Es war nicht anders möglich

Es war nicht anders möglich

Hardcover
3.024

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Beschreibung

Gut kannte sie ihren Vater nicht, die Familie ging früh auseinander. Trotzdem, sein unerwarteter Tod ist ein Schlag für Martina, Mitte dreißig, die arbeitslos durch ein unstetes Berliner Leben trudelt. Also geht sie erst mal so in die Situation, wie es ihr am liebsten ist: sich in langen Nächten mit vielen Gläsern den Ernst des Lebens ein bisschen schöner zu machen – oder sich ihm gerade damit zu stellen? In der Eckkneipe begegnet sie Helden der Nacht, Philosophen, sucht eine stärkende Familie, ein Zuhause. Anderen geht es ja nicht besser, weder dem Jungwitwer Eckhard aus der Kneipe noch den übrigen Weltweisen, die im Spiel des Lebens verloren haben, aber doch auch gewonnen, weil sie trotzdem weitermachen. Wie konnte das alles eigentlich so weit kommen, fragt sich Martina. Mit dem Vater, der verkorksten Familie? Mit ihr selbst? Und wagt sich dabei immer weiter, in eine Zone voller Dunkelheit und Staunen, Schmerz und Wunder, in der sie vielleicht endlich der Wahrheit begegnet.

Ein radikaler, komischer, tieftrauriger, immer wieder überraschender Roman über eine junge Frau, die sich in die Welt stürzt und dadurch das Unfassbare zu meistern versucht. Eine Tour durch seelische Nachtlandschaften, die Suche nach Zärtlichkeit und wahren Empfindungen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
240
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Svenja Liesau, geboren 1989 in Magdeburg, trat bereits am Theater ihrer Heimatstadt auf, bevor sie an der Ernst-Busch-Hochschule in Berlin Schauspiel studierte. In ihrem Abschlussjahr 2013 wurde sie Ensemblemitglied am Staatstheater Stuttgart. Ab 2017 war sie am Gorki-Theater engagiert, seit der Spielzeit 2023 arbeitet sie am Deutschen Theater Berlin. In Film und Fernsehen spielte sie unter anderem in der Verfilmung von Altes Land. Svenja Liesau lebt in Berlin, dieser Roman ist ihr Debüt.

Beiträge

17
Alle
3

„Es war nicht anders möglich“ von Svenja Liesau handelt von Trauer, Einsamkeit und Orientierungslosigkeit. Besonders der raue Schreibstil macht das Buch emotional eindrucksvoll und zugleich abschreckend.

