Donnersonntage
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
Die Geschichte von einer mutigen Frau und ihrem Aufbruch in die Freiheit
BRD 1969 – ein Land im Aufbruch: Pille, Emanzipation, Studentenbewegung – die alte Ordnung der jungen Bundesrepublik steht in Frage. In Brunnenbach, einem kleinen Westerwaldort, scheint die Zeit dagegen still zu stehen. Doch unter der geordneten Oberfläche brodelt es. Der 19-jährige Raimund verliebt sich in die 29-jährige Ehefrau seines Nachbarn und Skatkumpels Werner. Renate erwidert seine Gefühle und sieht in der Beziehung eine Chance, der Enge ihrer Ehe und des Dorfes zu entkommen. Eine ungleiche, aber erfüllte Liebe entwickelt sich zwischen den beiden, voller Heimlichkeiten, Lügen und der Angst vor dem großen Skandal. Trotzdem wagen sie den Schritt in eine gemeinsame Zukunft.
Eine Hetzjagd beginnt, angeführt von Renates Mutter und unterstützt durch Raimunds Eltern, die alle Register ziehen, um die beiden auseinander zu bringen. Wird Renate ihren 10-jährigen Sohn für diese große Liebe zurücklassen? Kann eine Liebe gelingen, die einen solchen Preis fordert? Kann die Realität halten, was Träume versprechen?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marie Molsberg ist im Westerwald geboren und aufgewachsen, hat in Ulm und Kumasi (Ghana) Medizin studiert und arbeitet als Ärztin und Coach in Berlin. Ihr erster Roman »Was vom Schnee bleibt« ist im Dezember 2022 im Skript-Verlag, Neuss, erschienen.
Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beiträge
"Zuhause ist wo man geliebt wird und seine Meinung sagen darf, ohne dafür gleich bestraft zu werden" 🏩💜🏩💜🏩💜
★★★★☆ – Hat mich tief bewegt – und stellenweise richtig wütend gemacht 😡💔 Der Roman „Donnersonntage“ von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf , in einer Zeit, in der in Deutschland zwar von Aufbruch, Emanzipation und neuen Freiheiten gesprochen wurde, diese Veränderungen auf dem Land aber oft kaum angekommen waren. 🌾 Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem 19-jährigen Raimund und der zehn Jahre älteren Renate, die verheiratet ist und einen Sohn hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die für Renate die Hoffnung bedeutet, aus ihrer unglücklichen Ehe und der Enge des Dorflebens auszubrechen. Doch diese Entscheidung hat schwere Folgen – nicht nur für sie selbst, sondern für viele Menschen um sie herum. 💔 Was mich dabei besonders getroffen hat, war nicht nur die gesellschaftliche Enge, sondern vor allem eine Figur von Renates Mutter. Ich fand sie ehrlich gesagt kaum zu ertragen. Diese Sturheit, diese Verbissenheit und vor allem diese Art, sich ständig in das Leben ihrer Tochter einzumischen und darüber bestimmen zu wollen, das war für mich einfach nur ekelhaft. 😤 Diese kalte Selbstverständlichkeit, mit der sie meint zu wissen, was „richtig“ ist, hat mich richtig wütend gemacht. Gerade dadurch wird Renates Entscheidung, auszubrechen, für mich noch nachvollziehbarer. Denn der Druck kommt eben nicht nur vom Dorf oder von gesellschaftlichen Normen, sondern aus der eigenen Familie. Und das macht alles noch auswegloser. Beim Hören wurde mir außerdem wieder sehr bewusst, wie eingeschränkt Frauen damals waren – rechtlich, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Besonders im Falle einer Trennung standen sie oft auf verlorenem Posten. Dass Renate trotzdem ihren eigenen Weg gehen will, wirkt dadurch nicht nur mutig, sondern fast schon wie ein verzweifelter Befreiungsschlag. ⚖️ Sehr berührt hat mich auch die Figur ihres Sohnes Stefan. Man spürt, wie sehr er unter den Konflikten leidet, das ging mir wirklich nah. 🥺 Die Sprecherin hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sie liest ruhig und klar, mit viel Gefühl für die leisen Töne, wodurch die Geschichte noch intensiver wirkt. 🎧 Mein Fazit: Ein Hörbuch, das mich emotional stark gepackt hat – mit Figuren, die nicht nur berühren, sondern auch echte Wut auslösen. Renates Mutter steht für all das Einengende und Rücksichtslose dieser Zeit. Aber absolut hörenswert. ⭐ Einen kleinen Abzug gibt es nur für ein paar Längen.

