Du und Ich

Du und Ich

Hardcover
3.510
Ich Und DuGeheimnisHalbschwesterItalienische Literatur

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Beschreibung

Lorenzo weiß selbst nicht, warum er behauptet hat, dass er mit einer Clique in die Skiferien fährt. Nun kann er nicht mehr zurück, seine Mutter freut sich viel zu sehr, dass er endlich Freunde gefunden hat. Also besorgt er sich einen Fernseher, Bücher, Computerspiele, ein paar Vorräte und Selbstbräunungslotion und versteckt sich am ersten Ferientag im Keller des Hauses. Alles läuft nach Plan, bis seine Halbschwester Olivia in seinem Verschlag auftaucht, auf der Suche nach einem Platz zum Schlafen und nach ein bisschen Bargeld für den nächsten Schuss … Anrührend, komisch und tragisch zugleich – eine kurze Geschichte vom Erwachsenwerden.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
160
Preis
15.50 €

Beiträge

2
Alle
4

Kurzes Buch, aber erstaunlich viel darin. Zwei Menschen, die nirgendwo reinpassen.

Ich und du war mein erstes Buch von Niccolò Ammaniti und ich wusste am Anfang ehrlich gesagt noch gar nicht so richtig, wohin die Geschichte eigentlich will. Ein Junge, der seine Eltern belügt und sich heimlich im Keller versteckt, damit niemand merkt, dass er gar keine Freunde hat, klang erstmal einfach nur interessant und ein bisschen seltsam. Lorenzo ist dabei kein Charakter, zu dem man sofort eine emotionale Verbindung aufbaut. Er wirkt distanziert, beobachtet alles mehr, als wirklich Teil davon zu sein. Und genau so fühlt sich auch der Schreibstil an. Ruhig, eher kühl und nie wirklich nahbar. Ich glaube aber, dass genau das komplett zu Lorenzo passt. Besonders wurde das Buch für mich dann ab dem Moment, in dem Olivia auftaucht. Ab da hat die Geschichte plötzlich richtig viel Gefühl bekommen. Die beiden wirken beide komplett verloren und trotzdem verstehen sie sich auf eine Art, die man beim Lesen spürt. Vor allem die Szenen nachts im Keller sind mir im Kopf geblieben. Musik hören, reden, Erinnerungen, dieses nebeneinander existieren. Das hatte etwas total Echtes. Nicht kitschig oder übertrieben emotional, sondern eher leise und traurig. Obwohl das Buch so kurz ist, steckt unglaublich viel darin. Es geht um Einsamkeit, darum dazuzugehören, um Geschwister, Sucht und dieses Gefühl, irgendwie anders zu sein als alle anderen. Und trotzdem passiert nach außen eigentlich gar nicht so viel. Ich hätte mir stellenweise etwas mehr Tiefe gewünscht. Vieles ging ziemlich schnell und ich glaube, mit etwas mehr Raum hätte mich die Geschichte emotional noch stärker treffen können. Trotzdem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Gerade das Ende hat nochmal nachgewirkt, weil es nicht versucht, alles schön oder leicht zu machen. Für so ein kurzes Buch hat es erstaunlich viel erzählt.

Kurzes Buch, aber erstaunlich viel darin. Zwei Menschen, die nirgendwo reinpassen.
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Lorenzo ist 14 und nicht so, wie die anderen Jungs in seinem Alter. Am liebsten lebt er zurückgezogen, da er, bis auf ein paar Ausnahmen, alle Menschen verabscheut. Doch er weiß, dass er in Ruhe gelassen wird, wenn er sich anpasst und so tut, als hätte er Spaß daran, mit seinen Schulkameraden etwas zu unternehmen. So täuscht er seine Mutter mit der Behauptung mit seinen Klassenkameraden in die Skiferien zu fahren. Verstecken tut er sich derweil in dem vergessenen Keller. Doch dort bleibt er nicht lange allein, denn Olivia seine Halbschwester taucht plötzlich auf und sucht einen Unterschlupf. Ihr scheint es sehr mies zu gehen und Lorenzo muss sich überlegen, was ihm wichtiger ist. Seiner Schwester bei ihren Problemen zu helfen, oder sich in seiner ganz eigenen Welt weiterhin zu verkriechen... Der Stil des Buches ist zwar flüssig zu lesen, aber zum Leser sehr distanziert. Nicht nur Lorenzo scheint sehr konservativ zu sein, sondern auch der Autor. Mir kam es so vor, als wollte der Autor mich auf Abstand halten. Als sollte ich der Geschichte nicht zu nahe kommen. Für mich wirkte es ein bisschen oberflächlich und ohne tiefes Gefühl. Es gab für mich wenige Details, die die Geschichte für mich besonders wirken ließen. Irgendwie kam ich mit dem Buch nicht auf einen Nenner. Der einzige Grund, weshalb ich drangeblieben bin war der, dass ich wissen wollte, wie es mit Olivia weitergeht und wie Lorenzo auf sie reagiert. Und wie das Buch endet. Die Charaktere waren ebenso flach, wie der Rest des Buches, was mich sehr enttäuscht hat. Lorenzo ist sehr seltsam, nicht unbedingt so liebenswert. Olivia ist blass geblieben, man erfuhr ziemlich wenig über alle Charaktere im Buch. Aufgrund der kleinen Seitenzahl hätte ich mir wenigstens erhofft, dass das Buch tiefgründiger ist. Dass es mich flasht. Aber nichts dergleichen ist passiert. Für mich hat das Buch nichts Besonderes. Schade, ich hätte mir etwas mehr davon erhofft. Weder die Charaktere, noch der Stil und Schauplatz der Geschichte haben mich überzeugen können. Vielleicht können andere Leser dem Buch mehr abgewinnen. Bisher hat es ja auch ganz gute Kritiken bekommen und durch meine Meinung wird das Buch sicher nicht besser oder schlechter. Nehmt es einfach zur Hand und macht euch euer eigenes Bild.

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