Marquis de Sade - Werke
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Typ schreibt seine Wichsfantasien auf - and doesn't even give a fuck about the public's opinion. Wer (einmal) verbotene Bücher liebt, wird dieses bereits kennen und auch ich bin dem Ruf gefolgt, nicht ganz wissend, was mich erwartet. Meine Ausgabe, eine deutsche Übersetzung, ist stark gekürzt und enthält 4 seiner Werke: Die 120 Tage von Sodom, Philosophie im Boudoir und den Doppelroman Justine/Juliette. Zuerst ein bisschen bedröppelt über die Kürzung, bin ich jetzt ganz erleichtert darüber, dass ich nicht alles habe lesen müssen. Zum Inhalt in aller Kürze: 120 Tage...: Alte, adelige Männer ziehen zum Orgienveranstalten auf ihr Fickschloss und werden dabei von einer Erzählerin begleitet, die alle möglichen schmuddeligen Details aus ihrem Leben als Sexarbeiterin erzählt. Philosphie im Boudoir: Irgendwas mit Revolution und zwei Geschwister, die eine Jungfrau für sich zum Sex heranziehen. Justine/Juliette: Justine liebt die Tugend. Juliette liebt die Wollust. Mehr muss man gar nicht sagen. expectations vs. reality Vor dem Lesen lag ich in dem Glauben, dass ich hier den Ursprung vom BDSM entdecken würde. Mitten in der Aufklärung sollte man ja schon über "consent" und "negotations" vor den Szenen Bescheid wissen. "Wie süß", hätte de Sade wahrscheinlich über mich gedacht. Mit safe, sane und consensual haben alle Romane nämlich überhaupt nichts zu tun. Sie sind sogar gewissermaßen das Gegenteil, vollkommen unsafe, insane und non-consensual. Diese Bedeutung schwingt ja immerhin noch beim krankhaften Sadismus mit, hat aber nichts mit der BDSM-Szene zu tun. Eine Rezension - 20 Zoll lang und mindestens 7 Zoll dick - Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich das Buch genossen habe. Besonders 120 Tage ist rein vom Aufbau her total schlecht gemacht. Beeindruckend ist einzig und allein, dass er es im Gefängnis schrieb und dabei unentdeckt blieb. Wahrscheinlich saß er da über seine Aufzeichnungen gebückt und schleuderte sich selbst einen. Ach, und dann die detaillierte Beschreibung der Geschlechtsteile - jeder Penis ist so und so viele Zoll lang, manche schwarz und verkümmert... wtf? Wenn ihr es zu einer Komödie machen wollt, macht euch mal die Mühe französische Zoll umzurechnen und bereitet euch auf 40cm geballte Männlichkeit vor ;-). Überhaupt, und das war vielleicht das Schöne, sind alle Werke unfreiwillig komisch. Was mich zuerst geschockt hat, hat mich dann spätestens ab Seite 100 zum Lachen gebracht. Mehr geben die 120 Tage auch nicht her, eine schlecht ausgeführte Erzählung ohne richtigen Handlungsstrang. Empfehlenswerter sind da schon Justine/Juliette und Philosophie im Boudoir. Hier kommen auch einige fast philosophische Ausführungen vor, in denen er über Frankreich nach der Revolution schreibt, über Staatsform, die Natur des Menschen etc. Ziemlich konträr und mutig im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen. Zu Justine und Juliette fiel mir nur auf, dass ich selten eine so dämliche Protagonisten vorgefunden habe und es hat mich ein bisschen an die gothic novel aus späterer Zeit erinnert, in der die Frauen sich immer wieder freiwillig in Gefahr begeben, weil sie genau solche Trottelinchen wie Justine sind. Immerhin hat mich de Sade indirekt dazu gezwungen, an einem bestimmten Punkt zu denken, dass sie doch bitte einfach auf Verbrecher machen soll und nicht ständig JEDEM von ihren Fluchtplänen zu erzählen *facepalm*. Historisch interessant war für mich auch, wie lange es schon Sextoys gibt. Vielleicht hat Sade gar nicht so Unrecht, dass das in der menschlichen Natur liegt, was? Marquis de Sade - modern vor der Moderne? Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, bei dem ich mir so unschlüssig war, ob ich es gehasst oder geliebt habe. Ich glaube genau darin liegt auch seine Faszination: Ein Außenseiter par excellence. Und wir alle lieben Außenseiter. Allein seine turbulente Biografie übt Anziehung aus und trägt zu seinem Mythos bei. Dass er gar feministisch schreibt, würde ich nicht so sehen. Es wirkt viel mehr wie ein Herausfordern und Austesten der Grenzen. Modern ist sicherlich, dass er den Lesern die Sinnlosigkeit des Glaubens und der Tugend vorführt. Fazit: Ein Buch hätte auch gereicht. Hohe Toleranz für Beschreibungen von Inzest, Pipi, Kacke, Blut, Verstümmelung, kochendes Wasser in der Scheide, Pädophilie, Nekrophilie usw. dringend erforderlich. Ich hatte sie nicht.
