Blick ins Buch

Jugendbücher

Eine Handvoll Lila

4,1(41)
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Über das Buch

Lila lackierte Fingernägel sind das Markenzeichen von Grace und ihrer Mutter Maggie. Dabei könnten sie sonst nicht unterschiedlicher sein: die ehrgeizige Grace will nach der Schule Musik studieren, denn sie ist eine begabte Pianistin. Ihre Mutter dagegen ist das personifizierte Chaos und stolpert von einer schlechten Entscheidung in die nächste, ohne zu verstehen, was sie ihrer Tochter damit antut. Erst als Eva in ihr Leben tritt, glaubt Grace, sich mit ihrer Hilfe endlich aus den Fängen ihrer Mutter und der engen Kleinstadt befreien zu können. Doch als Maggie immer mehr an Bodenhaftung verliert, steht auch die Zukunft der beiden Mädchen auf dem Spiel. Jetzt ist es an Grace, sich und Eva zu retten, und endlich zu lernen, wie man liebt und wie man loslässt.
ISBN9783734850301
VerlagMagellan
Erscheinungsdatum18.01.18
Seitenzahl352

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

10 Rezensionen

4,1

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  • 4,0

    Ein besonderes Buch mit einer besonderen Geschichte. Zur Geschichte: Ich bin leicht in die Geschichte reingekommen, da man als Leser/in sofort in Grace' Leben hineingeworfen wird und ihre schockierende Alltagsprobleme mitbekommt. Das Buch war ganz anders, als ich zunächst vermutet hatte, aber das meine ich nicht negativ. Im Zentrum steht definitiv Grace und Maggie's Mutter-Tochter-Beziehung und ihr unkonventionelles Leben. Die Autorin hat sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt und detailliert beschrieben, was Grace bereits alles durchmachen und ertragen musste. Die Autorin spricht ernste Themen wie Trauerverarbeitung, psychische Labilität, Alkoholabhängigkeit und (zerrüttete) Familienstrukturen und deren Auswirkungen auf das Kind an und bindet diese ausgezeichnet in eine realitätsnahe Geschichte ein. Weiterhin spielen Liebe, Freundschaft, Selbstfindung, Selbstakzeptanz, Hoffnung und Verzweiflung eine große Rolle in dieser Geschichte. Die Liebesgeschichte zwischen Grace und Eva ist eher eine Nebenhandlung, was ich persönlich aber nicht schlimm fand. Es ist süß und romantisch, wie die beiden einander kennenlernen und sich während lauschiger Nächte im Leuchtturm langsam aneinander annähern. Aber im Vergleich zu Grace und Maggie's Beziehung ging die Liebesgeschichte eben etwas unter und hat mich aufgrund dessen auch nicht so sehr berührt und von sich eingenommen wie sie es hätte tun können. Auf mich hat die Liebe der beiden insgesamt einfach nicht ganz glaubwürdig gewirkt. Die Themen LGBTQ+ und Homosexualität stehen eher im Hintergrund, was ich nach dem Klappentext nicht vermutet hätte. Musik spielt ebenfalls eine wesentlich geringere Rolle als ich dem Cover und dem Klappentext nach zu urteilen angenommen hatte. Obwohl es Grace' große Leidenschaft und ihr Lebenstraum ist, erhält man nur wenige Einblicke in ihr Klavierspiel, was ich etwas schade fand. Es ist ein besonderes Buch mit einer besonderen Geschichte (wenn auch anders als erwartet), das mich zutiefst berührt hat. Einige Szenen waren sehr emotional und ergreifend. Teilweise war das Lesen richtig beklemmend bei dem, was Grace schon alles erlebt hat und ertragen musste. Ich hatte während des Lesens oft einen dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen. Das Schockierendste an dieser Geschichte ist für mich, dass sie höchstwahrscheinlich viel näher an der Realität ist, als wir es uns wünschen würden. Die Geschichte ist unerwartet tiefgründig und nachdenklich. Die Autorin vermittelt hinsichtlich Selbstfindung eine sehr schöne Botschaft, die sowohl jüngere als auch ältere Leser/innen mitnehmen sollten. Man soll sich selbst so akzeptieren und wertschätzen wie man ist, die eigenen