Elmet

Elmet

Taschenbuch
3.714

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Beschreibung

WITH A NEW FOREWORD BY DONAL RYAN

'A quiet explosion of a book, exquisite and unforgettable' The Economist

'A cleverly constructed rural Gothic fable . . . Elmet is a marvellous achievement' TLS

'Hansel and Gretel meets The Godfather' Sunday Times

Daniel is heading north. He is looking for someone. The simplicity of his early life with Daddy and Cathy has turned menacing and fearful. They lived apart in the house that Daddy built for them in the woods with his bare hands. They foraged and hunted.

Cathy was more like their father: fierce and full of simmering anger. Daniel was more like their mother: gentle and kind. Sometimes, their father disappeared, and would return with a rage in his eyes. But when he was at home, he was at peace. He told them that the little copse in Elmet was theirs alone. But that wasn't true. Local men, greedy and watchful, began to circle like vultures. All the while, the terrible violence in Daddy grew.

Brutal and beautiful in equal measure, Elmet is a compelling portrayal of a family living on the fringes of contemporary society, as well as a gripping exploration of the disturbing actions people are capable of when pushed to their limits.

SHORTLISTED FOR THE MAN BOOKER PRIZE 2017
SHORTLISTED FOR THE PFD/SUNDAY TIMES YOUNG WRITER OF THE YEAR AWARD
WINNER OF A SOMERSET MAUGHAM AWARD
WINNER OF THE POLARI FIRST BOOK PRIZE 2018

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
311
Preis
14.00 €

Beiträge

5
Alle
4.5

Ein Vater lebt mit seinen beiden Kindern in den Wäldern Nordenglands. Er boxt für Geld, sie sind etwas verwildert. Doch dann wird ihre Welt erschüttert. Spannend, liebevoll geschriebene Charaktere und eine aufregende Geschichte.

4

zeitlos, bildhafte Beschreibungen, vortreffliche Wortkraft, atmosphärisch

Ich habe mir dieses Buch gekauft, da es von vielen als "ausgezeichnet", "erstklassig" und "ungewöhnlich" beschrieben wurde, das hat mich natürlich neugierig gemacht. Es war interessant zu erfahren, dass Elmet einst das letzte unabhängige keltische Königreich in England war und später den Gesetzesflüchtigen als Zuflucht diente. Die bildhaften, teils lyrischen, Beschreibungen über die Umgebung und das Leben in der Natur sind hier äußerst gut gelungen, dazu haben mir die Wortwahl und die dazugehörigen Sätze sehr gut gefallen. Der Schreibstil war angenehm und flüssig, die Autorin konnte durch ihn, in Verbindung mit ihrer vortrefflichen Wortkraft, eine atmosphärische und ausdrucksstarke Stimmung erzeugen, was mir persönlich besonders gut gefallen hat. Obwohl ich einige Handlungen der Charaktere nicht nachvollziehen konnte, waren sie insgesamt relativ interessant gestaltet, vorallem Cathy und ihre ganz eigene Art haben hier mein persönliches Interesse geweckt. Für mich eine wirklich zeitlose, sozialkritische Geschichte über Sehnsucht, Recht und Moral, welche die Abgründe und Eigenheiten der Spezies "Mensch" einfängt und nicht wieder los lässt, heute noch, genauso wie auch früher.

3

>>Wir wussten, dass es Scherereien gab. Unser Zuhause war in Gefahr. Aber in diesem Augenblick, da eine strahlendweiße Sonne ihr Licht auf meine blassen, dünnen Arme warf und ich ein dickes Stück knusprigen Speck zwischen zwei Scheiben weichem, warmen Brot in der Hand hielt, war ich rundum glücklich.<< Zuerst einmal muss ich sagen, „Elmet“ von Fiona Mozley ist unheimlich atmosphärisch geschrieben. Die ganze Umgebung, der Wald ist beim lesen fast zum greifen nah, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Die Geschichte an sich schreitet eher gemächlich voran und bleibt trotz teilweise großer Wortkraft eher still, ein Aspekt den man entweder als Leser mag oder eben nicht. Ich empfand es als wirklich passend in diesem Fall, wobei mir doch die Charaktere irgendwie noch zu fern blieben, was mich wiederum etwas enttäuscht stimmte. Der Wald und das minimalistischere Leben, das Schätzen der kleinen Dinge und der Natur kommen hier ganz gut zur Geltung, jedoch hatte ich bis zum Schluss irgendwie auf etwas gewartet, was sich aber nicht zeigte... der Faden war eben einfach zu ende... Dieses Gefühl nach beenden des Buches ließ mich irgendwie etwas in der Luft hängend zurück, was für mich schließlich die Frage offen hielt, was mir das Buch, die Familiengeschichte insgesamt denn nun mitgeben wollte... Fazit: Ein leiser dem Wald verbundener Roman, der mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte.

