
8 Follower
Eine literarische Liebeserklärung an das goldene Gerstensaft !
21. Jan. 2026
Eine literarische Liebeserklärung an das goldene Gerstensaft !
21. Jan. 2026
Blick ins Buch
Von Ale bis Pils, Weizen, Stout und alkoholfrei
Bier ist nicht nur ein Getränk. Bier ist ein Kulturgut, das uns seit Jahrhunderten verbindet. Der Bestsellerautor Jaroslav Rudiš, der aus dem Bierparadies Böhmen stammt und in dessen Geburtsstadt sogar ein Bier nach ihm benannt ist, setzt dem goldenen Gerstensaft, einem unserer absoluten Lieblingsgetränke, ein Denkmal.
»Wo Jaroslav Rudiš ist, da sind Geschichten.« Frankfurter Allgemeine Zeitung
Von Altbier, alkoholfrei bis Zwickel – Rudiš probiert sie alle. Er besucht Klöster und Brauereien, Biergärten und Pubs. Reist dafür nach Pilsen, Budweis und Bamberg, ins heilige Bierdreieck Mitteleuropas, aber auch nach Belgien und Irland, Italien und sogar Island. Unterwegs trifft er passionierte Biertrinker und Biererzähler, Hopfenbauern, Bierbrauer und Biersommeliers, unter denen es heute viele Frauen gibt.
Ein Reisebuch zu den schönsten Bierorten Europas, mitreißend und voller Geschichten und Geschichte, die das Bier erzählt. Und ein wunderbares Geschenk für alle, die Bier lieben und auch selbst brauen.
4 Bewertungen
2 Rezensionen
3,6
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21. Jan. 2026
21. Jan. 2026

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Lesestoff nicht nur für Bierliebhaber - aber für die ganz besonders zu empfehlen. Als ich meinem Freund Ralf verraten habe, welches Buch meine derzeitige Lektüre ist, schrieb er mir etwas verwundert: „Gebrauchsanweisung für Bier, hä, was soll’n das. Einfach trinken!😜) Aber nein, das Buch mit dem vielleicht etwas irreführenden Titel ist mehr als ein Handlungsleitfaden für den Bierkonsum. Es ist eine Fakten-, Geschichten- und Anekdotensammlung rund ums Bier. Mit Erfahrungsberichten und Tipps zum Bierkonsum in den Biermetropolen dieser Welt. Zudem gibt es auch Insider-Tipps für Kneipen, noch intakte Bahnhofsrestaurants, Schankwirtschaften, Brauereigasthöfe und kleine Familienbrauereien. Natürlich kennt man die „großen Marken“, insbesondere die Gerstensäfte aus Böhmen, Bayern und Franken. Schon vor mittlerweile Jahrzehnten war ich mit meinem Freund Bert im legendären „U Fleku“ in Prag ein, zwei…Schwarzbier trinken. Bis uns beim Lokalaustritt die „Keule des warmen Sommertages“ traf. Mit meiner Frau und guten Freunden aus Berlin habe ich erst kürzlich, im Oktober 2025, die schmackhaften Biere der Brauerei Bernard in Karlsbad verkostet dürfen… Es freut mich, dass ich auch einige andere der vorgestellten und teilweise ausführlich beschriebenen Biere bereits selbst durch meine Kehle laufen lassen konnte. Natürlich kenne ich das Störtebecker Bier. In dieser Brauerei waren wir zur Braureiführung. Wir sind froh, dass dieses Bier zusehends Einzug in die Getränkemärkte unserer Region gehalten hat. Und da ein gutes Bier auch gut präsentiert werden sollte, stehen nun mehrere Original Störtebecker „Segel-Weizen-Gläser“ im Schrank (neben manch anderem Bierglas🤪). Egal wo wir im Urlaub sind, es soll ein regionales Bier sein, das ich mir zu regionalen Gerichten schmecken lasse. So ist mir das Riedenburger Bier aus dem schönen Altmühltal nicht unbekannt. Ohne zu zögern würde ich der Aussage „Das Kloster Weltenburg (ist) einer der schönsten Bierorte“ bestätigen. Ebenso begeistert wir der Autor habe