"Sie hat getan, was immer mehr Menschen tun werden, sie war die erste in Brunnenbach."
Das Buch nimmt einen mit in die 60er und 70er Jahre. Deutschland im Aufbruch und doch wieder nicht. Renate - junge Mutter, fest im Berufsleben, unglücklich in ihrer Ehe, gesteuert von der Mutter - fragt sich, ob das in ihrem Leben schon alles gewesen sein soll. Der junge Nachbar Raimund verliebt sich in sie und zusammen begehen sie einen Tabubruch. Erschreckend zu verfolgen, wie eingeschränkt Frauen in dieser noch gar nicht so weit entfernten Vergangenheit rechtlich, gesellschaflich und wirtschaftlich waren. Renate geht ihren Weg geradlinig und bleibt sich selber treut, trotz aller Widrigkeiten und Verluste, die damit einhergehen.

Ein Buch, das mich richtig wütend gemacht hat
Renate lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald im Haus ihrer Mutter. Sie ist mit Werner verheiratet und die Beiden haben einen Sohn. Ihr Leben ist sehr eingeschränkt. Mit ihrem Mann verbindet sie so gut wie nichts. Nur ihr Sohn Stefan lässt sie dieses langweilige und lieblose Leben aushalten. Der Nachbarjunge Raimund bewundert Renate schon lange und ganz langsam entwickeln die beiden Gefühle füreinander. Als ihre Mutter und die Eltern von Raimund das merken, machen sie den beiden das Leben zur Hölle. Die Geschichte spielt in den 60er und 70er Jahren. Es ist heute unvorstellbar wie wenig Chancen Frauen damals auf Gerechtigkeit hatten. Obwohl Deutschland im Aufbruch war, war das Frauenbild kaum verändert. Eine Frau, die ihren Mann verlässt, ist immer die Schuldige. Die Gründe dafür sind nebensächlich. Es ist toll und nachvollziehbar geschrieben. Ich hatte beim Lesen Kopfkino und war oft richtig wütend. Eine große Leseempfehlung von mir.
Ein Blick auf die Gesellschaft der 60er und 70er Jahre
"Donnersonntage" von Marie Molsberg ist ein Roman, der uns in die Zeit Ende der 60er Jahre in ein Dorf im Westerwald führt. Gelesen wird das Hörbuch von Astrid Kohrs. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Renate ist Anfang 30, lebt mit ihrem Mann Werner , ihrem Sohn Stefan und ihrer Mutter Minchen in Brunnenbach, einem verschlafenen Ort im Westerwald. Sie fühlt sich dort nicht wohl, alles ist ihr zu eng und rückständig. Sie will mehr, vor allem nicht mehr von ihrer Mutter bevormundet werden. Auf der Dorfkirmes lernt sie Raimund kennen und tanzt mit ihm zum Missfallen aller den ganzen Abend durch, den Raimund ist erst 19 Jahre alt. Die beiden verlieben sich ineinander. Marie Molsberg vermittelt uns in ihrem Roman die Atmosphäre in einem Dorf Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er. Sie lässt uns die Vorbehalte der Dorfgemeinschaft und den Tratsch miterleben. Eine verheiratete Frau fängt ein Verhältnis mit einem viel jüngeren Mann an? Sie verlässt Mann und Sohn? Das geht ja gar nicht! Renates Mutter Minchen und die Eltern von Raimund versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die beiden auseinander zu bringen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die ganzen Familien, was besonders die Kinder zu spüren bekommen. Besonders Minchen ist mir dabei besonders gegen den Strich gegangen. Sie schluckt jeden Tag mehr von ihren Seelentrösterpillen und glaubt die einzig fähige Person zu sein, die den Enkel Stefan großzieht. Wir erleben diesen Roman aus mehreren Perspektiven, nämlich von Renate, Raimund und Minchen und können der Zeitachse folgen. Molsberg bietet uns als Gegensatz zum dörflichen Leben aber auch das Leben in München, in dem auch zu dieser Zeit die Uhren schon ein wenig anders ticken. Nicht viel, aber ein Umschwung im Denken ist spürbar. Sie schildert aber nicht einseitig, auch Raimunds Eltern und Minchen kommen mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort. Astrid Kohrs interpretiert das Hörbuch mit einer sehr angenehmen