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Typ schreibt seine Wichsfantasien auf - and doesn't even give a fuck about the public's opinion. Wer (einmal) verbotene Bücher liebt, wird dieses bereits kennen und auch ich bin dem Ruf gefolgt, nicht ganz wissend, was mich erwartet. Meine Ausgabe, eine deutsche Übersetzung, ist stark gekürzt und enthält 4 seiner Werke: Die 120 Tage von Sodom, Philosophie im Boudoir und den Doppelroman Justine/Juliette. Zuerst ein bisschen bedröppelt über die Kürzung, bin ich jetzt ganz erleichtert darüber, dass ich nicht alles habe lesen müssen. Zum Inhalt in aller Kürze: 120 Tage...: Alte, adelige Männer ziehen zum Orgienveranstalten auf ihr Fickschloss und werden dabei von einer Erzählerin begleitet, die alle möglichen schmuddeligen Details aus ihrem Leben als Sexarbeiterin erzählt. Philosphie im Boudoir: Irgendwas mit Revolution und zwei Geschwister, die eine Jungfrau für sich zum Sex heranziehen. Justine/Juliette: Justine liebt die Tugend. Juliette liebt die Wollust. Mehr muss man gar nicht sagen. expectations vs. reality Vor dem Lesen lag ich in dem Glauben, dass ich hier den Ursprung vom BDSM entdecken würde. Mitten in der Aufklärung sollte man ja schon über "consent" und "negotations" vor den Szenen Bescheid wissen. "Wie süß", hätte de Sade wahrscheinlich über mich gedacht. Mit safe, sane und consensual haben alle Romane nämlich überhaupt nichts zu tun. Sie sind sogar gewissermaßen das Gegenteil, vollkommen unsafe, insane und non-consensual. Diese Bedeutung schwingt ja immerhin noch beim krankhaften Sadismus mit, hat aber nichts mit der BDSM-Szene zu tun. Eine Rezension - 20 Zoll lang und mindestens 7 Zoll dick - Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich das Buch genossen habe. Besonders 120 Tage ist rein vom Aufbau her total schlecht gemacht. Beeindruckend ist einzig und allein, dass er es im Gefängnis schrieb und dabei unentdeckt blieb. Wahrscheinlich saß er da über seine Aufzeichnungen gebückt und schleuderte sich selbst einen. Ach, und dann die detaillierte Beschreibung der Geschlechtsteile - jeder Penis ist so und so viele Zoll lang, manche schwarz und verkümmert... wtf? Wenn ihr es zu einer Komödie machen wollt, macht euch mal die Mühe französische Zoll umzurechnen und bereitet euch auf 40cm geballte Männlichkeit vor ;-). Überhaupt, und das war vielleicht das Schöne, sind alle Werke unfreiwillig komisch. Was mich zuerst geschockt hat, hat mich dann spätestens ab Seite 100 zum Lachen gebracht. Mehr geben die 120 Tage auch nicht her, eine schlecht ausgeführte Erzählung ohne richtigen Handlungsstrang. Empfehlenswerter sind da schon Justine/Juliette und Philosophie im Boudoir. Hier kommen auch einige fast philosophische Ausführungen vor, in denen er über Frankreich nach der Revolution schreibt, über Staatsform, die Natur des Menschen etc. Ziemlich konträr und mutig im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen. Zu Justine und Juliette fiel mir nur auf, dass ich selten eine so dämliche Protagonisten vorgefunden habe und es hat mich ein bisschen an die gothic novel aus späterer Zeit erinnert, in der die Frauen sich immer wieder freiwillig in Gefahr begeben, weil sie genau solche Trottelinchen wie Justine sind. Immerhin hat mich de Sade indirekt dazu gezwungen, an einem bestimmten Punkt zu denken, dass sie doch bitte einfach auf Verbrecher machen soll und nicht ständig JEDEM von ihren Fluchtplänen zu erzählen *facepalm*. Historisch interessant war für mich auch, wie lange es schon Sextoys gibt. Vielleicht hat Sade gar nicht so Unrecht, dass das in der menschlichen Natur liegt, was? Marquis de Sade - modern vor der Moderne? Lange habe ich kein Buch mehr gelesen, bei dem ich mir so unschlüssig war, ob ich es gehasst oder geliebt habe. Ich glaube genau darin liegt auch seine Faszination: Ein Außenseiter par excellence. Und wir alle lieben Außenseiter. Allein seine turbulente Biografie übt Anziehung aus und trägt zu seinem Mythos bei. Dass er gar feministisch schreibt, würde ich nicht so sehen. Es wirkt viel mehr wie ein Herausfordern und Austesten der Grenzen. Modern ist sicherlich, dass er den Lesern die Sinnlosigkeit des Glaubens und der Tugend vorführt. Fazit: Ein Buch hätte auch gereicht. Hohe Toleranz für Beschreibungen von Inzest, Pipi, Kacke, Blut, Verstümmelung, kochendes Wasser in der Scheide, Pädophilie, Nekrophilie usw. dringend erforderlich. Ich hatte sie nicht.




