Im Zeichen der Wölfin

Im Zeichen der Wölfin

Taschenbuch
3.73

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
N/A
Preis
7.20 €

Autorenbeschreibung

Franjo Terhart wurde 1954 in Essen geboren. Er unterrichtete einige Jahre Latein und Philosophie, ist seit 1985 für den WDR und verschiedene Zeitungen tätig und arbeitet seit 1990 als Kulturbeauftragter der Stadt Neukirchen-Vluyn. Seine zahlreichen Lesungen aus seinen historischen Kinder- und Jugendbüchern sind bei der Zielgruppe (auch an Schulen) sehr gefragt.

Beiträge

1
Alle
3

Ich weiß nicht mmehr, welches Buch es war, in dem ich neulich von Veleda, der Seherin der Germanen, las, aber es erinnerte mich wieder daran, dass ich als Jugendliche einst ein ganzes Buch über sie gelesen hatte. Ein leerer Kindle-Akku und ein Zufallsfund des alten Jugendbuchs im Karton haben dann zu einem Reread geführt, weil ich wieder wissen wollte, wie "Im Zeichen der Wölfin" war. Veleda ist von Geburt an durch die Zeichen der Götter zur Seherin ihres Stammes auserkoren und das besagt auch ihr Name. Das Buch startet mit einem Römer, der sie als Gefangene nach Rom bringen soll und Tacitus in einem Brief davon berichtet. Der Roman besteht daher aus zwei verschiedenen Ebenen, dem Brief des Römers an Tacitus, in dem wir von Veledas gegenwärtiger Lage erfahren und sich eine sehr, sehr kleine Nebengeschichte darum spinnt, wie der Römer und sie nach Pompeii kommen und - das dürfte ja jedem mit Geschichtskenntnis bekannt sein - natürlich kurz vor dem Ausbruch des Vesuvs. Die Haupthandlung ist Veledas Lebensgeschichte, wie sie sie dem Römer erzählt, angefangen bei ihrer Kindheit bis hin zu der Gefangennahme durch die Römer. Es gibt einiges Positives an dem Buch, so kenne ich nicht viele andere Geschichten, die mir das Germanien jener Zeit nahe bringen und alles, was ich bislang an Wissen gesammelt habe, passt in diesen Rahmen, mangelnde Recherche kann man dem Autoren also nicht vorwerfen. Mit Veledas Freundin Ganna gibt es zudem noch eine starke, mutige junge Frau im Buch, die sich nicht den Geschlechterkonventionen beugt und jungen Leserinnen etwas näher geht als Veleda selbst, die durch ihr Schicksal dem restlichen Leben sehr entrückt ist. Die historischen Daten sind am Schluss des Buches noch in einer kurzen Tabelle dargestellt, genau wie einige Begriffe erklärt werden, die heutzutage nicht mehr üblich sind. Durch solche Romane habe ich früher viel über Geschichte gelernt und es hat meine Begeisterung angespornt, noch mehr zu lernen. Ich habe selbst in der Nähe der Lippe gelebt, ähnlich wie Veleda, und mit meinen Eltern damals so ungefähr jedes Museum und Römerlager in der Nähe besucht, das rekonstruiert wurde oder auch nur noch als kleiner, beschilderter Wall zu besichtigen war. Was mir an dem Buch nicht so gefällt, ist die Erzählweise. Den Namen des Römers habe ich tatsächlich schon vergessen und um ihm die Faszination für Veleda abzunehmen, bräuchte es einfach mehr Raum für die Handlung mit ihm und Veleda in Pompeii. Stattdessen erfahren wir haarklein über Veledas Kindheit, in der sie noch normal mit ihren Geschwistern und Freunden aufgewachsen ist, während die politischen Geschehnisse später fast etwas überstürzt abgehandelt werden. Und dass am Ende natürlich die beiden genau dann in Pompeii sind, wenn wenig später der Vesuv ausbricht, Veleda es voraussieht und der Römer und seine Familie ihr als einzige glauben ... es gibt einfach nicht genug Text über sie, als dass ich hier die Motivation verstehen oder auch nur sehen könnte. Diese Tragik hätte und den gewollt konfliktreichen Teil hätte ich nicht gebraucht, Veledas Geschichte hätte besser allein für sich stehen können. Für geschichtsbegeisterte junge Mädchen kann ich des dennoch empfehlen, wenn man denn noch eine Ausgabe dieses Buches auftreiben kann (ich glaube nicht, dass es je nachgedruckt wurde?).

Beitrag erstellen