Stimme, die je nach gesprochener Person aber auch viel Antipathie vermittelt. Besonders bei Minchen (die ich ja sowieso nicht mochte) ist das besonders gut gelungen. Die Sprache des Romans hat mir gefallen, klar und präzise, mit viel Wärme und ohne Kitsch können wir die Protagonist*innen begleiten. Es ist ein Liebesroman und doch wieder keiner, es ist ein Blick auf die Gesellschaft der damaligen Zeit. Sehr gut gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert. Es ist ein Roman, der im Gedächtnis bleibt! Warum er Donnersonntage heißt? Es erklärt sich im Roman, aber in meiner Rezension erkläre ich es nicht Der Roman regt zum Nachdenken an, denn auch heute gibt es immer noch solche Dörfer wie Brunnenbach, in denen die Zeit stehen geblieben ist. 5 Sterne bekommt Marie Molsberg für ihren Roman, den ich sicher auch noch einmal lesen oder hören werde.
In diesem Roman geht es um die Mutter und Ehefrau Renate, die sich in den 70ern in den zehn Jahre jüngeren Raimund verliebt. Zunächst muss ich sagen, dass mich dieser Roman stark an „Effi Briest” erinnert hat. Renate und Effi haben außer der unglücklichen Ehe zwar wenig gemein. Trotzdem fand ich die Art der Erzählung sehr ähnlich. So wird die sich anbahnende Affäre zwischen Raimund und Renate in diesem Buch lange Zeit nur angedeutet. Ab wann genau diese tatsächlich stattgefunden hat, kann ich gar nicht sagen. Plötzlich sind sie einfach mittendrin. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre und verläuft gestückelt über einzelne Monate. So begleiten wir die Geschichte der Liebenden über einen langen Zeitraum, was gut gemacht ist.Teilweise wurden die Ereignisse für meinen Geschmack aber zu schnell abgehandelt. Da konnte ich mit den Emotionen nicht ganz mitgehen. Richtig gepackt hat es mich, als es um das Sorgerecht für das gemeinsame Kind aus der Ehe ging. Hier waren Ohnmacht, Wut und Ungerechtigkeit sehr gut zu spüren. Hier und da hat der Roman seine Längen, wenn es um Fußball oder Skatregeln geht. Das fand ich nicht besonders spannend. So vermittelt der Roman aber einen Eindruck davon, wie die Menschen in den 70ern ihre Freizeit verbracht haben. Es ist interessant zu sehen, wie sich nicht nur der Umgang mit Scheidung, sondern auch das Verhalten der Menschen allgemein in den letzten 50 Jahren geändert hat. Vieles ist heute kaum noch vorstellbar, anderes ändert sich hingegen nie. Trotzdem hätten ein paar Seiten weniger davon dem Roman gut getan. Insgesamt ein gut geschriebener und interessanter Roman, nur der Spannungsbogen hätte für mich noch etwas mehr Schwung vertragen können.
Großartige Geschichte - unbedingt lesen
Ich habe das Buch nicht mehr weglegen können. Es war ein Gefühl zwischen Aufbruch und Stillstand. Die Geschichte hat Tiefgang und ist kein historischer Unterhaltungsroman aus den 70ern. Der Schreibstil ist packend und ist einfach runter geschrieben und dennoch fühlt man jedes Wort. Es wird klar, wie wenig Rechte eine Frau damals in der Bundesrepublik hatte. Nach einer Trennung hatten sie kaum Chancen auf das Sorgerecht für die Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als "Schuld" an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu und Frauen brauchten die Zustimmung ihres Mannes, um arbeiten gehen zu können. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand. Und welche Belastung dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte. Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktion des Dorfes und der eigenen Familie, das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck, zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu stoßen. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Frauen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten. Eine große Leseempfehlung von mir und ich hoffe, das Buch bekommt noch mehr Aufmerksamkeit.

