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19. Mai 2024
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19. Mai 2024
Blick ins Buch
Rahel muss eine Vergewaltigung anzeigen. Aber wie kann sie der Polizei vertrauen, die sie mit Gewalt gegen sich und ihre Umgebung in Verbindung bringt? Ich kann dich noch sehen (an diesen Tagen) stellt die Frage, wer von staatlichen Institutionen Hilfe erwarten kann und wer nicht, wer als »gutes« Opfer gilt und wer als »glaubhafter« Täter und wie mit Taten, die gleichzeitig so intim und doch so öffentlich sind, umgegangen werden kann. Ein roher, ungeschönter Blick auf die Intersektionen zwischen Herkunft, Weiblichkeit und struktureller Ausgrenzung und ein Versuch, Worte für Unsagbares zu finden.
Rahel has to report a sexual assault. But how can she, a Black woman, trust the German police? Days you'll find me (in a place I like to go) asks the question of who can and cannot expect help from state institutions, who is considered a »good« victim and who a »credible« perpetrator, and how to deal with this type of violence that is both deeply intimate and unavoidably public. A raw, unembellished look at the intersections between race, femininity and structural discrimination – and an attempt to find words for the unspeakable.
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19. Mai 2024
19. Mai 2024

4 Follower
Die neue Novelle von SGL habe ich in einem Rutsch gelesen. Atemlos und tief berührt, aber auch wütend (auf die "richtige" Art). Es geht um einen Nachmittag auf einem Polizeirevier, die Ich-Erzählerin möchte eine Vergewaltigung anzeigen. Doch kann sie überhaupt Hilfe erwarten von einer Institution, die strukturell diskriminierend ist? Wer soll ihr glauben, wo sie doch so ein "schlechtes Opfer" ist und der Täter so ein glaubwürdiger Schöngeist? SGL schreibt hoch poetisch und gleichermaßen politisch über unsere patriarchale und rassistische Gesellschaft, über griechische Mythologie und Sexy-Cop-Kalender, über Love Bombing und den NSU. Die Lektüre regt viele Gedanken an und lässt mit mehr Fragen als Antworten zurück. Doch genau das ist, was die Novelle so stark macht.
3. Juni 2024
Die neue Novelle von SGL habe ich in einem Rutsch gelesen. Atemlos und tief berührt, aber auch wütend (auf die "richtige" Art). Es geht um einen Nachmittag auf einem Polizeirevier, die Ich-Erzählerin möchte eine Vergewaltigung anzeigen. Doch kann sie überhaupt Hilfe erwarten von einer Institution, die strukturell diskriminierend ist? Wer soll ihr glauben, wo sie doch so ein "schlechtes Opfer" ist und der Täter so ein glaubwürdiger Schöngeist? SGL schreibt hoch poetisch und gleichermaßen politisch über unsere patriarchale und rassistische Gesellschaft, über griechische Mythologie und Sexy-Cop-Kalender, über Love Bombing und den NSU. Die Lektüre regt viele Gedanken an und lässt mit mehr Fragen als Antworten zurück. Doch genau das ist, was die Novelle so stark macht.
3. Juni 2024
Autorin / Autor
Simoné Goldschmidt-Lechner (SGL) schreibt, übersetzt, interessiert sich für (queere) Fandoms online, Horror aus postmigrantischer Perspektive, Sprache in Videospielen und sprachlich Experimentelles. Schreibt seit 2018 literarisch auf Deutsch und Englisch. Seit 2022 Teil verschiedener Theater-, Performance- sowie Filmprojekte. Gibt das Literaturmagazin process*in mit heraus. Ihr Debütroman Messer, Zungen erschien 2022 bei Matthes & Seitz Berlin. Übersetzungen u. a. von Against White Feminism von Rafia Zakaria (2022), Exponiert von Olivia Sudjic (2023) und GOOD TALK von Mira Jacob (2022).
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