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Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
🍋🫒🇮🇹☕️🏤🍷❤️
Die Briefträgerin von Francesca Giannone ist ein atmosphärischer, tief berührender Roman über Mut, Selbstbestimmung und die Kraft, gegen gesellschaftliche Erwartungen aufzustehen. Vor der eindrucksvollen Kulisse Süditaliens der 1930er-Jahre erzählt Giannone die Geschichte von Anna – einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und sich in einer konservativen Dorfgemeinschaft ihren eigenen Platz erkämpft. Besonders beeindruckend ist, wie lebendig und authentisch die Figuren gezeichnet sind. Anna ist keine perfekte Heldin, sondern eine starke, widersprüchliche und unglaublich menschliche Frau, deren Sehnsüchte, Zweifel und Entscheidungen lange nachwirken. Die Autorin schafft es meisterhaft, große Themen wie Emanzipation, Liebe, Verlust und gesellschaftlichen Wandel mit einer ruhigen, poetischen Sprache zu verbinden, die sofort in ihren Bann zieht. Auch die Atmosphäre des kleinen Dorfes Lizzanello ist faszinierend beschrieben – man spürt die Hitze Süditaliens, die engen sozialen Strukturen und die unausgesprochenen Regeln, gegen die Anna immer wieder rebelliert. Gleichzeitig erzählt der Roman von den kleinen Geschichten hinter den Briefen, von Hoffnung, Sehnsucht und den Geheimnissen eines ganzen Dorfes. Gerade diese Mischung aus historischer Familiengeschichte und emotionaler Tiefe macht das Buch so besonders. „Die Briefträgerin“ ist weit mehr als nur ein historischer Roman – es ist eine Hommage an starke Frauen, an Freiheit und an den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Ein wunderschön geschriebenes Buch voller italienischem Flair, großer Gefühle und unvergesslicher Figuren. Absolute Leseempfehlung!
Eine Buch über Selbstbestimmung der Frauen in Süditalien.
Mit ihrem Debütroman "Die Briefträgerin" setzt Francesca Giannone ihrer bisnonna Anna Allavena ein Denkmal. Denn diese war die Inspiration zu dieser Geschichte. Wie die Protagonistin des Romans, war Giannones bisnonna die erste Briefträgerin Italiens und mit dieser Geschichte erfüllt Giannone ihr einen Wunsch: "Ich möchte nicht vergessen werden." Wir schreiben das Jahr 1934, als Anna und ihr frisch angetrauter Ehemann Carlo in dessen Heimatdorf Lizanello, ganz im Süden Italiens, ankommen. Anna ist Norditalienerin und im Gegensatz zu den Süditalienerinnen sehr selbstbewusst und selbstbestimmt - weniger verhaftet in alten Traditionen und gesellschaftlichen Konventionen. Und so eckt Anna schnell überall an. Die Männer befürchten, dass sie ihren Frauen Flausen in den Kopf setzt und die Frauen lehnen sie wegen ihres Freigeistes ab. Als der Briefträger des Dorfes stirbt, ergreift Anna die Chance, um endlich eine sinnvolle Aufgabe für sich zu haben. Zu dieser Zeit in Süditalien gleicht das schon einem Skandal. Eine Frau gehört nach Hause und sollte sich um die Familie kümmern. Und während sich Anna mit all den Reibereien rumschlagen muss und stets nur "die Fremde" bleibt, ist ihr Mann Carlo sehr erfolgreich: Als Weinbauer und später auch als Bürgermeister des Dorfes genießt er ein gewisses Ansehen. "Die Briefträgerin" ist eine Geschichte über Mut und Selbstbestimmung, mit überaus authentischen und nur allzu menschlichen Figuren. Doch nicht nur Anna steht hier im Fokus der Story, wie man nach dem Klappentext vielleicht vermuten würde, es gibt auch weitere Figuren, die hier im Fokus stehen. Wie Agatha und Antonio, Lorenza und Danielle. Für mich persönlich waren es fast zu viele Figuren, die zu gleichwertig in ihrer Gewichtung waren - Anna geriet hier für mich fast schon zu sehr in die Nebenrolle. Aber vielleicht nehme das auch nur ich so wahr. Durch die Briefe, die Anna austrägt und ihren Empfängern teilweise vorliest, erfahren wir zudem nebenbei auch viele kleine Geschichten aus dem Dorf. Teilweise führte das allerdings zu einigen unnötigen Längen. Trotz meiner Kritik habe ich das Buch aber gern gelesen. Es ist wahnsinnig atmosphärisch geschrieben und lässt mich von Italien träumen. Auch die Geschichte zur Inspiration des Romans hat mich zudem auch sehr gerührt. #francescagiannone #diebriefträgerin #roman #gesellschaftsroman

