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Intimitäten

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Über das Buch

Die elektrisierende Geschichte einer Frau, die gefangen ist zwischen vielen Wahrheiten. – „Ein so mitreißender wie verstörender Roman." Hilka Sinning, ARD ttt Was braucht ein Ort, um zu einem Zuhause zu werden? Die heimatlose Erzählerin verlässt New York, um am Gerichtshof in Den Haag als Dolmetscherin zu arbeiten. Als sie Adriaan kennenlernt, scheint die Stadt zur Antwort ihrer Sehnsüchte zu werden. Doch dann verschwindet er zu seiner Noch-Ehefrau und hinterlässt nichts als Fragen. Fragen, die sich zu einem existenziellen Abgrund auftun, als sie für einen angeklagten westafrikanischen Kriegsverbrecher dolmetschen muss und zweifelt: Was ist kalkulierte Lüge, was Wahrheit? Glauben nur noch die Naiven an Gerechtigkeit? Wer kann über wen richten? Katie Kitamuras subtiler Roman ist ein anregendes intellektuelles Vergnügen mit hypnotischer Sogwirkung.

Editionen (4)

ISBN9783446274044
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum22.08.22
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

84 Bewertungen

14 Rezensionen

3,7

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    3,0

    Manchmal war ich hier ganz nah dran an der Protagonistin und dann wieder sehr weit weg. Für mich ging es irgendwie um die Suche nach sich selbst und der Zugehörigkeit. Erzählt wird die Geschichte von einer Dolmetscherin, die aus New York nach Den Haag zieht, um am Internationalen Gerichtshof zu arbeiten. Nachdem ihr Vater verstirbt und ihre Mutter sich nach Singapur zurückzieht, fühlt sie sich in New York nicht mehr heimisch und bewirbt sich aus einem Impuls heraus am Gerichtshof. Dort angekommen, lernt sie Adriaan kennen und lieben, aber eines Tages verschwindet er zu seiner Noch-Ehefrau und lässt die Erzählerin alleine in seiner Wohnung in Den Haag. Ich glaub, ich hab mir aufgrund des Titels eine intensivere Geschichte gewünscht, wobei ich sagen muss, die Intensität kam im Nachgang, als ich über das Buch mit anderen gesprochen hatte. Aber während des Lesens fand ich die zwischenmenschlichen Beziehungen so distanziert und kühl, eher rational und nicht emotional. Es war die ganze Zeit, so ein düsterer und bedrückender Schleier über der Geschichte. Manchmal hat mich die lethargische Art der Protagonistin in Bezug auf die Beziehung genervt. Die Beschreibungen der Arbeit am Gerichtshof fand ich dafür umso spannender. Wie die Arbeit als Dolmetscherin Auswirkung auf die Zuhörenden im Gerichtssaal und auch auf die Dolmetscherin selbst hat. Da hab ich die Intimität gespürt, die mir in der Beziehung gefehlt hat. Der Schreibstil erinnert mich ein wenig an koreanische und japanische Literatur. Ob ich es empfehlen würde? Jedem, der unspektakuläre Erzählungen mag, aber einigen menschlichen Grundfragen nachgehen möchte und dabei etwas über das Arbeiten als Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof lesen möchte. Ich selbst würde es mit der Autorin noch mal probieren. S.45 „Jeder Mensch verdient es, vor Gericht angemessen vertreten zu werden, auch der übelste Verbrecher, auch jemand, der unaussprechliche Gräueltaten verübt hat, die Sorte Tat, die jede Vorstellungskraft sprengt und bei deren bloßer Beschreibung sich die meisten von uns die Ohren zuhalten und weglaufen würden.“ S.54 „Vielleicht waren sie mit irgendetwas Verbotenem befasst gewesen oder mit etwas, das ihnen plötzlich verboten vorkam - unsere Einschätzung unseres eigenen Verhaltens ändert sich, wenn wir glauben, gesehen zu werden.“ S.214 „Ich dachte: Ich will nach Hause. Ich will irgendwo sein, wo ich mich zu Hause fühle. Wo das allerdings war, wusste ich nicht.“

    15. Mai 2025

  • rezeptfrei
    rezeptfrei

    39 Follower

    4,5

    In dem Buch geht es um die Macht der Sprache. Es ist ein dünnes Buch, knapp 220 Seiten und es passiert von der Story her nicht viel. Aber das Buch hat so viel Tiefgang. Es erzählt von einer Dolmetscherin am Gerichtshof von Den Haag, es taucht ein in ihre Gefühlswelt , man erlebt ihre Einsamkeit in der Stadt, ihre Beobachtungen. Wow, ein tolles Buch!

    8. Aug. 2025

  • kame
    kame

    74 Follower

    4,5

    Ein überraschendes, eindrucksvolles Buch mit echtem Wow-Effekt.

    Katie Kitamura hat mich völlig überrascht und mit einem echten Wow-Effekt zurückgelassen. Die brillante sprachliche Klarheit, das eindrucksvolle Setting und die faszinierenden Einblicke in das Leben einer Dolmetscherin am Internationalen Gerichtshof in Den Haag machen dieses Buch zu etwas Besonderem – intensiv, klug und nachhaltig beeindruckend.

    9. Sept. 2025

3 von 14 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Katie Kitamura

Katie Kitamura, 1979 in Kalifornien geboren, ist eine amerikanische Schriftstellerin, Journalistin und Literaturkritikerin. Sie schreibt für zahlreiche Zeitungen, darunter The New York Times, Wired und The Guardian. Katie Kitamura lebt in New York. Bei Hanser erschienen ihre Romane »Trennung« (2017) und »Intimitäten« (2022).

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