La Malacarne
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Beschreibung
Buchinformationen
Beiträge
Nachdem mich letztes Jahr bereits „Malnata“ in den Bann gezogen hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie die Geschichte um Francesca und Maddalena weitergehen würde. Und auch in „Malacarne“ ist es Beatrice Salvioni gelungen, mich tief in das Leben der Figuren und in das Italien der 1940er Jahre hineinzuziehen. Vier Jahre sind vergangen, seit Francesca ihre Freundin Maddalena zuletzt gesehen hat. Während Maddalena, die einst als „Malnata“ ausgegrenzt wurde und sich zuletzt vehement für ihre Freundin eingesetzt hatte, in einer Nervenklinik festgehalten wird, hat sich Francesca endgültig mit ihrer Familie überworfen. Besonders der Verrat ihres Vaters erschüttert sie zutiefst. Als sie erfährt, dass die Briefe, die sie jahrelang an Maddalena geschrieben hat, niemals abgeschickt wurden, zerbricht für sie eine Welt. Ihre Flucht zu ihrem Jugendfreund Noè erscheint ihr schließlich als einziger Ausweg. „Malacarne“ ist eine fesselnde, tragische und stellenweise schonungslos brutale Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist. Beatrice Salvioni schreibt eindringlich, politisch und mit großer emotionaler Wucht. Dabei verbindet sie das Schicksal ihrer Figuren geschickt mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im faschistischen Italien während der Kriegsjahre. Mich hat die Geschichte mit all diesen Facetten tief bewegt und ich habe mit den beiden jungen Frauen (an einigen Stellen extremst) gelitten, gebangt und gehofft. Besonders beeindruckt hat mich erneut die Art, mit der Salvioni Themen wie Faschismus, weibliche Wut, Homosexualität, Angst, Verrat und Selbstverleugnung behandelt. Die Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, ihre Konflikte berühren und die geschichtlichen Referenzen erscheinen durch ihre Parallelen zum Jetzt so erschreckend aktuell, dass einem teilweise ganz anders wird… „Malacarne“ ist eine intensive und bewegende Fortsetzung von „Malnata“, die mich letztlich sogar noch mehr überzeugt hat als der erste Band. Absolute Leseempfehlung für alle, die bewegende historisch-politische Romane mit starken Frauenfiguren und viel emotionaler Tiefe mögen.
Mit „Malacarne“ setzt Beatrice Salvioni die Geschichte ihrer beiden ungleichen Heldinnen aus ihrem Debütroman „Malnata“ fort – und führt sie in eine deutlich düsterere, politisch aufgeladene Welt. Was im Vorgänger noch von jugendlicher Rebellion und wilder Freundschaft geprägt war, wird hier zu einer Erzählung über Brüche, Entfremdung und Entscheidungen unter extremen Bedingungen. Mit großer erzählerischer Kraft schildert Salvioni die Geschichte zweier junger Frauen, die sich in einer von Faschismus, Gewalt und gesellschaftlichen Zwängen geprägten Welt ihren eigenen Weg erkämpfen wollen. Im Mittelpunkt stehen erneut Francesca und Maddalena, zwei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb eine so faszinierende Verbindung eingehen. Ihre Freundschaft bildet das emotionale Herz des Romans, trägt aber inzwischen tiefe Risse. Vier Jahre Trennung – geprägt von Gewalt, Isolation und gesellschaftlicher Ausgrenzung – haben Spuren hinterlassen. Besonders Maddalenas Rückkehr aus der Internierung ist eindringlich geschildert: Sie ist äußerlich dieselbe, innerlich jedoch kaum wiederzuerkennen. Salvioni zeigt hier eindrucksvoll, wie Traumata Menschen verändern und Beziehungen erschüttern können. Die große Stärke des Romans liegt in seiner emotionalen Wucht. Die Verbindung zwischen den beiden Frauen bleibt trotz aller Distanz spürbar – ein unsichtbares Band, das immer wieder auf die Probe gestellt wird. Gleichzeitig entfaltet sich vor dem Hintergrund des italienischen Faschismus eine zweite, politische Ebene: Während Francesca langsam in den Widerstand hineinwächst, sucht Maddalena ausgerechnet Nähe zu einem Vertreter des Regimes. Diese gegensätzliche Entwicklung sorgt für Spannung und verleiht der Geschichte eine tragische Dynamik. Beeindruckend ist auch die Art, wie Salvioni weiblichen Widerstand darstellt. Während Francesca offen gegen die gesellschaftlichen und politischen Strukturen rebelliert, kämpft Maddalena subtiler, klüger und oft im Verborgenen. Beide Frauen verweigern sich den Rollenbildern ihrer Zeit und entwickeln eine bemerkenswerte Stärke, die den gesamten Roman trägt. Dadurch wird „Malacarne“ nicht nur zu einem bewegenden Historiendrama, sondern auch zu einem kraftvollen feministischen Roman von großer Aktualität. Der Schreibstil ist atmosphärisch, intensiv und gleichzeitig unglaublich flüssig. Salvioni erschafft lebendige Bilder des Italiens der 1940er-Jahre – geprägt von Faschismus, Angst und Krieg, aber auch von Hoffnung, Mut und Menschlichkeit. Die historischen Hintergründe wirken hervorragend recherchiert und verweben sich nahtlos mit den persönlichen Schicksalen der Figuren. „Malacarne“ ist ein Roman über Freundschaft, Verrat, Widerstand und weibliche Selbstbestimmung. Emotional, klug und voller Intensität erzählt Beatrice Salvioni eine Geschichte, die lange nachhallt und tief berührt. Wer literarische historische Romane mit starken Frauenfiguren und gesellschaftlicher Relevanz liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Aus dem Italienischen von Anja Nattefort.