ich schon Bier im Spitalgarten in Regensburg genossen. Und ja auch ich fühle mich bei der Gewissensfrage Kölsch oder Alt ein wenig hin und hergerissen. Die Atmosphäre im Düsseldorfer „Schumacher“ ist schon einzigartig und die besondere Art der Darreichung der kleinen schlanken Gläser durch den Köbes (Kellner) ist schon etwas Besonderes. Irgendwo muss ich auch noch einen Bierdeckel haben, der mit Strichen für getrunkene Alt verziert ist, als ich vor Jahren dort „den Deckel rundgesoffen habe“ wie man in Düsseldorf sagt. Genauso schmackhaft und lecker ist aus eigener Erfahrung ein Kölsch, eben in Köln. Oder ein Bönsch in Bonn, welches ich mit meinem Freund Ulli genießen konnte. Dazu ein „Himmel un Ääd“ (Himmel und Erde), ein traditionelles, deftiges rheinisches Gericht aus Stampfkartoffeln, Äpfeln, gebratener Leberwurst und gerösteten Zwiebeln. Ein Dräumchen, wie man in Sachsen sagt. Und ja, als Sachse, speziell gebürtiger Leipziger, bin ich sogar ein wenig stolz, dass im Buch der „Bayrische Bahnhof“ als Schankwirtschaft mit dem wohl schönsten Biergarten Leipzigs Erwähnung findet. Es wäre auch verwunderlich, wenn der Autor, Bier- und Eisenbahnliebhaber zugleich, diesen Ort nicht kennen würde. Und so beschreibt er ihn auch in einer längeren Passage lobend: „…in der Gosebrauerei am Bayerischen Bahnhof, dem ältesten erhaltenen Kopfbahnhof Deutschlands. …Hier werden für alle Eisenbahnmenschen stilechte Biere mit Namen wie Schaffner, Kuppler, Heizer und Prellbock serviert. Ein Pils, ein Weizen, ein Schwarzbier und ein Bock. Alles wunderbar handwerklich gebraute Biere, die nicht nur Eisenbahnern munden.“ Genau mein Gjuder! Im Buch werden viele schöne Orte beschrieben. Teilweise sind sie mir bekannt, teilweise habe ich sie nun auf die To-Do-Liste gesetzt. Stellenweise frage ich mich: Da warst du schon, aber warum denn eigentlich nicht in der dortigen Brauerei? Denn ein Grundsatz für eine erfolgreiche Bierverkostung wird im Buch schnell manifestiert: Bier trinkt man am besten dort, wo es gebraut wird. Bier liebt Ruhe, Bier mag eigentlich keinen Transport. Natürlich wird auch behandelt, wie Bier einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet, wie Bier vereint, wie Bier anregt. Anregt zu philosophischen Gesprächen und so manchem Problemlösungsansatz. „Früher oder später werden aus Bierphilosophen dann Experten für Weltpolitik, Klima, Fußball, Autobahn, Eisenbahn, Schwebebahn, Krieg, Frieden und für die Liebe. Und selbstverständlich auch für Bier.“ Manchmal verspricht dann „ein Stammgast zu helfen. »Ich muss nur kurz austreten«, sagt er. Als er zurückkommt, schläft er ein. So ist es immer. Das letzte Bier, das uns helfen könnte, alle Fragen und Probleme dieser Welt zu lösen, fehlt immer. Man muss am nächsten Tag zurück an den Tresen und wieder von vorn anfangen mit der Bierphilosophie.“ Das erklärt so einiges, zumindest den „Hang“ zum mehrfachen Kneipenbesuch.🙃 Vorsicht ist geboten, wenn ein Mann, der seinem goldgelben Getränk schon ein paar Gläser lang zufrieden zugesprochen hat, sich einer Sache, einem Problem mit den Worten „Halt mal mein Bier“, annimmt. Der Beginn so manches Dilemma und endet viel zu oft in einem größeren Problem als zuvor.🙃 Und bevor ich mir noch ein Bier hole und noch länger in meiner Buchbewertung und Themenbetrachtung ausschweife, Fazit: Ein lesenswertes Buch, welches man unbedingt zusammen mit einem guten Bier verkosten sollte. Prost!
