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Romane

Ende einer Dienstfahrt

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Über das Buch

An einem kleinen rheinischen Amtsgericht wird ein kurioser Fall verhandelt.

Der Sachverhalt ist klar, die Begleitumstände dagegen sind höchst sonderbar. Und sonderbar ist auch, dass die Presse kein Interesse an diesem Prozess zeigt. Angeklagt sind zwei Handwerker, Vater und Sohn, äußerst eigenwillige Gesellen. Sie tischlern nicht nur, sie denken auch, und sie sind von einer geradezu provozierenden Unabhängigkeit. Sie wurden ertappt, als sie – seelenruhig ihre Zigaretten rauchend – mit großer Genugtuung einen brennenden Jeep der Bundeswehr betrachteten, den sie offenbar vorher präpariert und in Brand gesteckt hatten. Der Prozess könnte also Schlagzeilen machen, wird aber – vermutlich im Staatsinteresse – klein gehalten. Das Geschehen im Gerichtssaal trägt familiäre Züge. Man bleibt unter sich, und so wird die Verhandlung zu einer Art intimer Sozialpsychologie der kleinen Stadt. In der ironischen, oft zärtlich genauen Darstellung der Figuren zeigen sich die Eigentümlichkeiten von Heinrich Bölls Erzählweise. Etwas, das als Aufruhr gemeint ist, trägt Züge der Idylle. Eine Akt, der darauf zielt, gesellschaftliche Konventionen zu sprengen, wird in die soziale Form eines liebenswürdigen Kleinstadtprozesses gebannt. Dieser Widerspruch ist das Thema von »Ende einer Dienstfahrt«.

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Editionen (2)

ISBN9783462031850
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum01.01.66
Seitenzahl240

Rezensionen & Bewertungen

4 Bewertungen

2 Rezensionen

3,6

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  • 4,5

    Beinahe ein Kammerspiel in einem Gerichtssaal, in dem der Mief und Klüngel einer kleinen Gemeinde und die Verstrickungen der Mitglieder randständig und doch zentral thematisiert werden. Die Absurdität von Steuer- und Verwaltungsrecht sowie das Eigenleben von Institutionen wird sehr gewitzt und konträr dargestellt. Max Weber hätte sicher seine helle Freude. Anfangs mit Einführung aller Protagonisten ein wenig zäh, nimmt die Erzählung im Verlauf Fahrt auf. Die Ironie steckt auf jeder Seite. Die Gegenüberstellung und Verstrickung von Kunst und Bundeswehr ist einfach grandios.

    14. Mai 2026

  • lisapoem
    lisapoem

    11 Follower

    2,5

    Einen Tag dauert die Verhandlung vor dem Amtsgericht, bei der darüber entschieden werden soll, was mit Vater und Sohn, die einen Geländewagen der Bundeswehr abgebrannt haben, passieren soll. Und diese Verhandlung wird zum Familien- und Bekanntentreffen, alle Geladenen sind irgendwie miteinander verwandt oder befreundet. Da ergeben sich wirklich teils groteske Gespräche und Meinungsverschiedenheiten werden - leider ganz anders als in der Realität - friedlich und zivilisiert ausgeredet. Eine Humoreske, die (wie man im Nachwort erfährt) aus einer wahren Begebenheit entstanden ist, die Heinrich Böll erzählt worden war. Leider hat es meinen Geschmack nicht wirklich getroffen, mir war es über einige Strecken zu langatmig und den vorherrschenden Protokollstil empfand ich als ein wenig mühsam.

    6. Jan. 2026

Autorin / Autor

Über Heinrich Böll

Heinrich Böll, 1917 in Köln geboren, nach dem Abitur 1937 Lehrling im Buchhandel und Student der Germanistik. Mit Kriegsausbruch wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war sechs Jahre lang Soldat. Seit 1947 veröffentlichte er Erzählungen, Romane, Hör- und Fernsehspiele, Theaterstücke und zahlreiche Essays. Zusammen mit seiner Frau Annemarie war er auch als Übersetzer englischsprachiger Literatur tätig. Heinrich Böll erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er starb im Juli 1985 in Langenbroich/Eifel.

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