4

Unästhetischer Umgang mit Trauer 💛

✨Rezensionsexemplar✨ Es handelt sich hier um das Debüt der Autorin! ✨Zitate »Die Trauer hat mich noch nicht. Nein, noch würde es mich überhaupt nicht überraschen, wenn du einfach zur Tür reinkämst, dir eine Zigarette in den Mundwinkel klemmen und, bevor du sie anzündetest, sagen würdest: „Na, meine Kleene!“ Dieses Szenario ist für mich nach wie vor wahrscheinlicher, als dass du nie wieder durch eine Tür kommst.« »Das Leben ist ein Parkplatz und ich bin ohne Führerschein zur Welt gekommen.« »Mittwoch ist mir der liebste Tag. Da steckt man mitten in der Scheiße, hat aber noch noch nicht so viel verbockt, dass man’s nicht noch an den vier verbleibenden Tagen wieder rausreißen könnte. Die Betonung liegt hier auf „könnte“.« ✨Inhalt Obwohl er auch vorher nicht wirklich für sie da war, zieht der plötzliche Tod ihres Vaters unserer Protagonistin Martina den Boden unter den Füßen weg. Sie taumelt mehr schlecht als recht durch das Leben in Berlin, der völlige Absturz ist nah, aber so ist auch Hilfe und Hoffnung. ✨Meinung Svenja Liesau nimmt Trauer und Verlust sämtliche gesellschaftlich akzeptierte Masken ab. Schließlich wissen wir: während alle für Trauer Verständnis haben (natürlich), darf diese dennoch nicht unbequem, laut oder gar unendlich sein. Man solle sich doch bitte zusammenreißen und das Leben geht doch weiter. Oder? Martina nimmt uns als sehr direkte und nicht angepasste Ich-Erzählerin mit in eine Abwärtsspirale vor der Kulisse von Berlin. Das Buch ist überhaupt gedrucktes Berlin Core, man muss es lieben. Die Gestaltung des Buchs ist dabei ebenso ungewöhnlich wie der Schreibstil der Autorin. Ich war nur aufgrund früherer Lektüre von Büchern wie „The vegetarian“ und „Cursed bunny“ nicht wirklich geschockt von den stattfindenden Ausschweifungen und den mentalen Bildern, die hier heraufbeschworen werden 😅. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn es für andere LeserInnen zu viel und zu unerträglich ist. Ansonsten hat mich dieser Roman noch ein wenig an „Der achtzehnte Stock“ erinnert, das hatte ich damals auch geliebt. Martina begegnen viele interessante Gestalten, sei es im Späti, in der Eckkneipe oder ihrem Wohnhaus. An einigen Stellen habe ich auch laut lachen müssen. Andere Stellen haben mich verzweifeln lassen und viel Wut ist in mir hochgekocht, z.B. angesichts der Art und Weise wie Martinas Mutter sie behandelt hat. Das Buch beinhaltet sehr wichtige Themen, die Autorin hat sich für einen radikalen und nicht ästhetischen Weg entschieden, das, was ihr am Herzen liegt, zu Papier zu bringen. ✨Fazit Es wird nicht jedem gefallen, es ist ein sprachlich extremes und herausforderndes Buch. Eine Leseprobe würde aber Klarheit verschaffen. Mich hat das Buch schon angesprochen und hat mich auch sehr berührt. Gegen Ende hat sich die Erzählstimme etwas selbst verloren, so dass es hier schwieriger war, am Ball zu bleiben. Aber das widerspiegelt lediglich das Trauma, das Martina durchmacht. Macht Euch sehr gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

Unästhetischer Umgang mit Trauer 💛
1.5

Wenn ich beim Lesen würgen muss (S. 166), dann trifft mich ein Buch auf eine spezielle Weise. Wie sich die Erzählung in Svenja Liesaus Es war nicht anders möglich dahin entwickelt hat, kann ich nicht genau benennen, während ich Martinas Treiben, einer arbeitslosen Frau Mitte 30, durch Berlin folge. Die Geschichte ist wie ein einziger länger Fiebertraum oder besser ein Rauschzustand. Alles begann damit, dass Martinas Vater stirbt, sie ihr Arbeitslosengeld verliert und nahezu rund im die Uhr trinkt, um dem Emotionen zu entkommen. In einer SMS an ihren toten Vater schreibt sie: "Das, so grob umrissen, ist bei mir los, seitdem. Flucht in den Rausch." (S. 147) Verspricht der Klappentext einen radikalen, komischen, tieftraurigen, immer wieder überraschenden Roman, so kann ich nur letzteres bestätigen. Liesau entwirft eine Protagonistin, die aus der Situation heraus handelt, in keiner Weise Sympathie in mir als Leserin weckt und mich in vielen Szenen verstört zurück lässt.

