Die Stadt der Auserwählten

Die Stadt der Auserwählten

Taschenbuch
4.312

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Beschreibung

Die Wiedertäufer in Münster: Sie wollen Freiheit und Gerechtigkeit, doch sie bringen Gewalt, Willkür und Schrecken. Der große historische Roman über eine Idee und ihre Wirklichkeit – und über einen Mann und eine Frau zwischen den Fronten. Der Roman des mit dem Goldenen Homer ausgezeichneten Autors erscheint zum 500-jährigen Jubiläum der Täuferbewegung.
1534: Die Bewegung der Täufer wächst von Tag zu Tag. Die religiöse Gemeinschaft, die Freiheit verspricht, zieht viele an. Maria, die Schwester des Kaisers, erteilt ihrem Leibwächter einen brisanten Auftrag: Jakob soll Ernestine aufspüren, ein Mädchen aus adeliger Familie, das sich der Bewegung angeschlossen hat. Jakob folgt ihr nach Münster, wo die Täufer das Jüngste Gericht erwarten. Er kommt bei einem Schmied unter, einem Mitglied der Gemeinde. Während Täuferanführer Matthys eine Schreckensherrschaft errichtet und der Bischof die Stadt belagert, verliebt sich Jakob in Katharina, die Schwester des Schmieds. Als er erfährt, wer Ernestine wirklich ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Kann er sie retten, bevor die neuen Herrscher der Stadt von ihrer Identität erfahren? Und kann Katharina den Bruder zur Umkehr bewegen, bevor in der Stadt ein Blutbad angerichtet wird?

Buchinformationen

Haupt-Genre
Historische Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
624
Preis
15.50 €

Autorenbeschreibung

Michael Römling, geboren 1973 in Soest, studierte Geschichte in Göttingen, Besançon und Rom, wo er acht Jahre lang lebte. Nach der Promotion gründete er einen Buchverlag, schrieb zahlreiche stadtgeschichtliche Werke und historische Romane. Die ersten drei Bände der historischen Romanserie um den Kämpfer und Gelehrten Tankred wurden 2024 mit dem Goldenen Homer ausgezeichnet, der vierte 2025 mit dem Publikumspreis des Goldenen Homer.

Beiträge

4
Alle
4.5

Unglaublich spannender und lehrreicher historischer Roman!

Unglaublich spannender und lehrreicher historischer Roman! Die Geschichte wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven geschildert: Katharina und Jakob. Wir verfolgen auch zwei Erzählstränge: die Machtübernahme der Wiedertäufer in Münster und Jakobs Auftrag, ein Mädchen zu finden und zurück zu bringen. Gelegentlich kommen vereinzelte Perspektiven hinzu und geben frischen Aufschwung. Am Anfang kann es etwas anspruchsvoll sein mit den vielen Namen, die aber insgesamt keine Rolle spielen. Nachher werden die wesentlichen Charaktere anhand eindeutiger Merkmale hervorgehoben, sodass man auf jeden Fall versteht, wer wer ist. Nach den ersten 200 Seiten hatte ich fast Sorge, dass es etwas langatmig wird, aber im GEGENTEIL: dann nimmt das Buch doch volle Fahrt auf und wird extrem spürbar spannend. In vielen Szenen ist der Ausgang ungewiss, und die Ergebnisse sind teilweise schockierend, erleichternd, frustrierend oder erfreulich. Alles mit dabei! Nicht nur spannende Szenen erwecken die Leselust, sondern auch die gemütlichen Szenen bei frisch gezapftem Bier und einer heißen Schüssel Suppe an einem kalten Tag machen das Buch gemütlich. Die Charaktere sind sehr individuell, tiefgründig, sympathisch, und nicht für jeden gibt es ein Happy End. Das macht die Geschichte glaubwürdig, bewegend, vielseitig. Teilweise war es mit den Angriffstaktiken in Verbindung mit dem Mauergebäude sehr detailliert aufgearbeitet, zu detailliert für meine Vorstellungskraft in Sachen Mauerwerken. Jedoch konnte man trotzdem das Wesentliche für die Handlung verstehen. Auch mit den Ortsangaben nimmt der Autor es sehr genau. Hierfür ist auf der ersten Seite eine sehr einfache Karte abgedruckt. Hierdurch konnte man sich sehr gut orientieren. Und selbst wenn man nicht die Stadtkarte mit dem Finger nachfährt, versteht man dennoch was passiert. Letztendlich kommen gefühlvolle Komponenten wie Familie, Liebe und Freundschaft nicht zu kurz. Ich habe einiges über die (Wieder-)Täufer gelernt und über die Stadt Münster im späten Mittelalter. Hat mir insgesamt sehr gut gefallen!! Ein Buch nach meinem Geschmack.

