Die Poggenpuhls

Die Poggenpuhls

Taschenbuch
3.113

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Beschreibung

Die Poggenpuhls eine Frau Majorin von Poggenpuhl mit ihren drei Töchtern Therese, Sophie und Manon wohnten seit ihrer vor sieben Jahren erfolgten Übersiedelung von Pommersch-Stargard nach Berlin in einem gerade um jene Zeit fertig gewordenen, also noch ziemlich mauerfeuchten Neubau der Großgörschenstraße, einem Eckhause, das einem braven und behäbigen Manne, dem ehemaligen Maurerpolier, jetzigen Rentier August Nottebohm gehörte. Diese Großgörschenstraßen-Wohnung war seitens der Poggenpuhlschen Familie nicht zum wenigsten um des kriegsgeschichtlichen Namens der Straße, zugleich aber auch um der sogenannten »wundervollen Aussicht« willen gewählt worden, die von den Vorderfenstern aus auf die Grabdenkmäler und Erbbegräbnisse des Matthäikirchhofs, von den Hinterfenstern aus auf einige zur Kulmstraße gehörige Rückfronten ging, an deren einer man, in abwechselnd roten und blauen Riesenbuchstaben, die Worte »Schulzes Bonbonfabrik« lesen konnte. Möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß nicht jedem mit dieser eigentümlichen Doppelaussicht gedient gewesen wäre; der Frau von Poggenpuhl aber, einer geborenen Pütter aus einer angesehenen, aber armen Predigerfamilie stammend , paßte jede der beiden Aussichten gleich gut, die Frontaussicht, weil die etwas sentimental angelegte Dame gern vom Sterben sprach, die Rückfrontaussicht auf die Kulmstraße aber, weil sie beständig an Husten litt und aller Sparsamkeit ungeachtet zu gutem Teile von Gerstenbonbons und Brustkaramellen lebte.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Sci-Fi
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
144
Preis
20.00 €

Beiträge

3
Alle
3

Die heitere Ironie Fontanes begeistert doch stets aufs Neue. Lange nichts von ihm gelesen, da traf es sich gut, auf Spotify über die kostenlosen Fontane-Hörbücher zu stolpern. Die Dynamik der Familie Poggenpuhl gefiel mir sehr. Der verarmte, preußische Adel, der versucht in Berlin ein annähernd angenehmes Leben zu führen, aber seine schwindenden Gelder nicht zum Anlass nimmt, etwas besseres aus dem eigenen Leben zu machen, wird wunderbar enttarnt. Der Fokus auf die drei Töchter gelingt ganz besonders. Irgendwie hatte es mir die Sophie-Figur (wegen Namensgleichheit) sehr angetan. Auch die Figur, die scheinbar als einzige dafür sorgt, das Geld ins Haus kommt... Hätte gern noch etwas mehr Berlin-Feeling vertragen können, so wurden nur die Großgörschenstraße (Schöneberg) und ab und an die Friedrichstraße als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Adamsdorf zur begüterten Verwandtschaft (Onkel Eberhard) beschrieben. Nichtsdestotrotz ein interessanter Einblick.

4

Fontanes Witz und Darstellung der Bourgeoisie als auch des (verarmten) Adels ist immer wieder eine Freude! Man merkt Fontane an, dass er fast jeden einzelnen seiner Charaktere ins Herz geschlossen hat. Das mag für manche langweilig sein, für mich ist es ein angenehmes Abschalten vom Alltag. Einen Fontane zu lesen fühlt sich für mich jedes Mal wie ein Nach-hause-kommen an.

3

German Realism... reality can be quite uneventful. But I enjoyed the epistolary parts.

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