4

Buch über Trauerbewältigung mit Abwärtsspirale, teils ziemlich krass und derb, das Ende lässt ein wenig ratlos zurück, trotzdem lesenswert

1

Konnte mich nicht überzeugen

Ich weiß gar nicht genau was ich zu diesem Buch sagen soll ... Nach Lesen des Klappentextes und der Leseprobe hatte ich einen sehr positiven Eindruck von der Geschichte. Besonders die Sprache und der schwarze Humor in der Leseprobe sind mir positiv aufgefallen. Davon war im Laufe der Geschichte leider nichts mehr zu merken. Die Sprache wurde mit der Zeit immer derber und unstrukturierter. Auch wenn das vielleicht mit der Entwicklung der Protagonistin zu erklären ist, war mir das Ausmaß zu extrem. Es fiel mir zudem sehr schwer und im Laufe der Geschichte immer schwerer Sympathie mit der Protagonistin zu empfinden. Ich persönlich brauche beim Lesen von Geschichten Figuren, die ich sympathisch finden kann. Zu guter Letzt hat der Klappentext, meines Empfindens nach, überhaupt nicht auf den extremen und schockierenden Verlauf der Handlung vorbereitet und den Inhalt dadurch nur wenig getroffen. Das Buch konnte mich also leider nicht überzeugen.

2

Falsche Erwartungen an eine wirre Story

Martina, Mitte dreißig, arbeitslos, stets mit einem Glas Hochprozentigen in der Hand, ist sie mit den Helden der Nacht in Berlins Bars und Kneipen Zuhause. In ihrem Debütroman „Es war nicht anders möglich“ erzählt Svenja Liesau die Geschichte einer jungen Frau zwischen Wahrheit, Liebe, Wahnsinn, Trauer, Schmerz und Absturz. Soweit, so gut, denn der Klappentext las sich wirklich interessant, das Buch versprach „Wild, witzig und wagemutig“ zu sein und hat mich somit echt neugierig gemacht. Der Anfang hat mir auch wirklich ganz gut gefallen, da die Autorin es geschafft hat, Martinas Empfindungen mit einer großen Dynamik nachvollziehbar rüber zu bringen. Dann wurde es jedoch von Seite zu Seite immer chaotischer, abgedrehter und unverständlicher, bis ich der Story schließlich zum Ende hin gar nicht mehr folgen, geschweige denn nachvollziehen konnte und sie mich einfach nur ziemlich ratlos zurückgelassen hat. Wobei ich es an keiner Stelle „witzig“ fand. Das mit dem „wild und wagemutig“ kann ich hingegen absolut bestätigen. Fazit: Leider hatte ich ganz andere Erwartungen an das Buch, die es nicht erfüllen konnte. Teilweise hatte ich sogar gar nicht mehr das Gefühl einen Roman zu lesen, sondern nur noch aneinandergereihte wirre Texte. Kurz gesagt - das Buch hat mich ziemlich rat- und sprachlos zurückgelassen, so das ich hinsichtlich der Bewertung zunächst zwischen einem bis zwei Sternen schwankte. Da ich den Ansatz und die transponierten Gefühle im ersten Drittel jedoch gut gelungen finde und auch den Mut bewundere etwas Derartiges zu Papier zu bringen, habe ich mich schlussendlich für die zwei Sterne entschieden.

2

Irgendwo zwischen „Ooookay“ und totales Durcheinander.

Nach dem Klappentext, wollte ich es unbedingt lesen und lieben. Es klang genau nach der Art Buch, die ich mag, Selbstfindung, mit und an sich selbst arbeiten, Trauerbewältigung. Der Schreibstil war toll, hatte den richtigen Flow… aber der Inhalt… puh. Man begleitet Martina dabei, wie sie langsam aber sicher in eine (oder mehrere) psychische Erkrankung abrutscht und sich-meiner Meinung nach- überhaupt nicht selbst findet. Ab der Mitte versteht man manchmal wirklich nur Bahnhof und weiß nicht, was echt oder Fiebertraum ist. Und ganz ehrlich, Martina ist kein Mensch, den man um sich haben möchte. Und ich bin froh, dass es vorbei ist.