Merkmale
1 Bewertungen
Stimmung
Hauptfigur(en)
Handlungsgeschwindigkeit
Schreibstil
Beschreibung
Die Geschichte von einer mutigen Frau und ihrem Aufbruch in die Freiheit
BRD 1969 – ein Land im Aufbruch: Pille, Emanzipation, Studentenbewegung – die alte Ordnung der jungen Bundesrepublik steht in Frage. In Brunnenbach, einem kleinen Westerwaldort, scheint die Zeit dagegen still zu stehen. Doch unter der geordneten Oberfläche brodelt es. Der 19-jährige Raimund verliebt sich in die 29-jährige Ehefrau seines Nachbarn und Skatkumpels Werner. Renate erwidert seine Gefühle und sieht in der Beziehung eine Chance, der Enge ihrer Ehe und des Dorfes zu entkommen. Eine ungleiche, aber erfüllte Liebe entwickelt sich zwischen den beiden, voller Heimlichkeiten, Lügen und der Angst vor dem großen Skandal. Trotzdem wagen sie den Schritt in eine gemeinsame Zukunft.
Eine Hetzjagd beginnt, angeführt von Renates Mutter und unterstützt durch Raimunds Eltern, die alle Register ziehen, um die beiden auseinander zu bringen. Wird Renate ihren 10-jährigen Sohn für diese große Liebe zurücklassen? Kann eine Liebe gelingen, die einen solchen Preis fordert? Kann die Realität halten, was Träume versprechen?
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Marie Molsberg ist im Westerwald geboren und aufgewachsen, hat in Ulm und Kumasi (Ghana) Medizin studiert und arbeitet als Ärztin und Coach in Berlin. Ihr erster Roman »Was vom Schnee bleibt« ist im Dezember 2022 im Skript-Verlag, Neuss, erschienen.
Beiträge
"Zuhause ist wo man geliebt wird und seine Meinung sagen darf, ohne dafür gleich bestraft zu werden" 🏩💜🏩💜🏩💜
★★★★☆ – Hat mich tief bewegt – und stellenweise richtig wütend gemacht 😡💔 Der Roman „Donnersonntage“ von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf , in einer Zeit, in der in Deutschland zwar von Aufbruch, Emanzipation und neuen Freiheiten gesprochen wurde, diese Veränderungen auf dem Land aber oft kaum angekommen waren. 🌾 Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem 19-jährigen Raimund und der zehn Jahre älteren Renate, die verheiratet ist und einen Sohn hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die für Renate die Hoffnung bedeutet, aus ihrer unglücklichen Ehe und der Enge des Dorflebens auszubrechen. Doch diese Entscheidung hat schwere Folgen – nicht nur für sie selbst, sondern für viele Menschen um sie herum. 💔 Was mich dabei besonders getroffen hat, war nicht nur die gesellschaftliche Enge, sondern vor allem eine Figur von Renates Mutter. Ich fand sie ehrlich gesagt kaum zu ertragen. Diese Sturheit, diese Verbissenheit und vor allem diese Art, sich ständig in das Leben ihrer Tochter einzumischen und darüber bestimmen zu wollen, das war für mich einfach nur ekelhaft. 😤 Diese kalte Selbstverständlichkeit, mit der sie meint zu wissen, was „richtig“ ist, hat mich richtig wütend gemacht. Gerade dadurch wird Renates Entscheidung, auszubrechen, für mich noch nachvollziehbarer. Denn der Druck kommt eben nicht nur vom Dorf oder von gesellschaftlichen Normen, sondern aus der eigenen Familie. Und das macht alles noch auswegloser. Beim Hören wurde mir außerdem wieder sehr bewusst, wie eingeschränkt Frauen damals waren – rechtlich, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Besonders im Falle einer Trennung standen sie oft auf verlorenem Posten. Dass Renate trotzdem ihren eigenen Weg gehen will, wirkt dadurch nicht nur mutig, sondern fast schon wie ein verzweifelter Befreiungsschlag. ⚖️ Sehr berührt hat mich auch die Figur ihres Sohnes Stefan. Man spürt, wie sehr er unter den Konflikten leidet, das ging mir wirklich nah. 🥺 Die Sprecherin hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sie liest ruhig und klar, mit viel Gefühl für die leisen Töne, wodurch die Geschichte noch intensiver wirkt. 🎧 Mein Fazit: Ein Hörbuch, das mich emotional stark gepackt hat – mit Figuren, die nicht nur berühren, sondern auch echte Wut auslösen. Renates Mutter steht für all das Einengende und Rücksichtslose dieser Zeit. Aber absolut hörenswert. ⭐ Einen kleinen Abzug gibt es nur für ein paar Längen.

