Fakebook
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Alexander Broicher, Jahrgang 1973, schreibt seit über zehn Jahren für Zeitungen, Magazine, sowie für Film und Fernsehen. 2009 wurde er ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Deutschen Schriftstellerverband des Landes Rheinland-Pfalz. Co-Autor des Spiegel-Bestsellers »Die Spur der Kinder«.
Beiträge
Als ich mir das Buch Fakebook auf meinen eBook-Reader zog, hatte ich gewisse Erwartungen. Auf dem Cover ist Blut zu sehen, das Buch ist im Heyne Hardcore Verlag erschienen und auch der Klappentext klingt nach einem vielversprechenden Thriller. Das Buch, dass ich dann aber gelesen habe, hat irgendwie so gar nicht dazu gepasst. Zuerst wird man sofort mit dem Protagonisten Frieder bekannt gemacht, der ein ziemlicher Loser ist. Er arbeitet als Food-Designer eher schlecht als recht, jammert seiner großen Liebe hinterher, lässt sich selbst und den Haushalt gehen und auch seine Kollegen nehmen ihn nicht ernst. Sein Leben ist quasi schon abgeschlossen, bis ihm die rettende Idee kommt. Frieder möchte nämlich sein Leben dann in die Hand nehmen und wie ginge das besser, als eine Fake-Identität bei Facebook zu erschaffen, die genauso ist, wie Frieder am liebsten sein möchte. Er designt sich einen coolen Typen namens Rocco, der genau das Gegenteil von Frieder verkörpert. Bei den Facebookaktionen fängt der Unsinn dann aber schon an, denn diese sind gänzlich unrealistisch. Zuerst wäre da das Profil von Rocco, der kurz nach seiner Erschaffung schon 8 Gefällt-mir-Angaben erhält und später Freundschaftsanfragen von tausenden Leuten. Der erste Punkt wäre hier der Widerspruch: Bei Facebook kann man doch entweder eine Seite erstellen, die Leute liken können, oder aber ein normales Profil mit Freundschaftsanfragen. Beides gemischt funktioniert nicht (soweit ich weiß). Der zweite Punkt ist: Wie zur Hölle kriegt Rocco 8 Likes/Freunde, wenn ihn Frieder auf keiner Plattform bekannt gemacht hat? Niemand kennt diese kreierte Person, warum sollte man ihm eine Anfrage senden? Nur weil er ein cooles Profilbild hat und einen coolen Spruch bei „Lieblingszitat“? Eine plausible Erklärung für ein oder zwei Anfragen innerhalb von Stunden oder Tagen, die durch Zufall auf Roccos Profil kommen, aber doch nicht für ganze 8 Leute in Minuten! Auch Frieder und seine Kollegen scheinen den Umgang mit Facebook noch nicht so ganz begriffen zu haben. Frieder selbst lästert unter Fotos in den öffentlichen Kommentaren über seinen Kollegen. Dieser wiederum veröffentlicht laut Roman bei Facebook pikante Fotos von Gangbang- und Drogenpartys, obwohl er ein ziemlich hohes Tier in der Firma ist. Da kann ja meine 15jährige Schwester besser mit Facebook umgehen! Nun gut, weiter im Text. Rocco ist also erschaffen und fortan begleitet er Frieder in seinem Alltag. Zuerst checkt Frieder immer nur Roccos Facebookpage, auf der mächtig was los ist, und fühlt sich beliebt. Dann aber erscheinen ihm Visionen von einem Rocco, der plötzlich in seinem Büro steht und Ratschläge verteilt. Einbildung? Multiple Persönlichkeit? Meinetwegen. Kurios wird es, als anscheinend auch andere Leute Rocco sehen können. Ein Kollege von ihm reagiert zum Beispiel auf eine Drohung von Rocco und ändert ganz urplötzlich sein Verhalten gegenüber Frieder, obwohl dieser selbst gar nichts dazu beigetragen hat. Ich könnte gut mit dem Gedanken leben, dass Frieder sich manchmal in Rocco „verwandelt“, also wirklich eine Persönlichkeitsspaltung hat und gar nicht merkt, dass er selbst als selbstbewusster Mann (=Rocco) seinen Kollegen entgegen tritt. Was ich aber für absoluten Blödsinn halte ist die eben die Tatsache, dass die Menschen in Frieders Umfeld auf Aktionen von Rocco reagieren, die Frieder gar nicht ausgeführt haben kann! Der Schreibstil an sich ist ziemlich gut. Ich