Als Anna nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in ein kleines Dorf in Süditalien zieht, fühlt sie sich sofort fehl am Platz. Anna möchte mehr sein als nur Hausfrau und Mutter, doch das passt nicht in das Bild der Dorfbewohner. Als sie im Dorf den Job als Briefträgerin beginnt, gleicht das fast einem Skandal. Die Autorin Francesca Giannone erzählt in dem Roman „Die Briefträgerin“ über das Leben ihrer Urgroßmutter. Anna scheint von Anfang an eine Frau zu sein, die ihrer Zeit weit voraus ist. Als sie sich dafür entscheidet, im Dorf die Briefträgerin zu werden, steht auch ihr Mann Carlo nach anfänglichen Reibereien hinter ihr. Ihre Schwägerin Agata ist jedoch das absolute Gegenteil von Anna, eine typische italienische Mamma, für die die Familie immer an erster Stelle kommt. Carlo, Annas Mann, mausert sich schnell zum erfolgreichen Weinbauern und Bürgermeister des Dorfes. Sein Bruder Antonio ist jedoch eher der Introvertierte, der seine Gefühle am liebsten mit Büchern ausdrückt. Die Dorfgemeinschaft zeigt die Facetten dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Gesichtern. Ob nun Klatsch und Tratsch, Gerüchte oder Grenzen, die man als „Fremde“ wie Anna nicht überschreiten sollte. Doch selbst mit ihrem Job als Briefträgerin scheint Anna nie so recht in der Gemeinschaft anzukommen. Aber dennoch geht sie selbstbewusst ihren Weg. Die Autorin erzählt die Geschichte ruhig und mit viel Feingefühl. Auch wenn in den Längen manchmal die Spannung auf der Strecke bleibt, so möchte man als Leser doch weiterlesen. Anfangs war es für mich auch etwas anstrengend, in die Geschichte reinzukommen, da ich nicht so recht die einzelnen Figuren zuordnen konnte. Die Autorin zeichnet das Leben in Süditalien ab Anfang der 1930er und so steht eben nicht nur Anna, wie es der Klappentext erwarten lässt, im Vordergrund.
Tolles und sehr kurzweiliges Buch und der sehr anschaulichen Darstellung was Geheimnisse so alles auslösen können…
… und welche weitreichende Folgen sie haben können. Das Ende kam etwas zu kurz und einige Fragen bleiben unbeantwortet - oder ausreichend Platz für eine Fortsetzung. Perfektes Urlaubsbuch oder als Kurztrip nach Italien.

Starke Frau, schwierige Beziehungen und ein ganzes Dorf voller Geschichten
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Anna, die mit ihrer Familie nach Lizzanello zieht und dort als erste Briefträgerin des Dorfes arbeitet. Damit übernimmt sie nicht nur eine für Frauen ungewöhnliche Aufgabe, sondern widersetzt sich auch immer wieder den traditionellen Vorstellungen ihrer Umgebung. Besonders gefallen hat mir das authentische Heimatgefühl, das der Roman vermittelt. Meine eigene Familie kommt aus einer Gegend, die nur etwa fünf Stunden von Lizzanello entfernt liegt, weshalb mir viele Beschreibungen des süditalienischen Dorflebens, der engen Familienbindungen und der starken gesellschaftlichen Kontrolle vertraut vorkamen. Die Autorin idealisiert dieses Leben dabei nicht, sondern zeigt sowohl Gemeinschaft und Wärme als auch Vorurteile, Abhängigkeiten und die Enge traditioneller Strukturen. Anna ist eine starke und eigenwillige Hauptfigur, die für ihre Zeit ungewöhnlich selbstbestimmt handelt. Dabei wirkt sie nicht unfehlbar, sondern widersprüchlich und menschlich. Auch die weiteren Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Besonders spannend fand ich die komplizierten Beziehungen innerhalb der Familie und des Dorfes, die sich über mehrere Jahrzehnte entwickeln. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und sehr bildhaft. Man kann sich die Straßen, Häuser und Menschen Lizzanellos gut vorstellen. Gleichzeitig verbindet der Roman persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Veränderungen und zeigt anschaulich, wie schwer es insbesondere für Frauen war, sich aus vorgegebenen Rollen zu lösen. Etwas kritisch sehe ich allerdings, dass Annas Tätigkeit als Briefträgerin im Verlauf der Handlung immer stärker in den Hintergrund rückt. Stattdessen nehmen Liebes- und Familiendramen sehr viel Raum ein, wobei einige Entwicklungen recht melodramatisch und konstruiert wirken. Auch manche Figurenkonflikte wiederholen sich. Trotzdem bleibt der Roman emotional, glaubwürdig und meiner Meinung nach insgesamt sehr lesenswert.

