Havarie

Havarie

Taschenbuch
3.54
FlüchtlingspolitikMigrationFestung Europa

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Beschreibung

In einer windigen Nacht steigen zwölf Männer in ein Boot, versuchen Cartagena zu erreichen. Unter dem hohen Sternenhimmel zieht majestätisch ein Kreuzfahrtschiff dahin. Ein deutscher Frachter verlässt den algerischen Hafen mit Kurs auf Dublin. Und die spanische Küstenwache hält sich bereit. – Ein Meer, vier Schiffe, verschiedene Perspektiven: Merle Krögers Roman ist ein seetüchtiger Actionthriller und ein messerscharfes Porträt Europas.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
232
Preis
12.40 €

Beiträge

2
Alle
4

Ich hatte ein bisschen etwas anderes erwartet. - Dass es irgendwie stärker um den Kontrast zwischen dem Leben auf dem Luxusschiff und dem Flüchtlingsboot geht. Stattdessen bekommt der Leser anhand der einzelnen Perspektiven schlaglichtartig ein Kaleidoskop von allem was auf der Welt so schief läuft vorgeführt: Syrien, Ukraine, Nordirland, Umweltverschmutzung, Postkolonialismus,… Es ist eindrucksvoll - aber irgendwie wäre mir ein stärkerer Fokus auf weniger Themen lieber gewesen. Gut gefallen hat mir der Erzählstil aus den verschiedenen Perspektiven. Auch, dass am Ende so vieles offen bleibt, finde ich gut.

2

Nordirlandkonflikt, Annexion der Krim, Euromaidan, Syrien-Krieg, Terror in Algerien, Tod auf dem Mittelmeer. Kröger versucht so ziemlich jedes katastrophale Weltereignis der vergangenen 50 Jahre auf 200 Seiten Thriller zu pressen. Dass Kröger das Massensterben aber eher als austauschbare Hintergrundfolie für die multiperspektivische Erzählweise instrumentalisiert, darüber kann auch die (vermutlich sehr gewissenhafte) Recherche nicht hinwegtäuschen. Im Vorwort bezeichnet Else Laudan den Stil als "distanzlos, ungestüm und enorm welthaltig" und meint das vermutlich als Kompliment. Im Endeffekt betreibt Kröger aber mit ihren "elf Wirklichkeiten" den selben Leidenstourismus, den sie den voyeuristischen Kreuzfahrtpassagieren vorwirft, die dem manövrierunfähigen Schlauchboot aus der Ferne zuwinken, bevor sie sich dem "nächsten Spektakel" zuwenden.

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