2

Nach der Leseprobe ging es bergab

Der Roman "Es war nicht anders möglich" von Svenja Liesau hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Leseprobe dieses Romans hat mir gefallen. Es geht um Martina, eine (seit 15 Jahren) arbeitslose Frau Mitte 30, deren Vater gestorben ist. Sie hat ihn kaum gekannt, trauert trotzdem um ihn. Wirklich gekümmert hat er sich um nie um sie. So versucht sie, unter Zuhilfenahme von Alkohol und Musik mit ihrer Trauer fertig zu werden. Am Anfang des Romans ist eine Playlist vorangestellt, eine lange Playlist. In Gedanken unterhält sich die Protagonistin Martina mit ihrem Vater. Dazu wird immer wieder der Text von "Du" von Peter Maffey eingeblendet. Im weiteren Verlauf begibt sie sich in eine ihrer Stammkneipen (ganz witzig sind die Kneipenregeln) und konsumiert Alkohol, viel Alkohol. Für feste Mahlzeiten hat sie kein Geld. Bis dahin war der Roman gut lesbar, danach ging es für meinen Geschmack spürbar bergab und im ersten Teil des Romans wird es zunehmend ekliger. Duschen? Überflüssig, man stinkt ja in der Kneipe sowieso gleich wieder... Das Ende des ersten Teils hat dann bei mir wirklich Brechreiz erzeugt. Das muss dann wirklich nicht sein. Ich habe mich aber weiter durchgebissen. Martina wacht in einer Abteilung der Psychiatrie auf und beschreibt ihr dortiges Leben. Hätte sich die Autorin beim Respekt gegenüber psychisch kranken Menschen genauso viel Mühe gegeben wie beim korrekten Gendern und dem konsequenten Verneinen des generischen Maskulins (jemensch, niemensch), hätte Teil 2 sogar noch etwas werden können. Psychisch Kranke als Irre zu bezeichnen, entspricht nun wirklich nicht mehr der Zeit. Die im Klappentext erwähnte Komik habe ich vergeblich gesucht. Traurig? Ja! Martina sucht Zuneigung, findet sie aber in der Kneipe unter ihren Mittrinkern nicht, in ihrer Familie schon gar nicht. Und so trinkt sie eben weiter... Mich konnte der Roman nicht packen und ich habe mich nicht nur einmal gefragt, was die Autorin uns eigentlich vermitteln will. Gut gemeinte 2 Punkte, mehr ist nicht drin. Empfehlen kann ich diesen Roman nicht!

„Es war nicht anders möglich“ ist kein Roman, den man einfach liest – er passiert einem. Svenja Liesaus Debüt ist ein wilder, rauschhafter Text, der sich weniger wie eine klassische Erzählung anfühlt als wie ein Sog, in den man hineingezogen wird und aus dem man nicht unberührt wieder auftaucht. Im Zentrum steht Martina, Mitte dreißig, orientierungslos, arbeitslos und emotional entwurzelt. Ihr Leben spielt sich zwischen Berliner Nächten, Kneipen und einem stetigen Fluss aus Alkohol, Gedanken und Begegnungen ab. Der Tod ihres Vaters – zu dem sie kaum eine Beziehung hatte – wirkt dabei weniger als isoliertes Ereignis, sondern vielmehr als Katalysator: Ein Auslöser, der Verdrängtes aufreißt und sie noch tiefer in sich selbst stürzen lässt. Was diesen Roman besonders macht, ist seine Erzählweise. Liesau schreibt roh, direkt, manchmal derb, oft von schwarzem Humor durchzogen. Die Sprache hat einen eigenen Rhythmus – schnell, sprunghaft, beinahe atemlos. Man bewegt sich als Leser*in durch Martinas Gedanken wie durch einen dichten Nebel: mal klar, mal völlig diffus. Realität und Wahrnehmung verschwimmen zunehmend, was stellenweise irritierend ist, aber genau dadurch eine enorme Intensität erzeugt. Die Kneipen, in denen Martina ihre Abende verbringt, werden zu eigentümlichen Zwischenräumen. Hier begegnet sie Figuren, die wie gestrandete Existenzen wirken und doch eine gewisse lakonische Weisheit besitzen. Diese Begegnungen sind oft gleichzeitig tragisch und komisch – ein Balanceakt, den Liesau bemerkenswert sicher beherrscht. Inhaltlich kreist der Roman um große Themen: Verlust, familiäre Brüche, Selbstzerstörung, Einsamkeit und die verzweifelte Suche nach Nähe. Dabei wird nichts beschönigt. Martina ist keine klassische Identifikationsfigur, sondern eine Figur, die aneckt, irritiert und manchmal auch abstößt. Gerade das macht sie jedoch glaubwürdig. Ihr Absturz ist unbequem zu lesen – und genau darin liegt die Stärke des Buches. Besonders eindrücklich ist, wie der Text selbst den Zustand seiner Protagonistin widerspiegelt: Er ist fragmentarisch, manchmal chaotisch, gelegentlich schwer greifbar. Gegen Ende verliert sich die Handlung stellenweise bewusst in Uneindeutigkeit – was frustrierend sein kann, aber zugleich konsequent wirkt. Dieser Roman will nicht erklären, ordnen oder trösten. Er zeigt. „Es war nicht anders möglich“ ist daher kein Buch für jede*n. Wer eine klare Handlung oder klassische Entwicklung erwartet, wird hier vermutlich scheitern. Wer sich jedoch auf eine intensive, sprachlich eigenwillige und emotional fordernde Lektüre einlässt, findet einen beeindruckenden Debütroman, einen radikalen, düsteren und zugleich überraschend poetischen Roman über Selbstverlust und die Suche nach Halt.

