Die Stimme meiner Schwester
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Beschreibung
Itamar Vieira erzählt eine ungehörte Geschichte: Zwei Frauen erheben ihre Stimme gegen die alte Welt Brasiliens
Beim Spielen finden Bibiana und Belonísia unter dem Bett ihrer Großmutter einen alten Koffer, darin eingewickelt ein großes Messer. Im Rausch dieser Entdeckung ereignet sich ein tragischer Unfall: Eine der Schwestern verliert ihre Zunge, die andere ersetzt fortan ihre Stimme.
Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts spricht Großmutter Donana mit den Toten, der Vater ist ein angesehener Geistheiler. Dieser Welt stellt sich Bibiana entgegen, als sie mit ihrem Geliebten das Dorf verlässt, und Belonísia, indem sie sich gegen die Schläge des ihr zugewiesenen Mannes wehrt.
Itamar Vieira Junior erzählt in »Die Stimme meiner Schwester« vom Leben in einer Siedlung von Plantagenarbeitern und Nachkommen früherer Sklaven. Die Kraft der beiden Schwestern und die Solidarität unter den Frauen verändern ihre Welt.
Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat der Autor die Gemeinschaften der Nachkommen ehemaliger Sklaven und seine eigene Ahnengeschichte erforscht. Er lebte mehrere Jahre mit ihnen und setzt ihnen mit diesem kraftvolle Debüt, das in Brasilien zum preisgekrönten Bestseller wurde, ein Denkmal.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Itamar Vieira Junior, geboren 1979 in Salvador da Bahia, ist Geograph und Ethnologe mit Schwerpunkt auf afrobrasilianischer Kultur. Er wurde als Erster mit einem Milton-Santos-Stipendium für Schwarze Jugendliche aus einkommensschwachen Familien ausgezeichnet. Im Rahmen seiner Doktorarbeit erforschte er die Gemeinschaften der Nachkommen ehemaliger Sklaven und seine eigene Ahnengeschichte. Er lebte mehrere Jahre mit ihnen und setzt ihnen mit seinem Roman ein Denkmal. In seinen Kolumnen in »Folha de S. Paulo«, der größten Tageszeitung Brasiliens, schreibt er gegen Bolsonaro und Rassismus. »Die Stimme meiner Schwester« ist sein erster Roman, der auf der Shortlist des International Booker Prize 2024 stand.
Beiträge
"Die Erde, der Weizen, das Brot, der Tisch, die Familie; in diesem Kreislauf, sagte der Vater in seinen Predigten, sind Liebe, Arbeit, Zeit." Als die Schwestern Bibiana und Belonísia mit einem alten Messer spielen, verliert eine der Schwestern dabei ihre Zunge. Ihre Geschichte und die Geschichten ihrer Familie werden in diesem Buch erzählt. Ich habe von dem Buch irgendwie etwas anderes erwartet. Die Schwestern spielen nur eine Rolle in diesem Buch, es wird noch viel mehr erzählt. Das Thema an sich, die Sklaverei in Brasilien, war mir neu und wirklich interessant. Aber die Umsetzung war wirklich anstrengend zu lesen. Der Autor schafft es irgendwie nicht, Emotionen zu transportieren, es liest sich zeitweise zäh und langatmig. Und es gibt viel Tradition und Religion, die ich oft nicht verstanden habe. Schade um das interessante Thema, was mich nicht so richtig packen konnte.