4.5

Gut recherchiert

Das Buch ist gut recherchiert und die fiktionale Story ist gut in den historischen Kontext eingebettet. Besonderes gut gefallen hat mir das im Nachwort noch mal eine Einordnung und Richtigstellung durch Trennung von Fakt und Fiktion erfolgte.

4.5

"Die Stadt der Auserwählten" von Michael Römling erzählt von der Zeit der Wiedertäufer in Münster und mir hat das Buch richtig gut gefallen. Die Mischung stimmt und die einzelnen Teile der Geschichte finden gut zueinander. Der Söldner, der ein Mädchen aus adeliger Familie sucht und sich bei der Bewegung einschleust. Die beiden Zwillinge, deren enge Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt wird. Viel Historie und Abenteuer und ein bisschen Liebesgeschichte. Zum Schluss hin waren es vielleicht ein bisschen viele Glücksfälle. Ein historischer Roman, der zeigt, wie schnell Verschwörungstheorien und verdrehte Argumentationen gepaart mit einem politischen Dilemma zu einer Terrorherschaft führen können, von der man sich nur schwer wieder befreien kann.

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5

Münster 1534: Fanatismus trifft Herzklopfen

Manchmal frage ich mich ja, wie verrückt man sein muss, um mitten im 16. Jahrhundert eine Stadt in ein religiöses Endzeitcamp zu verwandeln. Münster 1534 – Netflix hätte das niemals besser casten können. Da fliegen nicht nur die Fetzen, da knistert die Luft zwischen Fanatismus, Liebe und dem Gefühl, dass das Jüngste Gericht gleich persönlich an die Tür klopft. Michael Römling haut hier einen historischen Roman raus, der nicht nach trockener Chronik schmeckt, sondern wie ein wilder Ritt auf einem rostigen Schwert. Ich schwöre, beim Lesen hatte ich manchmal das Gefühl, selbst durch die engen Gassen zu stapfen, den Rauch von brennenden Häusern in der Nase und dieses ständige Misstrauen im Nacken, ob die Typen da vorne gleich Freunde oder Feinde sind. Jakob, unser Held mit Leibwächter-Attitüde, stolpert mitten in dieses Chaos hinein. Eigentlich soll er nur ein Mädchen finden – easy Auftrag, denkt man. Doch natürlich läuft alles aus dem Ruder. Zwischen Täufer-Wahnsinn, Belagerungsdrama und einer ziemlich gefährlichen Lovestory kommt der Kerl kaum noch zum Luftholen. Und ich auch nicht. Katharina, die Schmiedstochter, ist dabei die Art Frau, die einen Mann gleichzeitig erdet und ihm die Knie weich macht. Großes Kopfkino, Leute! Was mir so gefällt: Römling schreibt so plastisch, dass man fast glaubt, den Schlamm zwischen den Zähnen zu spüren. Die Figuren wirken lebendig, nicht wie Marionetten, sondern echt – mit Fehlern, Zweifeln und Sehnsüchten. Und gerade das macht die Story so packend. Keine verklärte Mittelalterromantik, sondern ein ehrlicher Blick auf Macht, Gier und Hoffnung. Mein Fazit: Historische Romane können manchmal schwer im Magen liegen. Dieser hier nicht. Der ist spannend, scharf gewürzt und so lebendig erzählt, dass man ihn kaum aus der Hand legen will. Absolute Empfehlung für alle, die beim Lesen schwitzen, zittern und heimlich Herzchen in den Seitenrand malen wollen.

Münster 1534: Fanatismus trifft Herzklopfen
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