Post image
3

Viel zu krass!

Bevor ich diese Rezension schreibe, habe ich mir den Klappentext des Buches noch einmal ganz genau angeschaut. Demnach geht es im Roman um Martina, die sich mit dem Tod ihres Vaters auseinandersetzt und dadurch sich selbst kennenlernt. Den Anfang des Romans mochte ich sehr. Er startet mit einer interessanten Playlist, der Auseinandersetzung mit dem Tod des Vaters und sehr viel schwarzem Humor. Danach spielt die Geschichte am Rand der Gesellschaft. Dass es um Alkoholismus gehen würde, habe ich am Anfang noch kommen sehen. Das erste Mal raus war ich, als es um jegliche körperliche Ausscheidungen ging. Die Themen Kindheitstrauma und Armut kommen dann noch am erwartbarsten daher. Überhaupt nicht erwartet hatte ich, dass es um Psychosen und massiv selbstverletzendes Verhalten geht. In keinster Weise geht es in diesem Buch um eine Frau, die zu sich selbst findet (vielleicht habe ich das im Klappentext falsch verstanden). Alles dreht sich um jemanden, der heftig psychisch erkrankt. Die Zustände sind so dramatisch, dass der schwarze Humor bei mir gar nicht mehr ankam und ich das Buch nur schockiert gelesen habe. Dieser Roman ist wirklich nur Menschen zu empfehlen, die sich mit der Thematik akute psychische Erkrankung auseinandersetzen wollen. Da ich das nicht erwartet hatte, war der Roman für mich viel zu krass.

3

Es scheint ein Trend in aktueller Belletristik zu sein, ausführlich über Körperflüssigkeiten zu schreiben. Kann man machen - ist aber nicht meins. Der Roman startet im wahrsten Sinne des Wortes rauschhaft, es geht um Trauer, Verlust und sehr viel Alkohol. Mit jeder Seite habe ich die höchst unzuverlässige Erzählerin, die in ihren Wahnvorstellungen gefangen ist, allerdings verloren. Am Ende weiß man nicht mehr, wo oben und unten ist.

