Die Legende vom heiligen Trinker

Die Legende vom heiligen Trinker

Hardcover
4.139
WunderUnglückliche LiebeErmanno Olmi1934

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Beschreibung

Andreas, Clochard in Paris, verbringt seine Nächte unter den Seine-Brücken. Das Leben hat es nicht gut mit ihm gemeint, gestrandet ist er und zum Trinker geworden. Doch er ist auch ein Mann von Ehre, und als ihm eines Abends ein wildfremder Herr 200 Francs schenkt, ist er fest entschlossen, sie in einer Kapelle der heiligen Therese von Lisieux zu stiften. Die seltsame Begegnung löst eine Kette weiterer wunderlicher Ereignisse aus, und fortan schwankt Andreas zwischen seiner heillosen Sucht und ehrlichen guten Vorsätzen. Joseph Roths leichtfüßig und mit heiterer Melancholie erzählte »Legende vom heiligen Trinker«, die er 1939 kurz vor seinem Tod vollendete, besticht bis heute durch ihre anrührende Unmittelbarkeit.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Hardcover
Seitenzahl
72
Preis
3.95 €

Autorenbeschreibung

Joseph Roth wurde 1894 im österreichisch-ungarischen Brody geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist in Wien und Berlin. Als Schriftsteller wurde er vor allem durch seine Romane »Hiob« (1930) und »Radetzkymarsch« (1932) bekannt. Roths Beobachtungsgabe und seine exakten, anschaulichen Darstellungen findet man auch in seinen Erzählungen. Der alkoholkranke Joseph Roth starb 1939 in Paris.

Beiträge

9
Alle
5

Joseph Roths Novelle Der heilige Trinker ist ein kleines, aber tief berührendes Meisterwerk, das die Geschichte von Andreas Kartak erzählt, einem obdachlosen Trinker in Paris, dem das Schicksal immer wieder unverhofftes Geld zukommen lässt. Doch trotz dieser Chancen bleibt Andreas in seinem Kreislauf gefangen, stets mit einer eigenartigen Würde und einem Ehrenkodex, der ihn von anderen unterscheidet. Roth verzichtet auf moralische Urteile und zeichnet stattdessen ein zutiefst menschliches Porträt eines Mannes, der seine "Heiligkeit" bewahrt, auch im Angesicht des Verfalls. Die prägnante und melancholische Sprache macht diese Parabel über Schicksal, freien Willen und die Würde im Fall zu einer unvergesslichen Leseerfahrung, die noch lange nachklingt.

5

Achtung Spoiler

Die Novelle handelt von Andreas, der ein Obdachloser in Paris ist. Eine flüchtige Begegnung mit einem Herren verschaffte ihm Geld und machte den Anschein, dass sich sein Leben zum besseren entwickelt. Neue Begegnungen verschafften ihm Arbeit und er traf alte Bekannte. Seine einzige Pflicht war es jedoch das erhaltene Geld in der Kirche abzugeben, doch immer wieder wurde er darin unterbrochen bzw. aufgehalten. So vergingen Wochen in denen er immer wieder an Geld gelang und dieses bis an den Sonntag behalten wollte, um es zu spenden. Man verspürte eine Frustration, da Andreas nie etwas ablehnen konnte und durch Bekanntschaften über seine Verhältnisse lebte. Das Ende ist für mich bisher noch schwer zu deuten, da es einerseits ein Zufall oder eine göttliche Berufung sein könnte.

4.5

Eine wunderbare Kurzgeschichte. Der Protagonist durchlebt etliche Gefühlslagen: vom Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, über die Euphorie, Geld zurückbezahlen zu können, bis hin zur grausamen Realität, welche Macht Alkohol über einen hat. Sehr empfehlenswert.

Post image
5

Sehr kurzweilig, aber interessant!

...und die Moral von der Geschicht': Versaufe dein Geld nicht bzw. gebe es sinnlos aus und zahle deine Schulden zurück, bevor es zu spät ist! 😊

4.5

Das Positivum zu Hiob: ein Clochard in Paris erlebt Wunder um Wunder. Weihnächtlich und tröstlich. Am Ende stirbt er im Glauben an das Gute, dass ihn das Glück nicht verlassen hat. Ist auch ein Buch über die Alkoholsucht, der die Süchtigen trotz Hoffnung und Chancen nicht entfliehen können - auch Roth nicht, der die Veröffentlichung der Novelle nicht mehr erleben konnte. Die Legende wirkt besonders stark mit diesem Vorwissen.

4

Dem Clochard Andreas passieren in dieser kleinen Erzählung offensichtlich eine Reihe von Wundern, als er durch Paris zieht und immer wieder Menschen trifft, die ihm zum Teil größere Geldbeträge zukommen lassen, die er in Alkohol ertränkt. Er findet nicht nur Materielles, sondern auch Menschen aus seiner Vergangenheit, die ihn positiv begleiten. Am Anfang dachte ich, es wird so eine Art „Hans im Säuferglück“-Geschichte, doch am Ende wird klar, dass die eingetretenen Wunder keineswegs die Glückssymbolik aus dem Märchen überstrapaziert. Vielmehr ist die letzte Erzählung von Joseph Roth, der kurz nach der Veröffentlichung vom Alkohol gezeichnet und todtraurig, in Paris starb, eine biografische Wunschvorstellung. Es geht gar nicht darum, dass man immer nur positiv denken soll oder die Einfältigen vom Glück verfolgt sind. Vielmehr zeigt die Geschichte mit vielen christlichen Motiven für mich eindrucksvoll, wie ein Trinker trotz der Hilfe seiner Mitmenschen immer wieder in die Situation der Armut gelangt. Da wollen ihm die Gönner gottgleich „auf den rechten Weg“ führen, in dem sie ihn finanziell unterstützen. Oder Andreas selbst will sich in der Seine mit einer Waschung von den Sünden befreien. Spannend, wie es ihm nicht gelingt und er sich nur die Hände wäscht, wie es Menschen tun, die ihre Hände in Unschuld baden. Der Text kommt so harmlos märchenhaft daher und hat für mich erst seine Tragweite entfaltet, als ich im Nachgang mehr über Roths Exiljahre in Frankreich las. Hat mir gefallen.

