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Auf dieses Werk von Oscar Wilde bin ich durch keine Geringere als Amelie Nothomb aufmerksam geworden. Und wenn sich Nothomb hiervon inspirieren lässt, so möchte ich die Geschichte definitiv ebenfalls lesen! In einer gut sortierten kleinen Buchhandlung fand ich dann auch diese wunderbar bibliophile Ausgabe mit Illustrationen von Alexander Pavlenko - eine richtige kleine Augenweide. Die Geschichte passt zu Wilde und dem Bild, welches wir von ihm haben. Ein junger Herr nimmt sein Schicksal selbst in die Hand. Makaber: angeblich begeht er einen Mord. Nun stellt sich natürlich die Frage nach dem Schicksal. Hätte Lord Arthur den Mord ohne Vorhersage auch begangen? Was bedingt was? Und schon dreht sich uns der Kopf und wir realisieren, wie viel Gesprächsstoff in dieser kurzen Geschichte steckt. Dabei muss mensch nicht einmal an das Lesen aus der Hand, an Tarotkarten, an Horoskope glauben. Es ist eine grundsätzliche Frage. Wie viel haben wir selbst in der Hand? Ist Arthurs Handel legitim? Ist er ein guter Mensch, da er aus für ihn "guten" Gründen handelt? Eine Antwort können wir von Wilde nicht erwarten. Wie auch. Wahrscheinlich muss hier jede Person selbst eine Antwort finden. Selbst hinabsteigen in die Tiefen der menschlichen Psyche. Ethik ergründen, sich selbst Fragen stellen. Dass Oscar Wilde dabei mit viel Humor erzählt, fast so, als würden wir mit ihm dinieren, nimmt der Geschichte ihre Tragik und ihre Schwere. Dafür fühlen wir dann aber die Tiefe, in die wir hineinblicken, umso stärker.
21. Dez. 2024
Auf dieses Werk von Oscar Wilde bin ich durch keine Geringere als Amelie Nothomb aufmerksam geworden. Und wenn sich Nothomb hiervon inspirieren lässt, so möchte ich die Geschichte definitiv ebenfalls lesen! In einer gut sortierten kleinen Buchhandlung fand ich dann auch diese wunderbar bibliophile Ausgabe mit Illustrationen von Alexander Pavlenko - eine richtige kleine Augenweide. Die Geschichte passt zu Wilde und dem Bild, welches wir von ihm haben. Ein junger Herr nimmt sein Schicksal selbst in die Hand. Makaber: angeblich begeht er einen Mord. Nun stellt sich natürlich die Frage nach dem Schicksal. Hätte Lord Arthur den Mord ohne Vorhersage auch begangen? Was bedingt was? Und schon dreht sich uns der Kopf und wir realisieren, wie viel Gesprächsstoff in dieser kurzen Geschichte steckt. Dabei muss mensch nicht einmal an das Lesen aus der Hand, an Tarotkarten, an Horoskope glauben. Es ist eine grundsätzliche Frage. Wie viel haben wir selbst in der Hand? Ist Arthurs Handel legitim? Ist er ein guter Mensch, da er aus für ihn "guten" Gründen handelt? Eine Antwort können wir von Wilde nicht erwarten. Wie auch. Wahrscheinlich muss hier jede Person selbst eine Antwort finden. Selbst hinabsteigen in die Tiefen der menschlichen Psyche. Ethik ergründen, sich selbst Fragen stellen. Dass Oscar Wilde dabei mit viel Humor erzählt, fast so, als würden wir mit ihm dinieren, nimmt der Geschichte ihre Tragik und ihre Schwere. Dafür fühlen wir dann aber die Tiefe, in die wir hineinblicken, umso stärker.
21. Dez. 2024