Starke Fortsetzung von Malnata
Den ersten, schmalen Band habe ich geliebt! Tolle Geschichte, stark, unerschütterlich und besonders. Die Fortsetzung der Geschichte von Francesca und Maddalena ist so viel umfassender und hat mich tief in die Geschichte Italiens während des 2. Weltkriegs hineingezogen. Gewalt, Widerstand, täglicher Überlebenskampf und die Rückkehr des Patriarchates.
Sternebewertung fiktiv
In jeder Faser meines Körpers steckte die Angst, mich mit einem Mann in einem geschlossenen Raum zu befinden. Allein. Seite 461 Manche Bücher liest man. Andere tragen einen noch Jahre später mit sich herum. Malnata war für mich genau so ein Buch. Ich weiß noch genau, wie ich damals in diese Geschichte hineingezogen wurde. Kurz zuvor hatte ich die Verfilmung von Elena Ferrantes Neapel-Romanen gesehen, und plötzlich war da wieder dieses Gefühl. Italien. Freundschaft. Wut. Armut. Enge. Mädchen, die sich ihren Platz in einer Welt erkämpfen müssen, die ihnen eigentlich keinen zugestehen will. Die Autorin selber hat in einem Interview auch einiges zur Entstehung erzählt, was das ganze noch interessanter gemacht hat. Mit Malacarne kehren wir vier Jahre später nach Italien zurück. Viel Zeit ist vergangen. Viel Schmerz ebenfalls. Maddalena, die von allen nur Malnata (die Unheilbringende) genannt wird, wurde 1936 in eine Nervenheilanstalt eingewiesen nicht weil sie krank war, sondern weil sie sich für ihre Freundin Francesca eingesetzt hat. Während Malnata hinter Mauern verschwindet, schreibt Francesca ihr jahrelang Briefe. Jeden einzelnen Tag. Doch nie erhält sie eine Antwort. Bis sie die schreckliche Wahrheit entdeckt. Ihr Vater hat die Briefe niemals abgeschickt. Dieser Moment hat mir beim Lesen regelrecht das Herz gebrochen. Die Vorstellung, vier Jahre lang zu glauben, von dem wichtigsten Menschen im Leben vergessen worden zu sein, ist kaum auszuhalten. Und gleichzeitig erlebt man Wut und dieses Gefühl von Unrecht in einem enormen Ausmaß. Francesca setzt nun alles daran, Malnata zurückzuholen. Während wir Francesca auf ihrem Weg begleiten, erfahren wir gleichzeitig, was Malnata in der Anstalt durchleben musste. Demütigungen, Gewalt, Machtmissbrauch und Einsamkeit prägen ihren Alltag. Die wenigen Momente von Sicherheit muss sie sich auf ihre eigene Weise erkämpfen. Jede Seite fühlt sich authentisch an. Die politische Stimmung des aufkommenden Faschismus, die gesellschaftlichen Zwänge, die Rolle der Frauen und die Brutalität gegenüber allem, was nicht ins Bild passt, all das wird so greifbar, dass man zeitweise vergisst, einen Roman zu lesen. Vor allem aber erzählt Salvioni von einer Freundschaft, die stärker ist als Blut. Francesca und Malnata gehören für mich zu den Figuren, die man nicht einfach zurücklässt, wenn ein Buch endet. Man leidet mit ihnen, hofft mit ihnen und möchte sie manchmal einfach nur in den Arm nehmen. Direkt auf den ersten Seiten war dieses vertraute Gefühl wieder da. Als hätte ich die beiden nie verlassen. Für mich ist Malacarne eine würdige Fortsetzung, die die Geschichte von Malnata nicht nur weitererzählt, sondern vertieft. Düsterer, schmerzhafter und gleichzeitig noch emotionaler. Und die Anmerkungen der Autorin am Ende des Romans haben mich fast genauso berührt wie die eigentliche Geschichte. Die persönlichen Bezüge zu den Frauen ihrer Kindheit verleihen dem Ganzen noch einmal eine besondere Tiefe. Wer also Malnata geliebt hat, wird an Malacarne nicht vorbeikommen. Ein Roman über Freundschaft, Mut, Verlust und die Kraft der Frauen, die sich weigern, klein gemacht zu werden.