2

2.5 “Elmet” hat mich ein bisschen enttäuscht: es war nicht schlecht, aber auch nicht gut. Die Geschichte handelt von einer Familie, ein Vater mit seinen beiden Kindern Cathy und Daniel, die in eine Art Aussiedlerdasein in den Wäldern von Elemet leben. Elmet, das war einst das letzte unabhängige keltische Königreich in England und diente später noch Gesetzesflüchtigen als Zuflucht. Die kleine Familie, die sich in der Zivilisation nicht zuhause fühlte, lebt dort ein friedliches Leben mit zwei Hunden, in einem selbstgebauten Haus, hauptsächlich autark. John, der Vater, hat eine dunkle Seite, die er nutzt, um bei illegalen Faustkämpfen hin und wieder Geld zu verdienen. Noch dunkler ausgeprägt ist der Charakter von Cathy, was immer wieder angedeutet wird und letztendlich im Finale besondere Ausmaße annimmt, denn eines Tages taucht ein Mann auf, der behauptet, das Land auf dem die Familie lebt, sei sein Eigentum. Er ist gefürchtet in den umliegenden Gemeinden und bald entsteht, angeführt von John als einer Art Gallionsfigur ein Aufstand gegen ihn. Dieser Strang der Geschichte klingt spannend, aber irgendwie plätscherte die Handlung nur vor sich hin. Erzählt wird aus der Perspektive von Daniel, circa 15, mit Abstand das ausgeglichenste Mitglied der Familie, aber auch das naivste. Diese naive, gespaltene Erzählfigur war für mich der interessanteste Aspekt: die üblichen Eigenschaften eines unzuverlässigen Erzählers, die durch das spezielle Setting der Geschichte noch verstärkt werden. Daniel hat nie wirklich gesellschaftliche/kulturelle Normen kennengelernt, scheint jedoch ein großes Interesse daran zu haben. Ich vermeide Pronomen zu verwenden, da es ein sehr beeindruckendes Kapitel darüber gibt, wo Daniel beschreibt, sich nicht als Mann wahrzunehmen; auch seinen Vater nicht als Mann und seine Schwester nicht als Frau wahrzunehmen, sondern lediglich als Daddy und Cathy. In Kapiteln wie diesen zeigt sich das schriftstellerische Talent von Fiona Mozley.

4

Nordengland in der Jetztzeit. Die Teenager Daniel und Cathy leben mit ihrem Vater in einer selbstgebauten Hütte auf dem Land. Sie haben nur wenige Nachbarn, haben die Einsamkeit und Zurückgezogenheit gezielt gesucht. Sie sind zufrieden, bis der größte Grundbesitzer der Region Rechte an ihrem Grundstück bekundet und die Vergangenheit und die Gegebenheiten der Region beginnen, die Familie einzuholen. Mehr als einmal kam mir bei der Lektüre von Fiona Mozleys Debütroman der Gedanke, dass die Gegend, in der er angesiedelt ist, und die rauen Sitten, die dort herrschen, mich an die Ozarks und an Daniel Woodrells „Winter’s Bone“ erinnern. Das Gesetz, die Staatsgewalt scheinen nicht vorhanden, niemand bemängelt, dass Daniel, der Ich-Erzähler des Romans, und seine Schwester nicht mehr zur Schule gehen. Stattdessen schickt der Vater sie zu einer etwas besser gebildeten Nachbarin, um ihnen eine Art Unterricht zukommen zu lassen. Und Grundbesitzer Price nimmt die Rolle eines Königs ein, der das Sagen hat und gegen den niemand ankommt, die Polizei hinzuzuziehen, ist nicht denkbar oder die Polizisten stehen ebenfalls unter seiner Fuchtel. Daniel ist das Gegenstück seines grobschlächtigen Vaters, der früher als Boxer sein Geld verdient hat, er ist zierlich, feminin und scheint sich auch so zu fühlen. In seiner Familie und seinem Umfeld ist dies überhaupt kein Thema, er ist jedoch auf den Schutz seines Vaters und auch seiner nur wenig älteren Schwester angewiesen. Diese ist eher burschikos und trägt stark fatalistische Züge, sie nimmt vieles, was man ihr angetan hat, als gegeben hin, kann sich jedoch durchaus wehren. Umgehauen hat mich dieser Satz aus ihrem Mund: „We all grow into our coffins, Danny. And I saw myself growing into mine.“ Für mich war es schwer erträglich, mitzuerleben, wie die Ungerechtigkeit und die Selbstjustiz sich in Mozleys Geschichte ihren Weg bahnen. Man möchte eine Polizeitruppe hinschicken, erkennt aber, das dies aus der Sicht der Charaktere unsinnig ist. Was den Leser wiederum ohnmächtig, verzweifelt hinterlässt. Es ist kaum vorstellbar, dass herrisches Gebaren wie das von Price heute noch durchgeht, doch, halt, wie lautet der Titel des Buchs? „Elmet“: eine Gegend in Nordengland, die im frühen Mittelalter, in den „Dark Ages“, ein eigenständiges keltisches Königreich war. Und so scheinen die alten Kräfte, die totalitären Strukturen in Elmet weiterzubestehen, unbeirrt von der modernen Zeit. Elmet ist ein erstaunliches Debüt, ein kraftvolles, aufwühlendes und sprachlich starkes Buch, das ich durchaus gern als Gewinner des Booker Prize sehen würde, auch wenn ich wie die meisten vermute, dass „Autumn“ von Ali Smith gewinnen wird.

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