Zu viele Nebenhandlungen
"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone ist ein leiser, aber eindringlicher Roman über eine starke Frau. Anne kommt mit ihrem Ehemann Carlo aus Norditalien in den Süden. Dort herrschen andere Gesetze, als sie es kennt. Anna ist selbstbewusst, stößt dadurch auf Widerstand, nicht nur in ihrer neuen Familie, auch in Lizzanello, ihrer neuen Heimat. Auch wenn ihr der Wind direkt ins Gesicht weht, geht sie ihren Weg und wird Briefträgerin. Sie hat nicht geahnt, was sie durch ihre Tätigkeit alles über die Einwohner von Lizzanello erfährt. Die Charaktere in diesem Romann sind präzise und lebendig beschrieben. Anna mit ihrer selbstbewussten Art und ihrer Liebe zu Büchern war mir sofort sympathisch. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwägerin Agata, die im Gegensatz zu Anna fest im Glauben verankert ist. Egoistisch nimmt sie nur ihre eigenen Interessen wahr, was sie nicht gerade zum Sympathieträger macht. Die Sprache von Giannone hat mir gefallen, sie ist bildhaft und atmosphärisch. Die verschiedensten Schicksale beschreibt sie gut und empathisch. Im Verlauf des Romans hat die Autorin mir allerdings zu viel in die Handlung gepackt, dadurch fehlte an manchen Stellen für mich Tiefe. Gerade ein Mädchen und später eine Frau wie Lorenza hätte hier mehr Aufmerksamkeit verdient.Andere Stränge um Anna hätten ebenfalls ausführlicher dargestellt werden können. Ich will hier nicht spoilern, deshalb kann ich das hier nicht weiter ausführen. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, für die oben erwähnten Punkte ziehe ich allerdings Sterne ab. Er ist leicht lesbar, wenn auch in Teilbereichen nicht historisch belegt (Thema Frauenhaus) Gute 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung!
Ich habe den Roman im Italienurlaub angefangen und fand die Geschichte um Anna und ihre Familie wirklich bezaubernd. Der Roman ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und es gibt einige Zeitsprünge. Insgesamt erstreckt sich die Familiensaga über fast 30 Jahre von 1934 bis 1961. Die Figuren sind authentisch beschrieben und ich mochte die Schreibweise der Autorin (dank der deutschen Übersetzung) sehr. Die Leichtigkeit der Italiener trotz herausfordernden Zeiten ist wunderbar beschrieben. Ein Roman der auch ein zweites Mal lesenswert ist.
Verzwickte Verhältnisse
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er beinhaltet so viel, zum einen starke Frauen, als auch Frauen in Opferrollen, dominante Männer vs. moderne, verständnisvolle Männer, ein eingespieltes Dorf, das aber gleichzeitig auch viele Veränderungen zulässt. Immer alles gut in der Balance und authentisch aufgearbeitet. Familien- und Liebesgeschichten sind so verzwickt, dass man seine eigenen moralischen Vorstellungen hinterfragt und tatsächlich Verständnis für viele Situationen aufbringen kann. Ich könnte verstehen, dass man rein vom Klappentext noch mehr Zusammenhang mit dem Krieg erwartet hätte. Aber der Roman geht größtenteils in eine andere Richtung. Diese ist aber so überzeugend, dass er mich für ihn begeistern konnte.
