Ey hör mal!

Ey hör mal!

Hardcover
4.027
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Beschreibung

Die Jugendbuch-Sensation aus Norwegen - ausgezeichnet mit dem LUCHS des Jahres 2022 (DIE ZEIT/Radio Bremen)

Es sind Sommerferien und der fünfzehnjährige Mahmoud stellt sich auf lange Tage außerhalb seines Plattenbau-Viertels am Rand von Oslo ein. Norwegische Norweger verreisen in den Sommerferien, aber was machen mittellose Ausländer? Doch dieser Sommer wird anders. Denn die Familie erhält Besuch von Onkel Ji aus Pakistan und Mahmoud soll ihm die Stadt zeigen. Onkel Ji ist fasziniert von dem fremden Land, doch dann beginnt auch er sich zu fragen, ob mit Ali, Mahmouds kleinem Bruder, etwas nicht stimmt. Denn Ali spielt mit Puppen und benimmt sich nicht so, wie ein Pakistani-Junge sich benehmen sollte …

»Gulraiz Sharif hat einen klugen und vielschichtigen Jugendroman über Identitätsfragen in schönstem Kanak-Ghetto-Sound geschrieben. In der Heimat des Autors wird dieses Debüt als Sensation gehandelt. Zu Recht!«
Hartmut El Kurdi, DIE ZEIT 07.04.2022

Buchinformationen

Haupt-Genre
Jugendbücher
Sub-Genre
Modern
Format
Hardcover
Seitenzahl
208
Preis
15.50 €

Autorenbeschreibung

Gulraiz Sharif, geboren 1984, stammt aus Oslo und arbeitet dort als Lehrer. Für seinen Debütroman »Ey hör mal!« erhielt Sharif glänzende Kritiken und Auszeichnungen - zuletzt den renommierten »LUCHS des Jahres«. Das Buch wurde mit dem »Debütantenpreis für Kinder- und Jugendliteratur« des Kultusministeriums ausgezeichnet und für weitere Preise nominiert. Die Medien bezeichnen Gulraiz Sharifs Roman als den »frischesten Wind« im Buchmarkt und assistierten dem Autor eine »originelle und vollkommen unverwechselbare Stimme«.

Beiträge

8
Alle
4

Hörbuch: der Slang war gewöhnungsbedürftig. Aber inhaltlich nicht schlecht. Teilweise war mir Mahmood zu altklug.

5

Ey hör mal von Gulraiz Sharif aus dem Arctisverlag Unbeschönigt, ehrlich und emotional. Für Mahmoud sollte es ein entspannter Sommer werden. Er wollte mit seinem besten Freund chillen und philosophieren warum man keine Babytauben sieht, oder ob die eigene Ausscheidung für einen genauso riecht wie für andere 🤷‍♀️ wichtige Fragen halt. Und dann kommt sein Onkel aus Pakistan für 2 Monate zu Besuch, und ausgerechnet er soll den Fremdenführer spielen und ihm Norwegen zeigen. Dies alles passiert in einem Ghetto-Jugendslang. Gerade diese Sprache hat mich näher zu Mahmoud gebracht. Er kommt dadurch locker und fröhlich rüber. Aber dahinter steckt so viel mehr. Er bemüht sich dem Onkel viel beizubringen, recherchiert unermüdlich. Denn er möchte immerhin irgendwann ein norwegischer Norweger sein. Und nicht der Ausländer bleiben, obwohl er doch im selben Krankenhaus geboren wurde. Zwischen den ganzen rassistischen Sprüchen, Anpassungsschwierigkeiten, dem Blick in die Zukunft, muss er sich noch Gedanken um seinen kleinen Bruder machen. Denn dieser benimmt sich nicht so, wie dies ein gut erzogener pakistanischer Junge machen sollte. Puppen und Glitzer findet er viel reizvoller. Die Figuren sind so nahnar, so feinfühlig, so emotional, so schockierend. Und gerade Mahmoud ist viel, aber nicht so wie gedacht. Jede vermeintlich passende Schublade sprengt er. Mahmoud und dieses Buch verdienen zu Recht jeden Literaturpreis welchen sie bekommen können. Wunderbar feinfühlig übersetzt von Sarah Onkels und Meike Blatzheim

