Im Reich der Schuhe

Im Reich der Schuhe

3.110
SchuhmacherinKapitalismusFabrikDebüt

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Beschreibung

Wie kann man den Fußstapfen des Vaters entkommen oder gar entwachsen, wenn dieser den Titel »Kaiser der Schuhe« innehat, eine Schuhfabrik sein Eigen nennt und auch sonst mit seinen Spleens recht einnehmend bis übergriffig ist? Der 26-jährige Bostoner Jude Alex Cohen – der bislang nur eine Aufgabe hatte: Sohn sein – versucht im chinesischen Foshan genau das. Auch mit Hilfe der Arbeiterin Ivy, die ihm ihr Leben und die jüngere Geschichte Chinas zeigt und Alex damit ganz neue Wege eröffnet.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Paperback
Seitenzahl
400
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Spencer Wise, 1970 in Boston geboren, arbeitete in einer Schuhfabrik in Südchina, verfügt aber auch über berufliche Erfahrungen, die von der Ausweidung von Hühnern, dem Verkauf von Ginsu-Messern bis zur redaktionellen Arbeit bei ›Sports Illustrated‹ und ›Time Out New York‹ reichen. Seine Texte erscheinen in Zeitschriften wie ›Narrative Magazine‹, ›The Florida Review‹ oder ›New Ohio Review‹. Wise ist Dozent für ›Creative Writing‹ an der Universität Augusta. ›Im Reich der Schuhe‹ ist sein Debütroman.

Beiträge

5
Alle
1

Ich muss zugeben, dass mich "Im Reich der Schuhe" leider gar nicht überzeugen konnte. Die interessante Prämisse des culture clash der Anfangsseiten konnte in keiner Weise aufrecht erhalten werden. Stattdessen taumelte der Protagonist Alex recht unbedarft, dauerüberfordert und wenig eigenständig am Rockzipfel der Chinesin Ivy durch die chinesische Provinz, in dem Versuch, sich einen Reim auf das Reich der Mitte zu machen. Alle Figuren waren eher überzogene Stereotypen als glaubhaft konzipierte Figuren, am stärksten und furchtbarsten trifft das wohl auf den Unternehmer-Vater, aber auch die chinesischen Funktionäre, zu, die schon fast parodistisch wirken, allerdings ohne das auch nur ein Hauch von Humor und Witz ausgestrahlt wird. Die Handlung kommt so gar nicht vom Fleck. Nach 140 Seiten ist eigentlich noch nichts passiert, was den Text voranbringt - es ist eher unaufgeregt und langweilig, da hilft auch die Tragödie nicht, die eine chinesische Arbeiterin trifft. Die sich anschließende, politische Erweckung und Entlassung von Alex in die Unabhängigkeit von seinem Vater ist an Naivität und Simplizität fast nicht zu überbieten. Hinzu kommt, dass die Darstellung der politischen Verhältnisse und Agitationen so oberflächlich und vereinfacht ist, dass man wirklich gar keine Freude daran haben kann. Mehr und mehr wird deutlich, dass hier eine politische Message rübergebracht werden soll - allerdings fehlt es leider an jeglicher Raffinesse. Insgesamt leider überhaupt nicht mein Text - langweilig, uninspiriert und öde.

2

Nach der Interesse weckenden Leseprobe nun also das gesamte Buch. Die jüdisch-amerikanische Familie Cohen ist seit Generationen im Schuhgeschäft und hat inzwischen eine Fabrik in China mit den damit verbundenen Problemen. Alex, der Sohn, verliebt sich in eine der Arbeiterinnen, Ivy, die ihn für einen bevorstehenden Arbeitskampf begeistert und in diesen einspannen will. Gleichzeitig wird dies aber von der Lokalpolitik, sprich der Partei, aber nicht gerne gesehen. Zusätzlich soll Alex mehr Verantwortung in der Fabrik übernehmen und das Geschäft von seinem Vater übernehmen. Kapitalismuskritik trifft auch jüdisch-amerikanische Klischees mit Reformbewegungen in China, sowie eine Art Coming of Age Roman. Nach sehr interessanten Beginn lässt das Buch leider etwas den anfänglichen Witz vermissen. Es wird sehr politisch und konzentriert sich ebenfalls sehr auf den Vater-Sohn Konflikt. Leider ist es ingesamt etwas unausgegoren und kann nicht vollends überzeugen. Somit hält das Gesamtwerk leider nicht, was die Leseprobe versprochen hat.