Träume nicht vernachlässigen, sondern den Mut finden, diese wahr werden zu lassen. Die Bedeutung der lila Fingernägel, welche sich auch im Titel widerspiegelt, finde ich wunderschön. Sie ist in Grace' Leben wie ein Silberstreif am Horizont. Mir gefällt es sehr gut, dass die Autorin auch positive, schöne Momente in Grace und Maggie's Leben eingebaut hat. Im Gesamten ist die Geschichte nur wenig überraschend und unvorhersehbar, dennoch habe ich sie gerne gelesen und kann sie auf jeden Fall weiterempfehlen. In dieser Geschichte geht es nicht um Überraschungsmomente, sondern um Selbstfindung, Träume und Loslassen-Können, auch wenn es schwer fällt. Das Setting ist schön beschaulich und kleinstädtisch. Die Idylle von Leuchtturm und Meer steht in Kontrast zu Grace und Maggie's Leben, was ich stilistisch sehr interessant finde. Zu den Charakteren: Die Geschichte wird aus Grace' Perspektive in der Ich-Form erzählt. Ich konnte mich in sie hineinfühlen und ihre Gedankengänge meist auch nachvollziehen, jedoch konnte ich mich nicht 100%ig mit ihr identifizieren. Ich habe in einigen anderen Rezensionen gelesen, dass viele ihre Denkweise nicht für authentisch halten, da sie zu reflektiert und erwachsen sei, aber das sehe ich nicht so. Grace ist nun einmal "erwachsener" als die meisten Jugendlichen in ihrem Alter, weil sie es sein musste, weswegen ich ihre Denkweise auch als glaubwürdig empfand. Grace ist verantwortungsbewusst, ehrgeizig und zielstrebig. Sie träumt davon, Musik zu studieren und Pianistin zu werden und kämpft für diesen Traum. Allerdings hat sie auch Angst davor, ihren Traum zu verwirklichen, da sie ihre Mutter nicht alleine lassen möchte. Sie ist für ihr Alter unglaublich reif und erwachsen, weil ihr bei einer Mutter wie Maggie gar nichts anderes übrig blieb. Die Rollen von Mutter und Tochter sind bei den beiden eindeutig vertauscht. Grace kümmert sich um Maggie und passt auf sie auf. Sie ist unheimlich stark, liebevoll und vor allem loyal. Maggie ist das personifizierte Chaos und alles andere als eine gute Mutter. Sie ist ein Freigeist, der im den Tag hineinlebt und nicht an morgen denkt. Sie vernachlässigt ihre mütterlichen Pflichten und betrachtet Grace eher als eine Freundin als eine Tochter. Maggie ist eine Meisterin falscher Entscheidungen und mit ihrem Leben und vor allem mit Grace total überfordert. Sie trauert immer noch um ihren verstorbenen Mann und ertränkt ihren Kummer in Alkohol. Sie hat psychische Probleme, möchte das aber nicht wahrhaben und sich auch nicht helfen lassen. Maggie lebt in ihrer eigenen Welt und kann mit der realen nichts anfangen. Sie merkt nicht einmal, dass sie Grace keine gute Mutter ist. Eva hat ebenfalls viel durchgemacht und kürzlich einen schweren Schicksalsschlag erlitten. Sie trauert um ihre verstorbene Mutter, hängt fest und weiß nicht, wie sie weiterleben soll. Grace bringt sie wieder zum Lächeln und hilft ihr dabei, nach und nach zu sich selbst und ihrer Leidenschaft zurückzufinden. Luca ist ein toller bester Freund. Er ist immer für Grace da und steht hinter ihr, ebenso seine Mutter. Beide sind für Grace ein Fels in der Brandung. Insgesamt sind die Charaktere interessant und vielschichtig. Sie wurden gut ausgearbeitet und wirken lebendig. Zum Schreibstil: Der Schreibstil ist locker-leicht und schafft einige berührende Momente. Das Buch liest sich angenehm und flüssig, es gibt keinerlei Längen. Fazit: Die Geschichte traf mich unerwartet, da ich auf eine ganz andere Geschichte eingestellt war, aber sie hat mir richtig gut gefallen. Dieses Buch ist berührend, tiefgründig und nachdenklich. Es spricht ernste Themen an und bringt diese glaubwürdig und mit viel Emotionalität rüber. Die Autorin vermittelt mit dieser Geschichte eine wundervolle Botschaft, die sich jeder zu Herzen nehmen sollte. 4/ 5 Sterne ⭐️