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5

Sommerferien in Ost- Oslo

Eine Buch das beweist, dass es nicht viele Seiten braucht, um eine großartigen und tiefgründige Geschichte zu erzählen. 📒 In "Ey hör mal!" von Gulraiz Sharif erzählt uns der 15 jährige Mahmoud von seinen Sommerferien im Plattenbau- Viertel am Rand von Oslo. Vom Besuch seines Onkels Ji aus Pakistan, dem er die Stadt zeigen soll und von seinem jüngeren Bruder Ali, der lieber mit Puppen spielt und sich auch sonst nicht so benimmt, wie ein pakistanischer Junge sich in den Augen des Onkels benehmen sollte. 🏬 Das Buch besticht allein schon durch seine Sprache, bekommen wir hier doch Jugendsprache delux präsentiert. Quasi direkt vom Schulhof ins Buch taucht man als Lesender in die Gedanken des 15 jährigen Mahmoud ein. Meine Fresse, Alter! Das macht was mit einem. Lesende, die mit Jugendsprache, krummen Sätzen und Fäkalsprache nicht klar kommen, sollten das Buch auslassen, verpassen dann leider nur eine krass gute Story. 🏬 Mahmoud ist ein großartiger Ich Erzähler. Mit seiner humorvollen und derben Art nimmt er uns mit in seine Welt. Die Welt im Plattenbau Ost- Oslo, als Kind pakistanischer Einwanderer sucht er nach Zugehörigkeit, macht sich Gedanken über die norwegischen Norweger und seinen Platz in diesem Land, in dem er sich nicht immer willkommen fühlt. Sein Leben zwischen zwei Kulturen, die aufeinander prallen und die er irgendwie für sich in Einklang bringen muss. Das Ganze erzählt in Jugendslang lässt trotzdem keinen Zweifel darüber zu, was für ein intelligenter und scharfsinniger Mensch er ist. 🏬 Ganz unverblümt werden die Lesenden mit Armut und Ausgrenzung konfrontiert, mit Alltagsrassismus und kulturellen Konflikten immer verknüpft mit der lockeren und fröhlichen Art von Mahmoud, der versucht seinen Weg zu finden und nun plötzlich auch noch seinem kleinen Bruder Ali helfen muss, seinen Weg zu finden. Denn Ali findet Glitzer gut und Disney Prinzessinnen und den Schmuck seiner Mama. Brudi, was da los? Richtig krass guter Umgang mit dem Thema. Authentisch. Empathisch. Herzlich. Sprachgewaltig. Ungeschönt. Außergewöhnlich. Gönn dir, Digga!

Sommerferien in Ost- Oslo

Ein cooles Jugendbuch, dass die Themen Migration und Transsein behandelt.

