
344 Follower
Was für ein interessantes Buch zum Thema Trauer. Ich hatte hier tatsächliche eher ein schweres oder dunkleres Buch erwartet und auch wenn die Geschichte traurig ist, ist sie mit so viel Leichtigkeit erzählt, dass ich ein ganz warmes Gefühl nach dem Lesen hatte. David muss mit Anfang 30 seine Frau Katha beerdigen. Er verliert Katha bei einem Autounfall. Kinga, Davids und Kathas Freundin von Kindesbeinen an, war mit im Auto und hat überlebt. Beide müssen jetzt mit diesem Verlust klar kommen. Jeder auf seine Weise. David besucht jeden Tag Kathas Grab und lernt dabei Marie kennen, die Tochter des Totengräbers. Kinga verfällt in tiefe Trauer. Was soll ich sagen, ich hatte tatsächlich kurz vor diesem Buch „Nur ein paar Nächte“ von Fabian Neidhardt gelesen und ahnte schon, worauf ich mich hier einstellen konnte. Manche Erwartungen wurden erfüllt, anderes hat mich verblüfft. Auch hier habe ich erst kurz gebraucht, um der Erzählung folgen zu können, aber da ich schon ahnte, dass mit dem Fortlaufen der Geschichte die Figuren und die Erzählung Form annehmen würden, habe ich mit Spannung die Vergangenheit und Gegenwart der verschiedenen Personen verfolgt. Fabian Neidhardt schafft es, seine Bücher so zu schreiben, dass es mir vorkommt, als schaue ich einen Film. Das macht das Lesen so leicht und ich fliege förmlich über die Seiten. Außerdem erschafft er auf eine sehr einfühlsame Art so authentische Figuren, dass sie trotz vorhandenen Schattenseiten sehr hell erscheinen und ich jede Figur ins Herz schließen kann. Er lässt auch hier wieder Lücken in der Geschichte, die ich selbst füllen darf und das gibt mir Raum für eigenen Gedanken und Interpretationen. Am meisten hat mich überrascht, wie viele Gedanken mir zum Thema Trauer aufgekommen sind. Immer wieder hat die Erzählung mich dazu gebracht, mir selbst die Frage zu stellen, warum Menschen eine bestimmte Trauerweise erwarten oder gar akzeptieren. Warum soll ein Mensch, der trauert, nicht weiterhin Freude im Leben haben? Ich fand es ziemlich erfrischend zu sehen, dass verschiedene Möglichkeiten vorhanden sind. Alles spricht dafür, dass dies ein absolutes Highlight-Buch ist und trotzdem hat mir eine minimale Kleinigkeit gefehlt, damit es mein absolutes Highlight wurde. Ich trage immer noch Marie, David, Kinga und Katha in meinem Herzen und auch all die Nebenfiguren. Ich höre immer noch die Musik, die David spielt, in meinem Ohr. Ich sitze immer noch gern in der Wohnung von Samuel und Marinella und spüre hier und da die Sehnsucht nach der Heimat, wenn Kinga und Katha auf Polnisch miteinander reden. Und doch hat mir irgendwas gefehlt und ich find es schreckliche, dass ich dieses „irgendwas“ nicht genau benennen kann. Es ist ein Gefühl, das mir fehlt. Ich kann es nicht genau zuordnen und darum kann ich nur sagen, lest selbst dieses Buch und schaut, ob ihr dieses Gefühl habt und es zu eurem Highlight wird. Schon allein wegen all den wunderbaren Figuren, denen man hier folgen darf, sollte es gelesen werden. Ein Herzensbuch. S.30 „Vor acht Tagen hätte er das nicht lustig gefunden. jAber wenn nach müde blöd kommt, kommt vielleicht nach dem Tod schwarzer Humor.“ S.122 „Ich glaube eher, dass das andersherum ist. Die Trauer wird ab jetzt immer da sein. Aber wenn er Glück hat, wird das Leben drumherum wachsen und größer werden.“ S.194 „Sie hätte dir das nie gesagt, aber in den schlimmsten Momenten hat sie mich angesehen und gesagt, ,Manchmal wünsche ich mir, dass sie tot wäre. Dann wäre da wenigstens nicht mehr diese Hoffnung, dass wir doch wieder mehr miteinander zu tun haben.´“
3. Apr. 2025