Eine tolle Fortsetzung über die Kraft der Freundschaft und den Zusammenhalt.
"Wir nahmen uns das Recht heraus, die Gerechtigkeit wiederherzustellen, die jeder zum Schweigen gebrachten Frau zustand." Ich habe Beatrice Salvionis Debüt "Malnata" geliebt und war daher sogleich Feuer und Flamme als mit ihrem neuen Roman "Malacarne" eine Fortsetzung angekündigt wurde. Denn Francesca und Maddalena hatte ich im ersten Buch schon sehr ins Herz geschlossen. "Wenn du ein Mädchen bist, wird deine Wut als Wahnsinn abgetan, also lernst du, dass es besser ist, sie zu verbergen." Über Maddalena Merlini, die stets von allen nur die "Malnata" genannt wurde - was so viel wie die Unheilbringende bedeutet -, wird in Monza seit den Vorkommnissen vor 4 Jahren geschwiegen. Damals waren sie und Francesca noch Kinder von 12 und 13 Jahren. Und nun vier Jahre später entdeckt Francesca den größten Verrat ihres Vaters: All die Briefe, die sie an Maddalena geschrieben hat, und von denen sie glaubte, ihr Vater hätte sie an Maddalena geschickt, befinden sich in einer dummen Hutschachtel! Er hat sie nie abgegeben. Nachdem Francesca ihren Vater wütend damit konfrontiert hat, läuft sie mitten in der Nacht, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet weg. Der einzige Mensch, der ihr einfällt, der ihr vielleicht Unterschlupf gewähren würde, ist Noè Tresoldi. Natürlich nimmt er Francesca bei sich auf, obwohl ihm klar ist, dass das eine Menge Ärger bedeutet. Francesca macht sich darum weniger Sorgen, denn ihre Angst gilt einzig und allein Maddalena. Ob Maddalena ihr das vierjährige Schweigen verzeihen kann? Ob sie denkt sie hätte sie vergessen? Und in all den Wirren zieht auch in Italien der Krieg ein. Mit Mussolini an der Spitze, wird das ganze Volk gebeutelt und schikaniert und die Probleme immer größer ... "Eine mir ewig vorkommende Minute lang glaubte ich zu sterben, dann bekam alles wieder Konturen, und die Wirklichkeit ergab wieder Sinn." Salvioni hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der mich durch die Seiten fliegen und mich nach mehr verlangen lässt. Sie zeigt sehr eindrücklich wie das Leben der Frauen in Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussah. Dass die Frauen nur der Besitz eines Mannes waren, die vom Vater in die Hände ihres Ehemannes gegeben wurden und nie sich selbst gehörten. Doch es gab sie schon immer ... die Freigeister ... die Frauen, die wussten, dass das Leben mehr für sie bereithalten muss, als nur Tochter, Ehefrau, Mutter und Geliebte zu sein. Frauen die selbstbestimmt leben wollten. Salvionis Figur Maddalena Merlini ist so eine Frau. Und während Francesca Strada als Mädchen, aufgrund ihrer Erziehung, sehr angepasst war, färbte Maddalenas Freigeistigkeit allmählich auf sie ab. Wir erleben wie Francesca ihre Fesseln sprengt, sich über Konventionen hinwegsetzt und sich nimmt, was sie will. Dabei hat sie immer Maddalenas Stimme im Ohr. Maddalenas Stimme von damals, als sie noch 13 waren. "Es gibt niemanden auf der Welt, der keinen Schaden davonträgt oder wenigstens einen kleinen Knacks bekommt. Das Leben verschont niemanden." In der zweiten Hälfte des Buches spielt der Zweite Weltkrieg, der Faschismus und der Widerstand in Italien eine zentrale Rolle. Dabei schildert Salvioni die Gräuel ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Insgesamt mochte ich auch diesen Part, jedoch hat sich für mich hier etwas der Kern der Geschichte verschoben. Mir war das zu wenig Francesca & Maddalena. Diese innige Freundschaft trat in den Hintergrund und blitzte nur noch hin und wieder auf. Mit einem Blick auf die Story verstehe ich natürlich durchaus, dass wir die beiden nicht mehr so innig miteinander verbunden und aneinanderklebend sehen können, aber gerade diese Freundschaft ist für mich persönlich im ersten Buch das Herz der Geschichte gewesen. Das hat sich hier etwas verloren. "Der einzige Weg, im Krieg man selbst zu bleiben, besteht darin, ihn nicht zu überleben." Doch trotz meiner kleinen Kritik ist "Malacarne" ein großartiger Roman, der die Zeit damals in Italien lebendig werden lässt. Ein Roman, der von der Kraft der Freundschaft und dem Zusammenhalt erzählt. Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort. "Wir alle leben in den Ruinen der Vergangenheit: Jeder hat seine eigenen Tricks, um sie zu verdrängen."