(Werbung | Rezensionsexemplar) In Gulraiz Sharifs „Ey hör mal!“ geht es um den 15-jährigen Mahmoud, der im Plattenbauviertel, einer recht armen Gegend in der Norwegischen Hauptstadt Oslo lebt. Als sie ihre Heimat Pakistan verließen, hatten sich seine Eltern erhofft, sich, aber vor allem auch ihren Kindern dort ein besseres Leben ermöglichen zu können. Dafür und um ihre Familie, die noch immer in Pakistan lebt finanziell unterstützen zu können, arbeiten sie hart. Über die Sommerferien kommt dann ein Onkel zu Besuch, den Mahmoud schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hat. Der Onkel ist dann schnell so begeistert, von Oslo und der Art und Weise, wie die Menschen dort Leben, dass er garnicht mehr in seine Heimat zurück kehren möchte. Alles scheint relativ friedlich und in Ordnung - allerdings nur so lange, bis sich Mahmouds vermeintlicher kleiner Bruder als trans outet und der Familie erklärt, dass er ein Mädchen sei. Damit stellt wird diese nämlich auf eine Zerreißprobe gestellt, denn transsein scheint nicht in das konservative, muslimische Weltbild zu passen, dass nicht nur Mahmouds Onkel hat, sondern auch sein eigener Vater. Und mitten in all dem Chaos fahren die Gefühle des pubertierenden Protagonisten Achterbahn. Mahmoud ist insofern eine spannende Hauptfigur, als dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Was er sagt ist eher selten politisch korrekt, dabei stellt er verschiedenste Gesellschaftsschichten in Oslo infrage, ohne dabei bei seiner eigenen aufzuhören. Während er also innerlich über die Pakistani in seiner Umgebung herzieht, bleibt er aber dennoch loyal gegenüber denen, die ihm wichtig sind, ganz besonders gegenüber seiner eigenen Familie. Diese forsche, direkte und unverblümte Art erschien mir sehr authentisch und zieht sich in diesem Buch nicht nur durch die direkte Rede, sondern auch den erzählenden Teil der Geschichte. Ein Großteil des Buches wird daher in vulgärer Slangsprache geschrieben. Mich persönlich hat das an einigen stellen zum Lachen gebracht, aber an vielen anderen Stellen, fand ich es auch etwas drüber, vermutlich auch, weil es einfach sehr weit von meinem eigenen Umgang mit Sprache entfernt ist. Dennoch fand ich das Buch super spannend, da es die Themen Migration und Queerness mit verschiedenen Perspektiven zusammenbringt, die, und insbesondere in dieser Konstellation, noch kaum Gehör finden.

Ein cooles Jugendbuch, dass die Themen Migration und Transsein behandelt.
5

Ey hör mal von Gulraiz Sharif aus dem @arctis_verlag Unbeschönigt, ehrlich und emotional. Für Mahmoud sollte es ein entspannter Sommer werden. Er wollte mit seinem besten Freund chillen und philosophieren warum man keine Babytauben sieht, oder ob die eigene Ausscheidung für einen genauso riecht wie für andere 🤷‍♀️ wichtige Fragen halt. Und dann kommt sein Onkel aus Pakistan für 2 Monate zu Besuch, und ausgerechnet er soll den Fremdenführer spielen und ihm Norwegen zeigen. Dies alles passiert in einem Ghetto-Jugendslang. Gerade diese Sprache hat mich näher zu Mahmoud gebracht. Er kommt dadurch locker und fröhlich rüber. Aber dahinter steckt so viel mehr. Er bemüht sich dem Onkel viel beizubringen, recherchiert unermüdlich. Denn er möchte immerhin irgendwann ein norwegischer Norweger sein. Und nicht der Ausländer bleiben, obwohl er doch im selben Krankenhaus geboren wurde. Zwischen den ganzen rassistischen Sprüchen, Anpassungsschwierigkeiten, dem Blick in die Zukunft, muss er sich noch Gedanken um seinen kleinen Bruder machen. Denn dieser benimmt sich nicht so, wie dies ein gut erzogener pakistanischer Junge machen sollte. Puppen und Glitzer findet er viel reizvoller. Die Figuren sind so nahbar, so feinfühlig, so emotional, so schockierend. Und gerade Mahmoud ist viel, aber nicht so wie gedacht. Jede vermeintlich passende Schublade sprengt er. Mahmoud und dieses Buch verdienen zu Recht jeden Literaturpreis welchen sie bekommen können. Wunderbar feinfühlig übersetzt von Sarah Onkels und Meike Blatzheim

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4

Dieses Buch ist auf meiner Leseliste gelandet, weil ich eine Besprechung bei Deutschlandfunk Kultur gehört habe. Und was soll ich sagen? Das ist ein richtiger Glücksgriff gewesen. Die Jugendsprache hat mich zwar komplett irritiert, so sehr dass ich mich bis zur letzten Seite nicht dran gewöhnt habe. Aber die temporeiche, witzige und trotzdem tiefgründige Story über das Leben des 15-jährigen Pakistani Mahmoud im Olsoer Plattenbau hat mich wirklich überzeugt. Mahmoud, der die norwegischen Norweger insgeheim um die Sommerferien im eigenen Ferienhaus beneidet, hat diesen Sommer die Aufgabe, seinen Onkel aus Pakistan zu bespaßen. Long Story short - der Onkel wird als anderer Mensch zurück in die Heimat fahren und auch Mahmouds Familie ist am Ende nicht mehr die Selbe wie davor. Es hat mich sehr beeindruckt, wie empathisch, verständnisvoll und selbstlos der großmäulige Mahmoud sich um seinen kleinen Bruder kümmert und für ihn kämpft.