Ich mochte die Geschichte um Anna und ihre Familie sehr. Der Schreibstil sicherlich etwas ungewöhnlich, aber gut zu lesen. Andere, erfahrenere Autoren und Autorinnen in diesem Genre hätten da sicherlich noch gut 200 Seiten mehr drauf gepackt und den einzelnen Figuren noch viel mehr Raum gegeben. So einer Version hätte ich 5 Sterne gegeben. Da es sich hier aber zum Teil um wahre Begebenheiten um die erste Postbotin Italiens handelt, ist nun genau diese Version eben auch die Richtige, obwohl ich es Schade finde das es nun vorbei ist. Hier hat jemand sein Versprechen eingelöst, Anna wird nicht vergessen werden. 🫶

Das Cover gefällt mir gut. Es ist passend zum Genre und auch zum Inhalt ausgewählt. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Kapitel haben eine gute Länge. Protagonistin Anna möchte ich am liebsten. Sie wirkt auf mich wie eine starke und sehr moderne Frau, weshalb sie auch oft auf Unbehagen ihr gegenüber stößt. Mit den anderen Protagonisten und Figuren bin ich leider nicht ganz warm geworden. Mir gibt es insgesamt leider zu viele Betrügereien und Nebenher-Bettgeschichten von jedermann. Auch wenn das vielleicht realitätsnah ist, hat mir diese unharmonische Stimmung ein bisschen den Lesefluss verschlechtert. Die Handlung war insgesamt gut. Auch die kleineren Geschichten rund ums Postaustragen als Frau, das Frauenhaus und der Weinanbau finde ich sehr interessant. Leider ist mir alles etwas kurz gekommen. Ein bisschen wirkte es so, als können man sich nicht entscheiden, was man alles in die Geschichte einfließen lässt und dann wird es viel und alles nur etwas angerissen. Alles in allem gibt das Buch ein gutes Gefühl der Zeit in Italien, mir ist es aber ein wenig zu oberflächlich geblieben.
Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
🍋🫒🇮🇹☕️🏤🍷❤️
Die Briefträgerin von Francesca Giannone ist ein atmosphärischer, tief berührender Roman über Mut, Selbstbestimmung und die Kraft, gegen gesellschaftliche Erwartungen aufzustehen. Vor der eindrucksvollen Kulisse Süditaliens der 1930er-Jahre erzählt Giannone die Geschichte von Anna – einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und sich in einer konservativen Dorfgemeinschaft ihren eigenen Platz erkämpft. Besonders beeindruckend ist, wie lebendig und authentisch die Figuren gezeichnet sind. Anna ist keine perfekte Heldin, sondern eine starke, widersprüchliche und unglaublich menschliche Frau, deren Sehnsüchte, Zweifel und Entscheidungen lange nachwirken. Die Autorin schafft es meisterhaft, große Themen wie Emanzipation, Liebe, Verlust und gesellschaftlichen Wandel mit einer ruhigen, poetischen Sprache zu verbinden, die sofort in ihren Bann zieht. Auch die Atmosphäre des kleinen Dorfes Lizzanello ist faszinierend beschrieben – man spürt die Hitze Süditaliens, die engen sozialen Strukturen und die unausgesprochenen Regeln, gegen die Anna immer wieder rebelliert. Gleichzeitig erzählt der Roman von den kleinen Geschichten hinter den Briefen, von Hoffnung, Sehnsucht und den Geheimnissen eines ganzen Dorfes. Gerade diese Mischung aus historischer Familiengeschichte und emotionaler Tiefe macht das Buch so besonders. „Die Briefträgerin“ ist weit mehr als nur ein historischer Roman – es ist eine Hommage an starke Frauen, an Freiheit und an den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Ein wunderschön geschriebenes Buch voller italienischem Flair, großer Gefühle und unvergesslicher Figuren. Absolute Leseempfehlung!
Eine Buch über Selbstbestimmung der Frauen in Süditalien.