4

Beschreibung Im chinesischen Foshan führt ein jüdischer Geschäftsmann erfolgreich eine Schuhfabrik, er wird sogar ›Kaiser der Schuhe‹ genannt. Nun soll sein Sohn, der 26-jährige Alex Cohen sein Erbe antreten. Doch die Fußstapfen seines Vaters sind groß und so richtig möchten die Vorstellungen von Alex Geschäftsführung auch nicht mit den Ansprüchen seines Vaters zusammenpassen. Durch seine Freundschaft mit der Näherin Ivy lernt Alex das Leben der Arbeiter kennen und möchte unbedingt seinen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten. Doch wird es Alex möglich sein, einen gemeinsamen Weg mit seinem Vater und seinen Zielen zu finden? Meine Meinung Der Debütroman »Im Reich der Schuhe« des vielseitigen Multitalents Spencer Wise, der bereits für mehrere Zeitschriften Artikel verfasste, in einer Schuhfabrik in Südchina und weiteren Jobs tätig war, vermittelt durch das pfiffige Cover mit Äffchen und einer Zitronenschale vor rosarotem Hintergrund einen herrlich leichten Sommerflair. Doch es steckt tatsächlich mehr hinter der Fassade als man auf den ersten Blick vermuten würde. Ich liebe es in andere Kulturen einzutauchen und Spencer Wise ermöglicht genau das mit seiner Geschichte, denn er entführt in den Fernen Osten und zeichnet ein Bild der Gesellschaft aus chinesischen Einheimischen, Politik und eines verschrobenen Unternehmers in der Schuhbranche. Angereicht wird das Setting mit einer problematischen Vater-Sohn-Beziehung und einer Romanze. Der Schuhunternehmerspross Alex Cohen wird überraschend von seinem Vater in die Spitze seines Unternehmens aufgenommen, zeitgleich bahnt sich eine leidenschaftliche Affäre zwischen ihm und der Arbeiterin Ivy an. Das sind die Zutaten für einen süßen Sommer-Cocktail, doch die rosaroten Wolken werden mit einer säuerlichen Zitronendusche aufgemischt. Je mehr Alex von Ivy über das harte Leben in der Fabrik erfährt und Einblicke in den politisch und wirtschaftlich motivierten Handel erhält, desto mehr macht er sich Gedanken darüber, wie er als Erbe der Schuhfabrik im Kleinen für eine Verbesserung sorgen kann. Dadurch wird das ohnehin schwierige Verhältnis zu seinem Vater durch Alex Bestreben zusätzlich strapaziert. Spencer Wise ist in seinem Roman »Im Reich der Schuhe« eine gute Mischung aus Gesellschaftsbetrachtung, kreativen Unternehmerstreben und den Problematiken einer Vater-Sohn-Beziehung gelungen, in der sich der Sohn auf der einen Seite wünscht, den Ansprüchen seines alten Herren gerecht zu werden, und auf der anderen Seite seine eigene Vision verfolgen will. Ein spannender Kampf, aufgeheizt durch Emotionen und das politische Gefüge, die die Arbeiter in Chinas Fabriken klein halten wollen sorgt für die nötige Spannung, die einen an die Geschichte fesseln. Fazit Ein unterhaltsames Debüt, dass zum Nachdenken anregt, allerdings noch das gewisse Etwas vermissen lässt, dass die Geschichte zu etwas Besonderem macht. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 06.07.2021

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Beschreibung Im chinesischen Foshan führt ein jüdischer Geschäftsmann erfolgreich eine Schuhfabrik, er wird sogar ›Kaiser der Schuhe‹ genannt. Nun soll sein Sohn, der 26-jährige Alex Cohen sein Erbe antreten. Doch die Fußstapfen seines Vaters sind groß und so richtig möchten die Vorstellungen von Alex Geschäftsführung auch nicht mit den Ansprüchen seines Vaters zusammenpassen. Durch seine Freundschaft mit der Näherin Ivy lernt Alex das Leben der Arbeiter kennen und möchte unbedingt seinen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten. Doch wird es Alex möglich sein, einen gemeinsamen Weg mit seinem Vater und seinen Zielen zu finden? Meine Meinung Der Debütroman »Im Reich der Schuhe« des vielseitigen Multitalents Spencer Wise, der bereits für mehrere Zeitschriften Artikel verfasste, in einer Schuhfabrik in Südchina und weiteren Jobs tätig war, vermittelt durch das pfiffige Cover mit Äffchen und einer Zitronenschale vor rosarotem Hintergrund einen herrlich leichten Sommerflair. Doch es steckt tatsächlich mehr hinter der Fassade als man auf den ersten Blick vermuten würde. Ich liebe es in andere Kulturen einzutauchen und Spencer Wise ermöglicht genau das mit seiner Geschichte, denn er entführt in den Fernen Osten und zeichnet ein Bild der Gesellschaft aus chinesischen Einheimischen, Politik und eines verschrobenen Unternehmers in der Schuhbranche. Angereicht wird das Setting mit einer problematischen Vater-Sohn-Beziehung und einer Romanze. Der Schuhunternehmerspross Alex Cohen wird überraschend von seinem Vater in die Spitze seines Unternehmens aufgenommen, zeitgleich bahnt sich eine leidenschaftliche Affäre zwischen ihm und der Arbeiterin Ivy an. Das sind die Zutaten für einen süßen Sommer-Cocktail, doch die rosaroten Wolken werden mit einer säuerlichen Zitronendusche aufgemischt. Je mehr Alex von Ivy über das harte Leben in der Fabrik erfährt und Einblicke in den politisch und wirtschaftlich motivierten Handel erhält, desto mehr macht er sich Gedanken darüber, wie er als Erbe der Schuhfabrik im Kleinen für eine Verbesserung sorgen kann. Dadurch wird das ohnehin schwierige Verhältnis zu seinem Vater durch Alex Bestreben zusätzlich strapaziert. Spencer Wise ist in seinem Roman »Im Reich der Schuhe« eine gute Mischung aus Gesellschaftsbetrachtung, kreativen Unternehmerstreben und den Problematiken einer Vater-Sohn-Beziehung gelungen, in der sich der Sohn auf der einen Seite wünscht, den Ansprüchen seines alten Herren gerecht zu werden, und auf der anderen Seite seine eigene Vision verfolgen will. Ein spannender Kampf, aufgeheizt durch Emotionen und das politische Gefüge, die die Arbeiter in Chinas Fabriken klein halten wollen sorgt für die nötige Spannung, die einen an die Geschichte fesseln. Fazit Ein unterhaltsames Debüt, dass zum Nachdenken anregt, allerdings noch das gewisse Etwas vermissen lässt, dass die Geschichte zu etwas Besonderem macht. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 06.07.2021

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Einblicke in eine andere Welt

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