2.5

Es ist sehr schnell zu crazy geworden

Den Anfang fand ich super, etwas crazy, aber sympathisch und es fühlt sich an, als ob man auf eine verrückte kleine Reise durch die Gegenwart der Protagonistin geht. Als es aber etwas ausartete und ihre verrückten Ideen unter anderem auch zu Schäden für andere führten, fand ich es nicht mehr so toll. Das letzte Drittel ist dann wirklich sehr speziell. Ein solches Durcheinander und einfach sehr krasse Vorkommnisse, die zum einen eklig, zum anderen sowas von verrückt sind, dass man sich wirklich drauf einlassen müsste. Mir ist bewusst, dass es wirklich psychische Ausnahmezustände gibt, aber ich habe auch gemerkt, dass ich so etwas nicht lesen möchte. Wer sich also auf so etwas einlassen kann, der kann es mit diesem Roman gerne auf sich nehmen. Für mich war es am Ende leider nichts.

5

Wenn Trauer zum Absturz führt

Schon das Cover erregt Aufmerksamkeit. Es hat etwas von Traurigkeit und doch erinnert es einen auch an eine Feier. Ich musste direkt an den Moment denken, wenn die Party vorbei ist, keiner ist mehr da, aber die Deko steht im Raum, als würde es jeden Moment weitergehen. Genauso fühlt es sich an, wenn man einen Menschen verliert. Die Person ist weg, aber alles geht weiter, alles ist wie davor, als wäre nichts passiert. Niemand drückt auf Pause. Alles wirkt, als würde die Person gleich zurückkommen. Genau an diesem Punkt ist Martina, die ihren Vater gerade verloren hat. Auch wenn er nicht so richtig für sie da war, so hatte er doch einen Platz in ihrem Leben. Plötzlich ist dieser Platz leer, und mit dieser Situation versucht sie, klarzukommen. Wenn wir um einen Menschen trauern, dann akzeptiert die Gesellschaft das zu Beginn. Leider meinen viele, dass es klare Wege gibt, die die Trauer gehen. Wie hat man zu trauern, wie lange darf man trauern? Aber wenn du aus diesem Muster fällst, dann stellst du ein Problem dar, und genau dieses Thema wird im Buch behandelt. Wie reagieren wir, wenn Trauer unschön wird, zu lange dauert, die Reaktionen nicht wie erwartet sind? Martina hat den Boden unter den Füßen verloren und steht kurz vorm Absturz. Sie kommt mehr schlecht als recht mit ihrem Leben zurecht. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben und ist gelebtes Berlin. Die Sprache im Buch fällt aus dem Standardrahmen, und ich empfehle, die Leseprobe erst zu lesen. Mir hat gerade der etwas andere Stil sehr gut gefallen. Absolute Leseempfehlung von mir

4

Und nach dem Kater der Absturz

Okay, das war wild. Ich glaube, das Buch ist nicht für jeden gemacht. Man muss schon weirde Geschichten mögen und einen guten Ekelfaktor abkönnen, dann hat man aber gute Chancen, das Buch gut zu finden. Wir begleiten die junge Berlinerin Martina. Verkorkstes Leben, schwierige Familie, Vater kürzlich tot, und lebend war er nicht viel präsenter, und doch wirft sie das irgendwie aus der Bahn. Auf einen Absturz folgt die nächste Kneipe und der nächste Kater. Ich stehe ja ein bisschen auf verrückte Protagonisten und abgefahrene Geschichten, immer an der Grenze zu "das passiert doch nicht in echt, oder?". Und ich glaube, da täuschen wir uns tatsächlich oft, die Realität ist wahrscheinlich noch viel verrückter als diese Geschichte hier. Marinas Story fand ich zu 80 % richtig gut. Ich finde ihre Gedankensprünge super und auch der Sarkasmus ist in dem Buch wirklich toll. Ein gewisser Ekelfaktor war auch mit drin und Ekel ist auch eine Emotion und Bücher sollen ja Emotionen überbringen, also in dem Sinne wohl alles richtig gemacht. Vor allem werden hier aber auch tiefgreifende Themen wie Umgang mit Verlust, Abwesenheit von Liebe und Verdrängung Behandelt. Das Ende war mir dann aber auch eine Spur zu wirr. Ich wusste nicht mehr recht, was wirklich passiert und was ihre Gedanken sind, aber vielleicht war das auch genau so geplant. Ein interessantes Buch, wenn man sich auf so einen Stil einlassen kann.

