber ich bin ihr trotzdem dankbar, dass sie Abelkes Geschichte erzählt hat, denn solche Frauen sollten nicht vergessen oder gar verschwiegen werden.
Jarka Kubsovas „Marschlande“ war eine der Neuerscheinungen des letzten Literaturherbstes, an der man nun wirklich nicht vorbeikam. Zurecht! Erzählt wird von zwei Frauen, Britta und Abelke, die zwar mehrere Jahrhunderte trennen, die jedoch beide in den Hamburger Marschlanden, letztlich ganz nah beieinander ansässig sind. „Marschlande“ ist eine Spurensuche, denn die zugezogene Britta, die zu Beginn eigentlich wenig mit sich anzufangen weiß in dieser doch etwas eigentümlichen Gegend, findet sich schon bald in einem Strudel rundum das Schicksal Abelke Blekens wieder, die seinerzeit eine tiefe Ungerechtigkeit erfährt und grausam verfolgt wird. Hexen, so bezeichnete man(n) im Grunde in irgendeiner Form unabhängige Frauen. Und genau diese Unabhängigkeit ist es, was Abelke und vielen anderen Frauen dieser Zeit zum tragischen Verhängnis wurde. „Marschlande“ ist eine fiktionale Erzählung, die inspiriert von realen Ereignissen ist - so heißt es gleich vorab. Und genau das ist es wohl, was dieses Buch für mich so gut macht: Kubsovas Geschichte hat mich entführt, gleichzeitig hat sie mich auch so vieles gelehrt - nicht zuletzt dank der umfangreichen Recherchearbeit der Autorin. Zum Beispiel bin ich mir der Tragweite, man könnte auch sagen des Echos, dieser Zuschreibung (‚Hexe‘) bis ins Heute noch einmal viel bewusster geworden. Und weil mich dieses Thema, nämlich die strukturelle Verfolgung von Frauen (wie auch Männern, ganz nebenbei bemerkt) im späten Mittelalter so gefesselt hat und auch dessen literarische Aufarbeitung gefühlt noch in den Kinderschuhen steckt, möchte ich an dieser Stelle noch auf eine Neuerscheinung des bevorstehenden Frühlings hinweisen, die bei mir ganz weit oben auf dem Leseplan stehen wird: „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“ von Rivka Galchen (in der Übersetzung von Grete Osterwald) erscheint am 14. Mai bei Rowohlt und erzählt von dem wohl bekanntesten deutschen Hexenprozess gegen Katharina Kepler - der Mutter des Naturwissenschaftlers Johannes Kepler. Erzählt wird übrigens aus ihrer Sicht. Vielversprechend! So, und bis dahin lest ihr (falls nicht ohnehin schon) „Marschlande" - in Ordnung? Ein herzlicher Dank geht an S. Fischer für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

Sehr, sehr gut 👍
#Leseeindruck Marschlande von Jarka Kubsova Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der Gegenwart und einmal aus dem Jahr 1580 Die Geschichte der Gegenwart erzählt von einer Familie die in der heutigen Zeit der Großstadt entflieht und ins Marschland zieht. Es erzählt von den Problemen, sich in die Gemeinschaft des Dorflebens einzufinden. Wie die Kinder damit umgehen und was alles zerbrechen kann. Der Vergangenheits Teil ist ein historisch belegter realer Teil. Hier erlebt man mit wie hart das frühere Leben war. Wie wichtig Gemeinschaft ist und was passiert wenn die Gemeinschaft jemanden ausschließt. Hier kommt der Geschlechterkampf, die rechte von Frauen und die rechte der Dorfbewohner insgesamt zum Tragen. Was Glaube und Aberglaube, Neid und Missgunst alles anrichten konnte. Ein wirklich tolles Buch, was mich mit beiden Geschichten die toll ineinander verknüpft sind, begeistern konnte. Zum Teil fassungslos wie grausam Menschen sein können. 5 von 5 Sterne gibt es hier von mir
Abelkes Vermächtnis