konnte das Buch flüssig und schnell lesen. Die Nebencharakter haben mir alle gut gefallen und waren authentisch, wenn auch nicht immer sympathisch. Auch Frieder hatte interessante Seiten und besonders die Sache mit den Food-Designern hat mir top gefallen und das habe ich noch nirgendwo sonst gelesen, obwohl das ja ein interessanter Beruf ist! Leider ist Frieder ansonsten wirklich ein ziemlicher Durchschnittstyp, dem die Rocco-Sache etwas zu Kopfe steigt, bis es ihm zu bunt wird. Allgemein hab ich mir viel mehr Spannung vorgestellt, nicht nur beim Finale. Als Thriller habe ich mir Nervenkitzel und vielleicht auch grenzwertiges Verhalten von Frieder/Rocco erhofft, was ich aber leider nicht bekommen habe. Er disst seine Exfreundin ein wenig bei Facebook und will dann seine Kollegen in die Schranken weisen, aber gute Einfälle hat er dabei nicht und auch Roccos Ideen fand ich ein bisschen kindisch. Das Ende des Buches kam dann irgendwie sehr schnell, obwohl man die ganze Zeit mehr erwartet hat. Rückblendend kann ich auch nicht sagen, dass Frieder sich großartig geändert oder etwas gelernt hat. Vielleicht hat er ein paar kleine Details in seinem Leben geändert, aber dass man der Welt und ihren Lügen kritisch und selbstbewusst gegenüber treten muss, hat er wohl bis zur letzten Seite nicht gelernt. Nicht nur Frieder scheint keine beziehungsweise kaum Konsequenzen aus seinem alternativen Facebook-Ego zu ziehen. Auch seine Kollegen und seine Flamme scheinen all das „Böse“, was er oder auch Rocco veranstaltet haben, zu vergessen. Zumindest im letzten Kapitel gibt es dann doch eine Aktion, die zu einer Kündigung führen würde, doch die kommt nicht. Auch der Missbrauch des Vertrauens seiner großen Liebe scheint für die Beziehung keine Konsequenzen zu haben. Was soll uns das jetzt sagen? Fazit Leider enttäuschend. Die Idee an sich fand ich gar nicht übel, aber an der Umsetzung mangelte es dann. Frieder bietet eine ziemlich gute Ausgangsposition für einen Protagonisten, der sein Leben in Schwung bringen will, doch eigentlich bringt er sich nur kurzzeitig in Schwierigkeiten und zieht dann den Schwanz ein – mal wieder! Auch die Facebookaktionen waren allesamt unrealistisch und die Einbildungen rund um Rocco fand ich albern. Man hätte hier so viel mehr aus einem jungen Mann, der die Kraft aus einem beliebten Fake-Ego zieht, machen können anstatt Rocco ein Eigenleben zu verpassen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Fantasyroman. 2 Sterne für einen relativ netten Anfang und einen guten Schreibstil, mehr ist aber leider nicht drin! (November 2012)
Erster Satz: "Er hörte die Trillerpfeifen von Weitem, das Gezwitscher des Aufstands." Meine Meinung: Der Schreibstil war locker und dadurch las sich das Buch in einem weg - zum Glück! Wäre der Schreibstil genauso wie die Geschichte, hätte ich das Buch mit Sicherheit abgebrochen. Ebenfalls haben mir die Chat-Sequenzen gefallen. Die Idee an sich ist ja ganz gut, aber die Umsetzung hat mich null angesprochen. Erstens fand ich die Charaktere zu oberflächlich (vielleicht sollte es auch so sein, weiß ich nicht, mir hat's aber nicht gefallen). Dann fand ich die ganzen Dialoge furchtbar und zu gestellt. Aber am Schlimmsten war Rocco! Wie kann eine online Fantasiefigur auftauchen und Dinge ändern oder mit Leuten reden?! Entweder hab ich den Humor des Buches nicht verstanden oder ich geh zu Ernst an solche Themen heran. Fazit: Ich würde dieses Buch zumindest nicht weiterempfehlen.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Alexander Broicher, Jahrgang 1973, schreibt seit über zehn Jahren für Zeitungen, Magazine, sowie für Film und Fernsehen. 2009 wurde er ausgezeichnet mit dem Literaturpreis des Deutschen Schriftstellerverband des Landes Rheinland-Pfalz. Co-Autor des Spiegel-Bestsellers »Die Spur der Kinder«.
