Griechische Erzählungen

Griechische Erzählungen

Buch

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Beschreibung

Alexandros Papadiamantis, dessen Romane, Novellen und Erzählungen zur Weltliteratur zählen und der von vielen in seinem Heimatland als der größte Schriftsteller des neuzeitlichen Griechenlands angesehen wird. Seinen Erzählungen ist gemein, dass sie von tragikomischen Elementen durchzogen sind, gewürzt mit feiner, manchmal aber auch ganz offener Gesellschaftskritik. Ein wichtiges sich wiederholendes Thema ist die Stellung der Frau in einem ausgeprägt patriarchalischen System, das für sie nur die Unterordnung kennt, in einer Epoche, in der europäische Einflüsse immer stärker werden und die verkrusteten Strukturen der ottomanischen Herrschaft aufbrechen und sich auf dem Rückzug befinden. Seine Sympathien liegen bei den Schwachen, bei den Frauen, Kindern und einfachen Leuten, Fischern, Hirten und Mönchen, die auch seine Helden sind, und aus deren Blickwinkel die Gesellschaft am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts beleuchtet wird. Außergewöhnlich sind seine detaillierten Beschreibungen der Natur. Viele seiner Geschichten spielen sich unter dem freien Himmel der Ägäis, der Inseln, des Meeres, aber auch des Hinterlandes und der Berge ab. Seine poetische Ausdrucksweise vereinigt mit dem griechischen Dialekt des neunzehnten Jahrhunderts erreicht einen relativ hohen Schwierigkeitsgrad, wenn es darum geht, ihn in eine andere Sprache zu übertragen. (Ich kann mir vorstellen, dass dies vielleicht auch ein Grund ist, dass sich nicht mehr seiner Werke in deutscher Sprache in Umlauf befinden.) Die altertümlich anmutenden Übersetzungen seiner Erzählungen (so selten diese auch sind), die sich bisher noch in Umlauf befinden, werden dabei seinen Fähigkeiten nicht gerecht. Obwohl er gegen Ende des neunzehnten, Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts schrieb, sind seine Geschichten in ein modernes Deutsch übertragen hervorragend zu lesen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Religiös
Format
Buch
Seitenzahl
212
Preis
20.50 €

Autorenbeschreibung

Alexandros Papadiamantis (1851-1911), wurde als als das vierte von sieben Kindern des orthodoxen Priesters Adamantios Emmanuel, auf einer Insel im Schatten des Berges Athos, die deshalb auch den Namen Skiathos (Im Schatten des Athos) trägt, geboren. Den größten Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er auf dieser Insel und verarbeitete später seine Kindheitserinnerungen, seine Erfahrungen und seine Kenntnisse der Eigentümlichkeit der Landschaft und deren Bewohner in seinen Geschichten. 1872 lebte er als Pilger vier Monate in den Klöstern des heiligen Berges Athos. 1874 immatrikulierte er sich an der Universität Athen und besuchte Vorlesungen zur griechischen Philologie. Darüber hinaus lernte er im Selbststudium Englisch und Französisch. Bis dahin malte er Ikonen, schrieb Verse und Komödien. In Athen arbeitete er als Privatlehrer und Übersetzer. Im Jahre 1868 schrieb er seinen ersten Roman, der in der Konstan- tinopler Zeitschrift „Neologos“ veröffentlicht wurde. 1882 fand er eine Anstellung als Über- setzer. Er übersetzte rund 40 Romane, u. a. Dostojewskis Schuld und Sühne. Insgesamt verfasste Papadiamantis etwa 170 Erzählungen, Romane und Novellen. Zahlreiche seiner Erzählungen wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Seine Gesundheit litt unter den harten Lebensbedingungen, denen er fortwährend ausgesetzt war. Deshalb sah er sich 1908 gezwungen, sich nach Skiathos, in die Fürsorge seiner Schwestern zu begeben. Dort arbeitete er stetig weiter und sendete seine Arbeiten nach Athen. Er erkrankte an einer Lungenentzündung. Schließlich starb er am 3. Januar 1911 in seinem Bett, im väterlichen Haus, nachdem er die Hymnen des bevorstehenden Erscheinungsfestes gesungen hatte.