"Sie hat getan, was immer mehr Menschen tun werden, sie war die erste in Brunnenbach."
Das Buch nimmt einen mit in die 60er und 70er Jahre. Deutschland im Aufbruch und doch wieder nicht. Renate - junge Mutter, fest im Berufsleben, unglücklich in ihrer Ehe, gesteuert von der Mutter - fragt sich, ob das in ihrem Leben schon alles gewesen sein soll. Der junge Nachbar Raimund verliebt sich in sie und zusammen begehen sie einen Tabubruch. Erschreckend zu verfolgen, wie eingeschränkt Frauen in dieser noch gar nicht so weit entfernten Vergangenheit rechtlich, gesellschaflich und wirtschaftlich waren. Renate geht ihren Weg geradlinig und bleibt sich selber treut, trotz aller Widrigkeiten und Verluste, die damit einhergehen.

Ein Buch, das mich richtig wütend gemacht hat
Renate lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald im Haus ihrer Mutter. Sie ist mit Werner verheiratet und die Beiden haben einen Sohn. Ihr Leben ist sehr eingeschränkt. Mit ihrem Mann verbindet sie so gut wie nichts. Nur ihr Sohn Stefan lässt sie dieses langweilige und lieblose Leben aushalten. Der Nachbarjunge Raimund bewundert Renate schon lange und ganz langsam entwickeln die beiden Gefühle füreinander. Als ihre Mutter und die Eltern von Raimund das merken, machen sie den beiden das Leben zur Hölle. Die Geschichte spielt in den 60er und 70er Jahren. Es ist heute unvorstellbar wie wenig Chancen Frauen damals auf Gerechtigkeit hatten. Obwohl Deutschland im Aufbruch war, war das Frauenbild kaum verändert. Eine Frau, die ihren Mann verlässt, ist immer die Schuldige. Die Gründe dafür sind nebensächlich. Es ist toll und nachvollziehbar geschrieben. Ich hatte beim Lesen Kopfkino und war oft richtig wütend. Eine große Leseempfehlung von mir.
Ein Blick auf die Gesellschaft der 60er und 70er Jahre
"Donnersonntage" von Marie Molsberg ist ein Roman, der uns in die Zeit Ende der 60er Jahre in ein Dorf im Westerwald führt. Gelesen wird das Hörbuch von Astrid Kohrs. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Renate ist Anfang 30, lebt mit ihrem Mann Werner , ihrem Sohn Stefan und ihrer Mutter Minchen in Brunnenbach, einem verschlafenen Ort im Westerwald. Sie fühlt sich dort nicht wohl, alles ist ihr zu eng und rückständig. Sie will mehr, vor allem nicht mehr von ihrer Mutter bevormundet werden. Auf der Dorfkirmes lernt sie Raimund kennen und tanzt mit ihm zum Missfallen aller den ganzen Abend durch, den Raimund ist erst 19 Jahre alt. Die beiden verlieben sich ineinander. Marie Molsberg vermittelt uns in ihrem Roman die Atmosphäre in einem Dorf Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er. Sie lässt uns die Vorbehalte der Dorfgemeinschaft und den Tratsch miterleben. Eine verheiratete Frau fängt ein Verhältnis mit einem viel jüngeren Mann an? Sie verlässt Mann und Sohn? Das geht ja gar nicht! Renates Mutter Minchen und die Eltern von Raimund versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die beiden auseinander zu bringen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die ganzen Familien, was besonders die Kinder zu spüren bekommen. Besonders Minchen ist mir dabei besonders gegen den Strich gegangen. Sie schluckt jeden Tag mehr von ihren Seelentrösterpillen und glaubt die einzig fähige Person zu sein, die den Enkel Stefan großzieht. Wir erleben diesen Roman aus mehreren Perspektiven, nämlich von Renate, Raimund und Minchen und können der Zeitachse folgen. Molsberg bietet uns als Gegensatz zum dörflichen Leben aber auch das Leben in München, in dem auch zu dieser Zeit die Uhren schon ein wenig anders ticken. Nicht viel, aber ein Umschwung im Denken ist spürbar. Sie schildert aber nicht einseitig, auch Raimunds Eltern und Minchen kommen mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort. Astrid Kohrs interpretiert das Hörbuch mit einer sehr angenehmen