»Ein anderes Selbst«

»Ein anderes Selbst«

Taschenbuch

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Beschreibung

Die Entwicklung der Arbeit am Selbst im Bildungsroman vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Bild und Bildung gehören etymologisch und semantisch zusammen; mhd. »bildunge« bedeutet etwa »bildhafte Vorstellung«. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen bleibt noch in den säkularisierten Formen der Moderne erkennbarer Leitfaden für das Ziel menschlicher Selbstvervollkommnung. Mit der Herausbildung eines neuen Individualitäts- und Entwicklungsbegriffs im 18. Jahrhundert korrespondiert die Entstehung des Bildungsromans, in dem das Lernen über Bilder in der Epoche des »emblematischen Zeitalters« (Herder) abgelöst wird zugunsten einer literarischen Form, die auf Schrift setzt. Ein solcher aufklärerischer Anspruch an Texte macht es notwendig, Bilder fortan in Erzählung zu transformieren. Dieser Prozeß wird an Beispielen von Goethes »Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahren«, Mörikes »Maler Nolten« und Gottfried Kellers »Der grüne Heinrich« untersucht und - in einem Ausblick auf das 20. Jahrhundert - in seinen Konsequenzen in Thomas Bernhards »Auslöschung« für das Konzept der Selbstvervollkommnung analysiert.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Geschichte & Archäologie
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
112
Preis
14.40 €

Autorenbeschreibung

Wilhelm Voßkamp, geb. 1936, ist emeritierter Professor für Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln. Seit 1994 ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Von 1999 bis 2004 war er Direktor am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg »Medien und kulturelle Kommunikation«. Veröffentlichungen u. a.: Der Roman des Lebens. Die Aktualität der Bildung und ihre Geschichte im Bildungsroman (2009); Theorie der Klassik (Hg., 2009); Emblematik der Zukunft. Poetik und Geschichte literarischer Utopien von Thomas Morus bis Robert Musil (2016).