Großmütter

Großmütter

Hardcover
4.339

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Beschreibung

Ein souverän erzählter, verblüffender Roman über zwei Frauen aus verschiedenen Kontinenten, die sich beide auf abenteuerliche Weise aus ihrem vermeintlich unabänder­lichen Schicksal lösen. Dieser Roman handelt von zwei Großmüttern, die eine aus einer armen Schweizer Bauernfamilie, die andere aus einer relativ wohlhabenden Familie in Kamerun. In einer unglaublich knappen, wie gemeißelten Sprache geht es um deren Kindheit, Hoffnungen und Enttäuschungen. Sie heiraten, werden gedemütigt und entwürdigt. Aber durch diese Erfahrungen staut sich eine gewaltige Wut auf, die schließlich, auch mit Hilfe der jeweiligen Enkeltöchter, zu ihrer Befreiung führt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Generationenromane
Format
Hardcover
Seitenzahl
128
Preis
18.50 €

Autorenbeschreibung

Melara Mvogdobo wurde 1972 in Luzern geboren. Nach dem Besuch des städtischen Lehrer*innenseminars in Luzern und der Geburt von drei Söhnen lebte sie in der Dominikanischen Republik, in Kamerun und an verschiedenen Orten in der Schweiz. Nebst ihrem schriftstellerischen Schaffen bildete sich weiter zur Erwachsenenbildnerin und Trauma Beraterin, unterrichtete traumatisierte Jugendliche, leitete Workshops in Textilkunsthandwerk und tropischer Küche, bis sie 2022 mit ihrer Familie und ihrer Long-Covid-Erkrankung nach Andalusien auswanderte. 2023 erschien ihr Debütroman »Von den fünf Schwestern, die auszogen, ihren Vater zu ermorden« in der Edition 8.

Merkmale

1 Bewertungen

Stimmung

Traurig
Witzig
Gruselig
Erotisch
Spannend
Romantisch
Verstörend
Nachdenklich
Informativ
Herzerwärmend
100%
N/A
35%
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24%
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60%
51%
N/A

Hauptfigur(en)

Sympathisch
Glaubwürdig
Entwickelnd
Vielschichtig
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55%
51%

Handlungsgeschwindigkeit

Schnell100%
Langsam0%
Mittel0%
Variabel0%

Schreibstil

Einfach100%
Komplex0%
Mittel0%
Minimalistisch (100%)

Beiträge

11
Alle
5

Einfach fantastisch

5

Ein wunderbares, kurzes Buch über zwei völlig verschiedene Frauenleben, die sich so ähnlich sind. Zwei mutige Frauen, die fast ein Leben lang brauchen um sich zu befreien und erst wieder leben können, als sie einen neuen Sinn zum Weiterleben gefunden haben. Ein völlig ungewohnter Schreibstil, der zwischen beiden Protagonisteinnen hin und her springt, den Leser fordert, die Leerstellen zu füllen, zu denken. Das hat mir richtig gut gefallen. Ein wunderbares Stilmittel, poetisch, ausdrucksstark. Auch wenn ich die Handlungen der beiden am Ende nicht für gut befinden kann, kann ich sie als Symbol der Befreiung nachvollziehen. Die Ähnlichkeiten der Frauenleben in Afrika (Kamarun) und Europa (Österreich) stehen für viele Frauenschicksale der Welt. Und oftmals müssen Dinge mutig geändert werden um ein zufriedenes, sinnvolles Leben zu leben. LESEEMPFEHLUNG!