Stimme, die je nach gesprochener Person aber auch viel Antipathie vermittelt. Besonders bei Minchen (die ich ja sowieso nicht mochte) ist das besonders gut gelungen. Die Sprache des Romans hat mir gefallen, klar und präzise, mit viel Wärme und ohne Kitsch können wir die Protagonist*innen begleiten. Es ist ein Liebesroman und doch wieder keiner, es ist ein Blick auf die Gesellschaft der damaligen Zeit. Sehr gut gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert. Es ist ein Roman, der im Gedächtnis bleibt! Warum er Donnersonntage heißt? Es erklärt sich im Roman, aber in meiner Rezension erkläre ich es nicht Der Roman regt zum Nachdenken an, denn auch heute gibt es immer noch solche Dörfer wie Brunnenbach, in denen die Zeit stehen geblieben ist. 5 Sterne bekommt Marie Molsberg für ihren Roman, den ich sicher auch noch einmal lesen oder hören werde.
In diesem Roman geht es um die Mutter und Ehefrau Renate, die sich in den 70ern in den zehn Jahre jüngeren Raimund verliebt. Zunächst muss ich sagen, dass mich dieser Roman stark an „Effi Briest” erinnert hat. Renate und Effi haben außer der unglücklichen Ehe zwar wenig gemein. Trotzdem fand ich die Art der Erzählung sehr ähnlich. So wird die sich anbahnende Affäre zwischen Raimund und Renate in diesem Buch lange Zeit nur angedeutet. Ab wann genau diese tatsächlich stattgefunden hat, kann ich gar nicht sagen. Plötzlich sind sie einfach mittendrin. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre und verläuft gestückelt über einzelne Monate. So begleiten wir die Geschichte der Liebenden über einen langen Zeitraum, was gut gemacht ist.Teilweise wurden die Ereignisse für meinen Geschmack aber zu schnell abgehandelt. Da konnte ich mit den Emotionen nicht ganz mitgehen. Richtig gepackt hat es mich, als es um das Sorgerecht für das gemeinsame Kind aus der Ehe ging. Hier waren Ohnmacht, Wut und Ungerechtigkeit sehr gut zu spüren. Hier und da hat der Roman seine Längen, wenn es um Fußball oder Skatregeln geht. Das fand ich nicht besonders spannend. So vermittelt der Roman aber einen Eindruck davon, wie die Menschen in den 70ern ihre Freizeit verbracht haben. Es ist interessant zu sehen, wie sich nicht nur der Umgang mit Scheidung, sondern auch das Verhalten der Menschen allgemein in den letzten 50 Jahren geändert hat. Vieles ist heute kaum noch vorstellbar, anderes ändert sich hingegen nie. Trotzdem hätten ein paar Seiten weniger davon dem Roman gut getan. Insgesamt ein gut geschriebener und interessanter Roman, nur der Spannungsbogen hätte für mich noch etwas mehr Schwung vertragen können.
Großartige Geschichte - unbedingt lesen
Ich habe das Buch nicht mehr weglegen können. Es war ein Gefühl zwischen Aufbruch und Stillstand. Die Geschichte hat Tiefgang und ist kein historischer Unterhaltungsroman aus den 70ern. Der Schreibstil ist packend und ist einfach runter geschrieben und dennoch fühlt man jedes Wort. Es wird klar, wie wenig Rechte eine Frau damals in der Bundesrepublik hatte. Nach einer Trennung hatten sie kaum Chancen auf das Sorgerecht für die Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als "Schuld" an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu und Frauen brauchten die Zustimmung ihres Mannes, um arbeiten gehen zu können. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand. Und welche Belastung dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte. Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktion des Dorfes und der eigenen Familie, das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck, zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu stoßen. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Frauen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten. Eine große Leseempfehlung von mir und ich hoffe, das Buch bekommt noch mehr Aufmerksamkeit.











