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Hamburg Chinatown von Anette Strohmeyer und Eric Niemann ist ein historischer Krimi, der 1927 auf St. Pauli spielt. Die Frau und der Fjord von Anette Strohmeyer zählt zu meinen Jahreshighlights, deswegen habe ich mich sehr auf ihren historischen Krimi gefreut. Peder ist Polizist auf St. Pauli. Er glaubt, dass die chinesische Mafia seinen Bruder Claas auf dem Gewissen hat und ermittelt auf dem Kiez. Li Lim kommt im Auftrag der Grünen Bande aus Shanghai nach Hamburg, um einen Kommunisten zu beseitigen. Auf der Suche nach seinem Zielobjekt lernt er nicht nur Woo Chong kennen, den Herrscher über das Nachtleben auf St. Pauli, sondern auch Tessa Möller, die Tochter des Reeders Alfred Möller. Auf Möllers Schiffen, mit denen mutmaßlich Opium nach Deutschland transportiert wird, kommen auffallend oft chinesische Heizer ums Leben. Am Ende des Buches erfahren wir einiges zur Geschichte des Chinesenviertels in Hamburg, das in den 1920er Jahren mit etwa zwei bis drei Tausend Chinesen auf seinem Höhepunkt war und bereits kurze Zeit nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sein Ende fand. Das mit 434 Seiten recht umfangreiche Buch besteht aus 81 kurzen Kapiteln, die abwechselnd Peders, Tessas, Woo Chongs und Lis Geschichte erzählen. Es sind sehr viele Charaktere vertreten, die in einem zweiseitigen Personenverzeichnis am Anfang aufgelistet sind, nichtsdestotrotz fand ich es schwer, die chinesischen Namen den Charakteren zuzuordnen. Sehr sympathisch fand ich Tessa, die sich gegen ihren Vater und seinen Plan, seine Tochter gegen ihren Willen mit seinem Prokuristen zu verheiraten, durchgesetzt hatte. Die Liebesgeschichte zwischen Tessa und dem Auftragskiller, der ihr zuliebe seinen „Beruf“ aufgibt, hat mir gut gefallen. Dass auch der Unterweltboss Woo Chong eine Wandlung von Saulus zu Paulus vollzieht, fand ich weniger glaubwürdig. Spannung kam erst in der zweiten Hälfte auf, das Finale war grandios. Trotz der kleinen Kritikpunkte empfehle ich diesen historischen Hamburg-Krimi gerne weiter und vergebe vier von fünf Sternen.
14. Dez. 2025
Hamburg Chinatown von Anette Strohmeyer und Eric Niemann ist ein historischer Krimi, der 1927 auf St. Pauli spielt. Die Frau und der Fjord von Anette Strohmeyer zählt zu meinen Jahreshighlights, deswegen habe ich mich sehr auf ihren historischen Krimi gefreut. Peder ist Polizist auf St. Pauli. Er glaubt, dass die chinesische Mafia seinen Bruder Claas auf dem Gewissen hat und ermittelt auf dem Kiez. Li Lim kommt im Auftrag der Grünen Bande aus Shanghai nach Hamburg, um einen Kommunisten zu beseitigen. Auf der Suche nach seinem Zielobjekt lernt er nicht nur Woo Chong kennen, den Herrscher über das Nachtleben auf St. Pauli, sondern auch Tessa Möller, die Tochter des Reeders Alfred Möller. Auf Möllers Schiffen, mit denen mutmaßlich Opium nach Deutschland transportiert wird, kommen auffallend oft chinesische Heizer ums Leben. Am Ende des Buches erfahren wir einiges zur Geschichte des Chinesenviertels in Hamburg, das in den 1920er Jahren mit etwa zwei bis drei Tausend Chinesen auf seinem Höhepunkt war und bereits kurze Zeit nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sein Ende fand. Das mit 434 Seiten recht umfangreiche Buch besteht aus 81 kurzen Kapiteln, die abwechselnd Peders, Tessas, Woo Chongs und Lis Geschichte erzählen. Es sind sehr viele Charaktere vertreten, die in einem zweiseitigen Personenverzeichnis am Anfang aufgelistet sind, nichtsdestotrotz fand ich es schwer, die chinesischen Namen den Charakteren zuzuordnen. Sehr sympathisch fand ich Tessa, die sich gegen ihren Vater und seinen Plan, seine Tochter gegen ihren Willen mit seinem Prokuristen zu verheiraten, durchgesetzt hatte. Die Liebesgeschichte zwischen Tessa und dem Auftragskiller, der ihr zuliebe seinen „Beruf“ aufgibt, hat mir gut gefallen. Dass auch der Unterweltboss Woo Chong eine Wandlung von Saulus zu Paulus vollzieht, fand ich weniger glaubwürdig. Spannung kam erst in der zweiten Hälfte auf, das Finale war grandios. Trotz der kleinen Kritikpunkte empfehle ich diesen historischen Hamburg-Krimi gerne weiter und vergebe vier von fünf Sternen.
14. Dez. 2025