Ein starker zweiter Band
„Malnata“ habe ich unglaublich gerne gelesen. die Geschichte um Maddalena und Francesca, bei denen, die eine für Gerechtigkeit und die Wahrheit kämpft, bis es sie selbst zu zerstören droht, ist sehr packend und atmosphärisch geschrieben. Deshalb war ich auf die Fortsetzung natürlich sehr gespannt. Diesmal steht Francesca im Mittelpunkt. Auch sie wird von ihrer Familie verstoßen, insbesondere, weil sie sich loyal zeigt und ihre Emotionen gegenüber der „Malnata“ nicht verbergen möchte. Ihre Freundin ist in einer Psychatrie und muss dort unter schlimmen Bedingungen auf den Tag ihrer Befreiung warten. Francesca setzt alle Hebel in Bewegung, damit das passiert. Wir sind in Italien, in Monza und es ist die Zeit des zweiten Weltkriegs. Mussolinis Faschismus hat den Ort im Griff. Allianzen, die einmal etwas galten, sind zerbrochen. Francesca entscheidet sich für die Gegenseite. Sie heiratet einen nahen Freund, merkt aber, dass ihre Gefühle immer wieder zur Freundin driften, die so weit entfernt scheint. Als diese endlich die Mauern der Anstalt hinter sich lassen kann, wechselt diese auf die dunkle Seite. Sie bleibt für ihre Freundin aber immer erreichbar. Spannend und abwechslungsreich möchte ich diesen zweiten Band nennen. Überraschenderweise hat er mir um Nuancen besser gefallen als der erste. Die Wirren dieser schlimmen Zeit und die Arbeit im Widerstand war nahbar aber auch mit allem Schrecken dargestellt. Eine große Stärke des Romans sind die Nebenfiguren, die dem Plot Futter geben und keine Langeweile aufkommen lassen. Es passieren schlimme Dinge, das muss man aushalten können, aber so war die Zeit damals leider. Möge sie niemals wiederkommen. Salvioni ist eine große Erzählerin und hat die Gabe historischen Stoff so in eine fiktive Geschichte zu packen, dass das Buch zum Pageturner mutiert. Für mich ein Highlight und eine große Empfehlung für alle, die dunkle und helle Seiten in einer Lektüre zu schätzen wissen und einen Faible für interessante Figuren haben.
Monza, 1940. 4 Jahre ist es nun her, seit Maddalena sich für ihre Freundin Francesca geopfert hat und in eine Anstalt gesperrt wurde. Seitdem hat Francesca nichts mehr von ihr gehört, obwohl sie ihr zahlreiche Briefe geschrieben hat. Als sie erfährt, dass alle diese Briefe von ihrem Vater zurückgehalten wurden, ist Francesca eines klar: Sie muss Maddalena nach Hause holen und ihr sagen, dass sie sie niemals vergessen hat. Doch Italien steht kurz vor dem Kriegseintritt und die Zeiten sind schwer. Kann die Freundschaft der beiden jungen Frauen den Faschismus überstehen? „Malacarne“ ist die Fortsetzung von „Malnata“ von Beatrice Salvioni – ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Auch dieser zweite Band wurde von Anja Nattefort ins Deutsche übersetzt. Während der Titel des ersten Buches sich auf Maddalena bezog, die im Ort nur als die „Malnata“ („die Unheilbringende“) bekannt ist, ist „Malacarne“ (eine durch und durch Verkommene) nun der Spitzname, den Francesca ertragen muss. Und das nur, weil sie leben möchte, wie sie es für richtig hält und an ihrer Freundschaft zu Maddalena festhalten will. Als sie noch jünger waren, bestand die Freundschaft von Maddalena und Francesca aus gemeinsamen Streichen und Abenteuern unten am Fluss. Nun sehen sie sich einem ganzen System gegenüber, das Andersartigkeit in jeder Art und Weise bestraft. Seien das Frauen, die unverheiratet mit einem Mann zusammenleben oder Ladenbesitzerinnen, deren Ehemann Jude ist. Inmitten dieser Umbrüche entwickelt jede der beiden Frauen ihren eigenen Weg, mit der Situation umzugehen. Maddalena hat in der Anstalt Schlimmes erlebt und erkauft sich mit vorgetäuschter Liebe den Schutz eines Faschisten. Francesca hingegen treibt die Wut aus dem Elternhaus und schließlich in den Widerstand. Es war schön, die beiden Frauen wiederzusehen, auch wenn sie es in diesem Buch nicht leicht haben. Besonders interessant ist es, mitzuerleben, wie Francesca sich ohne Maddalena entwickelt hat, die ja früher immer die Führung übernahm. Nun ist es an ihr, Mut zu fassen und vielleicht auch Maddalena zu zeigen, worauf es in diesen Zeiten ankommt.
