Die geprügelte Generation
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Beschreibung
»Ein dringend notwendiger Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.« Sabine Bode, Autorin von »Die vergessene Generation«
Ein Großteil der deutschen Nachkriegskinder ist ins Leben hineingeprügelt worden. Doch wie konnte es sein, dass Schläge mit Teppichklopfer, Kochlöffel und Rohrstock in der Schule und zu Hause völlig üblich waren? Und was wurde aus diesen Kindern, die in der Gewissheit aufwuchsen: Ich bin ein Nichts, ich gehöre bestraft?
Ingrid Müller-Münch spürt diesen Fragen nach und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.
»Dieses Buch war längst überfällig.« Günter Wallraff
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ingrid Müller-Münch, Journalistin und Autorin. Sie war Korrespondentin der Nachrichtenagentur »Reuters« und der »Frankfurter Rundschau«, Redakteurin beim »Stern« und arbeitet heute hauptsächlich für den »Westdeutschen Rundfunk«. Sie lebt in Köln.
Beiträge
Ein tolles Buch
Ich liebe es Bücher zu lesen in dem ich mir Wissen aneignen kann. Dieses Buch hat mir viele Ah ha Momente beschert. Ich kann nun sagen, dass ich jetzt die Generationen vor mir in einem anderen Blick sehe. Die Generationen vor uns haben soviel Trauma erlebt und wir dürfen da nun hinschauen. Es wird nicht das letzte Buch in der Art sein. Über diese Thematik muss eigentlich jeder bescheid wissen, auch um vielleicht sich besser zu verstehen.
Seit dem Erscheinungsjahr 2012 schleiche ich um dieses Buch herum. Gefühlt fassst genauso lange hat das Lesen gedauert. Denn es ist starker Tobak, was Ingrid Müller-Münch hier beschreibt. Kinder prügeln? Ach Quatsch. Macht doch keiner. Doch. Täglich. Bis heute. Immer noch. Von der verbalen und psychischen Gewalt abgesehen. In meiner Jugend war es normal - die Ohrfeige, den Klatscher auf den Mund, der Teppichklopfer oder den Holzstock auf dem Hintern im Elternhaus. In der Schule die Lehrer, die einem vor der Klasse lächerlich machten - Prügel waren damals verboten, was sie aber nicht daran hinderte uns psychisch fertig zu machen. Lehrer, die sich regelrecht daran labten, wenn man in Tränen ausbrach oder vor Wut fast platzte. Oder der Pastor, der uns im Religionsunterricht vor allen anderen zur Sau machte, der Kopfnüsse verteilte und einem so fest zwickte, bis man blaue Flecken hatte. Über all das wurde hinweg gesehen. Es waren ja unerzogene Kinder, die man "in die Spur" bringen musste. Da folgten dann solche Sprüche wie: Aus Dir wird eh nix. Da bist Du wohl zu blöde dazu. Weiterführende Schule? Willst Du nicht heiraten? Wozu braucht ein Mädchen das denn? Ein Freund? Jetzt ist es rum mit ihr. Du bist ein Versager. Aus Dir wird eh nix. Ich war nicht die Einzige, die an sich und ihrem Leben zweifelte. Ein Kind, alleingelassen, mit Selbstmordgedanken, weil es "fehlerhaft"war. Eine Freundin stürzte sich von einem Mast hinter der Kirche zu Tode - mit 14. Sie hatte zu Drogen gegriffen, weil im Elternhaus alles schief lief. Man konnte monatelang die Beule in der Wiese sehen, weil es uns als Mahnmal dienen sollte, dass der Fehler doch an ihr lag. Wohlgemerkt - wir befanden uns mitten in den 70ern... Ein weiterer Schulkollege lebt heute unter den Brücken hier in SB. Er hat den Halt verloren, weil ihm alle gesagt haben, dass er nichts wert ist - und er war ein guter Schüler. Seit kurzem weiß ich zum Bsp. auch, dass meine Abneigung Kindern gegenüber, auf dieser Art der Erziehung beruht. **********CUT*********** Genau diese Erlebnisse beschreibt Ingrid Müller-Münch in ihrem Buch. Die Mutter, die sich überfordert fühlt und bei den Prügelaktionen des Vaters wegsieht, im Alter aber Respekt von ihrer Tochter verlangt. Der Vater, der seine Tochter zu "Ihrem Wohle" züchtigt, weil sie den Teller nicht leer ißt. Ein Kriegstrauma steckt dahinter, denn er hatte nichts zu essen und wollte seiner Tochter mit der Prügel etwas Gutes tun. Der Pfarrer, der seinen Frust über sein eigenes Leben an seinen Schutzbefohlenen auslässt... Ich könnte stundenlang weiter schreiben und beschreiben. Aber nein. Es ist gut, dass das Buch ein Ende gefunden hat. Es hat viele Dinge in mir wieder aufgewühlt wurden. Die mir in Gesprächen mit ehemaligen Schulkollegen klar machten, wie ausgeliefert wir doch waren. Eine ehemalige Schulkollegin ist Schulpsychologin geworden um solchen Lehrern und Eltern den Garaus zu machen. Alles in allem wird bei diesem Buch klar, dass es immer noch viel zu tun gibt. Es wird vielleicht nicht mehr in diesem Maße geprügelt oder verbal gequält - aber immer noch genug. Ein Kind ist wie ein unfertiger Diamant. Man muss ihn schleifen und ihm Raum geben, damit er zu einem glänzenden Schmuckstück wird. Ob unsere Eltern, Lehrer etc. vieles aus Unwissenheit oder Angst getan haben, das bleibt eine Frage, die noch zu beantworten wäre.