5

Als ich ‚Ey hör mal‘ von Gulraiz Sharif, übersetzt von Meike Blatzheim und Sarah Onkels, zum ersten Mal in den Händen hielt, dachte ich mir: Ui, ist das dünn. Als alte Fantasyleserin bin ich dicke Wälzer gewöhnt und wusste nicht so recht, ob der Autor seine Geschichte in dieser Kürze wirklich gut erzählen kann. Und nachdem ich das Buch nun beendet habe, kann ich sagen: Ja, kann er. Intensiv, emotional, witzig und klug entführt uns Gulraiz Sharif in das Oslo von Mahmoud und seiner pakistanischen Familie. Mahmoud ist ein fünfzehnjähriger Junge, der aus der Ich-Perspektive aus seinem Leben erzählt. Zu Beginn hatte ich noch die Befürchtung, dass mir sein Slang voller Brudis, Chicks und Diggas zu anstrengend werden würde. Aber Mahmoud ist trotz seines (oftmals sehr fäkalen) Sprechstils, der ihn vielleicht etwas platt wirken lässt, erstaunlich klug und es macht ziemlich Spaß, im zu folgen und seinen Gedanken zu lauschen – selbst wenn ich sie anders formuliert hätte. Er hat eine sehr nüchterne Sicht auf die Dinge, ist gnadenlos realistisch und dabei ohne Selbstmitleid ob seines etwas schwierigen Status als Ausländer. Die Ausgangssituation der Geschichte ist dabei so alltäglich wie sie nur sein kann: Mahmouds Vater arbeitet viel und verdient wenig, ist kaum zu Hause, streng und sehr pakistanisch in seiner Denkweise. Seine Mutter hat einen Job als Putzfrau an der Uni, hat überall Schlappen deponiert, um ihren Söhnen eine mitzugeben, wenn sie nicht brave muslimische Söhne sind und nimmt sich extra frei, um den pakistanischen Besuch rund um die Uhr zu bekochen. Mahmouds Bruder Ali spielt lieber mit Barbies als mit Spielzeugkalaschnikows, wie es sich für einen starken pakistanischen Mann gehören würde. Zu guter Letzt kommt eben jener erwähnte Besuch in Form von Mahmouds Onkel in die Plattenbauidylle. Das können ja Sommerferien werden. Und die allerwichtigste Frage ist: Kann man Tauben eigentlich essen (ich frag für die somalischen Nachbarn)? Wir lernen den Alltag einer Einwandererfamilie in Norwegen kennen, ihre Einstellung zur Politik, Familie und Religion, die Herausforderungen, die die westliche Welt für die muslimische Familie darstellt. Und die Herausforderung, wenn ein kleiner Junge kein starker pakistanischer Mann ist. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buchs liegt der Fokus auf Ali und Mahmoud und es ist schier unglaublich, wie der große Bruder für den kleinen da ist. Mahmoud ist dabei so herzlich und verständnisvoll, wie man sich das von jedem Menschen überall auf der Welt wünschen würde. Er versteht Ali nicht in Gänze, aber er liest viel nach, fragt ihn, was er will und versucht, ihm das Leben leichter zu machen – vor allem auch in Bezug auf ihre Eltern, die mit Alis Identifizierung womöglich ihre Probleme haben werden. Unglaublich gefühlvoll, unglaublich stark. Eine Familiengeschichte, die nachhallt, weil sie so intensiv und besonders ist. 4,5 Sterne.

4

Das Thema ist sehr spannend - ein Jugendlicher, dessen Familie aus Pakistan stammt, erzählt über sein Leben in Norwegen - aber der Schreibstil in der deutschen Übersetzung ist etwas anstrengend.

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