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Der Anfang eines Tyrannen
Ersteindruck Das Buch „Das Lied von Vogel und Schlange“ hat mir gut gefallen. Bereits 2009 habe ich den ersten Band der Reihe „Die Tribute von Panem“ gelesen. Schon damals hat mich die Welt von Panem in ihren Bann gezogen, sodass ich die Bücher kaum aus der Hand legen konnte. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mit diesem Roman ein weiterer Teil erschienen ist, der die Vorgeschichte der Hungerspiele beleuchtet. Besonders spannend fand ich, mehr über die Vergangenheit des späteren Präsidenten Snow zu erfahren. 📖 Story Wie schon die Hauptreihe entwickelt auch dieses Buch schnell einen enormen Sog, sodass man es kaum aus der Hand legen kann. Snows Familie steht kurz davor, ihren gesellschaftlichen Status endgültig zu verlieren. Als er als Mentor für die 10. Hungerspiele ausgewählt wird, sieht er darin seine Chance, den Ruf seiner Familie zu retten und ihren Einfluss wiederherzustellen. Dabei betrachtet er andere Menschen lediglich als Mittel zum Zweck und schreckt selbst vor Mord nicht zurück, um seine Ziele zu erreichen. 👥 Charaktere Coriolanus Snow: Bereits in der Haupttrilogie konnte ich Snow nicht ausstehen – und dieses Buch hat meine Abneigung nur noch verstärkt. Er zeigt ausgeprägte narzisstische und machiavellistische Züge. Seine größte Angst ist der soziale Abstieg und die Bedeutungslosigkeit. Seine vermeintliche Liebe zu Lucy Gray wirkt auf mich nicht aufrichtig, sondern vielmehr besitzergreifend. Menschen sind für ihn Werkzeuge, die er nach Belieben benutzt oder fallen lässt. Empathie scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Lucy Gray Baird: Lucy Gray hat mir sehr gut gefallen. Da die Geschichte überwiegend aus Snows Perspektive erzählt wird, erhält sie zwar etwas weniger Raum zur Entfaltung, dennoch entwickelt sie sich zu einer starken und faszinierenden Figur. Besonders gelungen fand ich, dass sie Snow nach und nach durchschaut. Tigris: Snows Cousine zeigt, dass nicht jeder Angehörige der Familie Snow dessen Werte teilt. Sie opfert sich immer wieder für Coriolanus auf und begegnet sowohl Lucy als auch den Tributen mit aufrichtiger Empathie und Mitgefühl. Sejanus Plinth: Für mich ist Sejanus die tragische Figur der Geschichte. Er bildet den moralischen Gegenpol zu Snow. Er hinterfragt die Hungerspiele und den grausamen Umgang mit den Tributen, bewahrt sich seine Menschlichkeit und versucht trotz aller Widerstände, das Richtige zu tun. 🌍 Worldbuilding Die Welt von Panem hat mich erneut vollkommen überzeugt. Besonders interessant fand ich die Einblicke in die frühen Jahre des Kapitols und die Entstehung der Hungerspiele. Dadurch gewinnt die bereits bekannte Welt noch mehr Tiefe und viele Entwicklungen der späteren Trilogie werden nachvollziehbarer. 🔮 Fazit Für Fans der Hauptreihe ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Ich würde dennoch empfehlen, zunächst die ursprüngliche Trilogie zu lesen, auch wenn dies kein zwingendes Muss ist. Für zukünftige Bücher wünsche ich mir eine Geschichte, die den Krieg sowie die allerersten Hungerspiele näher beleuchtet. Gerade weil Panem eine fiktive Welt ist, wirken viele der dargestellten Themen erschreckend aktuell. Machtmissbrauch, Propaganda und die Inszenierung von Gewalt als Unterhaltung sind auch heute hochrelevant und verleihen der Geschichte eine beklemmende Aktualität.