Mit ihrem Debütroman "Die Briefträgerin" setzt Francesca Giannone ihrer bisnonna Anna Allavena ein Denkmal. Denn diese war die Inspiration zu dieser Geschichte. Wie die Protagonistin des Romans, war Giannones bisnonna die erste Briefträgerin Italiens und mit dieser Geschichte erfüllt Giannone ihr einen Wunsch: "Ich möchte nicht vergessen werden." Wir schreiben das Jahr 1934, als Anna und ihr frisch angetrauter Ehemann Carlo in dessen Heimatdorf Lizanello, ganz im Süden Italiens, ankommen. Anna ist Norditalienerin und im Gegensatz zu den Süditalienerinnen sehr selbstbewusst und selbstbestimmt - weniger verhaftet in alten Traditionen und gesellschaftlichen Konventionen. Und so eckt Anna schnell überall an. Die Männer befürchten, dass sie ihren Frauen Flausen in den Kopf setzt und die Frauen lehnen sie wegen ihres Freigeistes ab. Als der Briefträger des Dorfes stirbt, ergreift Anna die Chance, um endlich eine sinnvolle Aufgabe für sich zu haben. Zu dieser Zeit in Süditalien gleicht das schon einem Skandal. Eine Frau gehört nach Hause und sollte sich um die Familie kümmern. Und während sich Anna mit all den Reibereien rumschlagen muss und stets nur "die Fremde" bleibt, ist ihr Mann Carlo sehr erfolgreich: Als Weinbauer und später auch als Bürgermeister des Dorfes genießt er ein gewisses Ansehen. "Die Briefträgerin" ist eine Geschichte über Mut und Selbstbestimmung, mit überaus authentischen und nur allzu menschlichen Figuren. Doch nicht nur Anna steht hier im Fokus der Story, wie man nach dem Klappentext vielleicht vermuten würde, es gibt auch weitere Figuren, die hier im Fokus stehen. Wie Agatha und Antonio, Lorenza und Danielle. Für mich persönlich waren es fast zu viele Figuren, die zu gleichwertig in ihrer Gewichtung waren - Anna geriet hier für mich fast schon zu sehr in die Nebenrolle. Aber vielleicht nehme das auch nur ich so wahr. Durch die Briefe, die Anna austrägt und ihren Empfängern teilweise vorliest, erfahren wir zudem nebenbei auch viele kleine Geschichten aus dem Dorf. Teilweise führte das allerdings zu einigen unnötigen Längen. Trotz meiner Kritik habe ich das Buch aber gern gelesen. Es ist wahnsinnig atmosphärisch geschrieben und lässt mich von Italien träumen. Auch die Geschichte zur Inspiration des Romans hat mich zudem auch sehr gerührt. #francescagiannone #diebriefträgerin #roman #gesellschaftsroman

Als Anna nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in ein kleines Dorf in Süditalien zieht, fühlt sie sich sofort fehl am Platz. Anna möchte mehr sein als nur Hausfrau und Mutter, doch das passt nicht in das Bild der Dorfbewohner. Als sie im Dorf den Job als Briefträgerin beginnt, gleicht das fast einem Skandal. Die Autorin Francesca Giannone erzählt in dem Roman „Die Briefträgerin“ über das Leben ihrer Urgroßmutter. Anna scheint von Anfang an eine Frau zu sein, die ihrer Zeit weit voraus ist. Als sie sich dafür entscheidet, im Dorf die Briefträgerin zu werden, steht auch ihr Mann Carlo nach anfänglichen Reibereien hinter ihr. Ihre Schwägerin Agata ist jedoch das absolute Gegenteil von Anna, eine typische italienische Mamma, für die die Familie immer an erster Stelle kommt. Carlo, Annas Mann, mausert sich schnell zum erfolgreichen Weinbauern und Bürgermeister des Dorfes. Sein Bruder Antonio ist jedoch eher der Introvertierte, der seine Gefühle am liebsten mit Büchern ausdrückt. Die Dorfgemeinschaft zeigt die Facetten dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Gesichtern. Ob nun Klatsch und Tratsch, Gerüchte oder Grenzen, die man als „Fremde“ wie Anna nicht überschreiten sollte. Doch selbst mit ihrem Job als Briefträgerin scheint Anna nie so recht in der Gemeinschaft anzukommen. Aber dennoch geht sie selbstbewusst ihren Weg. Die Autorin erzählt die Geschichte ruhig und mit viel Feingefühl. Auch wenn in den Längen manchmal die Spannung auf der Strecke bleibt, so möchte man als Leser doch weiterlesen. Anfangs war es für mich auch etwas anstrengend, in die Geschichte reinzukommen, da ich nicht so recht die einzelnen Figuren zuordnen konnte. Die Autorin zeichnet das Leben in Süditalien ab Anfang der 1930er und so steht eben nicht nur Anna, wie es der Klappentext erwarten lässt, im Vordergrund.