Beiträge
Als ich mir das Buch Fakebook auf meinen eBook-Reader zog, hatte ich gewisse Erwartungen. Auf dem Cover ist Blut zu sehen, das Buch ist im Heyne Hardcore Verlag erschienen und auch der Klappentext klingt nach einem vielversprechenden Thriller. Das Buch, dass ich dann aber gelesen habe, hat irgendwie so gar nicht dazu gepasst. Zuerst wird man sofort mit dem Protagonisten Frieder bekannt gemacht, der ein ziemlicher Loser ist. Er arbeitet als Food-Designer eher schlecht als recht, jammert seiner großen Liebe hinterher, lässt sich selbst und den Haushalt gehen und auch seine Kollegen nehmen ihn nicht ernst. Sein Leben ist quasi schon abgeschlossen, bis ihm die rettende Idee kommt. Frieder möchte nämlich sein Leben dann in die Hand nehmen und wie ginge das besser, als eine Fake-Identität bei Facebook zu erschaffen, die genauso ist, wie Frieder am liebsten sein möchte. Er designt sich einen coolen Typen namens Rocco, der genau das Gegenteil von Frieder verkörpert. Bei den Facebookaktionen fängt der Unsinn dann aber schon an, denn diese sind gänzlich unrealistisch. Zuerst wäre da das Profil von Rocco, der kurz nach seiner Erschaffung schon 8 Gefällt-mir-Angaben erhält und später Freundschaftsanfragen von tausenden Leuten. Der erste Punkt wäre hier der Widerspruch: Bei Facebook kann man doch entweder eine Seite erstellen, die Leute liken können, oder aber ein normales Profil mit Freundschaftsanfragen. Beides gemischt funktioniert nicht (soweit ich weiß). Der zweite Punkt ist: Wie zur Hölle kriegt Rocco 8 Likes/Freunde, wenn ihn Frieder auf keiner Plattform bekannt gemacht hat? Niemand kennt diese kreierte Person, warum sollte man ihm eine Anfrage senden? Nur weil er ein cooles Profilbild hat und einen coolen Spruch bei „Lieblingszitat“? Eine plausible Erklärung für ein oder zwei Anfragen innerhalb von Stunden oder Tagen, die durch Zufall auf Roccos Profil kommen, aber doch nicht für ganze 8 Leute in Minuten! Auch Frieder und seine Kollegen scheinen den Umgang mit Facebook noch nicht so ganz begriffen zu haben. Frieder selbst lästert unter Fotos in den öffentlichen Kommentaren über seinen Kollegen. Dieser wiederum veröffentlicht laut Roman bei Facebook pikante Fotos von Gangbang- und Drogenpartys, obwohl er ein ziemlich hohes Tier in der Firma ist. Da kann ja meine 15jährige Schwester besser mit Facebook umgehen! Nun gut, weiter im Text. Rocco ist also erschaffen und fortan begleitet er Frieder in seinem Alltag. Zuerst checkt Frieder immer nur Roccos Facebookpage, auf der mächtig was los ist, und fühlt sich beliebt. Dann aber erscheinen ihm Visionen von einem Rocco, der plötzlich in seinem Büro steht und Ratschläge verteilt. Einbildung? Multiple Persönlichkeit? Meinetwegen. Kurios wird es, als anscheinend auch andere Leute Rocco sehen können. Ein Kollege von ihm reagiert zum Beispiel auf eine Drohung von Rocco und ändert ganz urplötzlich sein Verhalten gegenüber Frieder, obwohl dieser selbst gar nichts dazu beigetragen hat. Ich könnte gut mit dem Gedanken leben, dass Frieder sich manchmal in Rocco „verwandelt“, also wirklich eine Persönlichkeitsspaltung hat und gar nicht merkt, dass er selbst als selbstbewusster Mann (=Rocco) seinen Kollegen entgegen tritt. Was ich aber für absoluten Blödsinn halte ist die eben die Tatsache, dass die Menschen in Frieders Umfeld auf Aktionen von Rocco reagieren, die Frieder gar nicht ausgeführt haben kann! Der Schreibstil an sich ist ziemlich gut. Ich konnte das Buch