Kampf ums Unbewusste

Kampf ums Unbewusste

Hardcover
4.01

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Beschreibung

Das Unbewusste als Territorium kultureller und politischer Konflikte und wie die Psychoanalyse heute helfen kann, sie zu lösen

Die Rede vom Unbewussten begann mit dem Niedergang der Religion um 1800. Hundert Jahre später entstand die Psychoanalyse, die von Anfang an nicht nur Therapieform, sondern auch Instrument des Erkenntnisgewinns und der Kulturkritik war. Die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und der Psychoanalytiker Tilo Held beleuchten die Bedeutung des Unbewussten für gesellschaftliche Phänomene und Entwicklungen. Von Antisemitismus und Totalitarismus über sich wandelnde Geschlechterrollen bis hin zu Fake News und Verschwörungserzählungen. Eine scharfsinnige Darstellung des »Kampfs ums Unbewusste« der letzten zweihundert Jahre bis heute und Vorschläge, wie eine von anderen Disziplinen bereicherte Psychoanalyse zur Überwindung gegenwärtiger Krisen beitragen könnte.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Gesellschaft & Sozialwissenschaften
Format
Hardcover
Seitenzahl
736
Preis
35.00 €

Autorenbeschreibung

Christina von Braun, geboren 1944, ist Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie war Professorin an der Humboldt-Universität im Fach Kulturwissenschaft und leitete dort bis 2003 den Studiengang Gender Studies. Sie hat zahlreiche Bücher, Aufsätze und Essays veröffentlicht und mehr als 50 Filme zu kulturellen und kulturhistorischen Themen gedreht. 2013 wurde sie mit dem Sigmund-Freud-Kulturpreis ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Aufbau »Blutsbande. Verwandtschaft als Kulturgeschichte«.

Beiträge

1
Alle
4

Zwischen Wahnsinn, Wahrheit und Wiener Couch

Ich hab das Buch Kampf ums Unbewusste gelesen – und mein eigenes Unbewusstes hat dabei ordentlich Samba getanzt. Christina von Braun und Tilo Held nehmen einen mit auf eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte Seelenlandschaft, Ideengeschichte und kollektives Knacksverhalten. Klingt trocken? Denkste! Hier wird nicht nur tief gebuddelt, sondern auch scharf geschossen: gegen Totalitarismus, Antisemitismus, toxische Rollenbilder und den ganzen postfaktischen Zirkus. Was mir besonders gefallen hat: Das Ding ist nicht einfach ein weiteres intellektuelles Laberfeuerwerk, sondern baut klug Brücken zwischen Psychoanalyse, Geschichte und Gesellschaft. Es stellt unbequeme Fragen, ohne einem gleich die Antworten reinzudrücken wie Zäpfchen. Stattdessen kriegt man Impulse – manchmal klug, manchmal fordernd, manchmal so schräg, dass ich mich kurz gefragt hab, ob Freud nicht heimlich mit am Schreibtisch saß. Klar, zwischendurch driftet’s mal ins akademische Delirium ab, aber hey – wer das Unbewusste sezieren will, darf auch mal ein Skalpell mehr benutzen. Ich musste zwar gelegentlich tief durchatmen (und Kaffee nachkippen), aber wurde durchweg belohnt mit klugen Gedanken und Perspektivwechseln, die man so selten bekommt. Ein bisschen wie Therapie, aber ohne Rechnung am Ende. Was mir gefehlt hat? Manchmal hätte ich mir etwas mehr erzählerischen Flow gewünscht. Die Gedanken sprangen teilweise wie ein Hamster auf Energy-Drinks – spannend, aber nicht immer leicht zu fassen. Dennoch: Das Buch ist ein wacher, mutiger Beitrag zur Frage, wie wir kollektiv so schräg ticken konnten – und noch immer ticken. Fazit: Keine Bettlektüre für leichtes Träumen, sondern ein wuchtiger Denkbrocken mit Tiefgang. Für alle, die glauben, ihr Unterbewusstes sei schon aufgeräumt – dieses Buch sagt: „Glaub weiter dran, Schatz.“ 4 von 5 Sterne – mit Freud’schem Augenzwinkern und ziemlich viel Stoff zum Nachdenken.

Zwischen Wahnsinn, Wahrheit und Wiener Couch
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