6 Tage vor
Lesestoff nicht nur für Bierliebhaber - aber für die ganz besonders zu empfehlen. Als ich meinem Freund Ralf verraten habe, welches Buch meine derzeitige Lektüre ist, schrieb er mir etwas verwundert: „Gebrauchsanweisung für Bier, hä, was soll’n das. Einfach trinken!😜) Aber nein, das Buch mit dem vielleicht etwas irreführenden Titel ist mehr als ein Handlungsleitfaden für den Bierkonsum. Es ist eine Fakten-, Geschichten- und Anekdotensammlung rund ums Bier. Mit Erfahrungsberichten und Tipps zum Bierkonsum in den Biermetropolen dieser Welt. Zudem gibt es auch Insider-Tipps für Kneipen, noch intakte Bahnhofsrestaurants, Schankwirtschaften, Brauereigasthöfe und kleine Familienbrauereien. Natürlich kennt man die „großen Marken“, insbesondere die Gerstensäfte aus Böhmen, Bayern und Franken. Schon vor mittlerweile Jahrzehnten war ich mit meinem Freund Bert im legendären „U Fleku“ in Prag ein, zwei…Schwarzbier trinken. Bis uns beim Lokalaustritt die „Keule des warmen Sommertages“ traf. Mit meiner Frau und guten Freunden aus Berlin habe ich erst kürzlich, im Oktober 2025, die schmackhaften Biere der Brauerei Bernard in Karlsbad verkostet dürfen… Es freut mich, dass ich auch einige andere der vorgestellten und teilweise ausführlich beschriebenen Biere bereits selbst durch meine Kehle laufen lassen konnte. Natürlich kenne ich das Störtebecker Bier. In dieser Brauerei waren wir zur Braureiführung. Wir sind froh, dass dieses Bier zusehends Einzug in die Getränkemärkte unserer Region gehalten hat. Und da ein gutes Bier auch gut präsentiert werden sollte, stehen nun mehrere Original Störtebecker „Segel-Weizen-Gläser“ im Schrank (neben manch anderem Bierglas🤪). Egal wo wir im Urlaub sind, es soll ein regionales Bier sein, das ich mir zu regionalen Gerichten schmecken lasse. So ist mir das Riedenburger Bier aus dem schönen Altmühltal nicht unbekannt. Ohne zu zögern würde ich der Aussage „Das Kloster Weltenburg (ist) einer der schönsten Bierorte“ bestätigen. Ebenso begeistert wir der Autor habe ich schon Bier im Spitalgarten in Regensburg genossen. Und ja auch ich fühle mich bei der Gewissensfrage Kölsch oder Alt ein wenig hin und hergerissen. Die Atmosphäre im Düsseldorfer „Schumacher“ ist schon einzigartig und die besondere Art der Darreichung der kleinen schlanken Gläser durch den Köbes (Kellner) ist schon etwas Besonderes. Irgendwo muss ich auch noch einen Bierdeckel haben, der mit Strichen für getrunkene Alt verziert ist, als ich vor Jahren dort „den Deckel rundgesoffen habe“ wie man in Düsseldorf sagt. Genauso schmackhaft und lecker ist aus eigener Erfahrung ein Kölsch, eben in Köln. Oder ein Bönsch in Bonn, welches ich mit meinem Freund Ulli genießen konnte. Dazu ein „Himmel un Ääd“ (Himmel und Erde), ein traditionelles, deftiges rheinisches Gericht aus Stampfkartoffeln, Äpfeln, gebratener Leberwurst und gerösteten Zwiebeln. Ein Dräumchen, wie man in Sachsen sagt. Und ja, als Sachse, speziell gebürtiger Leipziger, bin ich sogar ein wenig stolz, dass im Buch der „Bayrische Bahnhof“ als Schankwirtschaft mit dem wohl schönsten Biergarten Leipzigs Erwähnung findet. Es wäre auch verwunderlich, wenn der Autor, Bier- und Eisenbahnliebhaber zugleich, diesen Ort nicht kennen würde. Und so beschreibt er ihn auch in einer längeren Passage lobend: „…in der Gosebrauerei am Bayerischen Bahnhof, dem ältesten erhaltenen Kopfbahnhof Deutschlands. …Hier werden für alle Eisenbahnmenschen stilechte Biere mit Namen wie Schaffner, Kuppler, Heizer und Prellbock serviert. Ein Pils, ein Weizen, ein Schwarzbier und ein Bock. Alles wunderbar handwerklich gebraute Biere, die nicht nur Eisenbahnern munden.