    5. Mai 2024

  • buecherwesen
    buecherwesen

    87 Follower

    4,0

    Ein schöner Roman. Tatsächlich hätte ich mir eine Content- Warnung gewünscht für das Verhalten der Mutter gegenüber dem Kind (Vernachlässigung, Kindeswohlgefährdung).

    26. Juli 2023

  • 5,0

    Ein wundervolles Buch mit einem sommerlichen Setting. Die kleine Küstenstadt Cape Katie mit dem Strand und dem Hafen, mit dem Diner LuMac‘s und dem Leuchtturm. Letzterer wurde das neue Zuhause der Protagonistin Grace und ihrer Mutter Maggie, deren neuen Freund Pete und dessen Sohn Julian, Jay, Graces Exfreund. Da waren Hoffnung und Neugier und das sich Mühe geben, aber auch Enttäuschung und ein verletzt werden, viel Mist der Wirklichkeit war und ein gefährlicher Strudel der Mutter in dem Grace festhing. Es ging darum, dass ihre Mom eine Katastrophe war aber auch gute Tage hatte. Tage mit dem lackieren von Nägeln in lila und dem sich Wünsche von den Fingerspitzen wünschen, nicht von den Sternen und Maggies Worten zu Grace: ,,Wenn du etwas wirklich willst, Liebling, dann werden die Sterne dir nicht helfen. Du musst die Hand ausstrecken und danach greifen.“ Grace habe ich sofort in mein Herz geschlossen und mit ihr mitgefühlt, konnte ihren Zwiespalt verstehen, die Liebe für ihre Mutter trotz alldem. Ebenso liebenswerte Charaktere waren Graces bester Freund Luca und deren Mutter Emmy, ihr gehörte das Diner und sie hatte die Tochter ihrer vor kurzem verstorbenen besten Freundin bei sich aufgenommen, Eva und auch Grace lernte sie kennen. Da waren eine erste Begegnung am Strand mit einem Malbuch und Tränen, Erdnussbutter und Sand. Es ging um die Verrücktheit die Eva in Graces Leben brachte und um eine entstehende Freundschaft, um Friedvolles Schweigen und Wollen, um Klavier spielen und Tanzen und das schaffen einer großen Welt, weit weg von dem Mist da draußen. Da waren Nächte auf dem Leuchtturm und durch das Fenster klettern, eine Party mit Lagerfeuer und das sich über Gott und die Welt unterhalten nur nicht über Zukunftspläne und Mütter, da waren die Gartenzwerge von Mrs Latham und Händchen halten, eine Flucht vor einem Hund und ein Kuss auf einem Baum, ein Gespräch über die Erste Liebe und dass man sich in den Menschen verliebte und nicht das Geschlecht. Die beiden zusammen und all die gemeinsamen Momente haben mein Herz gewärmt und auch so war das Buch wirklich berührend. Es ging um Graces Leben mit ihrer Mutter das ein Chaos aus Pflichten und Notwendigkeit war und keine Frage des Wollens, um ihre Mutter als Wirbelsturm die für Angst und Besorgnis, Wut und Fassungslosigkeit sorgte. Darum, seine Mutter so sehr zu lieben und sich selbst noch ein bisschen mehr. Um Graces Wunsch am Ende und einen Abschied, das Gefühl von Zugehörigkeit und Tapferkeit.

    7. Juli 2025

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ashley Herring Blake

Ashley Herring Blake hatte schon viele Berufe, aber einem ist sie immer treu geblieben: dem Schreiben. Ob Songtexte, Gedichte oder Romane, Wörter sind ihre Welt. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Nashville, Tennessee. Eine Handvoll Lila ist ihr zweiter Roman.

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