Expedition Antarctica

Expedition Antarctica

Hardcover
3.02
SchweizerinAbenteurerinGrenzgängerinErlebnisbericht

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Beschreibung

»Lieber bei der Verwirklichung eines Traums sterben als kurz vor dessen Verwirklichung scheitern«, das schrieb Evelyne Binsack am 23. Dezember 2007 in ihr Tagebuch, setzte den Stift ab und kurz darauf nochmals an: »Es ist«, schrieb sie weiter, »als übernähme eine andere Kraft das Zepter.« 484 Tage zuvor war sie gestartet. Im Berner Oberland. Mit dem Fahrrad. Die 27 000 Kilometer lange Strecke bis zum Südpol führte sie durch sechzehn Länder, durch Europa, Nordamerika, Südamerika und die Antarktis. Kurz vor ihrem großen Ziel fühlte sich Evelyne Binsack am Ende ihrer Kräfte. Die letzten tausend Kilometer zu Fuß durch die Kälte und die Stürme der Antarktis setzten ihr zu. Dass sie am eisig kalten Ende der Welt ankam, verdankte sie vor allem ihren mentalen Kräften. Aber auch ihrer Flexibilität, Ausdauer und Demut. Zuvor – auf dem Fahrrad bis zum Südzipfel Südamerikas – begegnete sie der atemberaubenden Schönheit unserer Erde mit all ihren Launen, musste aber auch mit Dieben und aggressiven Hunden fertig werden. Nicht lange, da machte sie große Bögen ums Dickicht der Städte und übernachtete in Verstecken. Sie lernte, auf ihre Instinkte zu achten, und fand in der Wildnis eine Heimat. Markus Maeder hat die Tagebuchaufzeichnungen und die angeregten Gespräche mit Evelyne Binsack zu einem Buch zusammengefügt, das uns mit der Tatsache konfrontiert, dass unser Wille eine Kraft ist, die wir viel zu oft unterschätzen. Ein Buch, das aufzeigt, wie der Glaube an uns selbst und die Machbarkeit der Dinge Berge versetzen kann.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Biografien
Sub-Genre
Sport
Format
Hardcover
Seitenzahl
252
Preis
25.60 €

Autorenbeschreibung

Evelyne Binsack wuchs in Hergiswil auf. Schon als Jugendliche bestieg sie die großen Wände in den Alpen. 1991 ließ sie sich zu einer der wenigen diplomierten Bergführerinnen Europas ausbilden. Danach kletterte sie dreimal durch die Eiger Nordwand, unternahm zahlreiche Expeditionen in den Himalaja, zum Karakorum, in die Anden und nach Patagonien. 1998 machte sie den Flugschein als kommerzielle Helikopterpilotin. 2001 stand sie als erste Schweizerin auf dem Mount Everest und schrieb ein Buch darüber: »Schritte an der Grenze« (Frederking & Thaler). Im September 2006 begab sich Evelyne Binsack auf ihre bisher anspruchsvollste Tour: aus eigener Kraft von der Schweiz bis an den Südpol.

Beiträge

1
Alle
3

Ein lesenswertes Abenteuer

Evelyne Binsack hat das getan, was vorher - in unserer heutigen Zeit - wohl noch niemand geschafft hat: Sie ist per Fahrrad und zu Fuß in 484 Tagen um die halbe Welt gereist. Zu Anfang stand ein Ziel: Antarctica ohne Hilfe bis zum Südpol zu durchqueren. Start dieser Expedition sollte der äußerste Süden Südamerikas sein. Und bis dorthin fliegen? So einfach wollte es sich die Extremsportlerin dann doch nicht machen. Nein, sie wollte aus eigener Kraft Punta Arenas im Süden Chiles erreichen. Dies bedeutete knapp 24.000 km auf dem Fahrrad zurückzulegen, eine Mammutstrecke, noch vor den härtesten und denkbar unwirtlichsten letzten knapp 1.200 km durch das Eis der Antarktis. An der Grenze ihre körperlichen und seelischen Leistungskraft, nicht zuletzt auch an der Grenze zum Tod, hat Evelyne Binsack dieses Ziel schließlich erreicht. "Expedition Antarctica" liest sich wie das größte Abenteuer unserer modernen Welt. Eine Frau, ganz allein, 24.000 km von der Schweiz, über Frankreich, Spanien, Portugal, Salt Lake City (USA), Mexiko, die Anden in den äußersten Südzipfel Südamerikas - und das ganz ohne Annehmlichkeiten - nur mit dem Nötigsten, dass sie auf ihrem Fahrrad transportieren konnte. Dabei lässt uns Evelyne Binsack schon an den enormen Vorbereitungen ihres Abenteuers teilhaben, beschönigt nichts, und macht sich nicht selbst zur Heldin. Dieses Buch ist nicht nur Reisebericht, es ist auch eine philosophische Reise. Und genau das, hat mich letzten Endes leider mehr und mehr gestört. Gerade die ersten 24.000 km werden relativ kurz abgehandelt, sind dafür aber mit so vielen philosophischen Gedanken gespickt, dass ich mit dem Lesen während dieser Zeit kaum vorwärts kam. Es ist zwar durchaus interessant zu lesen, welche geistigen Erfahrungen man während des Bergsteigens oder eben solchen Extrem-Abenteuern macht, aber man muss dies nicht alle paar Seiten lesen, immer und immer wieder. Mich hat mehr die Reise an sich, die Länder, die Kulturen und die Menschen interessiert - davon erzählt Evelyne Binsack leider überraschend sparsam. Auch die eingestreuten historischen Fakten über frühe Entdecker der Antarktis werden relativ trocken eingestreut, wenngleich diese Geschichten einen guten Überblick über die Härte dieser eisigen Landschaft der Antarktis macht. Dann endlich beginnt das zweite Abenteuer: die Wanderung von der Nordküste der Antarktis zum Südpol. Und endlich werden die philosophischen Gedanken weniger, das Erlebte tritt deutlich in den Vordergrund und lässt sich schließlich flott weglesen. Denn jetzt, auf den letzten etwa 140 Seiten, hat das Abenteuer auch den Leser gepackt. Fast scheint es, man wäre an der Seite von Evelyne und ihren vier Abenteurer-Kollegen in dieser rauhen, unwirtlichen Gegenden. Das schöne ist wirklich, dass Evelyne Binsack kein Blatt vor den Mund nimmt, und den Leser selbst an negativen Gedanken, an Frustration und Traurigkeit teilhaben lässt. Fazit: "Expedition Antarctica" ist kein Buch, dass man mal so nebenbei schnell wegliest. Und doch schafft es einen ganz guten Überblick über ein wahrhaft großes Abenteuer einer Frau, die es immer wieder auf die höchsten Berge zieht, die nach immer weiteren Abenteuern sucht und dafür nicht selten an ihre eigenen Grenzen stößt. Überraschend ehrlich erzählt. Etwas weniger philosophisches, dafür mehr Beschreibung des Erlebten, und ich wäre wohl gefesselt gewesen. So habe ich mich leider mehr oder weniger durch die erste Hälfte und die ersten 24.000 km von Seite zu Seite geschleppt. Dennoch bleibt es ein lesenswertes Abenteuer, für alle, die sich zwar nicht selbst trauen, aber gern hin und wieder davon lesen.

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