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Buchinformationen
Beiträge
Nachdem mich letztes Jahr bereits „Malnata“ in den Bann gezogen hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie die Geschichte um Francesca und Maddalena weitergehen würde. Und auch in „Malacarne“ ist es Beatrice Salvioni gelungen, mich tief in das Leben der Figuren und in das Italien der 1940er Jahre hineinzuziehen. Vier Jahre sind vergangen, seit Francesca ihre Freundin Maddalena zuletzt gesehen hat. Während Maddalena, die einst als „Malnata“ ausgegrenzt wurde und sich zuletzt vehement für ihre Freundin eingesetzt hatte, in einer Nervenklinik festgehalten wird, hat sich Francesca endgültig mit ihrer Familie überworfen. Besonders der Verrat ihres Vaters erschüttert sie zutiefst. Als sie erfährt, dass die Briefe, die sie jahrelang an Maddalena geschrieben hat, niemals abgeschickt wurden, zerbricht für sie eine Welt. Ihre Flucht zu ihrem Jugendfreund Noè erscheint ihr schließlich als einziger Ausweg. „Malacarne“ ist eine fesselnde, tragische und stellenweise schonungslos brutale Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist. Beatrice Salvioni schreibt eindringlich, politisch und mit großer emotionaler Wucht. Dabei verbindet sie das Schicksal ihrer Figuren geschickt mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im faschistischen Italien während der Kriegsjahre. Mich hat die Geschichte mit all diesen Facetten tief bewegt und ich habe mit den beiden jungen Frauen (an einigen Stellen extremst) gelitten, gebangt und gehofft. Besonders beeindruckt hat mich erneut die Art, mit der Salvioni Themen wie Faschismus, weibliche Wut, Homosexualität, Angst, Verrat und Selbstverleugnung behandelt. Die Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, ihre Konflikte berühren und die geschichtlichen Referenzen erscheinen durch ihre Parallelen zum Jetzt so erschreckend aktuell, dass einem teilweise ganz anders wird… „Malacarne“ ist eine intensive und bewegende Fortsetzung von „Malnata“, die mich letztlich sogar noch mehr überzeugt hat als der erste Band. Absolute Leseempfehlung für alle, die bewegende historisch-politische Romane mit starken Frauenfiguren und viel emotionaler Tiefe mögen.
Mit „Malacarne“ setzt Beatrice Salvioni die Geschichte ihrer beiden ungleichen Heldinnen aus ihrem Debütroman „Malnata“ fort – und führt sie in eine deutlich düsterere, politisch aufgeladene Welt. Was im Vorgänger noch von jugendlicher Rebellion und wilder Freundschaft geprägt war, wird hier zu einer Erzählung über Brüche, Entfremdung und Entscheidungen unter extremen Bedingungen. Mit großer erzählerischer Kraft schildert Salvioni die Geschichte zweier junger Frauen, die sich in einer von Faschismus, Gewalt und gesellschaftlichen Zwängen geprägten Welt ihren eigenen Weg erkämpfen wollen. Im Mittelpunkt stehen erneut Francesca und Maddalena, zwei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb eine so faszinierende Verbindung eingehen. Ihre Freundschaft bildet das emotionale Herz des Romans, trägt aber inzwischen tiefe Risse. Vier Jahre Trennung – geprägt von Gewalt, Isolation und gesellschaftlicher Ausgrenzung – haben Spuren hinterlassen. Besonders Maddalenas Rückkehr aus der Internierung ist eindringlich geschildert: Sie ist äußerlich dieselbe, innerlich jedoch kaum wiederzuerkennen. Salvioni zeigt hier eindrucksvoll, wie Traumata Menschen verändern und Beziehungen erschüttern können. Die große Stärke des Romans liegt in seiner emotionalen Wucht. Die Verbindung zwischen den beiden Frauen bleibt trotz aller Distanz spürbar – ein unsichtbares Band, das immer wieder auf die Probe gestellt wird. Gleichzeitig entfaltet sich vor dem Hintergrund des italienischen Faschismus eine zweite, politische Ebene: Während Francesca langsam in den Widerstand hineinwächst, sucht Maddalena ausgerechnet Nähe zu einem Vertreter des Regimes. Diese gegensätzliche Entwicklung sorgt für Spannung und verleiht der Geschichte eine tragische Dynamik. Beeindruckend ist auch die Art, wie Salvioni weiblichen Widerstand darstellt. Während Francesca offen gegen die gesellschaftlichen und politischen Strukturen rebelliert, kämpft Maddalena subtiler, klüger und oft im Verborgenen. Beide Frauen verweigern sich den Rollenbildern ihrer Zeit und entwickeln eine bemerkenswerte Stärke, die den gesamten Roman trägt. Dadurch wird „Malacarne“ nicht nur zu einem bewegenden Historiendrama, sondern auch zu einem kraftvollen feministischen Roman von großer Aktualität. Der Schreibstil ist atmosphärisch, intensiv und gleichzeitig unglaublich flüssig. Salvioni erschafft lebendige Bilder des Italiens der 1940er-Jahre – geprägt von Faschismus, Angst und Krieg, aber auch von Hoffnung, Mut und Menschlichkeit. Die historischen Hintergründe wirken hervorragend recherchiert und verweben sich nahtlos mit den persönlichen Schicksalen der Figuren. „Malacarne“ ist ein Roman über Freundschaft, Verrat, Widerstand und weibliche Selbstbestimmung. Emotional, klug und voller Intensität erzählt Beatrice Salvioni eine Geschichte, die lange nachhallt und tief berührt. Wer literarische historische Romane mit starken Frauenfiguren und gesellschaftlicher Relevanz liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Aus dem Italienischen von Anja Nattefort.