flüssig und schnell lesen. Die Nebencharakter haben mir alle gut gefallen und waren authentisch, wenn auch nicht immer sympathisch. Auch Frieder hatte interessante Seiten und besonders die Sache mit den Food-Designern hat mir top gefallen und das habe ich noch nirgendwo sonst gelesen, obwohl das ja ein interessanter Beruf ist! Leider ist Frieder ansonsten wirklich ein ziemlicher Durchschnittstyp, dem die Rocco-Sache etwas zu Kopfe steigt, bis es ihm zu bunt wird. Allgemein hab ich mir viel mehr Spannung vorgestellt, nicht nur beim Finale. Als Thriller habe ich mir Nervenkitzel und vielleicht auch grenzwertiges Verhalten von Frieder/Rocco erhofft, was ich aber leider nicht bekommen habe. Er disst seine Exfreundin ein wenig bei Facebook und will dann seine Kollegen in die Schranken weisen, aber gute Einfälle hat er dabei nicht und auch Roccos Ideen fand ich ein bisschen kindisch. Das Ende des Buches kam dann irgendwie sehr schnell, obwohl man die ganze Zeit mehr erwartet hat. Rückblendend kann ich auch nicht sagen, dass Frieder sich großartig geändert oder etwas gelernt hat. Vielleicht hat er ein paar kleine Details in seinem Leben geändert, aber dass man der Welt und ihren Lügen kritisch und selbstbewusst gegenüber treten muss, hat er wohl bis zur letzten Seite nicht gelernt. Nicht nur Frieder scheint keine beziehungsweise kaum Konsequenzen aus seinem alternativen Facebook-Ego zu ziehen. Auch seine Kollegen und seine Flamme scheinen all das „Böse“, was er oder auch Rocco veranstaltet haben, zu vergessen. Zumindest im letzten Kapitel gibt es dann doch eine Aktion, die zu einer Kündigung führen würde, doch die kommt nicht. Auch der Missbrauch des Vertrauens seiner großen Liebe scheint für die Beziehung keine Konsequenzen zu haben. Was soll uns das jetzt sagen? Fazit Leider enttäuschend. Die Idee an sich fand ich gar nicht übel, aber an der Umsetzung mangelte es dann. Frieder bietet eine ziemlich gute Ausgangsposition für einen Protagonisten, der sein Leben in Schwung bringen will, doch eigentlich bringt er sich nur kurzzeitig in Schwierigkeiten und zieht dann den Schwanz ein – mal wieder! Auch die Facebookaktionen waren allesamt unrealistisch und die Einbildungen rund um Rocco fand ich albern. Man hätte hier so viel mehr aus einem jungen Mann, der die Kraft aus einem beliebten Fake-Ego zieht, machen können anstatt Rocco ein Eigenleben zu verpassen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Fantasyroman. 2 Sterne für einen relativ netten Anfang und einen guten Schreibstil, mehr ist aber leider nicht drin! (November 2012)
Erster Satz: "Er hörte die Trillerpfeifen von Weitem, das Gezwitscher des Aufstands." Meine Meinung: Der Schreibstil war locker und dadurch las sich das Buch in einem weg - zum Glück! Wäre der Schreibstil genauso wie die Geschichte, hätte ich das Buch mit Sicherheit abgebrochen. Ebenfalls haben mir die Chat-Sequenzen gefallen. Die Idee an sich ist ja ganz gut, aber die Umsetzung hat mich null angesprochen. Erstens fand ich die Charaktere zu oberflächlich (vielleicht sollte es auch so sein, weiß ich nicht, mir hat's aber nicht gefallen). Dann fand ich die ganzen Dialoge furchtbar und zu gestellt. Aber am Schlimmsten war Rocco! Wie kann eine online Fantasiefigur auftauchen und Dinge ändern oder mit Leuten reden?! Entweder hab ich den Humor des Buches nicht verstanden oder ich geh zu Ernst an solche Themen heran. Fazit: Ich würde dieses Buch zumindest nicht weiterempfehlen.