“ Genau mein Gjuder! Im Buch werden viele schöne Orte beschrieben. Teilweise sind sie mir bekannt, teilweise habe ich sie nun auf die To-Do-Liste gesetzt. Stellenweise frage ich mich: Da warst du schon, aber warum denn eigentlich nicht in der dortigen Brauerei? Denn ein Grundsatz für eine erfolgreiche Bierverkostung wird im Buch schnell manifestiert: Bier trinkt man am besten dort, wo es gebraut wird. Bier liebt Ruhe, Bier mag eigentlich keinen Transport. Natürlich wird auch behandelt, wie Bier einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet, wie Bier vereint, wie Bier anregt. Anregt zu philosophischen Gesprächen und so manchem Problemlösungsansatz. „Früher oder später werden aus Bierphilosophen dann Experten für Weltpolitik, Klima, Fußball, Autobahn, Eisenbahn, Schwebebahn, Krieg, Frieden und für die Liebe. Und selbstverständlich auch für Bier.“ Manchmal verspricht dann „ein Stammgast zu helfen. »Ich muss nur kurz austreten«, sagt er. Als er zurückkommt, schläft er ein. So ist es immer. Das letzte Bier, das uns helfen könnte, alle Fragen und Probleme dieser Welt zu lösen, fehlt immer. Man muss am nächsten Tag zurück an den Tresen und wieder von vorn anfangen mit der Bierphilosophie.“ Das erklärt so einiges, zumindest den „Hang“ zum mehrfachen Kneipenbesuch.🙃 Vorsicht ist geboten, wenn ein Mann, der seinem goldgelben Getränk schon ein paar Gläser lang zufrieden zugesprochen hat, sich einer Sache, einem Problem mit den Worten „Halt mal mein Bier“, annimmt. Der Beginn so manches Dilemma und endet viel zu oft in einem größeren Problem als zuvor.🙃 Und bevor ich mir noch ein Bier hole und noch länger in meiner Buchbewertung und Themenbetrachtung ausschweife, Fazit: Ein lesenswertes Buch, welches man unbedingt zusammen mit einem guten Bier verkosten sollte. Prost!
6 Tage vor
Autorin / Autor
Jaroslav Rudiš, geboren 1972 in der Tschechoslowakei, lebt heute in Lomnice nad Popelkou und Berlin und ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Dramatiker und Musiker. Er studierte Deutsch und Geschichte in Liberec, Zürich und Berlin und arbeitete u.a. als Lehrer und Journalist. Bei Luchterhand erschienen u.a. seine Romane »Grand Hotel«, »Vom Ende des Punks in Helsinki«, »Nationalstraße«, »Winterbergs letzte Reise« und bei btb »Der Himmel unter Berlin«. Zudem publizierte er die Graphic Novels »Alois Nebel« (mit Jaromír 99) und »Nachtgestalten« (mit Nicolas Mahler) sowie zuletzt die von Jaromír 99 illustrierte Erzählung »Weihnachten in Prag«. 2012/13 hatte Rudiš die Siegfried-Unseld-Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. 2014 wurde er mit dem Usedomer Literaturpreis ausgezeichnet und 2018 erhielt er den Preis der Literaturhäuser. 2019 wurde er für seinen Roman »Winterbergs letzte Reise« – der erste Band, den er auf Deutsch verfasst hat – auf der Leipziger Buchmesse in der Kategorie »Belletristik« nominiert. 2020 erhielt er dafür den Chamisso-Preis. Zuletzt wurde ihm 2024 der renommierte Mörike-Preis verliehen. Rudiš Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und verfilmt. Zudem ehrte man ihn mit der tschechischen Verdienstmedaille und als »einer der engagiertesten Brückenbauer zwischen Deutschland und Tschechien« mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. 2025 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.
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