Jugendbücher

Gegen die Ohnmacht

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Über das Buch

Zwei außergewöhnliche Frauen, hundert Jahre deutscher und europäischer Geschichte _ eine Verschwisterung über die Generationen. Dagmar Reemtsma ist fast 90, sie ist ein Kriegskind. Ihre Enkelin Luisa Neubauer ist in Friedenszeiten aufgewachsen, doch ihre Zukunft ist durch die ökologische Zerstörung bedroht. Sie beide verbindet ihr Einsatz gegen die Ohnmacht angesichts der Krisen und Kriege der Welt. Luisa Neubauer hat eine besondere Beziehung zu ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma. Seit sie ein Kind ist, besprechen sie alles miteinander. Persönliches, genauso wie die großen Fragen von Geschichte, Politik und Gesellschaft. Früh fingen sie an darüber nachzudenken, was Privilegien bedeuten, und wie man ihnen gerecht wird. Sie wurden in sehr unterschiedliche und sehr schwierige Zeiten hineingeboren, mussten früh eine eigene Haltung finden: Dagmar Reemtsmas Vater wurde im KZ ermordet, sie heiratete jung und erfuhr zu spät, dass ihr Schwiegervater aus der neuen Familie, den Reemtsmas, Mittäter der NS-Diktatur war. Luisa Neubauer musste verstehen, dass das Land, in dem sie aufwächst, ihre Generation nicht vor der Klimakrise schützt. Als sie ihr Studium aufnimmt, um die ökologischen Katastrophen besser zu verstehen, stirbt ihr Vater. Doch der Ohnmacht zu erliegen, war für beide nie eine Option. Der Krieg gegen die Ukraine brach mitten in die Gespräche zu diesem Buch. Keine von beiden hätte geglaubt, wieder Krieg in Europa erleben zu müssen. Und wieder stehen sie vor Haltungsfragen, vor Verantwortungsfragen und der Frage, was man der Ohnmacht entgegenstellt.

Editionen (3)

ISBN9783864847875
VerlagTacheles!
Erscheinungsdatum19.10.22

Rezensionen & Bewertungen

125 Bewertungen

16 Rezensionen

4,2

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  • swan
    swan

    36 Follower

    4,5

    Sehr ermutigend - Stell dich deinen Privilegien!

    Ein sehr persönlicher Einblick über ein jahrzehntelanges Engagement in puncto Privileg und Verantwortung. Es ist ein gelungenes Essay über die eigene Herkunft, die eigenen gesellschaftlichen wirtschaftlichen Lebensumstände sowie den globalen! Es ist definitiv ein Aufruf zum Erkennen und Handeln, sowie ein Appell zum Dranbleiben.

    10. März 2025

  • tim.tiwen
    tim.tiwen

    7 Follower

    3,5

    Eine Familiengeschichte mit Fokus auf Luisa selber, ihrer Großmutter und ein bisschen ihren Eltern. Eine interessante "Entstehungsgeschichte" mit Situationen und Fragen, mit denen sich sicher viele (mich eingeschlossen) identifizieren und sich gestellt haben; dabei sehr sympathisch und kurzweilig.

    3. Aug. 2025

  • 4,0

    Wenn jahrzehntelanger generationenübergreifender Kampf für eine bessere und faire Welt für so viel Hoffnung gegen die Ohnmacht sorgt, dann sollten wir weiter alles tun, damit die Welt besser wird.

    Luisa Neubauer und ihre Oma Dagmar Reemtsma verbindet mehr als nur ihr familiäres Verhältnis - sie verbindet der Kampf für eine bessere Welt. Auch wenn Mensch in Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht versinken könnte, wenn sie*er die Erzählungen der beiden liest, die sich seit Jahrzehnten für Klimagerechtigkeit und eine faire Welt einsetzen, so erzählen die Beiden mit viel Witz und Freude davon, dass wir nicht aufgeben dürfen - das es sich lohnt. Ein Buch, was manchmal traurig macht und doch motiviert. „Aber wer alles nur global betrachtet, droht zu vergessen, dass die Welt die Summe ihrer Teile ist. Das Gefühl in den Fingerspitzen, wenn man über die spröde Rinde der Eiche oder die samtigen Blätter des Frauenmantels streicht, erdet, nicht nur im übertragenen Sinne. Es hilft, sich zu vergegenwärtigen, dass immer alle Türen offen stehen, um etwas zu tun, sich einzusetzen. Nicht aus Angst vor der Welt, sondern aus Liebe zu ihr. Stell dir den letzten Menschen vor, allein in einer postapokalyptischen Welt. Dieser Mensch bist du. Würdest du noch die Blumen gießen, das Regenwasser für die Vögel auffangen, oder dem einsamen Frosch zurück in den Teich helfen?“ (Seite 206) „Es ist verlockend sich der Ohnmacht hinzugeben, denke ich, als ich mit ihr spreche. Je größer die Krisen, desto verlockender wird es. Und genau dann gilt es, den Blick von der Ohnmacht weg und auf die Wirklichkeit zu richten. Dort, wo Menschen überall ganz andere Geschichten schreiben. Wer wären wir, jetzt zu sagen: „Ich mach doch eh keinen Unterschied.“ wir, die so viele Errungenschaften genießen, die Menschen vor uns über lange Zeit erkämpft haben. Das Wahlrecht, die Wochenenden, die Gleichberechtigung, das wurde alles gegen Widerstände erkämpft. Das alles wurde erst möglich, weil Menschen akzeptiert haben, dass es auf sie ankommt. Dass es sich lohnen wird.“ (Seite 226)

    7. Mai 2024

3 von 16 Rezensionen

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