3

Derb, düster und abgedreht, gleichzeitig klug, witzig und selbstironisch. Eigentlich ein tolles Debüt, nur am Ende für mich nicht stimmig.

Martina hat ihren Vater verloren. Und obwohl sie nur zu Weihnachten und zum Geburtstag mit ihm Kontakt hatte, setzt ihr der Verlust schwer zu. Sie kannte ihren Vater eigentlich nicht – und nun hat sie auch keine Chance mehr, das zu ändern. Um diese Erkenntnis zu verdrängen, zieht sie durch die Berliner Kneipen, in denen sie die Tresenkräfte schon beim Vornamen kennt, und trinkt . Nach und nach erfahren wir ein bisschen mehr über Martinas Kindheit und warum es kaum Kontakt gab. Viel ist es nicht, aber ausreichend um sich ein Bild zu machen. Man sollte Mitleid haben mit Martina, - mit ihrem Vater vielleicht auch - aber sie macht es einem nicht leicht. Einerseits ist sie klug, lustig, selbstironisch, kreativ aber dann auch wieder so planlos, so selbstzerstörerisch, so lost, dass man eigentlich nicht mehr zuschauen mag. Was mir gut gefallen hat, war die Dynamik der Geschichte. Martina fängt mit einem Gläschen Weißwein an; sie liest gerne in der Kneipe, dort ist sie immerhin nicht allein. Sie hört ihren Sitznachbarn zu, liest oder tut so als ob, zum Wein kommt noch ein Schnaps und irgendwann geht es nach Hause. Es wirkt erst ziemlich normal, aber das ist es nicht. Mehr und mehr kommt Martinas Abhängigkeit ans Licht und man merkt, dass es eigentlich kaum noch Halt gibt in ihrem Leben. Es wird zunehmend ekelhaft und abgedreht, wogegen ich prinzipiell überhaupt nichts habe! Hier musste ich das Buch an einer Stelle für ein paar Stunden zur Seite legen um etwas Abstand zu gewinnen. Diese Story ist nichts für schwache Mägen! Zwischendurch schreibt Martina Briefe an ihren Vater. Die sind wirklich klasse! Diese Ironie, dieses schwanken zwischen wissen und nicht-wahrhaben-wollen, zwischen Liebe und Wut. Hier zeigt Liesau deutlich ihre tolle Erzählstimme: Rasant, klug, derb, witzig aber auch schmerzhaft. Leider hat mir das letzte viertel der Story nicht mehr so gut gefallen. Es war mir zu gewollt lustig, zu viel Klischee und zu viel Realitätsverlust. Vielleicht war es einfach konsequent gemeint, aber ich fand es nicht passend. Mir fehlte ein sinnvoller Abschluss, hier endet es einfach mit der nächsten Anekdote eines verkorksten Lebens. Generell ist „Es war nicht anders möglich“ ein Roman der Melancholie mit Derbheit, Witz mit Trauer und Nachtleben mit Verzweiflung paart. An sich ein wirklich kreatives Debüt, dem es für mich am einem stimmigen Ende gefehlt hat.

2.5

Rezensionexemplar: Im Großen und Ganzen der Schreibstil trifft zu meinen Geschmack, aber es ist auch sehr verwirrend und komisch.

