Die Schlafenden

Die Schlafenden

Hardcover
4.422

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Beschreibung

»Memoire, Familiengeschichte, Roman, Historie: ›Die Schlafenden‹ von Anthony Passeron vereint alle Stärken dieser souverän Eingesetzten Erzählformen.« Süddeutsche Zeitung

In der Familie taten immer alle das Gleiche, sobald es um Désiré ging. Der Vater und der Großvater hüllten sich in Schweigen. Die Mutter unterbrach ihre knappen Kommentare stets mit demselben Spruch: »Das ist schon alles sehr traurig.« So beschlagnahmte jeder auf seine Weise die Wahrheit – doch die ganze Wahrheit bestand darin, dass Onkel Désiré 1983 aus seinem südfranzösischen Dorf nach Amsterdam abhaute, dem Heroin verfiel und die konservative Metzgerfamilie in Verzweiflung stürzte.

»Dem Autor gelingt (...) ein zugleich ungemein berührender wie fast thrillerhaft spannender Roman, den man trotz der wissenschaftlichen Begrifflichkeit im Rechercheteil nicht aus der Hand legen kann.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Fehlende Worte sind das, woraus dieser erste Roman gemacht ist. Passeron versucht, den verlorenen Faden einer Familie wieder aufzunehmen, die sich verängstigt und beschämt jede Trauer versagte. Mit großem Feingefühl verwebt Passeron dabei die Geschichte einer Krankeit mit der persönlichen Tragödie, in die der Zufall eine Familie stürzte.« Livres Hebdo

Vielfach preisgekrönt, u.a. mit dem Prix Première und dem Prix Première Plume

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Anthony Passeron wurde 1983 in Nizza geboren. Er unterrichtet französische Literatur und Geisteswissenschaften an einem Gymnasium. »Die Schlafenden« ist sein erster Roman, der international für Furore sorgt und vielfach preisgekrönt ist.

Merkmale

1 Bewertungen

Stimmung

Traurig
Witzig
Gruselig
Erotisch
Spannend
Romantisch
Verstörend
Nachdenklich
Informativ
Herzerwärmend
79%
3%
19%
N/A
48%
1%
96%
77%
100%
68%

Hauptfigur(en)

Sympathisch
Glaubwürdig
Entwickelnd
Vielschichtig
83%
100%
55%
64%

Handlungsgeschwindigkeit

Schnell0%
Langsam0%
Mittel100%
Variabel0%

Schreibstil

Einfach0%
Komplex0%
Mittel100%
Außergewöhnlich (100%)

Beiträge

5
Alle
4

Überwältigend und Informativ

Der Autor hat in diesem Buch die Anfänge der AIDS Epidemie in die persönliche tragische Geschichte seiner Familie verwoben. Ganz deutlich wird die Tragweite für betroffene Familien in dieser Zeit: die Ohnmacht, das Unverständnis, das Nicht Wahrhaben Wollen, auch das Schweigen und Verdrängen. Im Grunde genommen ist der Roman ein Stück Zeitgeschichte.

5

Frankreich, 80er, HIV/AIDS. Der Onkel des Autors war einer der ersten HIV-Infizierten in Frankreich als Folge eines verunreinigten Spritzen-Bestecks bei Heroin-Abhängigkeit. In diesem Buch wird in kurzen Kapiteln die persönliche Familiengeschichte erzählt und damit abwechselnd ein Abriss über die frühe Forschung zu HIV gegeben. In der Herkunftsfamilie des Autors war das Thema dauerhaft präsent, aber es wurde nicht darüber gesprochen. Gesellschaftliche Stigmatisierung, familiäre Aufopferung und Scham sind in dem Text sehr präsent. Darüber hinaus ist das Buch unglaublich informativ. Der sehr nüchterne, fast emotionslose Stil passt extrem gut zusammen mit dem Umgang zu dem Thema innerhalb der Familie.

3

Eine sehr sachliche Darstellung darüber, wie HIV entdeckt wurde und wie die Forschung ab den 80er Jahren voranschritt, und gleichzeitig eine sehr nüchtern erzählte Geschichte über eine Familie, die dem Stigma der ausbrechenden AIDS Krankheit unterlag. Ein sehr lesenswerter Roman, der mir jedoch in seiner Erzählweise zu distanziert und schnell vorkam, wohingegen die Handlung auf persönlicher Ebene doch so dramatisch ist, sodass ich Schwierigkeiten hatte, einen emotionalen Zugang zu finden. Zugleich ist die parallel erzählte Entwicklungsgeschichte des Virus mit vielen Fakten und Details gefüllt, dass mich diese Parts immer wieder aus den Lesefluss gebracht haben und somit der Abstand zu der Familiengeschichte noch größer wurde. Schade, aber nichts desto trotz ein sehr wichtiges Buch!

3.5

Die Geschichte hat mich bewegt und in ihren Bann gezogen, doch leider mochte ich den holprigen Stil, zwischen Reportage und Familienroman nicht so gern.

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