Starke Fortsetzung von Malnata
Den ersten, schmalen Band habe ich geliebt! Tolle Geschichte, stark, unerschütterlich und besonders. Die Fortsetzung der Geschichte von Francesca und Maddalena ist so viel umfassender und hat mich tief in die Geschichte Italiens während des 2. Weltkriegs hineingezogen. Gewalt, Widerstand, täglicher Überlebenskampf und die Rückkehr des Patriarchates.
Sternebewertung fiktiv
In jeder Faser meines Körpers steckte die Angst, mich mit einem Mann in einem geschlossenen Raum zu befinden. Allein. Seite 461 Manche Bücher liest man. Andere tragen einen noch Jahre später mit sich herum. Malnata war für mich genau so ein Buch. Ich weiß noch genau, wie ich damals in diese Geschichte hineingezogen wurde. Kurz zuvor hatte ich die Verfilmung von Elena Ferrantes Neapel-Romanen gesehen, und plötzlich war da wieder dieses Gefühl. Italien. Freundschaft. Wut. Armut. Enge. Mädchen, die sich ihren Platz in einer Welt erkämpfen müssen, die ihnen eigentlich keinen zugestehen will. Die Autorin selber hat in einem Interview auch einiges zur Entstehung erzählt, was das ganze noch interessanter gemacht hat. Mit Malacarne kehren wir vier Jahre später nach Italien zurück. Viel Zeit ist vergangen. Viel Schmerz ebenfalls. Maddalena, die von allen nur Malnata (die Unheilbringende) genannt wird, wurde 1936 in eine Nervenheilanstalt eingewiesen nicht weil sie krank war, sondern weil sie sich für ihre Freundin Francesca eingesetzt hat. Während Malnata hinter Mauern verschwindet, schreibt Francesca ihr jahrelang Briefe. Jeden einzelnen Tag. Doch nie erhält sie eine Antwort. Bis sie die schreckliche Wahrheit entdeckt. Ihr Vater hat die Briefe niemals abgeschickt. Dieser Moment hat mir beim Lesen regelrecht das Herz gebrochen. Die Vorstellung, vier Jahre lang zu glauben, von dem wichtigsten Menschen im Leben vergessen worden zu sein, ist kaum auszuhalten. Und gleichzeitig erlebt man Wut und dieses Gefühl von Unrecht in einem enormen Ausmaß. Francesca setzt nun alles daran, Malnata zurückzuholen. Während wir Francesca auf ihrem Weg begleiten, erfahren wir gleichzeitig, was Malnata in der Anstalt durchleben musste. Demütigungen, Gewalt, Machtmissbrauch und Einsamkeit prägen ihren Alltag. Die wenigen Momente von Sicherheit muss sie sich auf ihre eigene Weise erkämpfen. Jede Seite fühlt sich authentisch an. Die politische Stimmung des aufkommenden Faschismus, die gesellschaftlichen Zwänge, die Rolle der Frauen und die Brutalität gegenüber allem, was nicht ins Bild passt, all das wird so greifbar, dass man zeitweise vergisst, einen Roman zu lesen. Vor allem aber erzählt Salvioni von einer Freundschaft, die stärker ist als Blut. Francesca und Malnata gehören für mich zu den Figuren, die man nicht einfach zurücklässt, wenn ein Buch endet. Man leidet mit ihnen, hofft mit ihnen und möchte sie manchmal einfach nur in den Arm nehmen. Direkt auf den ersten Seiten war dieses vertraute Gefühl wieder da. Als hätte ich die beiden nie verlassen. Für mich ist Malacarne eine würdige Fortsetzung, die die Geschichte von Malnata nicht nur weitererzählt, sondern vertieft. Düsterer, schmerzhafter und gleichzeitig noch emotionaler. Und die Anmerkungen der Autorin am Ende des Romans haben mich fast genauso berührt wie die eigentliche Geschichte. Die persönlichen Bezüge zu den Frauen ihrer Kindheit verleihen dem Ganzen noch einmal eine besondere Tiefe. Wer also Malnata geliebt hat, wird an Malacarne nicht vorbeikommen. Ein Roman über Freundschaft, Mut, Verlust und die Kraft der Frauen, die sich weigern, klein gemacht zu werden.