Ein Gefühl von Groll, ein Gefühl von Ungerechtigkeit von einem erwachsenen Kind. Ein Mensch, der seinen Platz noch nicht gefunden hat. Und ein Gefühl vor Wut gegenüber seiner Eltern. Spoiler!: Die Protogonistin ist bereits eine erwachsene Frau, die unternimmt jedoch nichts für ihr Leben, außer sich zu beschweren. Solche Gedanken blieben bei mir nach lesen des Buches. ____ Den Schreibstil möchte ich nicht bemängeln, dieser ist gut und lebendig. Lediglich der Inhalt ist etwas unpassend. Hat mir dieses Buch etwas beigebracht? - eher nicht. War das Buch lehrreich? - überhaupt nicht. Das Buch selbst ist stilistisch gut geschrieben, aber es ist zu verstörend. Passieren schreckliche Dinge in dem Buch? - Ja viele wo ich mit der Autorin überhaupt nicht so einig bin. Es war ein sehr schwieriges Buch, es ist nicht jedemans Geschmack. Auch net so meins. Ich fand das Buch okay 2- 2,5 Sterne wegen dem Schreibstil.

3

Derb, düster und abgedreht, gleichzeitig klug, witzig und selbstironisch. Eigentlich ein tolles Debüt, nur am Ende für mich nicht stimmig.

Martina hat ihren Vater verloren. Und obwohl sie nur zu Weihnachten und zum Geburtstag mit ihm Kontakt hatte, setzt ihr der Verlust schwer zu. Sie kannte ihren Vater eigentlich nicht – und nun hat sie auch keine Chance mehr, das zu ändern. Um diese Erkenntnis zu verdrängen, zieht sie durch die Berliner Kneipen, in denen sie die Tresenkräfte schon beim Vornamen kennt, und trinkt . Nach und nach erfahren wir ein bisschen mehr über Martinas Kindheit und warum es kaum Kontakt gab. Viel ist es nicht, aber ausreichend um sich ein Bild zu machen. Man sollte Mitleid haben mit Martina, - mit ihrem Vater vielleicht auch - aber sie macht es einem nicht leicht. Einerseits ist sie klug, lustig, selbstironisch, kreativ aber dann auch wieder so planlos, so selbstzerstörerisch, so lost, dass man eigentlich nicht mehr zuschauen mag. Was mir gut gefallen hat, war die Dynamik der Geschichte. Martina fängt mit einem Gläschen Weißwein an; sie liest gerne in der Kneipe, dort ist sie immerhin nicht allein. Sie hört ihren Sitznachbarn zu, liest oder tut so als ob, zum Wein kommt noch ein Schnaps und irgendwann geht es nach Hause. Es wirkt erst ziemlich normal, aber das ist es nicht. Mehr und mehr kommt Martinas Abhängigkeit ans Licht und man merkt, dass es eigentlich kaum noch Halt gibt in ihrem Leben. Es wird zunehmend ekelhaft und abgedreht, wogegen ich prinzipiell überhaupt nichts habe! Hier musste ich das Buch an einer Stelle für ein paar Stunden zur Seite legen um etwas Abstand zu gewinnen. Diese Story ist nichts für schwache Mägen! Zwischendurch schreibt Martina Briefe an ihren Vater. Die sind wirklich klasse! Diese Ironie, dieses schwanken zwischen wissen und nicht-wahrhaben-wollen, zwischen Liebe und Wut. Hier zeigt Liesau deutlich ihre tolle Erzählstimme: Rasant, klug, derb, witzig aber auch schmerzhaft. Leider hat mir das letzte viertel der Story nicht mehr so gut gefallen. Es war mir zu gewollt lustig, zu viel Klischee und zu viel Realitätsverlust. Vielleicht war es einfach konsequent gemeint, aber ich fand es nicht passend. Mir fehlte ein sinnvoller Abschluss, hier endet es einfach mit der nächsten Anekdote eines verkorksten Lebens. Generell ist „Es war nicht anders möglich“ ein Roman der Melancholie mit Derbheit, Witz mit Trauer und Nachtleben mit Verzweiflung paart. An sich ein wirklich kreatives Debüt, dem es für mich am einem stimmigen Ende gefehlt hat.

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