Interessantes Thema - leider nicht so gelungen verpackt
In dem Buch ,,die Stimme meiner Schwester" von Itamar Vieira Junior geht es um die Geschichte der Nachkommen der schwarzen Sklaven in Brasilien. Laut dem Klappentext und dem Titel geht es um zwei Schwestern, bei denen die eine nach einem Unfall die Stimme der anderen wird und die sich gegen die alten überlieferten Traditionen ihrer Ahnen zur Wehr setzen. Ich bin also mit dieser Prämisse an das Buch herangegangen und wurde in dieser Hinsicht enttäuscht, denn um das alles geht es in diesem Buch nur am Rand. Es ist auch in meinen Augen kein feministisches Buch, wie es der Klappentext meiner Meinung nach andeutet. Vielmehr ist es die Geschichte eines entrechteten Volkes, dass sich erhebt und anfängt, sich für seine Rechte einzusetzen. So weit so gut und auch so spannend. Leider verwendet der Autor keine lebendige Sprache. Es werden Gegebenheiten und Ereignisse herunter erzählt, wie in einem Geschichtsbuch, so dass man gar nicht wirklich die Chance bekommt mit den Figuren warm zu werden. Dies zieht sich bis etwa zur Mitte des Buches und hat mich fast dazu gebracht das Buch abzubrechen. Es wird viel erzählt, aber wenig erläutert/erklärt und ich blieb des Öfteren etwas ratlos und verwirrt zurück. Dazu kommen diverse Wechsel der Protagonisten aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und die auch ab und an mit Zeitsprüngen kombiniert sind. Die Geschichte wird also nicht chronologisch erzählt, was es manchmal für mich schwierig gemacht hat, Dinge richtig einzuordnen. Zusätzlich fehlen Zeitangaben. Das Buch beginnt wohl in den 1950igern, den Rest kann man anhand von Randbemerkungen nur raten. Ab Seite 200 hat die Geschichte für mich dann Fahrt aufgenommen, denn hier beginnt sich der Widerstand der schwarzen Bevölkerung zu regen und der Autor erklärt auch etwas mehr, so dass man einen besseren Einblick in die Kultur/die Gedankenwelt erhält. Trotzdem bleiben die Figuren für mich bis zum Schluss recht blass. Positiv ist zu sagen, dass ich mich tatsächlich noch nie mit der Geschichte der Sklaven in Südamerika befasst hatte und definitiv noch weiter dazu recherchieren werde, da mir dieser Teil der Sklaverei tatsächlich bisher total untergegangen ist. Wenn man an Sklaverei in der Geschichte denkt, denkt man doch mehr an Nordamerika - jedenfalls ging es mir so. Das Buch hat auf jeden Fall meinen Horizont erweitert und ich bin froh, es nicht abgebrochen zu haben. Sprachlich war es leider so überhaupt kein Highlight und ich habe die Sprache des Autors durchweg leider als sehr spröde und langweilig empfunden. Ein besseres Geschichtsbuch sozusagen. Daher werde ich meine Bewertung aufteilen, denn eine Gesamtbewertung würde dem Buch meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Inhalt: 2+ Sprache: 4-
Der Beginn dieser Geschichte war fesselnd, emotional und hatte mich direkt gepackt. Ich war auf den Verlauf der Story mega gespannt und.... milde ausgedrückt bin ich nach beenden des Buches zwiegespalten. Mir fehlte die Kommunikation und Verbundenheit der beiden Schwestern, die ich anfangs beide kennenlernte und dessen Schicksal durch den 'Unfall' zu schnell aus dem Fokus gerieten. Zwischendurch wusste ich auch teilweise überhaupt nicht mehr, wer gerade berichtete und nachdem 'Verzauberte' auch noch ihren Senf dazugaben war ich total von der Rolle. Ach, fragt lieber nicht. Pures Chaos. Ich hätte mir da mehr Struktur im Aufbau der Geschichte gewünscht. Andererseits gab es Textstellen, die mich mitgenommen und bewegt hatten. 'Viele Male war mir eiskalt geworden, und jedes Mal, wenn Tobias fort war, betete ich um die Kraft, dieses Leben zu ertragen.' ( Seite 160 ) Das waren dann wieder diese wenigen Momente im Buch für die es sich gelohnt hatte. Die mein Herz und meine Seele berührt hatten.

