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In einer Seitengasse in Kyoto liegt ganz versteckt das kleine Restaurant des Witwers Nagare Kamogawa und seiner Tochter Koichi. Die beiden sind nach dem Tod der Ehefrau bzw. Mutter ein eingespieltes Team, auch wenn sie sich gerne gegenseitig aufziehen. Vor allem Katze Hirune (=Mittagsschlaf) sorgt regelmäßig für Streitigkeiten, weil Nagare sie nicht im Gastraum haben will. Gemeinsam erfüllen die beiden sehnsüchtigsten Essenswünsche der Menschen, die ihr Restaurant aufsuchen. „Eine Prise Glück im Restaurant der verlorenen Rezepte“ von Hisashi Kashiwai ist bereits der dritte Band aus der Reihe rund um Vater-Tochter-Gespann auf der Suche nach den Lieblingsgerichten ihrer Kundschaft. Die deutsche Übersetzung verfasste Kristine Kress. Der Ablauf der Handlung ist dabei aus den ersten beiden Teilen gut bekannt: Ein Gast sucht das Restaurant der Kamogawas mit dem Wunsch nach einem bestimmten Rezept auf, beide machen sich an die Arbeit und zum Schluss wird das Gericht serviert und alle sind zufrieden. Das mag zwar sehr gleichförmig klingen, ist aber einfach herrlich entspannend und unterhaltsam. Auch in diesem Band sind wieder sechs ganz unterschiedliche Geschichten vereint. Da ist zum Beispiel ein Sohn, der das Gefühl hat, seinen Vater enttäuscht zu haben, weil er nicht – wie er selbst – Noh-Schauspieler geworden ist. Oder eine Pianistin, die noch einmal die Yakisoba essen möchte, die ihre erste Liebe für sie gekocht hat. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die junge Frau, die den Krokettenstand finden möchte, an dem sie als Kind immer gestohlen hat – diese Geschichte hat eine besonders schöne Wendung. Es geschieht nicht allzu viel in den Bänden rund um das „Restaurant der verlorenen Rezepte“, aber jede Episode lässt uns einen kurzen Einblick in das Leben von Menschen werfen, die etwas bereuen oder jemanden vermissen. Besonders schön finde ich auch Nagares Einstellung zum Essen: Ein Gericht muss keine Sterneküche sein, um einem Menschen etwas zu bedeuten. Gerade einfaches Essen hat einen gewissen Zauber an sich – vor allem, wenn es jemand zubereitet hat, der uns liebt.
29. Juni 2026
In einer Seitengasse in Kyoto liegt ganz versteckt das kleine Restaurant des Witwers Nagare Kamogawa und seiner Tochter Koichi. Die beiden sind nach dem Tod der Ehefrau bzw. Mutter ein eingespieltes Team, auch wenn sie sich gerne gegenseitig aufziehen. Vor allem Katze Hirune (=Mittagsschlaf) sorgt regelmäßig für Streitigkeiten, weil Nagare sie nicht im Gastraum haben will. Gemeinsam erfüllen die beiden sehnsüchtigsten Essenswünsche der Menschen, die ihr Restaurant aufsuchen. „Eine Prise Glück im Restaurant der verlorenen Rezepte“ von Hisashi Kashiwai ist bereits der dritte Band aus der Reihe rund um Vater-Tochter-Gespann auf der Suche nach den Lieblingsgerichten ihrer Kundschaft. Die deutsche Übersetzung verfasste Kristine Kress. Der Ablauf der Handlung ist dabei aus den ersten beiden Teilen gut bekannt: Ein Gast sucht das Restaurant der Kamogawas mit dem Wunsch nach einem bestimmten Rezept auf, beide machen sich an die Arbeit und zum Schluss wird das Gericht serviert und alle sind zufrieden. Das mag zwar sehr gleichförmig klingen, ist aber einfach herrlich entspannend und unterhaltsam. Auch in diesem Band sind wieder sechs ganz unterschiedliche Geschichten vereint. Da ist zum Beispiel ein Sohn, der das Gefühl hat, seinen Vater enttäuscht zu haben, weil er nicht – wie er selbst – Noh-Schauspieler geworden ist. Oder eine Pianistin, die noch einmal die Yakisoba essen möchte, die ihre erste Liebe für sie gekocht hat. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die junge Frau, die den Krokettenstand finden möchte, an dem sie als Kind immer gestohlen hat – diese Geschichte hat eine besonders schöne Wendung. Es geschieht nicht allzu viel in den Bänden rund um das „Restaurant der verlorenen Rezepte“, aber jede Episode lässt uns einen kurzen Einblick in das Leben von Menschen werfen, die etwas bereuen oder jemanden vermissen. Besonders schön finde ich auch Nagares Einstellung zum Essen: Ein Gericht muss keine Sterneküche sein, um einem Menschen etwas zu bedeuten. Gerade einfaches Essen hat einen gewissen Zauber an sich – vor allem, wenn es jemand zubereitet hat, der uns liebt.
29. Juni 2026




