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Hilfreiche Übungen - nicht so hilfreiche Einstellung gegenüber Menschen mit Traumata Die erste Hälfte des Buches ist wirklich toll - hier wird erklärt, wie intergenerationelles Trauma funktioniert. Was danach folgt, ist an einigen Stellen problematisch (meiner Meinung nach). Vom Erkennen der eigenen Traumata bis hin zur Heilung wird alles durchgespielt - das finde ich extrem überambitioniert und auch utopisch. Die Übungen haben mir geholfen und auch einiges ins Rollen gebracht, schließlich steckt die Lösung ja irgendwo in uns, aber gerade bei zutiefst traumatisierten Menschen, stelle ich mir das ohne psychologische Betreuung nicht möglich vor. Ich finde der Titel ist hierbei extrem irreführend. Was mich auch gestört hat, ist, dass Geschwister die ganze Zeit so ausgeklammert werden (außer sie sind tot ??). Für mich spielt es schon eine Rolle in der eigenen Biografie, ob meine Geschwister jünger, älter sind, wie viel der Abstand usw. Begreife nicht, warum das so außen vor gelassen wird. Ganz schlimm finde ich aber einige Sätze, dass man sich nur nicht genügend anstrengen würde, sich mit den eigenen Eltern auszusöhnen / man es für das eigene Glück brauchte, "alles ist Liebe und man kann nur geben, wenn man den Eltern verzeiht." Nein. Für mich war das leicht zu ertragen, weil ich mit meinen Eltern gerne spreche, aber für viele ist es die reinste Tortur. Und das zurecht. An mehreren Stellen des Buches wird Kindern daran die Schuld gegeben. Da sind dann wirklich nur Fragezeichen in meinem Kopf, wenn Wollen erklärt, dass man sich dafür entschuldigen solle, die alkoholkranke Mutter abzulehnen, weil man sie als Kind ja abgewiesen habe. Ich freue mich, dass ich jetzt ganz viel Material zum Arbeiten habe und einen Stammbaum zum Ausfüllen, aber nicht alles, was Wolynn schreibt, räsoniert mit mir.
17. Mai 2022
Hilfreiche Übungen - nicht so hilfreiche Einstellung gegenüber Menschen mit Traumata Die erste Hälfte des Buches ist wirklich toll - hier wird erklärt, wie intergenerationelles Trauma funktioniert. Was danach folgt, ist an einigen Stellen problematisch (meiner Meinung nach). Vom Erkennen der eigenen Traumata bis hin zur Heilung wird alles durchgespielt - das finde ich extrem überambitioniert und auch utopisch. Die Übungen haben mir geholfen und auch einiges ins Rollen gebracht, schließlich steckt die Lösung ja irgendwo in uns, aber gerade bei zutiefst traumatisierten Menschen, stelle ich mir das ohne psychologische Betreuung nicht möglich vor. Ich finde der Titel ist hierbei extrem irreführend. Was mich auch gestört hat, ist, dass Geschwister die ganze Zeit so ausgeklammert werden (außer sie sind tot ??). Für mich spielt es schon eine Rolle in der eigenen Biografie, ob meine Geschwister jünger, älter sind, wie viel der Abstand usw. Begreife nicht, warum das so außen vor gelassen wird. Ganz schlimm finde ich aber einige Sätze, dass man sich nur nicht genügend anstrengen würde, sich mit den eigenen Eltern auszusöhnen / man es für das eigene Glück brauchte, "alles ist Liebe und man kann nur geben, wenn man den Eltern verzeiht." Nein. Für mich war das leicht zu ertragen, weil ich mit meinen Eltern gerne spreche, aber für viele ist es die reinste Tortur. Und das zurecht. An mehreren Stellen des Buches wird Kindern daran die Schuld gegeben. Da sind dann wirklich nur Fragezeichen in meinem Kopf, wenn Wollen erklärt, dass man sich dafür entschuldigen solle, die alkoholkranke Mutter abzulehnen, weil man sie als Kind ja abgewiesen habe. Ich freue mich, dass ich jetzt ganz viel Material zum Arbeiten habe und einen Stammbaum zum Ausfüllen, aber nicht alles, was Wolynn schreibt, räsoniert mit mir.
17. Mai 2022