Tolles und sehr kurzweiliges Buch und der sehr anschaulichen Darstellung was Geheimnisse so alles auslösen können…
… und welche weitreichende Folgen sie haben können. Das Ende kam etwas zu kurz und einige Fragen bleiben unbeantwortet - oder ausreichend Platz für eine Fortsetzung. Perfektes Urlaubsbuch oder als Kurztrip nach Italien.

Starke Frau, schwierige Beziehungen und ein ganzes Dorf voller Geschichten
Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Anna, die mit ihrer Familie nach Lizzanello zieht und dort als erste Briefträgerin des Dorfes arbeitet. Damit übernimmt sie nicht nur eine für Frauen ungewöhnliche Aufgabe, sondern widersetzt sich auch immer wieder den traditionellen Vorstellungen ihrer Umgebung. Besonders gefallen hat mir das authentische Heimatgefühl, das der Roman vermittelt. Meine eigene Familie kommt aus einer Gegend, die nur etwa fünf Stunden von Lizzanello entfernt liegt, weshalb mir viele Beschreibungen des süditalienischen Dorflebens, der engen Familienbindungen und der starken gesellschaftlichen Kontrolle vertraut vorkamen. Die Autorin idealisiert dieses Leben dabei nicht, sondern zeigt sowohl Gemeinschaft und Wärme als auch Vorurteile, Abhängigkeiten und die Enge traditioneller Strukturen. Anna ist eine starke und eigenwillige Hauptfigur, die für ihre Zeit ungewöhnlich selbstbestimmt handelt. Dabei wirkt sie nicht unfehlbar, sondern widersprüchlich und menschlich. Auch die weiteren Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Besonders spannend fand ich die komplizierten Beziehungen innerhalb der Familie und des Dorfes, die sich über mehrere Jahrzehnte entwickeln. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und sehr bildhaft. Man kann sich die Straßen, Häuser und Menschen Lizzanellos gut vorstellen. Gleichzeitig verbindet der Roman persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Veränderungen und zeigt anschaulich, wie schwer es insbesondere für Frauen war, sich aus vorgegebenen Rollen zu lösen. Etwas kritisch sehe ich allerdings, dass Annas Tätigkeit als Briefträgerin im Verlauf der Handlung immer stärker in den Hintergrund rückt. Stattdessen nehmen Liebes- und Familiendramen sehr viel Raum ein, wobei einige Entwicklungen recht melodramatisch und konstruiert wirken. Auch manche Figurenkonflikte wiederholen sich. Trotzdem bleibt der Roman emotional, glaubwürdig und meiner Meinung nach insgesamt sehr lesenswert.

Zu viele Nebenhandlungen
"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone ist ein leiser, aber eindringlicher Roman über eine starke Frau. Anne kommt mit ihrem Ehemann Carlo aus Norditalien in den Süden. Dort herrschen andere Gesetze, als sie es kennt. Anna ist selbstbewusst, stößt dadurch auf Widerstand, nicht nur in ihrer neuen Familie, auch in Lizzanello, ihrer neuen Heimat. Auch wenn ihr der Wind direkt ins Gesicht weht, geht sie ihren Weg und wird Briefträgerin. Sie hat nicht geahnt, was sie durch ihre Tätigkeit alles über die Einwohner von Lizzanello erfährt. Die Charaktere in diesem Romann sind präzise und lebendig beschrieben. Anna mit ihrer selbstbewussten Art und ihrer Liebe zu Büchern war mir sofort sympathisch. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwägerin Agata, die im Gegensatz zu Anna fest im Glauben verankert ist. Egoistisch nimmt sie nur ihre eigenen Interessen wahr, was sie nicht gerade zum Sympathieträger macht. Die Sprache von Giannone hat mir gefallen, sie ist bildhaft und atmosphärisch. Die verschiedensten Schicksale beschreibt sie gut und empathisch. Im Verlauf des Romans hat die Autorin mir allerdings zu viel in die Handlung gepackt, dadurch fehlte an manchen Stellen für mich Tiefe. Gerade ein Mädchen und später eine Frau wie Lorenza hätte hier mehr Aufmerksamkeit verdient.Andere Stränge um Anna hätten ebenfalls ausführlicher dargestellt werden können. Ich will hier nicht spoilern, deshalb kann ich das hier nicht weiter ausführen. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, für die oben erwähnten Punkte ziehe ich allerdings Sterne ab. Er ist leicht lesbar, wenn auch in Teilbereichen nicht historisch belegt (Thema Frauenhaus) Gute 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung!
