Einsamkeit
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Beschreibung
Einsamkeit gilt heute als eine der am stärksten unterschätzten Gefahren für die Gesundheit. Wer einsam ist, heißt es, ist anfälliger für Krebs und erleidet eher einen Herzinfarkt. Was dabei aus dem Blick gerät: Einsamkeit ist keine Krankheit, Einsamkeit ist ein Gefühl. Wie Trauer ist sie elementarer Bestandteil des Menschseins und kein ausschließlich negatives Phänomen. Im Hinblick auf die damit verbundenen Gefahren muss vielmehr von sozialer Isolation gesprochen werden. Jakob Simmank zeigt in seiner Streitschrift, wie die so wichtige gesellschaftliche Debatte gezielt emotionalisiert wird. Schließlich lässt sich hinter starken Emotionen viel verstecken: schlichter Kulturpessimismus, aber auch weitreichende politische Versäumnisse. Dieses Buch offenbart, was sich wirklich hinter der ›Epidemie Einsamkeit‹ versteckt, und richtet den Blick auf die eigentlich wichtigen Fragen.
Buchinformationen
Beiträge
In Einsamkeit (2020) stellt Jakob Simmank fest, dass das Gefühl der Einsamkeit zum Menschsein gehört, aber in wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten zunehmend pathologisiert wird. Dabei wird nur ein Aspekt der Einsamkeit betrachtet. Im Englischen gibt es neben dem Begriff "loneliness" auch den positiver besetzten "solitude". Beide werden mit "Einsamkeit" übersetzt, weshalb Studien verallgemeinert werden und zur Pathologisierung des Gefühls Einsamkeit beitragen. Simmank vergleicht die Einsamkeit mit anderen Gefühlen, etwa der Trauer. Auch sie wird als unangenehm empfunden, ist aber elementarer Bestandteil des Menschseins und hat verschiedene psychologische Funktionen. Sie wissenschaftlich und politisch zu bekämpfen, wäre absurd. Sinnvoller fände ich, zwischen Einsamkeit und Alleinsein zu unterscheiden. Einsamkeit ist die negative Empfindung, die daraus resultiert, dass man sich nicht gesehen, gespiegelt und verbunden fühlt. Sie kann sowohl in Gesellschaft als auch im Alleinsein auftreten. Alleinsein an sich ist neutral; es kann je nach individueller Situation (insbesondere auch der Freiwilligkeit) als positiv oder negativ empfunden werden. Gerade im Alleinsein kann das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen und der Welt besonders stark sein. Sie befreit uns von dem "störenden Selbstbewusstsein" (S. 35), also davon, dass wir in Gesellschaft immer auch mitdenken, wie andere uns wahrnehmen und bewerten. Die Debatte um die negativen Folgen der Einsamkeit fokussiert Simmank zufolge zu stark auf das Individuum und lässt gesellschaftliche Faktoren außer Acht. Dabei sollte nach Simmank nicht die Einsamkeit, sondern die soziale Isolation bekömpft werden, etwa durch den Ausbau von Verkehrsinfrastuktur auf dem Land. Simmanks Kritik an der "Therapeutisierung" (S. 63 ff.) des Diskurses um die Einsamkeit zielt nicht darauf ab, individuelle psychologische Lösungsfindung zu entwerten, sondern den Blick auf das Verhältnis zwischen Psychologie und Soziologie zu lenken und die Primärverantwortung dort zu verorten, wo sie hingehört: auf die gesellschaftlich-politische Ebene.
Beschreibung
Einsamkeit gilt heute als eine der am stärksten unterschätzten Gefahren für die Gesundheit. Wer einsam ist, heißt es, ist anfälliger für Krebs und erleidet eher einen Herzinfarkt. Was dabei aus dem Blick gerät: Einsamkeit ist keine Krankheit, Einsamkeit ist ein Gefühl. Wie Trauer ist sie elementarer Bestandteil des Menschseins und kein ausschließlich negatives Phänomen. Im Hinblick auf die damit verbundenen Gefahren muss vielmehr von sozialer Isolation gesprochen werden. Jakob Simmank zeigt in seiner Streitschrift, wie die so wichtige gesellschaftliche Debatte gezielt emotionalisiert wird. Schließlich lässt sich hinter starken Emotionen viel verstecken: schlichter Kulturpessimismus, aber auch weitreichende politische Versäumnisse. Dieses Buch offenbart, was sich wirklich hinter der ›Epidemie Einsamkeit‹ versteckt, und richtet den Blick auf die eigentlich wichtigen Fragen.
Buchinformationen
Beiträge
In Einsamkeit (2020) stellt Jakob Simmank fest, dass das Gefühl der Einsamkeit zum Menschsein gehört, aber in wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten zunehmend pathologisiert wird. Dabei wird nur ein Aspekt der Einsamkeit betrachtet. Im Englischen gibt es neben dem Begriff "loneliness" auch den positiver besetzten "solitude". Beide werden mit "Einsamkeit" übersetzt, weshalb Studien verallgemeinert werden und zur Pathologisierung des Gefühls Einsamkeit beitragen. Simmank vergleicht die Einsamkeit mit anderen Gefühlen, etwa der Trauer. Auch sie wird als unangenehm empfunden, ist aber elementarer Bestandteil des Menschseins und hat verschiedene psychologische Funktionen. Sie wissenschaftlich und politisch zu bekämpfen, wäre absurd. Sinnvoller fände ich, zwischen Einsamkeit und Alleinsein zu unterscheiden. Einsamkeit ist die negative Empfindung, die daraus resultiert, dass man sich nicht gesehen, gespiegelt und verbunden fühlt. Sie kann sowohl in Gesellschaft als auch im Alleinsein auftreten. Alleinsein an sich ist neutral; es kann je nach individueller Situation (insbesondere auch der Freiwilligkeit) als positiv oder negativ empfunden werden. Gerade im Alleinsein kann das Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen und der Welt besonders stark sein. Sie befreit uns von dem "störenden Selbstbewusstsein" (S. 35), also davon, dass wir in Gesellschaft immer auch mitdenken, wie andere uns wahrnehmen und bewerten. Die Debatte um die negativen Folgen der Einsamkeit fokussiert Simmank zufolge zu stark auf das Individuum und lässt gesellschaftliche Faktoren außer Acht. Dabei sollte nach Simmank nicht die Einsamkeit, sondern die soziale Isolation bekömpft werden, etwa durch den Ausbau von Verkehrsinfrastuktur auf dem Land. Simmanks Kritik an der "Therapeutisierung" (S. 63 ff.) des Diskurses um die Einsamkeit zielt nicht darauf ab, individuelle psychologische Lösungsfindung zu entwerten, sondern den Blick auf das Verhältnis zwischen Psychologie und Soziologie zu lenken und die Primärverantwortung dort zu verorten, wo sie hingehört: auf die gesellschaftlich-politische Ebene.