Anders als erwartet Als Kinder finden die beiden Schwestern Bibiana und Belonísia in einem Koffer unter dem Bett ihrer Großmutter versteckt ein Messer. Es kommt dabei zu einem Unglück, bei dem Belonísia ihre Zunge und somit ihre Stimme verliert. Fortan versucht Bibiana für ihre Schwester da zu sein. Dies ändert sich jedoch als diese mit ihrem Mann fortzieht und Belonísia mit einem gewalttätigen Mann zusammen leben muss. Anhand des Klappentextes habe ich mir eine etwas andere Geschichte vorgestellt. Auch das Cover hat für mich einen anderen Eindruck vermittelt, als ich beim Lesen hatte. Die Verbundenheit der Schwestern konnte ich leider nicht spüren. Eher hatte ich das Gefühl, dass sie sich nie sonderlich gut leiden konnten. Auch die anderen Personen im Buch kamen mir sehr gefühlskalt rüber, sodass ich zu keiner einen wirklichen Bezug aufbauen konnte. Der Anfang der Geschichte hat mir gut gefallen, hier wird man langsam in das Leben auf der Faszenda eingeführt, aber nach und nach hat es an Struktur verloren. Als im letzten Abschnitt dann auch noch die „Verzauberte“ zu Wort kam, wurde es für meinen Geschmack etwas zu abwegig und ich habe leider auch ein wenig das Interesse an der Geschichte verloren. Dennoch ein schöner Roman, der einem einen Einblick in eine andere Kultur gewährt.
Eine fremdartige und mystische Welt
Der Roman 'Die Stimme meiner Schwester' von dem Autor Itamar Vieira Junior war für mich überraschend anders als erwartet. Dem Klappentext nach, handelt es sich um die Geschichte zweier Schwestern die durch einen Unfall eine ganz besondere Bindung zueinander entwickeln. Für meinen Geschmack war davon viel zu wenig zu lesen, nur kurz am Anfang als sich das Unglück ereignet hat. Danach ging es in drei Abschnitte aufgeteilt eher um jede Schwester im einzelnen und wie Ihnen das Leben so mitspielt und viel um das ganze Leben drumherum. Ausgebeutete Farmarbeiter und ihr hartes Leben, fremdartige mystische Kulturen und viel mir unbekannter Flora und Fauna. Namen die mich vermuten lassen das es sich in der Original Sprache vom Autor besser lesen lässt. Manches war interessant zu lesen und manches recht verwirrend. Dadurch das ich mit einer anderen Art von Story gerechnet habe, war es wohl nicht ganz meine Art von Erzählung
Ein unglaublich bewegendes und berauschendes Buch über die Geschichte zweier Schwestern und ihrer Familie, die als Nachfahren brasilianischer Sklaven noch immer in Verhältnissen von Zwangsarbeit auf einer brasilianischen Plantage in Lehmhütten leben und ohne bezahlt zu werden arbeiten müssen. Die zwar nicht mehr Sklaven genannt werden, für die sich aber dennoch nicht viel geändert hat. Die unzertrennlich miteinander verbunden sind. Und die eines Tages aufbegehren und eine neue Zeit anstreben. Von der ersten Seite an hat dieses Buch eine ungeheure Sogwirkung. Es ist eine faszinierende Geschichte über Wut, Mut und Zusammenhalt. Itamar Viera Junior gelingt ein erstaunliches Kunststück: in seiner klug komponierten und immer wieder wendungsreichen Geschichte steht der harte Realismus, der unmenschliche Alltag der Protagonistinnen neben einer beinahe mystischen Erzählweise über den Glauben und Aberglauben der Bewohner*innen und Arbeiter*innen der Plantage. Diese Nebeneinanderstellung von Glauben, Mythos und Lebenswirklichkeit überzeugt durchweg und lässt einen beim Lesen nicht mehr los, auch dank absolut überzeugend und authentisch entwickelter Figuren. Ein Buch, das wütend macht, das fasziniert und tief berührt - und mit einem selten sensationellen Schlussakkord aufwartet. Fazit: ein grandioses, archaisches, meisterhaft erzähltes, aufregendes Buch. 5/5 Sterne - unbedingt lesen!
3,5 Sterne. Ich muss da noch drüber nachdenken. Hat mir streckenweise sehr gut gefallen, insbesondere weil die Perspektivwechsel strategisch gut gesetzt waren. Irgendwas störte mich aber, ich weiß nur noch nicht ganz, was. Manchmal liegt es ja auch einfach an der Übersetzung ins Deutsche. Ein bisschen wie ein modernes Märchen - wenn man es als solches ansieht, hat man wahrscheinlich noch mehr Spaß damit
Beschreibung
Itamar Vieira erzählt eine ungehörte Geschichte: Zwei Frauen erheben ihre Stimme gegen die alte Welt Brasiliens
Beim Spielen finden Bibiana und Belonísia unter dem Bett ihrer Großmutter einen alten Koffer, darin eingewickelt ein großes Messer. Im Rausch dieser Entdeckung ereignet sich ein tragischer Unfall: Eine der Schwestern verliert ihre Zunge, die andere ersetzt fortan ihre Stimme.
Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts spricht Großmutter Donana mit den Toten, der Vater ist ein angesehener Geistheiler. Dieser Welt stellt sich Bibiana entgegen, als sie mit ihrem Geliebten das Dorf verlässt, und Belonísia, indem sie sich gegen die Schläge des ihr zugewiesenen Mannes wehrt.
Itamar Vieira Junior erzählt in »Die Stimme meiner Schwester« vom Leben in einer Siedlung von Plantagenarbeitern und Nachkommen früherer Sklaven. Die Kraft der beiden Schwestern und die Solidarität unter den Frauen verändern ihre Welt.
Im Rahmen seiner Doktorarbeit hat der Autor die Gemeinschaften der Nachkommen ehemaliger Sklaven und seine eigene Ahnengeschichte erforscht. Er lebte mehrere Jahre mit ihnen und setzt ihnen mit diesem kraftvolle Debüt, das in Brasilien zum preisgekrönten Bestseller wurde, ein Denkmal.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Itamar Vieira Junior, geboren 1979 in Salvador da Bahia, ist Geograph und Ethnologe mit Schwerpunkt auf afrobrasilianischer Kultur. Er wurde als Erster mit einem Milton-Santos-Stipendium für Schwarze Jugendliche aus einkommensschwachen Familien ausgezeichnet. Im Rahmen seiner Doktorarbeit erforschte er die Gemeinschaften der Nachkommen ehemaliger Sklaven und seine eigene Ahnengeschichte. Er lebte mehrere Jahre mit ihnen und setzt ihnen mit seinem Roman ein Denkmal. In seinen Kolumnen in »Folha de S. Paulo«, der größten Tageszeitung Brasiliens, schreibt er gegen Bolsonaro und Rassismus. »Die Stimme meiner Schwester« ist sein erster Roman, der auf der Shortlist des International Booker Prize 2024 stand.
Beiträge
"Die Erde, der Weizen, das Brot, der Tisch, die Familie; in diesem Kreislauf, sagte der Vater in seinen Predigten, sind Liebe, Arbeit, Zeit." Als die Schwestern Bibiana und Belonísia mit einem alten Messer spielen, verliert eine der Schwestern dabei ihre Zunge. Ihre Geschichte und die Geschichten ihrer Familie werden in diesem Buch erzählt. Ich habe von dem Buch irgendwie etwas anderes erwartet. Die Schwestern spielen nur eine Rolle in diesem Buch, es wird noch viel mehr erzählt. Das Thema an sich, die Sklaverei in Brasilien, war mir neu und wirklich interessant. Aber die Umsetzung war wirklich anstrengend zu lesen. Der Autor schafft es irgendwie nicht, Emotionen zu transportieren, es liest sich zeitweise zäh und langatmig. Und es gibt viel Tradition und Religion, die ich oft nicht verstanden habe. Schade um das interessante Thema, was mich nicht so richtig packen konnte.
