Die Poggenpuhls

Die Poggenpuhls

Taschenbuch
3.113

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Beschreibung

In "Die Poggenpuhls" entwirft Theodor Fontane ein feinsinnig komponiertes Spätwerk des poetischen Realismus, dessen äußere Handlung bewusst schmal bleibt: Eine verarmte adlige Berliner Familie bewahrt Würde, Formen und Erinnerungen, während ihre ökonomische Grundlage längst zerfallen ist. Im Zentrum stehen Gespräche, Besuche, kleine Gesten und soziale Nuancen, durch die Fontane den Übergang vom alten preußischen Standesbewusstsein zur modernen bürgerlichen Wirklichkeit sichtbar macht. Der Stil ist zurückhaltend, ironisch und dialogisch; gerade die scheinbare Ereignisarmut offenbart eine präzise Gesellschaftsanalyse. Fontane, 1819 geboren, kannte die preußische Welt aus historischer, journalistischer und persönlicher Nähe. Als Apotheker, Kriegsberichterstatter, Theaterkritiker und Romancier entwickelte er einen Blick für Milieus, Sprachregister und moralische Zwischentöne. Seine späten Romane sind von der Erfahrung eines Jahrhunderts geprägt, in dem Adel, Militär, Nation und Moderne in ein spannungsreiches Verhältnis traten. "Die Poggenpuhls" bündelt diese Beobachtungen in einer milden, doch unerbittlichen Diagnose sozialer Erschöpfung. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nach äußerer Spannung, sondern nach psychologischer Genauigkeit, historischer Tiefenschärfe und sprachlicher Eleganz beurteilen. Wer Fontanes Kunst des Andeutens schätzt, findet hier ein kleines, meisterhaftes Panorama einer untergehenden Ordnung.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
68
Preis
9.00 €

Beiträge

3
Alle
3

Die heitere Ironie Fontanes begeistert doch stets aufs Neue. Lange nichts von ihm gelesen, da traf es sich gut, auf Spotify über die kostenlosen Fontane-Hörbücher zu stolpern. Die Dynamik der Familie Poggenpuhl gefiel mir sehr. Der verarmte, preußische Adel, der versucht in Berlin ein annähernd angenehmes Leben zu führen, aber seine schwindenden Gelder nicht zum Anlass nimmt, etwas besseres aus dem eigenen Leben zu machen, wird wunderbar enttarnt. Der Fokus auf die drei Töchter gelingt ganz besonders. Irgendwie hatte es mir die Sophie-Figur (wegen Namensgleichheit) sehr angetan. Auch die Figur, die scheinbar als einzige dafür sorgt, das Geld ins Haus kommt... Hätte gern noch etwas mehr Berlin-Feeling vertragen können, so wurden nur die Großgörschenstraße (Schöneberg) und ab und an die Friedrichstraße als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Adamsdorf zur begüterten Verwandtschaft (Onkel Eberhard) beschrieben. Nichtsdestotrotz ein interessanter Einblick.

4

Fontanes Witz und Darstellung der Bourgeoisie als auch des (verarmten) Adels ist immer wieder eine Freude! Man merkt Fontane an, dass er fast jeden einzelnen seiner Charaktere ins Herz geschlossen hat. Das mag für manche langweilig sein, für mich ist es ein angenehmes Abschalten vom Alltag. Einen Fontane zu lesen fühlt sich für mich jedes Mal wie ein Nach-hause-kommen an.

3

German Realism... reality can be quite uneventful. But I enjoyed the epistolary parts.

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