Eduard II. / Der Jude von Malta
Hardcover
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Beschreibung
'Der Jude von Malta' ist also ein Phantom; die Authentizität des Drucktextes ist zweifelhaft, niemand weiß, wer alles an dieser Ausgabe mitgemischt haben könnte; außerdem ist das Werk ein Gespenst, ein legendäres antisemitisches Machwerk, kolportiert und selbst Kolportage und bis in die neueste Zeit hinein mehr Spielzeug eitler Selbstbespiegelung von Leuten wie Hans Mayer oder Stephen Greenblatt als Werk, das wirklich für sich zu stehen in der Lage ist. Man kann es jetzt lesen, in einer Fassung, die zumindest in ihrer unprätentiösen sprachlichen Kraft dem Werk nichts nachgibt, ja es überhaupt erst im Deutschen lesbar macht: es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß Eduard Bülows Marlowe-Übersetzung das leistet, was Schlegel-Tieck- Baudissin bei Shakespeare geleistet haben. Leider hat Karl Eduard von Bülow (1803-1853), Novellendichter, Zeitgenosse, Freund und leider zu früh gestorbener präsumptiver Biograph Ludwig Tiecks so viel mir bekannt ist nur diese zwei Werke übersetzt. Es hat sich mal wieder niemand darum gekümmert, wie so oft. Man sollte es lesen, trotz aller begründeten Abneigung gegen dieses bisweilen schwer erträgliche antisemitische Machwerk, denn daß es keines ist, wird mir keine noch so ausgefallene Apologetik z.B. eines Friedemar Apel (der mit Berufung auf die in diesem Punkt wenig hilfreichen Marx und Stephen Greenblatt den Antisemitismus wegzureden versucht – bei Wagenbach, wo die autosuggestiven „nimmermüden Kritiker der Ellenbogengesellschaft“ ganz entre nous sind) einreden können.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Hardcover
Seitenzahl
216
Preis
22.70 €
Beschreibung
'Der Jude von Malta' ist also ein Phantom; die Authentizität des Drucktextes ist zweifelhaft, niemand weiß, wer alles an dieser Ausgabe mitgemischt haben könnte; außerdem ist das Werk ein Gespenst, ein legendäres antisemitisches Machwerk, kolportiert und selbst Kolportage und bis in die neueste Zeit hinein mehr Spielzeug eitler Selbstbespiegelung von Leuten wie Hans Mayer oder Stephen Greenblatt als Werk, das wirklich für sich zu stehen in der Lage ist. Man kann es jetzt lesen, in einer Fassung, die zumindest in ihrer unprätentiösen sprachlichen Kraft dem Werk nichts nachgibt, ja es überhaupt erst im Deutschen lesbar macht: es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß Eduard Bülows Marlowe-Übersetzung das leistet, was Schlegel-Tieck- Baudissin bei Shakespeare geleistet haben. Leider hat Karl Eduard von Bülow (1803-1853), Novellendichter, Zeitgenosse, Freund und leider zu früh gestorbener präsumptiver Biograph Ludwig Tiecks so viel mir bekannt ist nur diese zwei Werke übersetzt. Es hat sich mal wieder niemand darum gekümmert, wie so oft. Man sollte es lesen, trotz aller begründeten Abneigung gegen dieses bisweilen schwer erträgliche antisemitische Machwerk, denn daß es keines ist, wird mir keine noch so ausgefallene Apologetik z.B. eines Friedemar Apel (der mit Berufung auf die in diesem Punkt wenig hilfreichen Marx und Stephen Greenblatt den Antisemitismus wegzureden versucht – bei Wagenbach, wo die autosuggestiven „nimmermüden Kritiker der Ellenbogengesellschaft“ ganz entre nous sind) einreden können.
Buchinformationen
Haupt-Genre
Lyrik & Dramen
Sub-Genre
Dramen & Theaterstücke
Format
Hardcover
Seitenzahl
216
Preis
22.70 €