Eine tolle Fortsetzung über die Kraft der Freundschaft und den Zusammenhalt.
"Wir nahmen uns das Recht heraus, die Gerechtigkeit wiederherzustellen, die jeder zum Schweigen gebrachten Frau zustand." Ich habe Beatrice Salvionis Debüt "Malnata" geliebt und war daher sogleich Feuer und Flamme als mit ihrem neuen Roman "Malacarne" eine Fortsetzung angekündigt wurde. Denn Francesca und Maddalena hatte ich im ersten Buch schon sehr ins Herz geschlossen. "Wenn du ein Mädchen bist, wird deine Wut als Wahnsinn abgetan, also lernst du, dass es besser ist, sie zu verbergen." Über Maddalena Merlini, die stets von allen nur die "Malnata" genannt wurde - was so viel wie die Unheilbringende bedeutet -, wird in Monza seit den Vorkommnissen vor 4 Jahren geschwiegen. Damals waren sie und Francesca noch Kinder von 12 und 13 Jahren. Und nun vier Jahre später entdeckt Francesca den größten Verrat ihres Vaters: All die Briefe, die sie an Maddalena geschrieben hat, und von denen sie glaubte, ihr Vater hätte sie an Maddalena geschickt, befinden sich in einer dummen Hutschachtel! Er hat sie nie abgegeben. Nachdem Francesca ihren Vater wütend damit konfrontiert hat, läuft sie mitten in der Nacht, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet weg. Der einzige Mensch, der ihr einfällt, der ihr vielleicht Unterschlupf gewähren würde, ist Noè Tresoldi. Natürlich nimmt er Francesca bei sich auf, obwohl ihm klar ist, dass das eine Menge Ärger bedeutet. Francesca macht sich darum weniger Sorgen, denn ihre Angst gilt einzig und allein Maddalena. Ob Maddalena ihr das vierjährige Schweigen verzeihen kann? Ob sie denkt sie hätte sie vergessen? Und in all den Wirren zieht auch in Italien der Krieg ein. Mit Mussolini an der Spitze, wird das ganze Volk gebeutelt und schikaniert und die Probleme immer größer ... "Eine mir ewig vorkommende Minute lang glaubte ich zu sterben, dann bekam alles wieder Konturen, und die Wirklichkeit ergab wieder Sinn." Salvioni hat einen wunderbar leichten Schreibstil, der mich durch die Seiten fliegen und mich nach mehr verlangen lässt. Sie zeigt sehr eindrücklich wie das Leben der Frauen in Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussah. Dass die Frauen nur der Besitz eines Mannes waren, die vom Vater in die Hände ihres Ehemannes gegeben wurden und nie sich selbst gehörten. Doch es gab sie schon immer ... die Freigeister ... die Frauen, die wussten, dass das Leben mehr für sie bereithalten muss, als nur Tochter, Ehefrau, Mutter und Geliebte zu sein. Frauen die selbstbestimmt leben wollten. Salvionis Figur Maddalena Merlini ist so eine Frau. Und während Francesca Strada als Mädchen, aufgrund ihrer Erziehung, sehr angepasst war, färbte Maddalenas Freigeistigkeit allmählich auf sie ab. Wir erleben wie Francesca ihre Fesseln sprengt, sich über Konventionen hinwegsetzt und sich nimmt, was sie will. Dabei hat sie immer Maddalenas Stimme im Ohr. Maddalenas Stimme von damals, als sie noch 13 waren. "Es gibt niemanden auf der Welt, der keinen Schaden davonträgt oder wenigstens einen kleinen Knacks bekommt. Das Leben verschont niemanden." In der zweiten Hälfte des Buches spielt der Zweite Weltkrieg, der Faschismus und der Widerstand in Italien eine zentrale Rolle. Dabei schildert Salvioni die Gräuel ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Insgesamt mochte ich auch diesen Part, jedoch hat sich für mich hier etwas der Kern der Geschichte verschoben. Mir war das zu wenig Francesca & Maddalena. Diese innige Freundschaft trat in den Hintergrund und blitzte nur noch hin und wieder auf. Mit einem Blick auf die Story verstehe ich natürlich durchaus, dass wir die beiden nicht mehr so innig miteinander verbunden und aneinanderklebend sehen können, aber gerade diese Freundschaft ist für mich persönlich im ersten Buch das Herz der Geschichte gewesen. Das hat sich hier etwas verloren. "Der einzige Weg, im Krieg man selbst zu bleiben, besteht darin, ihn nicht zu überleben." Doch trotz meiner kleinen Kritik ist "Malacarne" ein großartiger Roman, der die Zeit damals in Italien lebendig werden lässt. Ein Roman, der von der Kraft der Freundschaft und dem Zusammenhalt erzählt. Übersetzt aus dem Italienischen von Anja Nattefort. "Wir alle leben in den Ruinen der Vergangenheit: Jeder hat seine eigenen Tricks, um sie zu verdrängen."

