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„Fairest“ von Marissa Meyer ist eine Ergänzung ihrer Luna-Chroniken. Als Vorgeschichte kann man Levanas Geschichte sicherlich zu jedem Zeitpunkt lesen, empfohlen wird es aber zwischen „Wie Sterne so golden“ (Band 3) und „Wie Schnee so weiß“ (Band 4). Auf etwas über 200 Seiten erfahren wir nun, wie Levana Königin von Luna wurde. Was sie zu der bösen Königin werden ließ, die wir alle fürchten – und wie BÖSE sie tatsächlich ist. Da ich aktuell die Disney Villains Reihe lese, dachte ich, ich wäre voll im Bösewichte-Thema, aber ich hätte mich nicht mehr täuschen können. Marissa Meyer geht die Dinge ganz anders als Serena Valentino an. 200 Seiten lang im Kopf dieses kranken Mädchens zu stecken, ist definitiv eine Erfahrung. „Fairest“ ist von seiner Tonart her mit keinem anderen Buch der Luna-Chroniken zu vergleichen. Luna mag visuell mehr als ansprechend sein, dort leben möchte ich nicht. Niemand kann mir erzählen, dass nicht alle Lunarier dank ihres „Zaubers“ eine Persönlichkeitsstörung entwickeln – ungeachtet der bereits in der Reihe implementierten Tatsache, dass die Lunarier verrückt werden, wenn sie ihre Gabe nicht einsetzen. Meyer gelingt es trotzdem, etwas Sympathie für das Kind Levana hervorzubringen. Sie scheut aber nicht davor zurück, uns mehr als deutlich durch die Blume zu zeigen, dass sie auch ohne ihre traumatische Kindheit vermutlich nicht die netteste Prinzessin gewesen wäre. „Fairest“ ist offiziell ein Jugendbuch und wird deswegen nie sonderlich explizit, doch die Themen, die hier behandelt werden, würde man normalerweise bei der Klassifizierung nicht erwarten. Als die 16-jährige Levana einen Gardisten mit ihrem „Zauber“ manipuliert, um mit ihm zu schlafen, war ich hin und hergerissen zwischen Grauen und Respekt. Lediglich bei „Outlander“ habe ich sonst mal über sexuellen Missbrauch an Männern gelesen – ein Thema, das viel zu oft unter den Tisch fällt. Das Grauen zieht sich jedenfalls durch. Viele Abschnitte des Buches sind so unangenehm, dass ich es in jeder Faser meines Körpers gespürt habe. Meyer beschönigt die Dinge wirklich nicht. Chapeau! Fazit: Marissa Meyers „Fairest“ ist eine unheimliche und intensive Ergänzung zu ihrer sonst eher leichten Luna-Chroniken. Die Hintergrundgeschichte der bösen Königin Levana hat es ganz schön in sich und wird in keiner Weise verharmlost oder beschönigt. Ich spürte durchweg ein wirklich körperliches Unbehagen während ich den Gedanken von Levana ausgesetzt war. Ein wahrlich immersives Erlebnis. Muss man „Fairest“ gelesen habe? Nein. Sollte man es lesen? Auf jeden Fall. 4/5 Sterne.
12. Aug. 2024
„Fairest“ von Marissa Meyer ist eine Ergänzung ihrer Luna-Chroniken. Als Vorgeschichte kann man Levanas Geschichte sicherlich zu jedem Zeitpunkt lesen, empfohlen wird es aber zwischen „Wie Sterne so golden“ (Band 3) und „Wie Schnee so weiß“ (Band 4). Auf etwas über 200 Seiten erfahren wir nun, wie Levana Königin von Luna wurde. Was sie zu der bösen Königin werden ließ, die wir alle fürchten – und wie BÖSE sie tatsächlich ist. Da ich aktuell die Disney Villains Reihe lese, dachte ich, ich wäre voll im Bösewichte-Thema, aber ich hätte mich nicht mehr täuschen können. Marissa Meyer geht die Dinge ganz anders als Serena Valentino an. 200 Seiten lang im Kopf dieses kranken Mädchens zu stecken, ist definitiv eine Erfahrung. „Fairest“ ist von seiner Tonart her mit keinem anderen Buch der Luna-Chroniken zu vergleichen. Luna mag visuell mehr als ansprechend sein, dort leben möchte ich nicht. Niemand kann mir erzählen, dass nicht alle Lunarier dank ihres „Zaubers“ eine Persönlichkeitsstörung entwickeln – ungeachtet der bereits in der Reihe implementierten Tatsache, dass die Lunarier verrückt werden, wenn sie ihre Gabe nicht einsetzen. Meyer gelingt es trotzdem, etwas Sympathie für das Kind Levana hervorzubringen. Sie scheut aber nicht davor zurück, uns mehr als deutlich durch die Blume zu zeigen, dass sie auch ohne ihre traumatische Kindheit vermutlich nicht die netteste Prinzessin gewesen wäre. „Fairest“ ist offiziell ein Jugendbuch und wird deswegen nie sonderlich explizit, doch die Themen, die hier behandelt werden, würde man normalerweise bei der Klassifizierung nicht erwarten. Als die 16-jährige Levana einen Gardisten mit ihrem „Zauber“ manipuliert, um mit ihm zu schlafen, war ich hin und hergerissen zwischen Grauen und Respekt. Lediglich bei „Outlander“ habe ich sonst mal über sexuellen Missbrauch an Männern gelesen – ein Thema, das viel zu oft unter den Tisch fällt. Das Grauen zieht sich jedenfalls durch. Viele Abschnitte des Buches sind so unangenehm, dass ich es in jeder Faser meines Körpers gespürt habe. Meyer beschönigt die Dinge wirklich nicht. Chapeau! Fazit: Marissa Meyers „Fairest“ ist eine unheimliche und intensive Ergänzung zu ihrer sonst eher leichten Luna-Chroniken. Die Hintergrundgeschichte der bösen Königin Levana hat es ganz schön in sich und wird in keiner Weise verharmlost oder beschönigt. Ich spürte durchweg ein wirklich körperliches Unbehagen während ich den Gedanken von Levana ausgesetzt war. Ein wahrlich immersives Erlebnis. Muss man „Fairest“ gelesen habe? Nein. Sollte man es lesen? Auf jeden Fall. 4/5 Sterne.
12. Aug. 2024






