Johann Strauss "Was geh' ich mich an?!"

Johann Strauss "Was geh' ich mich an?!"

Hardcover
4.01

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Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
208
Preis
21.50 €

Beiträge

1
Alle
4

Tolle Geschichte über ein musikgenie, was uns in diesem Buch menschlich näher gebracht wird

Diesen Herbst war ich mit meiner Familie in Wien – und wer Wien besucht, der weiß: An Johann Strauß kommt man dort einfach nicht vorbei. Natürlich durfte ein Abstecher ins neu eröffnete, digitale Strauß-Museum nicht fehlen. Es war ein beeindruckendes Erlebnis – modern, lebendig und trotzdem so tief verbunden mit der Geschichte dieser Stadt. Danach war meine Neugier geweckt: Wer war dieser Mann wirklich, der die Welt mit seinen Walzern verzauberte? Und so griff ich zu dem Buch „Was gehe ich mich an“ von Robert Dachs. Keine gewöhnliche Biografie, das merkt man schnell. Es ist vielmehr eine einfühlsame Annäherung, eine leise Begegnung mit einem Menschen, der hinter all dem Glanz und den Walzerklängen so viel mehr war als nur der „Walzerkönig“. Der Autor schafft es, Johann Strauß Sohn, den man ja oft nur als musikalisches Genie kennt, ganz nah an den Leser heranzuholen. Man spürt seine Ängste, seine Zweifel – und seine tiefe Einsamkeit. Mich hat besonders bewegt, wie verletzlich dieser große Künstler war. Strauß hatte viele Ängste: die Angst, blind zu werden – was für einen Komponisten kaum vorstellbar schlimm sein muss –, aber auch die Angst, arm zu enden. Eine Szene ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Strauß beschwert sich, dass 50 Cent für eine Rasur zu teuer seien – und das, nachdem er auf seiner Amerika-Reise rund 100.000 Dollar verdient hatte. Da musste ich wirklich schmunzeln. Dieser Widerspruch zeigt, wie menschlich und gleichzeitig wie eigenwillig er war. Doch es geht noch tiefer. Strauß fürchtete sich auch vor Menschenmengen – und trotzdem stand er immer wieder vor riesigen Sälen, dirigierte, begeisterte, lebte für die Musik. Ich kann mir kaum vorstellen, was in ihm vorging, wenn er dort stand – zwischen Angst und Triumph, zwischen Pflicht und Leidenschaft. Das Buch lässt auch einen anderen, fast stillen Zug in ihm erkennen: Er nahm Fehler anderer auf sich, nur um niemanden bloßzustellen. Das hat mich sehr berührt. In einer Zeit, in der jeder oft nur an sich denkt, wirkt so ein Mensch fast aus der Zeit gefallen – und gerade deshalb so besonders. Ich glaube, Johann Strauß war ein sehr einsamer Mensch. Einer, der sich nach Nähe sehnte und sie in seiner Musik suchte. Und genau das hat Robert Dachs wunderbar eingefangen. Besonders traurig fand ich den Abschnitt über seinen Bruder Eduard Strauß, der eine große Anzahl an Notenblättern verbrannte – Werke, die wir nie werden hören können. Wie viele ungeschriebene Geschichten und Melodien da wohl verloren gingen! Am Ende des Buches blieb bei mir ein Gefühl von Wehmut, aber auch tiefer Dankbarkeit. Johann Strauß hat uns unvergessliche Musik geschenkt – und dieses Buch hat ihn mir als Menschen nähergebracht als jede klassische Biografie. Ich kann „Was gehe ich mich an“ wirklich jedem empfehlen, der einmal hinter die glänzende Fassade eines Genies blicken möchte. Ein Buch, das nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz anspricht. ❤️

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