Interessantes Thema - leider nicht so gelungen verpackt
In dem Buch ,,die Stimme meiner Schwester" von Itamar Vieira Junior geht es um die Geschichte der Nachkommen der schwarzen Sklaven in Brasilien. Laut dem Klappentext und dem Titel geht es um zwei Schwestern, bei denen die eine nach einem Unfall die Stimme der anderen wird und die sich gegen die alten überlieferten Traditionen ihrer Ahnen zur Wehr setzen. Ich bin also mit dieser Prämisse an das Buch herangegangen und wurde in dieser Hinsicht enttäuscht, denn um das alles geht es in diesem Buch nur am Rand. Es ist auch in meinen Augen kein feministisches Buch, wie es der Klappentext meiner Meinung nach andeutet. Vielmehr ist es die Geschichte eines entrechteten Volkes, dass sich erhebt und anfängt, sich für seine Rechte einzusetzen. So weit so gut und auch so spannend. Leider verwendet der Autor keine lebendige Sprache. Es werden Gegebenheiten und Ereignisse herunter erzählt, wie in einem Geschichtsbuch, so dass man gar nicht wirklich die Chance bekommt mit den Figuren warm zu werden. Dies zieht sich bis etwa zur Mitte des Buches und hat mich fast dazu gebracht das Buch abzubrechen. Es wird viel erzählt, aber wenig erläutert/erklärt und ich blieb des Öfteren etwas ratlos und verwirrt zurück. Dazu kommen diverse Wechsel der Protagonisten aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird und die auch ab und an mit Zeitsprüngen kombiniert sind. Die Geschichte wird also nicht chronologisch erzählt, was es manchmal für mich schwierig gemacht hat, Dinge richtig einzuordnen. Zusätzlich fehlen Zeitangaben. Das Buch beginnt wohl in den 1950igern, den Rest kann man anhand von Randbemerkungen nur raten. Ab Seite 200 hat die Geschichte für mich dann Fahrt aufgenommen, denn hier beginnt sich der Widerstand der schwarzen Bevölkerung zu regen und der Autor erklärt auch etwas mehr, so dass man einen besseren Einblick in die Kultur/die Gedankenwelt erhält. Trotzdem bleiben die Figuren für mich bis zum Schluss recht blass. Positiv ist zu sagen, dass ich mich tatsächlich noch nie mit der Geschichte der Sklaven in Südamerika befasst hatte und definitiv noch weiter dazu recherchieren werde, da mir dieser Teil der Sklaverei tatsächlich bisher total untergegangen ist. Wenn man an Sklaverei in der Geschichte denkt, denkt man doch mehr an Nordamerika - jedenfalls ging es mir so. Das Buch hat auf jeden Fall meinen Horizont erweitert und ich bin froh, es nicht abgebrochen zu haben. Sprachlich war es leider so überhaupt kein Highlight und ich habe die Sprache des Autors durchweg leider als sehr spröde und langweilig empfunden. Ein besseres Geschichtsbuch sozusagen. Daher werde ich meine Bewertung aufteilen, denn eine Gesamtbewertung würde dem Buch meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Inhalt: 2+ Sprache: 4-
Der Beginn dieser Geschichte war fesselnd, emotional und hatte mich direkt gepackt. Ich war auf den Verlauf der Story mega gespannt und.... milde ausgedrückt bin ich nach beenden des Buches zwiegespalten. Mir fehlte die Kommunikation und Verbundenheit der beiden Schwestern, die ich anfangs beide kennenlernte und dessen Schicksal durch den 'Unfall' zu schnell aus dem Fokus gerieten. Zwischendurch wusste ich auch teilweise überhaupt nicht mehr, wer gerade berichtete und nachdem 'Verzauberte' auch noch ihren Senf dazugaben war ich total von der Rolle. Ach, fragt lieber nicht. Pures Chaos. Ich hätte mir da mehr Struktur im Aufbau der Geschichte gewünscht. Andererseits gab es Textstellen, die mich mitgenommen und bewegt hatten. 'Viele Male war mir eiskalt geworden, und jedes Mal, wenn Tobias fort war, betete ich um die Kraft, dieses Leben zu ertragen.' ( Seite 160 ) Das waren dann wieder diese wenigen Momente im Buch für die es sich gelohnt hatte. Die mein Herz und meine Seele berührt hatten.