Ich habe den Roman im Italienurlaub angefangen und fand die Geschichte um Anna und ihre Familie wirklich bezaubernd. Der Roman ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und es gibt einige Zeitsprünge. Insgesamt erstreckt sich die Familiensaga über fast 30 Jahre von 1934 bis 1961. Die Figuren sind authentisch beschrieben und ich mochte die Schreibweise der Autorin (dank der deutschen Übersetzung) sehr. Die Leichtigkeit der Italiener trotz herausfordernden Zeiten ist wunderbar beschrieben. Ein Roman der auch ein zweites Mal lesenswert ist.
Verzwickte Verhältnisse
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er beinhaltet so viel, zum einen starke Frauen, als auch Frauen in Opferrollen, dominante Männer vs. moderne, verständnisvolle Männer, ein eingespieltes Dorf, das aber gleichzeitig auch viele Veränderungen zulässt. Immer alles gut in der Balance und authentisch aufgearbeitet. Familien- und Liebesgeschichten sind so verzwickt, dass man seine eigenen moralischen Vorstellungen hinterfragt und tatsächlich Verständnis für viele Situationen aufbringen kann. Ich könnte verstehen, dass man rein vom Klappentext noch mehr Zusammenhang mit dem Krieg erwartet hätte. Aber der Roman geht größtenteils in eine andere Richtung. Diese ist aber so überzeugend, dass er mich für ihn begeistern konnte.
Ich mochte die Geschichte um Anna und ihre Familie sehr. Der Schreibstil sicherlich etwas ungewöhnlich, aber gut zu lesen. Andere, erfahrenere Autoren und Autorinnen in diesem Genre hätten da sicherlich noch gut 200 Seiten mehr drauf gepackt und den einzelnen Figuren noch viel mehr Raum gegeben. So einer Version hätte ich 5 Sterne gegeben. Da es sich hier aber zum Teil um wahre Begebenheiten um die erste Postbotin Italiens handelt, ist nun genau diese Version eben auch die Richtige, obwohl ich es Schade finde das es nun vorbei ist. Hier hat jemand sein Versprechen eingelöst, Anna wird nicht vergessen werden. 🫶

Das Cover gefällt mir gut. Es ist passend zum Genre und auch zum Inhalt ausgewählt. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Kapitel haben eine gute Länge. Protagonistin Anna möchte ich am liebsten. Sie wirkt auf mich wie eine starke und sehr moderne Frau, weshalb sie auch oft auf Unbehagen ihr gegenüber stößt. Mit den anderen Protagonisten und Figuren bin ich leider nicht ganz warm geworden. Mir gibt es insgesamt leider zu viele Betrügereien und Nebenher-Bettgeschichten von jedermann. Auch wenn das vielleicht realitätsnah ist, hat mir diese unharmonische Stimmung ein bisschen den Lesefluss verschlechtert. Die Handlung war insgesamt gut. Auch die kleineren Geschichten rund ums Postaustragen als Frau, das Frauenhaus und der Weinanbau finde ich sehr interessant. Leider ist mir alles etwas kurz gekommen. Ein bisschen wirkte es so, als können man sich nicht entscheiden, was man alles in die Geschichte einfließen lässt und dann wird es viel und alles nur etwas angerissen. Alles in allem gibt das Buch ein gutes Gefühl der Zeit in Italien, mir ist es aber ein wenig zu oberflächlich geblieben.





