1 Tage vor
Der Anfang eines Tyrannen
Ersteindruck Das Buch „Das Lied von Vogel und Schlange“ hat mir gut gefallen. Bereits 2009 habe ich den ersten Band der Reihe „Die Tribute von Panem“ gelesen. Schon damals hat mich die Welt von Panem in ihren Bann gezogen, sodass ich die Bücher kaum aus der Hand legen konnte. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mit diesem Roman ein weiterer Teil erschienen ist, der die Vorgeschichte der Hungerspiele beleuchtet. Besonders spannend fand ich, mehr über die Vergangenheit des späteren Präsidenten Snow zu erfahren. 📖 Story Wie schon die Hauptreihe entwickelt auch dieses Buch schnell einen enormen Sog, sodass man es kaum aus der Hand legen kann. Snows Familie steht kurz davor, ihren gesellschaftlichen Status endgültig zu verlieren. Als er als Mentor für die 10. Hungerspiele ausgewählt wird, sieht er darin seine Chance, den Ruf seiner Familie zu retten und ihren Einfluss wiederherzustellen. Dabei betrachtet er andere Menschen lediglich als Mittel zum Zweck und schreckt selbst vor Mord nicht zurück, um seine Ziele zu erreichen. 👥 Charaktere Coriolanus Snow: Bereits in der Haupttrilogie konnte ich Snow nicht ausstehen – und dieses Buch hat meine Abneigung nur noch verstärkt. Er zeigt ausgeprägte narzisstische und machiavellistische Züge. Seine größte Angst ist der soziale Abstieg und die Bedeutungslosigkeit. Seine vermeintliche Liebe zu Lucy Gray wirkt auf mich nicht aufrichtig, sondern vielmehr besitzergreifend. Menschen sind für ihn Werkzeuge, die er nach Belieben benutzt oder fallen lässt. Empathie scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Lucy Gray Baird: Lucy Gray hat mir sehr gut gefallen. Da die Geschichte überwiegend aus Snows Perspektive erzählt wird, erhält sie zwar etwas weniger Raum zur Entfaltung, dennoch entwickelt sie sich zu einer starken und faszinierenden Figur. Besonders gelungen fand ich, dass sie Snow nach und nach durchschaut. Tigris: Snows Cousine zeigt, dass nicht jeder Angehörige der Familie Snow dessen Werte teilt. Sie opfert sich immer wieder für Coriolanus auf und begegnet sowohl Lucy als auch den Tributen mit aufrichtiger Empathie und Mitgefühl. Sejanus Plinth: Für mich ist Sejanus die tragische Figur der Geschichte. Er bildet den moralischen Gegenpol zu Snow. Er hinterfragt die Hungerspiele und den grausamen Umgang mit den Tributen, bewahrt sich seine Menschlichkeit und versucht trotz aller Widerstände, das Richtige zu tun. 🌍 Worldbuilding Die Welt von Panem hat mich erneut vollkommen überzeugt. Besonders interessant fand ich die Einblicke in die frühen Jahre des Kapitols und die Entstehung der Hungerspiele. Dadurch gewinnt die bereits bekannte Welt noch mehr Tiefe und viele Entwicklungen der späteren Trilogie werden nachvollziehbarer. 🔮 Fazit Für Fans der Hauptreihe ist dieses Buch eine klare Empfehlung. Ich würde dennoch empfehlen, zunächst die ursprüngliche Trilogie zu lesen, auch wenn dies kein zwingendes Muss ist. Für zukünftige Bücher wünsche ich mir eine Geschichte, die den Krieg sowie die allerersten Hungerspiele näher beleuchtet. Gerade weil Panem eine fiktive Welt ist, wirken viele der dargestellten Themen erschreckend aktuell. Machtmissbrauch, Propaganda und die Inszenierung von Gewalt als Unterhaltung sind auch heute hochrelevant und verleihen der Geschichte eine beklemmende Aktualität.
1 Tage vor