5

Berührend und tiefgründig „Etwas ist defekt. Dein Körper bringt nichts als Töchter hervor. Ein Mann braucht Söhne. Du bist eine egoistische Frau. Du hattest die Frechheit, die Polygamie zu verweigern. Und jetzt bist du nicht einmal in der Lage, mir richtige Nachkommen zu schenken.“ (S. 44) Zwei Großmütter erzählen aus ihrem Leben. In kurzen Kapiteln erzählen sie von ihren entbehrungsreichen Leben mit den falschen Männern. Beide lebten in arrangierten Ehen, die eine in einem Dorf in der Schweiz, die andere in Kamerun. Beide wurden ihr Leben lang von ihren Männern unterdrückt und misshandelt, bis sie sich schließlich im hohen Alter an ihnen gerächt hatten. „Ich hätte viel, viel öfter Nein sagen sollen. Aber ich hatte Angst. Also habe ich geschwiegen.“ (S. 91) Zwei wortgewandt erzählte Geschichten von zwei Frauen auf ihrem steinigen Weg zur Emanzipation und Befreiung. Ein Buch, das im Gedächtnis bleibt und nachhallt 🙌🏼

5

„Ich habe mich schon oft gefragt, wie ein Mensch geboren wird. Traurig oder glücklich? Ich denke glücklich. Traurig macht ihn erst das Leben.“ Zwei Großmütter blicken auf ihr Leben zurück. Eine stammt aus einer armen Bauersfamilie in der Schweiz, die andere aus einer wohlhabenden Familie in Kamerun. Beide lebten im arrangierten Ehen. Das Leben besteht für sie aus viel Arbeit, Demütigungen und noch mehr Arbeit. Ihr Leben wird von ihren Männern bestimmt, die Frauen haben nichts zu melden. Was für ein sprachlich wunderbar gelungener Roman. Die Kapitel sind kurz, knapp, auf den Punkt. Aus zwei Perspektiven wird hier abwechselnd erzählt, erkennbar an einer unterschiedlichen Schriftfarbe. Mich hat dieser Roman sehr bewegt. Die Frauen haben schon früh erkannt, dass sie so nicht leben wollen, leise und klug begehren sie auf aber es reicht nur um das Leben für sie etwas erträglicher zu machen. Doch irgendwann im fortgeschrittenen Alter, wollen sie sich nicht mehr tyrannisieren lassen und setzen dem ein Ende. Da will ich aber nicht zu viel verraten. Traurig macht mich ihr Schicksal, sie mussten unglaublich viel aushalten. Ihre Enkelinnen sind da ganz anders, leben selbstbestimmt und wollen unabhängig sein. Ein Buch über zwei Frauen, die ein hartes Leben führten und irgendwann doch noch den Mut hatten sich zu emanzipieren und zu befreien. Es ist nie zu spät auszubrechen und sich das Leben so zu gestalten, wie man es gerne möchte. Bekommt eine große Empfehlung von mir.

5

2 Großmütter - 2 Frauenschicksale - eine späte Befreiung

Zwei Frauen, Großmütter inzwischen, beide in arrangierten Ehen gefangen, erniedrigt, misshandelt, die eine reich und unglückselig in Kamerun, die andere arm und kummervoll in der Schweiz. „Ich hätte viel, viel öfter Nein sagen sollen. Aber ich hatte Angst. Schon mein ganzes Leben lang. Also habe ich geschwiegen.“S.91 „ Seit er mich im Altersheim wieder geschlagen hat, nach all den Jahren wieder seine Hand gegen mich erhob, ist sie weg. Die Angst. Einfach weg. Das Gewicht auf meiner Brust, das mich nie befreit atmen ließ, es ist verschwunden. Ich fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben leicht. Und vollkommen ruhig.“ S.99 In kurzen Sequenzen erzählen sie abwechselnd aus ihrem Leben und wie sie sich am Ende in hohem Alter noch, nicht zuletzt mit Unterstützung ihrer Enkeltöchter, mutig von ihren herrschsüchtigen Ehemännern befreit haben. Die erzählten Lebenspassagen machen fassungslos und wütend zugleich und lehren uns einmal mehr, warum Emanzipation nicht nur auf dem Papier „gleiche Rechte haben“ bedeutet. Dieses dünne, aber eindrucksvolle Büchlein hallt noch lange nach. „ Steh auf, Großmutter! Sei stark, stolz und lebe!“S.123 Große Leseempfehlung!

