Ginster
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Beschreibung
Ginster is a war novel about not going to war; about how war, far from the front, comes to warp every aspect of outer and inner life and to infect the workings of language itself. The subject is World War I, but this novel by the brilliant twentieth-century sociologist, journalist, and film critic Siegfried Kracauer, first published in 1928, has as much to say about what it means to live under the sulking great powers and blood-imbrued satrapies of today as it does about the inflamed self-righteousness of late imperial Germany. In Ginster, as in Greek tragedy, massacre occurs offstage, arriving only as "news," but the everyday horror of a society engineered for the continual production of violence is not to be denied. Ginster, the Chaplinesque antihero, intent chiefly on saving his own skin, works hard to keep his distance from the war machine, and yet making a living, he discovers, is all about keeping it running. How different, in the end, is his dreamy self-absorption from the empty military language that has come to pervade every aspect of civilian life in the homeland?
Buchinformationen
Beiträge
"Hätte sie gekonnt, die feindlichen Armeen wären auf ihre Veranlassung sofort dem Feuertod überliefert worden. Alles wegen des Landes im Osten. Dabei vermochte sie einem Fremden niemals ein böses Wort zu sagen. Kam ein Handwerker nicht zur verabredeten Stunde, so bedrohte sie ihn bis zu dem Augenblick, in dem er an der Haustüre schellte. Wenn er dann vor ihr im Korridor stand, bemerkte sie höchstens, dass er sich vermutlich in der Zeit geirrt habe. Aus der Nähe zu hassen, fiel ihr schwer." (Zitat Seiten 58, 59) Dies ist der erste Roman von Siegfried Kracauer, der 1928 erschien. Der Antiheld der Geschichte ist zugleich titelgebend; der junge Ginster, welcher der Euphorie über den Ausbruch des 1. Weltkrieges in seiner Heimatstadt Frankfurt so gar nicht nachvollziehen kann und sich nach Kräften wehrt, als er von Maschinerie des Heeres vereinnahmt werden soll. Braucht das Land denn schließlich keine fähigen Architekten, die Granatfabriken und Ehrenfriedhöfe planen? Mit spitzer Feder schrieb der Autor diese hochaktuell wirkende Geschichte,dessen Protagonist viel mit dem Schöpfer gemein hat. Lebensecht wirken nicht nur die Figuren um Ginster, wie der Onkel, die Tante oder Mutter (die im obigen Zitat skizziert wird), auch Dingen werden Eigenschaften zugewiesen, was den Stil dem Expressionismus zuordnet. Die manchmal recht eigenwillige Grammatik und Zeichensetzung machen den besonderen Charme des Werkes aus. Rein sprachlich betrachtet, ist es eine wahre Freude diesen Roman zu lesen. FAZIT Dieser Antikriegsroman, der schon einmal der Bücherverbrennung zum Opfer fiel, ist ein moderner Klassiker, der unbedingt lesenswert ist!
Beschreibung
Ginster is a war novel about not going to war; about how war, far from the front, comes to warp every aspect of outer and inner life and to infect the workings of language itself. The subject is World War I, but this novel by the brilliant twentieth-century sociologist, journalist, and film critic Siegfried Kracauer, first published in 1928, has as much to say about what it means to live under the sulking great powers and blood-imbrued satrapies of today as it does about the inflamed self-righteousness of late imperial Germany. In Ginster, as in Greek tragedy, massacre occurs offstage, arriving only as "news," but the everyday horror of a society engineered for the continual production of violence is not to be denied. Ginster, the Chaplinesque antihero, intent chiefly on saving his own skin, works hard to keep his distance from the war machine, and yet making a living, he discovers, is all about keeping it running. How different, in the end, is his dreamy self-absorption from the empty military language that has come to pervade every aspect of civilian life in the homeland?
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"Hätte sie gekonnt, die feindlichen Armeen wären auf ihre Veranlassung sofort dem Feuertod überliefert worden. Alles wegen des Landes im Osten. Dabei vermochte sie einem Fremden niemals ein böses Wort zu sagen. Kam ein Handwerker nicht zur verabredeten Stunde, so bedrohte sie ihn bis zu dem Augenblick, in dem er an der Haustüre schellte. Wenn er dann vor ihr im Korridor stand, bemerkte sie höchstens, dass er sich vermutlich in der Zeit geirrt habe. Aus der Nähe zu hassen, fiel ihr schwer." (Zitat Seiten 58, 59) Dies ist der erste Roman von Siegfried Kracauer, der 1928 erschien. Der Antiheld der Geschichte ist zugleich titelgebend; der junge Ginster, welcher der Euphorie über den Ausbruch des 1. Weltkrieges in seiner Heimatstadt Frankfurt so gar nicht nachvollziehen kann und sich nach Kräften wehrt, als er von Maschinerie des Heeres vereinnahmt werden soll. Braucht das Land denn schließlich keine fähigen Architekten, die Granatfabriken und Ehrenfriedhöfe planen? Mit spitzer Feder schrieb der Autor diese hochaktuell wirkende Geschichte,dessen Protagonist viel mit dem Schöpfer gemein hat. Lebensecht wirken nicht nur die Figuren um Ginster, wie der Onkel, die Tante oder Mutter (die im obigen Zitat skizziert wird), auch Dingen werden Eigenschaften zugewiesen, was den Stil dem Expressionismus zuordnet. Die manchmal recht eigenwillige Grammatik und Zeichensetzung machen den besonderen Charme des Werkes aus. Rein sprachlich betrachtet, ist es eine wahre Freude diesen Roman zu lesen. FAZIT Dieser Antikriegsroman, der schon einmal der Bücherverbrennung zum Opfer fiel, ist ein moderner Klassiker, der unbedingt lesenswert ist!