Beschreibung
»Ein dringend notwendiger Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.« Sabine Bode, Autorin von »Die vergessene Generation«
Ein Großteil der deutschen Nachkriegskinder ist ins Leben hineingeprügelt worden. Doch wie konnte es sein, dass Schläge mit Teppichklopfer, Kochlöffel und Rohrstock in der Schule und zu Hause völlig üblich waren? Und was wurde aus diesen Kindern, die in der Gewissheit aufwuchsen: Ich bin ein Nichts, ich gehöre bestraft?
Ingrid Müller-Münch spürt diesen Fragen nach und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Erziehungsdebatte.
»Dieses Buch war längst überfällig.« Günter Wallraff
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ingrid Müller-Münch, Journalistin und Autorin. Sie war Korrespondentin der Nachrichtenagentur »Reuters« und der »Frankfurter Rundschau«, Redakteurin beim »Stern« und arbeitet heute hauptsächlich für den »Westdeutschen Rundfunk«. Sie lebt in Köln.
Beiträge
Ein tolles Buch
Ich liebe es Bücher zu lesen in dem ich mir Wissen aneignen kann. Dieses Buch hat mir viele Ah ha Momente beschert. Ich kann nun sagen, dass ich jetzt die Generationen vor mir in einem anderen Blick sehe. Die Generationen vor uns haben soviel Trauma erlebt und wir dürfen da nun hinschauen. Es wird nicht das letzte Buch in der Art sein. Über diese Thematik muss eigentlich jeder bescheid wissen, auch um vielleicht sich besser zu verstehen.
Seit dem Erscheinungsjahr 2012 schleiche ich um dieses Buch herum. Gefühlt fassst genauso lange hat das Lesen gedauert. Denn es ist starker Tobak, was Ingrid Müller-Münch hier beschreibt. Kinder prügeln? Ach Quatsch. Macht doch keiner. Doch. Täglich. Bis heute. Immer noch. Von der verbalen und psychischen Gewalt abgesehen. In meiner Jugend war es normal - die Ohrfeige, den Klatscher auf den Mund, der Teppichklopfer oder den Holzstock auf dem Hintern im Elternhaus. In der Schule die Lehrer, die einem vor der Klasse lächerlich machten - Prügel waren damals verboten, was sie aber nicht daran hinderte uns psychisch fertig zu machen. Lehrer, die sich regelrecht daran labten, wenn man in Tränen ausbrach oder vor Wut fast platzte. Oder der Pastor, der uns im Religionsunterricht vor allen anderen zur Sau machte, der Kopfnüsse verteilte und einem so fest zwickte, bis man blaue Flecken hatte. Über all das wurde hinweg gesehen. Es waren ja unerzogene Kinder, die man "in die Spur" bringen musste. Da folgten dann solche Sprüche wie: Aus Dir wird eh nix. Da bist Du wohl zu blöde dazu. Weiterführende Schule? Willst Du nicht heiraten? Wozu braucht ein Mädchen das denn? Ein Freund? Jetzt ist es rum mit ihr. Du bist ein Versager. Aus Dir wird eh nix. Ich war nicht die Einzige, die an sich und ihrem Leben zweifelte. Ein Kind, alleingelassen, mit Selbstmordgedanken, weil es "fehlerhaft"war. Eine Freundin stürzte sich von einem Mast hinter der Kirche zu Tode - mit 14. Sie hatte zu Drogen gegriffen, weil im Elternhaus alles schief lief. Man konnte monatelang die Beule in der Wiese sehen, weil es uns als Mahnmal dienen sollte, dass der Fehler doch an ihr lag. Wohlgemerkt - wir befanden uns mitten in den 70ern... Ein weiterer Schulkollege lebt heute unter den Brücken hier in SB. Er hat den Halt verloren, weil ihm alle gesagt haben, dass er nichts wert ist - und er war ein guter Schüler. Seit kurzem weiß ich zum Bsp. auch, dass meine Abneigung Kindern gegenüber, auf dieser Art der Erziehung beruht. **********CUT*********** Genau diese Erlebnisse beschreibt Ingrid Müller-Münch in ihrem Buch. Die Mutter, die sich überfordert fühlt und bei den Prügelaktionen des Vaters wegsieht, im Alter aber Respekt von ihrer Tochter verlangt. Der Vater, der seine Tochter zu "Ihrem Wohle" züchtigt, weil sie den Teller nicht leer ißt. Ein Kriegstrauma steckt dahinter, denn er hatte nichts zu essen und wollte seiner Tochter mit der Prügel etwas Gutes tun. Der Pfarrer, der seinen Frust über sein eigenes Leben an seinen Schutzbefohlenen auslässt... Ich könnte stundenlang weiter schreiben und beschreiben. Aber nein. Es ist gut, dass das Buch ein Ende gefunden hat. Es hat viele Dinge in mir wieder aufgewühlt wurden. Die mir in Gesprächen mit ehemaligen Schulkollegen klar machten, wie ausgeliefert wir doch waren. Eine ehemalige Schulkollegin ist Schulpsychologin geworden um solchen Lehrern und Eltern den Garaus zu machen. Alles in allem wird bei diesem Buch klar, dass es immer noch viel zu tun gibt. Es wird vielleicht nicht mehr in diesem Maße geprügelt oder verbal gequält - aber immer noch genug. Ein Kind ist wie ein unfertiger Diamant. Man muss ihn schleifen und ihm Raum geben, damit er zu einem glänzenden Schmuckstück wird. Ob unsere Eltern, Lehrer etc. vieles aus Unwissenheit oder Angst getan haben, das bleibt eine Frage, die noch zu beantworten wäre.






