Jena-Paradies
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Beschreibung
Peter Wensierski erzählt von einer Generation Jugendlicher auf der Suche nach einem freien, selbstbestimmten Leben
Freitag, 10. April 1981: In Jena steigt der 23-jährige Matthias Domaschk in den Schnellzug nach Berlin. Er will zu einer Geburtstagsfeier. Doch er kommt nie an, denn der vollbesetzte Zug wird in Jüterbog gestoppt, Matthias und drei weitere Jenaer festgesetzt. Zwei Tage später ist er tot, nach einem Verhör in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Gera. Was ist damals geschehen?
Fesselnd erzählt Peter Wensierski das Drama der letzten Stunden im Leben eines jungen Mannes, der auf der Suche nach sich selbst und einer lebenswerten Gesellschaft ist. Wie Teile eines Puzzles lassen überraschende Rückblenden in sein Leben das Bild einer unangepassten Jugend in einer Diktatur entstehen. Der Blick hinter die Kulissen des autoritären Machtapparates offenbart Erschreckendes und zeigt, wohin die Spaltung einer Gesellschaft in Freunde und Feinde letztlich führen kann.
»Das Buch ist spannend wie ein Krimi, erhellend und aufklärend über den Diktaturalltag wie beste Geschichtsforschung.«
Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Peter Wensierski, Jahrgang 1954, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Seit 1979 berichtete er als Journalist und Dokumentarfilmer aus der DDR. Von 1986 bis 1993 war er Fernsehjournalist bei der ARD, arbeitete für das Magazin Kontraste, ab 1993 beim Spiegel. Wensierski wurde ausgezeichnet mit dem Bundesfilmpreis, dem Europäischen Fernsehpreis und dem Bundesverdienstkreuz. Mehrere Buchveröffentlichungen, darunter »Von oben nach unten wächst gar nichts« (1986), »Schläge im Namen des Herrn« (2006), »Die verbotene Reise« (2014), »Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution« (2017), »Berlin – Stadt der Revolte« (mit Michael Sontheimer, 2018).
Beiträge
Ein wichtiger Querschnitt der paranoiden SED-Diktatur
SPIEGEL-Journalist Wensierski schildert minutiös, quellennah und in kurzweiligem Schreibstil die letzten zwei Tage des 23-jährigen Matthias Domaschk, der auf der Reise von seiner Heimatstadt Jena nach Berlin verhaftet wird. Domaschk möchte auf eine Geburtstagsfeier, das MfS befürchtet allerdings, der unangepasste Jugendliche reise zum SED-Parteitag, um zu demonstrieren. Zwei Tage später ist Domaschk tot - erhängt im Stasi-Gefängnis in Gera, kurz vor seiner Freilassung. Anhand der Untersuchungshaft und mithilfe einer Vielzahl an Rückblenden demonstriert Wensierski den Drang einer neu heranwachsenden Generation nach Freiheit, Individualität und Selbstverwirklichung sowie den paranoiden staatlichen Versuch, all jene Werte im Verblendungswahn sozialistischer Gleichheit mit aller Härte zu unterdrücken. Der junge Mann entzieht sich in dem Moment seinem Leben, in dem der Staat diesem Leben die letzte Freiheit nimmt und Domaschk aus der Untersuchungshaft zurück in die Unfreiheit entlässt. Natürlich ist der Unrechtstaat theoretisch bekannt, doch hier wird die Dimension des menschenverachtenden Unrechts an Domaschks Beispiel erlebbar. Eine klare Leseempfehlung; insbesondere den Personen, die der DDR nachtrauern oder auch heute noch Menschen rücksichtslos in vorgegebene und feste Rollen zu zwängen versuchen.
Beschreibung
Peter Wensierski erzählt von einer Generation Jugendlicher auf der Suche nach einem freien, selbstbestimmten Leben
Freitag, 10. April 1981: In Jena steigt der 23-jährige Matthias Domaschk in den Schnellzug nach Berlin. Er will zu einer Geburtstagsfeier. Doch er kommt nie an, denn der vollbesetzte Zug wird in Jüterbog gestoppt, Matthias und drei weitere Jenaer festgesetzt. Zwei Tage später ist er tot, nach einem Verhör in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Gera. Was ist damals geschehen?
Fesselnd erzählt Peter Wensierski das Drama der letzten Stunden im Leben eines jungen Mannes, der auf der Suche nach sich selbst und einer lebenswerten Gesellschaft ist. Wie Teile eines Puzzles lassen überraschende Rückblenden in sein Leben das Bild einer unangepassten Jugend in einer Diktatur entstehen. Der Blick hinter die Kulissen des autoritären Machtapparates offenbart Erschreckendes und zeigt, wohin die Spaltung einer Gesellschaft in Freunde und Feinde letztlich führen kann.
»Das Buch ist spannend wie ein Krimi, erhellend und aufklärend über den Diktaturalltag wie beste Geschichtsforschung.«
Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Peter Wensierski, Jahrgang 1954, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin. Seit 1979 berichtete er als Journalist und Dokumentarfilmer aus der DDR. Von 1986 bis 1993 war er Fernsehjournalist bei der ARD, arbeitete für das Magazin Kontraste, ab 1993 beim Spiegel. Wensierski wurde ausgezeichnet mit dem Bundesfilmpreis, dem Europäischen Fernsehpreis und dem Bundesverdienstkreuz. Mehrere Buchveröffentlichungen, darunter »Von oben nach unten wächst gar nichts« (1986), »Schläge im Namen des Herrn« (2006), »Die verbotene Reise« (2014), »Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution« (2017), »Berlin – Stadt der Revolte« (mit Michael Sontheimer, 2018).
Beiträge
Ein wichtiger Querschnitt der paranoiden SED-Diktatur
SPIEGEL-Journalist Wensierski schildert minutiös, quellennah und in kurzweiligem Schreibstil die letzten zwei Tage des 23-jährigen Matthias Domaschk, der auf der Reise von seiner Heimatstadt Jena nach Berlin verhaftet wird. Domaschk möchte auf eine Geburtstagsfeier, das MfS befürchtet allerdings, der unangepasste Jugendliche reise zum SED-Parteitag, um zu demonstrieren. Zwei Tage später ist Domaschk tot - erhängt im Stasi-Gefängnis in Gera, kurz vor seiner Freilassung. Anhand der Untersuchungshaft und mithilfe einer Vielzahl an Rückblenden demonstriert Wensierski den Drang einer neu heranwachsenden Generation nach Freiheit, Individualität und Selbstverwirklichung sowie den paranoiden staatlichen Versuch, all jene Werte im Verblendungswahn sozialistischer Gleichheit mit aller Härte zu unterdrücken. Der junge Mann entzieht sich in dem Moment seinem Leben, in dem der Staat diesem Leben die letzte Freiheit nimmt und Domaschk aus der Untersuchungshaft zurück in die Unfreiheit entlässt. Natürlich ist der Unrechtstaat theoretisch bekannt, doch hier wird die Dimension des menschenverachtenden Unrechts an Domaschks Beispiel erlebbar. Eine klare Leseempfehlung; insbesondere den Personen, die der DDR nachtrauern oder auch heute noch Menschen rücksichtslos in vorgegebene und feste Rollen zu zwängen versuchen.