5

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Zwei Frauen, zwei Kontinente, zwei Schicksale von Generation zu Generation. Kein Wort zu viel, aber eben auch keins zu wenig. Ein ganz toller und präziser Schreibstil! Absolute Empfehlung!

4.5

Die Freiheit einer Frau reicht nur bis zum nächsten Nein eines Mannes.

Der kurze Roman "Großmütter" liest sich sehr schnell, bleibt aber lange in Erinnerung. Melara Mvogdobo erzählt in Rückblicken über das Leben zweier ganz unterschiedlicher Frauen, mittlerweile Großmütter, aus zwei Kulturen. Die eine wächst in einer armen Bauernfamilie in einem Schweizer Dorf auf, die andere heiratet in eine wohlhabende Familie in Kamerun ein. Die beiden namenlosen Frauen berichten abwechselnd jeweils aus der Ich-Perspektive über ihr Leben. Beide verbindet, dass sie als Frauen nicht über ihr eigenes Leben entscheiden dürfen. Beide werden in arrangierte Ehen gedrängt, in denen sie sich unterordnen müssen. Sie erleben im Laufe ihres Lebens Misshandlung, Unterdrückung, Hoffnungslosigkeit, Gewalt und Demütigung. Da dieses Buch nur 126 Seiten umfasst, kann man sich vorstellen, dass die Schilderung zweier Leben eher kurz und auf den Punkt erzählt wird. Die Sätze sind schmucklos, nüchtern, kraftvoll und natürlich gibt es erhebliche Zeitsprünge. Es kann nur episodenhaft aus den Leben erzählt werden und dennoch erreichten mich die Sätze. Der Schmerz, der die Frauen vereint, wird klar transportiert. Ein Buch, das zeigt, dass es nie zu spät für ein selbstbestimmtes Leben ist und dass man aus eingefahrenen Traditionen ausbrechen und die Zukunft für die Kinder und Enkel positiver gestalten kann.

4

Ein langsames leides Buch über zwei Frauen mit ähnlich schwerem Schicksal, die es beide schaffen, sich als Grossmütter davon zu befreien. Toll, wie diese schweren Themen sprachlich umgesetzt wurden.

4

Zwei Schicksale, weit weg voneinander und doch so nah! Kurz und eindrucksvoll beschrieben, ein wichtiges Buch für das Selbstbewusstsein aller Frauen!

5

Eigener Stil - sehr stark erzählt!

Zwei Grossmütter, eine aus einer armen Bauernfamilie in der Schweiz, die andere aus einer reichen Familie in Kamerun, erzählen von ihren Leben, die beide durch die gesellschaftlichen Normen und ihre Männer sehr leidvoll waren. Am Schluss entscheiden sie sich beide zu einem drastischen Schritt. Mvogdobo erzählt hier in Kleinstkapiteln, die jeweils eine bis drei Seiten lang sind, abwechslungsweise aus dem Leben der Kamerunerin und der Schweizerin. Die Erzählperspektive der Ich-Erzählerinnen führt zu einem sehr intimen, gedankenartigen Stil, der einen starken Sog auf mich ausübte. Das Büchlein liest sich aufgrund seiner Konstruktion sehr schnell, hat aber dennoch einen sehr starken Tiefgang. Verdient füer den Schweizer Buchpreis nominiert! Absolute Empfehlung!

2

sadly, i didn‘t like it. after reading lazar, a book with such beautiful writing coming from a 22 year old, this was disappointing in comparison. both are nominated for the swiss book price and i‘m pretty sure lazar will win. i‘m honestly not quite sure how this book got nominated, since the writing isn‘t really good. the story had so much potential which wasn‘t used. it felt like a draft, unfinished. it needed an editor, so the chapters could get changed and the titles were childish and idk. it lacked in seriousness even tho the topic is so serious and important. sadly i don‘t recommend it and after reading both her books i won‘t read any new ones from her.

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