Ein starker zweiter Band
„Malnata“ habe ich unglaublich gerne gelesen. die Geschichte um Maddalena und Francesca, bei denen, die eine für Gerechtigkeit und die Wahrheit kämpft, bis es sie selbst zu zerstören droht, ist sehr packend und atmosphärisch geschrieben. Deshalb war ich auf die Fortsetzung natürlich sehr gespannt. Diesmal steht Francesca im Mittelpunkt. Auch sie wird von ihrer Familie verstoßen, insbesondere, weil sie sich loyal zeigt und ihre Emotionen gegenüber der „Malnata“ nicht verbergen möchte. Ihre Freundin ist in einer Psychatrie und muss dort unter schlimmen Bedingungen auf den Tag ihrer Befreiung warten. Francesca setzt alle Hebel in Bewegung, damit das passiert. Wir sind in Italien, in Monza und es ist die Zeit des zweiten Weltkriegs. Mussolinis Faschismus hat den Ort im Griff. Allianzen, die einmal etwas galten, sind zerbrochen. Francesca entscheidet sich für die Gegenseite. Sie heiratet einen nahen Freund, merkt aber, dass ihre Gefühle immer wieder zur Freundin driften, die so weit entfernt scheint. Als diese endlich die Mauern der Anstalt hinter sich lassen kann, wechselt diese auf die dunkle Seite. Sie bleibt für ihre Freundin aber immer erreichbar. Spannend und abwechslungsreich möchte ich diesen zweiten Band nennen. Überraschenderweise hat er mir um Nuancen besser gefallen als der erste. Die Wirren dieser schlimmen Zeit und die Arbeit im Widerstand war nahbar aber auch mit allem Schrecken dargestellt. Eine große Stärke des Romans sind die Nebenfiguren, die dem Plot Futter geben und keine Langeweile aufkommen lassen. Es passieren schlimme Dinge, das muss man aushalten können, aber so war die Zeit damals leider. Möge sie niemals wiederkommen. Salvioni ist eine große Erzählerin und hat die Gabe historischen Stoff so in eine fiktive Geschichte zu packen, dass das Buch zum Pageturner mutiert. Für mich ein Highlight und eine große Empfehlung für alle, die dunkle und helle Seiten in einer Lektüre zu schätzen wissen und einen Faible für interessante Figuren haben.
Monza, 1940. 4 Jahre ist es nun her, seit Maddalena sich für ihre Freundin Francesca geopfert hat und in eine Anstalt gesperrt wurde. Seitdem hat Francesca nichts mehr von ihr gehört, obwohl sie ihr zahlreiche Briefe geschrieben hat. Als sie erfährt, dass alle diese Briefe von ihrem Vater zurückgehalten wurden, ist Francesca eines klar: Sie muss Maddalena nach Hause holen und ihr sagen, dass sie sie niemals vergessen hat. Doch Italien steht kurz vor dem Kriegseintritt und die Zeiten sind schwer. Kann die Freundschaft der beiden jungen Frauen den Faschismus überstehen? „Malacarne“ ist die Fortsetzung von „Malnata“ von Beatrice Salvioni – ein Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Auch dieser zweite Band wurde von Anja Nattefort ins Deutsche übersetzt. Während der Titel des ersten Buches sich auf Maddalena bezog, die im Ort nur als die „Malnata“ („die Unheilbringende“) bekannt ist, ist „Malacarne“ (eine durch und durch Verkommene) nun der Spitzname, den Francesca ertragen muss. Und das nur, weil sie leben möchte, wie sie es für richtig hält und an ihrer Freundschaft zu Maddalena festhalten will. Als sie noch jünger waren, bestand die Freundschaft von Maddalena und Francesca aus gemeinsamen Streichen und Abenteuern unten am Fluss. Nun sehen sie sich einem ganzen System gegenüber, das Andersartigkeit in jeder Art und Weise bestraft. Seien das Frauen, die unverheiratet mit einem Mann zusammenleben oder Ladenbesitzerinnen, deren Ehemann Jude ist. Inmitten dieser Umbrüche entwickelt jede der beiden Frauen ihren eigenen Weg, mit der Situation umzugehen. Maddalena hat in der Anstalt Schlimmes erlebt und erkauft sich mit vorgetäuschter Liebe den Schutz eines Faschisten. Francesca hingegen treibt die Wut aus dem Elternhaus und schließlich in den Widerstand. Es war schön, die beiden Frauen wiederzusehen, auch wenn sie es in diesem Buch nicht leicht haben. Besonders interessant ist es, mitzuerleben, wie Francesca sich ohne Maddalena entwickelt hat, die ja früher immer die Führung übernahm. Nun ist es an ihr, Mut zu fassen und vielleicht auch Maddalena zu zeigen, worauf es in diesen Zeiten ankommt.