Was für ein interessantes Buch zum Thema Trauer. Ich hatte hier tatsächliche eher ein schweres oder dunkleres Buch erwartet und auch wenn die Geschichte traurig ist, ist sie mit so viel Leichtigkeit erzählt, dass ich ein ganz warmes Gefühl nach dem Lesen hatte. David muss mit Anfang 30 seine Frau Katha beerdigen. Er verliert Katha bei einem Autounfall. Kinga, Davids und Kathas Freundin von Kindesbeinen an, war mit im Auto und hat überlebt. Beide müssen jetzt mit diesem Verlust klar kommen. Jeder auf seine Weise. David besucht jeden Tag Kathas Grab und lernt dabei Marie kennen, die Tochter des Totengräbers. Kinga verfällt in tiefe Trauer. Was soll ich sagen, ich hatte tatsächlich kurz vor diesem Buch „Nur ein paar Nächte“ von Fabian Neidhardt gelesen und ahnte schon, worauf ich mich hier einstellen konnte. Manche Erwartungen wurden erfüllt, anderes hat mich verblüfft. Auch hier habe ich erst kurz gebraucht, um der Erzählung folgen zu können, aber da ich schon ahnte, dass mit dem Fortlaufen der Geschichte die Figuren und die Erzählung Form annehmen würden, habe ich mit Spannung die Vergangenheit und Gegenwart der verschiedenen Personen verfolgt. Fabian Neidhardt schafft es, seine Bücher so zu schreiben, dass es mir vorkommt, als schaue ich einen Film. Das macht das Lesen so leicht und ich fliege förmlich über die Seiten. Außerdem erschafft er auf eine sehr einfühlsame Art so authentische Figuren, dass sie trotz vorhandenen Schattenseiten sehr hell erscheinen und ich jede Figur ins Herz schließen kann. Er lässt auch hier wieder Lücken in der Geschichte, die ich selbst füllen darf und das gibt mir Raum für eigenen Gedanken und Interpretationen. Am meisten hat mich überrascht, wie viele Gedanken mir zum Thema Trauer aufgekommen sind. Immer wieder hat die Erzählung mich dazu gebracht, mir selbst die Frage zu stellen, warum Menschen eine bestimmte Trauerweise erwarten oder gar akzeptieren. Warum soll ein Mensch, der trauert, nicht weiterhin Freude im Leben haben? Ich fand es ziemlich erfrischend zu sehen, dass verschiedene Möglichkeiten vorhanden sind. Alles spricht dafür, dass dies ein absolutes Highlight-Buch ist und trotzdem hat mir eine minimale Kleinigkeit gefehlt, damit es mein absolutes Highlight wurde. Ich trage immer noch Marie, David, Kinga und Katha in meinem Herzen und auch all die Nebenfiguren. Ich höre immer noch die Musik, die David spielt, in meinem Ohr. Ich sitze immer noch gern in der Wohnung von Samuel und Marinella und spüre hier und da die Sehnsucht nach der Heimat, wenn Kinga und Katha auf Polnisch miteinander reden. Und doch hat mir irgendwas gefehlt und ich find es schreckliche, dass ich dieses „irgendwas“ nicht genau benennen kann. Es ist ein Gefühl, das mir fehlt. Ich kann es nicht genau zuordnen und darum kann ich nur sagen, lest selbst dieses Buch und schaut, ob ihr dieses Gefühl habt und es zu eurem Highlight wird. Schon allein wegen all den wunderbaren Figuren, denen man hier folgen darf, sollte es gelesen werden. Ein Herzensbuch. S.30 „Vor acht Tagen hätte er das nicht lustig gefunden. jAber wenn nach müde blöd kommt, kommt vielleicht nach dem Tod schwarzer Humor.“ S.122 „Ich glaube eher, dass das andersherum ist. Die Trauer wird ab jetzt immer da sein. Aber wenn er Glück hat, wird das Leben drumherum wachsen und größer werden.“ S.194 „Sie hätte dir das nie gesagt, aber in den schlimmsten Momenten hat sie mich angesehen und gesagt, ,Manchmal wünsche ich mir, dass sie tot wäre. Dann wäre da wenigstens nicht mehr diese Hoffnung, dass wir doch wieder mehr miteinander zu tun haben.´“
3. Apr. 2025