Anders als erwartet Als Kinder finden die beiden Schwestern Bibiana und Belonísia in einem Koffer unter dem Bett ihrer Großmutter versteckt ein Messer. Es kommt dabei zu einem Unglück, bei dem Belonísia ihre Zunge und somit ihre Stimme verliert. Fortan versucht Bibiana für ihre Schwester da zu sein. Dies ändert sich jedoch als diese mit ihrem Mann fortzieht und Belonísia mit einem gewalttätigen Mann zusammen leben muss. Anhand des Klappentextes habe ich mir eine etwas andere Geschichte vorgestellt. Auch das Cover hat für mich einen anderen Eindruck vermittelt, als ich beim Lesen hatte. Die Verbundenheit der Schwestern konnte ich leider nicht spüren. Eher hatte ich das Gefühl, dass sie sich nie sonderlich gut leiden konnten. Auch die anderen Personen im Buch kamen mir sehr gefühlskalt rüber, sodass ich zu keiner einen wirklichen Bezug aufbauen konnte. Der Anfang der Geschichte hat mir gut gefallen, hier wird man langsam in das Leben auf der Faszenda eingeführt, aber nach und nach hat es an Struktur verloren. Als im letzten Abschnitt dann auch noch die „Verzauberte“ zu Wort kam, wurde es für meinen Geschmack etwas zu abwegig und ich habe leider auch ein wenig das Interesse an der Geschichte verloren. Dennoch ein schöner Roman, der einem einen Einblick in eine andere Kultur gewährt.
Eine fremdartige und mystische Welt
Der Roman 'Die Stimme meiner Schwester' von dem Autor Itamar Vieira Junior war für mich überraschend anders als erwartet. Dem Klappentext nach, handelt es sich um die Geschichte zweier Schwestern die durch einen Unfall eine ganz besondere Bindung zueinander entwickeln. Für meinen Geschmack war davon viel zu wenig zu lesen, nur kurz am Anfang als sich das Unglück ereignet hat. Danach ging es in drei Abschnitte aufgeteilt eher um jede Schwester im einzelnen und wie Ihnen das Leben so mitspielt und viel um das ganze Leben drumherum. Ausgebeutete Farmarbeiter und ihr hartes Leben, fremdartige mystische Kulturen und viel mir unbekannter Flora und Fauna. Namen die mich vermuten lassen das es sich in der Original Sprache vom Autor besser lesen lässt. Manches war interessant zu lesen und manches recht verwirrend. Dadurch das ich mit einer anderen Art von Story gerechnet habe, war es wohl nicht ganz meine Art von Erzählung
Ein unglaublich bewegendes und berauschendes Buch über die Geschichte zweier Schwestern und ihrer Familie, die als Nachfahren brasilianischer Sklaven noch immer in Verhältnissen von Zwangsarbeit auf einer brasilianischen Plantage in Lehmhütten leben und ohne bezahlt zu werden arbeiten müssen. Die zwar nicht mehr Sklaven genannt werden, für die sich aber dennoch nicht viel geändert hat. Die unzertrennlich miteinander verbunden sind. Und die eines Tages aufbegehren und eine neue Zeit anstreben. Von der ersten Seite an hat dieses Buch eine ungeheure Sogwirkung. Es ist eine faszinierende Geschichte über Wut, Mut und Zusammenhalt. Itamar Viera Junior gelingt ein erstaunliches Kunststück: in seiner klug komponierten und immer wieder wendungsreichen Geschichte steht der harte Realismus, der unmenschliche Alltag der Protagonistinnen neben einer beinahe mystischen Erzählweise über den Glauben und Aberglauben der Bewohner*innen und Arbeiter*innen der Plantage. Diese Nebeneinanderstellung von Glauben, Mythos und Lebenswirklichkeit überzeugt durchweg und lässt einen beim Lesen nicht mehr los, auch dank absolut überzeugend und authentisch entwickelter Figuren. Ein Buch, das wütend macht, das fasziniert und tief berührt - und mit einem selten sensationellen Schlussakkord aufwartet. Fazit: ein grandioses, archaisches, meisterhaft erzähltes, aufregendes Buch. 5/5 Sterne - unbedingt lesen!
3,5 Sterne. Ich muss da noch drüber nachdenken. Hat mir streckenweise sehr gut gefallen, insbesondere weil die Perspektivwechsel strategisch gut gesetzt waren. Irgendwas störte mich aber, ich weiß nur noch nicht ganz, was. Manchmal liegt es ja auch einfach an der Übersetzung ins Deutsche. Ein bisschen wie ein modernes Märchen - wenn man es als solches ansieht, hat man wahrscheinlich noch mehr Spaß damit










