Blick ins Buch

Lyrik & Dramen

Lyrikpreis München 2021

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Über das Buch

Die erste Frage, die sich schon beim Lesen des Titels der Ausschreibung ergibt, impliziert das Hauptproblem aller Glaubensrichtungen in säkularisierter Zeit – was ist eine sogenannte Mündigkeit gegenüber dem, was Gläubige die göttliche Sphäre nennen, wert, sofern sich eine innere Stimme, schwer unterscheidbar vom lyrischen Ich, in uns kaum bemerkbar macht, oder – bei Fragen um Rat und Bodenhaftung – die leiseste aller jener Stimmen ist, die in uns gleichzeitig wirken und korrespondieren. Wie ordnen wir das Thema einer möglichen, einst so fest überlieferten, göttlichen Sphäre in Zeiten der cancel culture und Dekonstruktion, wo Martin Luther eigentlich nur noch als Antisemit wahrgenommen wird, und nicht mehr als Reformator, unserem Verhalten zu – was glauben wir, von ihm erwarten zu können, wie werden wir uns spirituellen Fragen nähern, auch der, möglicherweise gar nicht so frei zu sein, wie wir es vom Grundgesetz oder den Verhältnissen und Versprechungen her gerne wären? Und überhaupt, ist das lyrische Ich eine innere Stimme? Oder eine mühselige, stets schwankende Konstruktion? - Aus dem Vorwort von Kristian Kühn
ISBN9783946574248
VerlagAPHAIA Verlag GmbH
Erscheinungsdatum02.02.22
Seitenzahl195

Autorin / Autor

Über Ruth Johanna Benrath

Ruth Johanna Benrath schreibt Prosa, Lyrik, Theaterstücke und Hörspiele. Nach zwei Romanen ( Rosa Gott, wir loben dich bei Steidl und Wimpern aus Gras bei Suhrkamp) schreibt sie vor allem Hörspiele und Stücke fürs Kinder- und Jugendtheater: Für ihr Jugendstück Klassenkämpfe erhielt sie den Preis des Forums junger Autoren in Coburg, für Im Wald (da sind) den Kaas-und Kappes-Preis für Kinder- und Jugendtheaterstücke. 2020 wurde die sprachakrobatische Wortjazzbattle Geh dicht dichtig! (ORF, BR 2019), ein anarchischer Hörspieldialog mit Elfriede Gerstl, zum Hörspiel des Jahres gewählt. Aufmerksamkeit erhielt auch die Wortklangcollage Sprache, mein Stern. Hölderlin hören (RBB, BR, DLR 2020) zusammen mit Ulrike Haage. Das Hörspiel Blume Wolke Vogel Fisch (MDR 2021) wurde zum Hörspiel des Monats gewählt. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit einem Stipendium des Berliner Senats. Ihre Lyrik veröffentlicht sie in Sinn und Form, in der FAZ, in den Manuskripten und im Jahrbuch der Lyrik. Sie ist Gastautorin für ZEITonline.

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