Heißes Blut
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Un-Su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, hat in seiner Heimat schon viele Literaturpreise gewonnen. Die internationalen Krimiszene feiert ihn als den »koreanischen Henning Mankell«.
Beiträge
Ehrlich und unverblümt
Für mich war „Heißes Blut“ von Kim ein absoluter Glückstreffer. Ich habe das Buch eher zufällig erworben, weil es als Mängelexemplar bei Kaufland erhältlich war. Weder kannte ich den Autor, noch sagte mir der Titel etwas. Umso mehr hat mich das Buch überrascht. „Heißes Blut“ ist ein hervorragender Gangster-Thriller – so maskulin, wie ein Buch nur sein kann. Im Mittelpunkt steht ein Protagonist mittleren Alters, der mit seinem Leben als Gangster unzufrieden ist. Doch etwas anderes kennt er nicht. Er schlägt sich durchs Leben, erledigt Aufträge und verdient damit eher mäßig Geld. Dazu kommen eine unerfüllte Liebe, zahlreiche tragische Todesfälle und schließlich sein Aufstieg zum Oberhaupt seiner Organisation. Das Buch schildert dieses Leben ehrlich, unverblümt und mit all seiner Grausamkeit. Es nimmt kein Blatt vor den Mund und wirkt dabei erstaunlich realistisch. Besonders beeindruckt hat mich die Erzählweise. Die Geschichte wird nicht unnötig emotionalisiert, sondern auf eine natürliche und glaubwürdige Art erzählt, sodass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Welt zu sein. Selbst die tragischsten Momente – etwa wenn Familienmitglieder durch den Bandenkrieg ums Leben kommen – werden so dargestellt, wie sie von den Figuren tatsächlich wahrgenommen werden. Natürlich empfindet der Protagonist Trauer, doch weil er kein anderes Leben kennt, begegnet er diesen Verlusten mit einer bemerkenswerten Nüchternheit. Ich möchte nicht zu viel verraten und lasse deshalb offen, ob eine Geschichte wie diese überhaupt so etwas wie ein Happy End haben kann. Ob diejenigen, von denen man selbst das Gefühl hat, sie hätten ihren Tod verdient, dieses Schicksal tatsächlich ereilt, und ob der Hauptprotagonist am Ende eine Form von Frieden findet. Wobei man sich fragen muss, ob Menschen seiner Natur überhaupt dazu in der Lage sind. In dieser Welt scheint es jedenfalls so, als müssten deutlich mehr Verluste hingenommen werden als in einem gewöhnlichen Leben. Trotz allem kommt man nicht darum herum, eine gewisse Sympathie für den Hauptprotagonisten zu entwickeln. Deshalb gibt es von mir eine klare Empfehlung – und zwar nicht nur für Fans von Gangsterromanen, sondern für ein breiteres Lesepublikum.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Un-Su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, hat in seiner Heimat schon viele Literaturpreise gewonnen. Die internationalen Krimiszene feiert ihn als den »koreanischen Henning Mankell«.
Beiträge
Ehrlich und unverblümt
Für mich war „Heißes Blut“ von Kim ein absoluter Glückstreffer. Ich habe das Buch eher zufällig erworben, weil es als Mängelexemplar bei Kaufland erhältlich war. Weder kannte ich den Autor, noch sagte mir der Titel etwas. Umso mehr hat mich das Buch überrascht. „Heißes Blut“ ist ein hervorragender Gangster-Thriller – so maskulin, wie ein Buch nur sein kann. Im Mittelpunkt steht ein Protagonist mittleren Alters, der mit seinem Leben als Gangster unzufrieden ist. Doch etwas anderes kennt er nicht. Er schlägt sich durchs Leben, erledigt Aufträge und verdient damit eher mäßig Geld. Dazu kommen eine unerfüllte Liebe, zahlreiche tragische Todesfälle und schließlich sein Aufstieg zum Oberhaupt seiner Organisation. Das Buch schildert dieses Leben ehrlich, unverblümt und mit all seiner Grausamkeit. Es nimmt kein Blatt vor den Mund und wirkt dabei erstaunlich realistisch. Besonders beeindruckt hat mich die Erzählweise. Die Geschichte wird nicht unnötig emotionalisiert, sondern auf eine natürliche und glaubwürdige Art erzählt, sodass man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Welt zu sein. Selbst die tragischsten Momente – etwa wenn Familienmitglieder durch den Bandenkrieg ums Leben kommen – werden so dargestellt, wie sie von den Figuren tatsächlich wahrgenommen werden. Natürlich empfindet der Protagonist Trauer, doch weil er kein anderes Leben kennt, begegnet er diesen Verlusten mit einer bemerkenswerten Nüchternheit. Ich möchte nicht zu viel verraten und lasse deshalb offen, ob eine Geschichte wie diese überhaupt so etwas wie ein Happy End haben kann. Ob diejenigen, von denen man selbst das Gefühl hat, sie hätten ihren Tod verdient, dieses Schicksal tatsächlich ereilt, und ob der Hauptprotagonist am Ende eine Form von Frieden findet. Wobei man sich fragen muss, ob Menschen seiner Natur überhaupt dazu in der Lage sind. In dieser Welt scheint es jedenfalls so, als müssten deutlich mehr Verluste hingenommen werden als in einem gewöhnlichen Leben. Trotz allem kommt man nicht darum herum, eine gewisse Sympathie für den Hauptprotagonisten zu entwickeln. Deshalb gibt es von mir eine klare Empfehlung – und zwar nicht nur für Fans von Gangsterromanen, sondern für ein breiteres Lesepublikum.




