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4⭐️ Kam für die Geister, blieb für die Atmosphäre und die faszinierende Geschichte.
The Girl with a Thousand Faces von Sunyi Dean war mein englisches Buch des Monats Juni. Da ich mir vorgenommen habe, jeden Monat ein Buch auf Englisch zu lesen, nutze ich diese Auswahl gerne, um auch mal außerhalb meines üblichen Fantasy-Beuteschemas zu lesen. Zum Glück war das Englisch hier gut verständlich, sodass ich mich ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte, anstatt ständig Wörter nachzuschlagen. Im Mittelpunkt steht Mercy Chan, die mit Geistern kommunizieren kann und als Vermittlerin zwischen den Lebenden und den Toten arbeitet. Klingt zunächst nach einer Fähigkeit, die auf Partys für Gesprächsstoff sorgt, ist in ihrem Fall aber eher kompliziert. Als ein gefährlicher Geist auftaucht, der offenbar mehr über ihre Vergangenheit weiß als sie selbst, wird sie in eine Geschichte voller Geheimnisse, Erinnerungen und übernatürlicher Ereignisse hineingezogen. Was mich besonders begeistert hat, war die Atmosphäre. Die Kowloon Walled City wird so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die engen Gassen zu laufen – nur mit deutlich schlechterer Orientierung und ohne die Fähigkeit, Geister zu sehen. Die Mischung aus Geistergeschichte, Fantasy und chinesischer Mythologie hebt das Buch angenehm von vielen anderen Titeln die ich sonst so lese ab. Gleichzeitig steckt deutlich mehr emotionale Tiefe in der Geschichte, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg hat mich etwas ins kalte Wasser geworfen. Das Buch nimmt einen nicht an die Hand, sondern erwartet, dass man die Puzzleteile erst einmal selbst sortiert. Trotzdem hat mich die Geschichte neugierig gemacht und bis zum Ende bei der Stange gehalten. Wer düstere Fantasy, Geistergeschichten, ungewöhnliche Settings und langsam enthüllte Geheimnisse mag, dürfte hier viel Freude haben. Wer dagegen eine geradlinige Handlung mit viel Action sucht, sollte wissen, dass dieses Buch eher von Atmosphäre und seinen Figuren lebt. Insgesamt hat mich The Girl with a Thousand Faces positiv überrascht. Es ist originell, atmosphärisch und anders als vieles, was ich zuletzt gelesen habe. Nicht jede Entscheidung der Autorin hat für mich perfekt funktioniert, aber die Stärken überwiegen deutlich. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sternen – und die Erkenntnis, dass Geistergeschichten auf Englisch deutlich weniger gruselig sind, wenn man erst einmal verstanden hat, was die Geister eigentlich sagen.

17. Juni 2026
4⭐️ Kam für die Geister, blieb für die Atmosphäre und die faszinierende Geschichte.
The Girl with a Thousand Faces von Sunyi Dean war mein englisches Buch des Monats Juni. Da ich mir vorgenommen habe, jeden Monat ein Buch auf Englisch zu lesen, nutze ich diese Auswahl gerne, um auch mal außerhalb meines üblichen Fantasy-Beuteschemas zu lesen. Zum Glück war das Englisch hier gut verständlich, sodass ich mich ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte, anstatt ständig Wörter nachzuschlagen. Im Mittelpunkt steht Mercy Chan, die mit Geistern kommunizieren kann und als Vermittlerin zwischen den Lebenden und den Toten arbeitet. Klingt zunächst nach einer Fähigkeit, die auf Partys für Gesprächsstoff sorgt, ist in ihrem Fall aber eher kompliziert. Als ein gefährlicher Geist auftaucht, der offenbar mehr über ihre Vergangenheit weiß als sie selbst, wird sie in eine Geschichte voller Geheimnisse, Erinnerungen und übernatürlicher Ereignisse hineingezogen. Was mich besonders begeistert hat, war die Atmosphäre. Die Kowloon Walled City wird so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die engen Gassen zu laufen – nur mit deutlich schlechterer Orientierung und ohne die Fähigkeit, Geister zu sehen. Die Mischung aus Geistergeschichte, Fantasy und chinesischer Mythologie hebt das Buch angenehm von vielen anderen Titeln die ich sonst so lese ab. Gleichzeitig steckt deutlich mehr emotionale Tiefe in der Geschichte, als ich anfangs erwartet hatte. Der Einstieg hat mich etwas ins kalte Wasser geworfen. Das Buch nimmt einen nicht an die Hand, sondern erwartet, dass man die Puzzleteile erst einmal selbst sortiert. Trotzdem hat mich die Geschichte neugierig gemacht und bis zum Ende bei der Stange gehalten. Wer düstere Fantasy, Geistergeschichten, ungewöhnliche Settings und langsam enthüllte Geheimnisse mag, dürfte hier viel Freude haben. Wer dagegen eine geradlinige Handlung mit viel Action sucht, sollte wissen, dass dieses Buch eher von Atmosphäre und seinen Figuren lebt. Insgesamt hat mich The Girl with a Thousand Faces positiv überrascht. Es ist originell, atmosphärisch und anders als vieles, was ich zuletzt gelesen habe. Nicht jede Entscheidung der Autorin hat für mich perfekt funktioniert, aber die Stärken überwiegen deutlich. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sternen – und die Erkenntnis, dass Geistergeschichten auf Englisch deutlich weniger gruselig sind, wenn man erst einmal verstanden hat, was die Geister eigentlich sagen.
17. Juni 2026