Abelke Bleken ist eine der Frauen, über die wenig bekannt ist, obwohl sie ein besonderes und in diesem Fall ein besonders tragisches Schicksal ereilte. Denn Bleken ist eine von vielen, die als Hexe verurteilt wurde, doch eine von wenigen, zu denen auch Aufzeichnungen vorhanden sind. Jarka Kubsova hat sich den bewegten Leben der Bäuerin gewidmet, Informationen gesammelt, zusammengesetzt und sicher auch fiktionalisiert. Abelke wird auf diese Weise lebendig aber nicht heroisiert, sondern als „normale“ Frau voller Wünsche, Ängste und Verzweiflung gezeichnet. Die Absurdität, mit der unliebsame Landbesitzer durch falsche Bezichtigungen und Hörensagen in den Ruin, die Folter und somit auch den Tod getrieben wurden, ließ mich immer wieder fassungslos zurück. Nur zu gut konnte ich Abelkes Wut auf die Männer und die Ungerechtigkeiten verstehen, deren Opfer sie und zahlreiche andere Frauen und Männer wurde. Der historische Teil des Romans hat mir somit sehr gut gefallen, war lehrreich sowie atmosphärisch geschrieben und von Nina Petri eingesprochen. Leider konnte die Übertragung von Abelkes Schicksal in die Gegenwart damit nicht mithalten. Obwohl von Julia Nachtmann ebenfalls gut gelesen, fand ich die Geschichte um Britta, die in den Marschlanden ein ruhiges Leben mit ihrer Familie beginnen will, zu konstruiert und gewollt. Die Rahmenhandlung, in der Britta auf Abelkes Geschichte trifft, hätte ich in Ordnung, wenn auch nicht als nötig, befunden. Die Konflikte in Brittas Leben, die Parallelen zu Abelke darstellen sollten, waren aber für mich viel zu platt und irgendwie „ausgelutscht“. Ich würde mich freuen, wenn Jarka Kubsova in ihrem nächsten Roman alle Seiten einer historischen Figur widmet.
Ich wusste, dass ich dieses Buch lieben werde. Ich wusste es einfach. Und doch fehlen mir die Worte – nicht aus Leere, sondern weil keine Formulierung dem gerecht wird, was Marschlande in mir ausgelöst hat. Jarka Kubsova erzählt die Geschichten zweier Frauen, getrennt durch fast ein halbes Jahrtausend, verbunden durch denselben uralten Wunsch: gesehen zu werden, zu bestehen, zu entscheiden. Abelke Bleken – eine reale Frau, keine literarische Projektion – führt im 16. Jahrhundert allein einen Hof, trotzt Naturgewalten und den Gefahren einer Zeit, in der Unabhängigkeit für Frauen schnell als Bedrohung galt. Britta, Jahrhunderte später, liest die Landschaft wie ein Archiv und findet darin nicht nur Abelkes Spuren, sondern auch ihre eigenen. Was mich an diesem Roman so bewegt hat, ist seine Ehrlichkeit. Kubsova beschönigt nichts: Die Art, wie Frauen über Jahrhunderte als Menschen zweiter Kategorie behandelt wurden, zieht sich wie eine leise, aber unüberhörbare Linie durch beide Erzählstränge. Und trotzdem – oder gerade deshalb – liegt über dem Buch ein Gefühl von Wärme, von stiller Solidarität. Ein Wissen darum, dass Kämpfe weitergegeben, nicht verloren gehen. Marschlande ist kein lauter feministischer Roman, sondern ein präziser. Einer, der zeigt, dass Geschichte nicht vergeht, sondern sedimentiert: in Bracks, Deichlinien, Familienbiografien, Körpern. Brittas Faszination für Abelke ist mehr als historisches Interesse – es ist ein Erkennen, ein Wiederfinden. Eine Hand, die durch Jahrhunderte reicht. Abelke Bleken hat wirklich gelebt. Und dieses Buch setzt ihr endlich das Denkmal, das sie verdient. Ein Roman, der unter die Haut geht und dort bleibt. Eine Leseempfehlung für alle, die historische Stoffe lieben und für alle, die verstehen wollen, warum weibliche Selbstbestimmung kein Trend, sondern Tradition ist.
Marschlande oder Bergland ..
Ich frage mich gerade, wie ich Marschlande gefunden hätte, wenn ich es vor Bergland gelesen hätte. Darf man, soll man die beiden Bücher vergleichen- macht man irgendwie automatisch, oder? Ein sicheres Indiz bei mir ist, wie oft greife ich beim Lesen zum Handy 🫣. Durch Bergland bin ich geflogen und bei diesem Buch habe ich relativ oft zum Telefon gegriffen. Irgendwie hat es mich nicht so packen können. Es war definitiv interessant, aber die Erzählweise in Bergland fand ich „feiner“. Es ist echt lesenswert und wem es gefällt, der sollte auf jeden Fall Bergland von der Autorin lesen!!!
Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Vor allem der Handlungsstrang in der Vergangenheit, der sehr erschreckend war. Ich habe mit Protagonistin regelrecht mitgelitten. Unglaublich welcher Willkür sie ausgesetzt war und wie sehr sie darunter leiden musste. Den Erzählstrang in der Gegenwart hätte es wegen mir nicht unbedingt gebraucht.
Eines der besten Bücher, das ich bislang gelesen habe.
„Marschlande“ ist ein fesselnde, durchaus beklemmende, Geschichte, die auf herausragende Weise historische Fakten um die künstlerische Freiheit der Autorin ergänzt. Gekonnt verwebt sie die strukturellen Benachteiligungen von Frauen in patriarchalen Gesellschaften über Jahrhunderte hinweg und zeigt so anhaltende Parallelen auf. Jarka Kubsova bedient sich dafür der historischen Person von Abelke Bleken aus den Hamburger Marschlanden, der im 16. Jahrhundert wegen vermeintlicher Hexerei der Prozess gemacht wurde. Die Protagonistin Britta Stoever schickt sich an, das traurige Schicksal von Abelke Bleken aufzuklären und die junge Frau zu rehabilitieren. Eine gut recherchierte und packende Geschichte, die sprachlich und stilistisch derart hochwertig daherkommt — ein wahres Lesevergnügen! ✨
Schöne Stimme und spannende, feministische Geschichte über mehrere Generationen hinweg
Einen Monat lang hat mich dieses Hörbuch, als Tipp einer Freundin, bei Haushalt und co begleitet. Die Stimme ist sehr angenehm und die Geschichte schön geschrieben. Sie erzählt im Wechsel von zwei Frauen, die in völlig unterschiedlichen Zeiten leben und dennoch einiges gemein haben. Würde ich unbedingt (und nicht nur denen ;)) feministischen Frauen empfehlen.
Ein absolut lesenswertes Buch. Zwei Frauen, die am gleichen Ort zu ganz unterschiedlichen Zeiten leben und deren Geschichte geschickt miteinander verwoben wird. Gleichzeitig ist es eine Freude, wie in dem Buch über die Einzigartigkeit und Herrlichkeit der Natur geschrieben wird. Ich war sofort drin in der Story und sie hat mich auch nicht mehr losgelassen. Jedes Kapitel endete mit einem Cliffhanger, so dass man gewillt ist, dass nächste Kapitel, welches über die jeweils andere Protagonistin geschrieben ist, auszulassen ;). Meine definitive Leseempfehlung!
„Britta fragte sich, wie lang das schon ging, dass Frauen sich so beäugten, sich beurteilten, einander missgönnten. Man sagte ja gerne, so wären Frauen nun mal. Aber während ihrer Recherchen zu Abelke und zu Hexen war ihr aufgefallen, dass es eben nicht immer so gewesen war.“ (S. 230) Ein wundervolles Buch. Abwechselnd wird hier die Geschichte von Britta und Abelke erzählt. Britta ist zweifache Mutter, Ehefrau und arbeitetet in Teilzeit. Der vom Ehemann gewünschte Umzug aus der Stadt Hamburg in die Marschlandschaft macht sie nicht glücklich, sondern bringt sie ins Grübeln. Ihre Karriere hat sie für die Familie geopfert und alles was im Haushalt anfällt, bleibt an ihr hängen. Um ein wenig mit dem Umzug und den Gedanken klarzukommen und die neue Umgebung kennenzulernen unternimmt sie lange Spaziergänge und stößt dabei auf das Leben von Abelke. Diese führte vor 500 Jahren alleine ihren Hof in der Gegend und wurde nicht nur dafür bewundert. Missgunst, Neid , Ausgrenzung und Ungerechtigkeiten führten dazu, dass sie als Hexe verurteilt und verbrannt wurde. Fast ein Highlight für mich. Ganz knapp an 5 Sternen vorbei. Wirklich knapp. Ein wunderschöner Schreibstil, der sich leicht den Jahrhunderten anpasst, so dass ich immer gleich wusste, wo ich mich gerade befinde. Auch fand ich schön wie die Verbindung zu den jeweiligen Welten vorhanden ist. Die ganzen Kämpfe, die Frauen früher kämpfen mussten, sind auch auf heute übertragbar. Ich hatte wirklich Freude beim Lesen und möchte auf jedenfall noch weitere Bücher von der Autorin lesen.





















