5

Kurz, amüsant, mit toller Moral. "Die Legende vom heiligen Trinker" hält genau was sie verspricht. Ausserdem spielt die Erzählung in Paris und beim lesen hatte ich immer den französischen Akzent im Kopf. Genial.

4

Dem Clochard Andreas passieren in dieser kleinen Erzählung offensichtlich eine Reihe von Wundern, als er durch Paris zieht und immer wieder Menschen trifft, die ihm zum Teil größere Geldbeträge zukommen lassen, die er in Alkohol ertränkt. Er findet nicht nur Materielles, sondern auch Menschen aus seiner Vergangenheit, die ihn positiv begleiten. Am Anfang dachte ich, es wird so eine Art „Hans im Säuferglück“-Geschichte, doch am Ende wird klar, dass die eingetretenen Wunder keineswegs die Glückssymbolik aus dem Märchen überstrapaziert. Vielmehr ist die letzte Erzählung von Joseph Roth, der kurz nach der Veröffentlichung vom Alkohol gezeichnet und todtraurig, in Paris starb, eine biografische Wunschvorstellung. Es geht gar nicht darum, dass man immer nur positiv denken soll oder die Einfältigen vom Glück verfolgt sind. Vielmehr zeigt die Geschichte mit vielen christlichen Motiven für mich eindrucksvoll, wie ein Trinker trotz der Hilfe seiner Mitmenschen immer wieder in die Situation der Armut gelangt. Da wollen ihm die Gönner gottgleich „auf den rechten Weg“ führen, in dem sie ihn finanziell unterstützen. Oder Andreas selbst will sich in der Seine mit einer Waschung von den Sünden befreien. Spannend, wie es ihm nicht gelingt und er sich nur die Hände wäscht, wie es Menschen tun, die ihre Hände in Unschuld baden. Der Text kommt so harmlos märchenhaft daher und hat für mich erst seine Tragweite entfaltet, als ich im Nachgang mehr über Roths Exiljahre in Frankreich las. Hat mir gefallen.

5

Leckeres Gebräu aus Buchstaben Als ich den neuesten Band der bunten Penguin Edition aus dem Penguin Verlag, „Die Legende vom heiligen Trinker“ von Joseph Roth, auspackte musste ich trotz des etwas helleren Grüntons irgendwie sofort an „Die grüne Fee“ (oder auch Absinth genannt) denken. Nun, zu dem Zeitpunkt als Joseph Roth diese Erzählung schrieb (1939), war Absinth in den meisten europäischen Staaten verboten. Und trotzdem war der giftgrüne Drink in Kunst- und Literaturkreisen äußerst beliebt: „Ein Glas Absinth ist so poetisch wie alles in der Welt. Was ist der Unterschied zwischen einem Glas Absinth und einem Sonnenuntergang?“ (Oscar Wilde) Zurück zum „heiligen Trinker“. Hier erzählt Joseph Roth die Geschichte von Andreas Kartak, der unter einer der zahlreichen Brücken in Paris schläft und eines Tages von einem unbekannten Mann 200 Francs in die Hand gedrückt bekommt. Er ist fest gewillt, die 200 Francs zurückzuzahlen. Wird es ihm gelingen? Zumindest häufen sich von jetzt an die Wunder in Andreas´ Leben und doch nimmt die Geschichte ihren (fast) zwangsläufig tragischen Lauf. Wie dem informativen Nachwort von Wilhelm von Sternburg (Roth-Biograf) entnommen werden kann, beruht (zumindest) der Teil mit den 200 Francs auf Tatsachen, denn Joseph Roth hat einen prominenten Freund und Unterstützer – hier soll es sich um Stephan Zweig handeln. Ob dem wirklich so ist – wir wissen es nicht. Letztlich spielt es auch keine Rolle, wer der zahlungskräftige Freund war; was hier zählt ist Freundschaft – egal in welcher Situation. Ich kann und möchte hier gar nicht noch viele Worte verlieren, außer: wer die Romane von Joseph Roth mag und eine kleine trotz aller Schwermut auch hoffnungsvolle (hoffnungsvoll im Sinne von „Wunder gibt es immer wieder – man muss nur fest genug daran glauben, dann kommen sie unerwartet und doch passend.“) Erzählung, die auch nach mehrmaliger Lektüre nichts von ihrer Strahlkraft verliert, lesen will, sollte sich die „Legende vom heiligen Trinker“ nicht entgehen lassen. Von mir gibt´s 5 beschwipste Rezensionssterne und eine glasklare Leseempfehlung! ©kingofmusic

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