Die Freibadclique
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Buchinformationen
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Erinnerungen des Autors an seine Clique im letzten Kriegsjahr und wie diese Jungs die erste Nachkriegszeit erleben
Der Autor erinnert sich rückblickend an seine Zeit als Mitglied einer Clique vom Sommer 44 bis in die erste Nachkriegszeit. Lieber verbrachten sie ( alle Jahrgang 29)ihre Zeit im Freibad als in der HJ. Und doch mussten sie kurz vor Kriegsende zum Volkssturm. Oliver Storz versteht es gut, sich in der Ichform an die vergangene Zeit zu erinnern. War es aber tatsächlich so, dass nicht nur die Kinder , sondern auch die Mehrheit der Erwachsenen zu diesem Zeitpunkt vom Hitlerregime abwendeten oder war dies nur im Schwäbischen so? Aufwühlend ist es dennoch, wie noch Kinder für den Endsieg verheizt wurden.
Sommer 1944 im Schwabenland. Unser 15-jähriger Ich-Erzähler (bei dem es sich wohl um Oliver Storz selbst handelt) und seine gleichaltrigen Freunde machen sich keine Illusionen: Keiner von ihnen bewundert den Führer, hängt seiner Ideologie an oder glaubt gar an den Endsieg. Sie hoffen einfach nur, dass es bald vorbei ist mit dem Krieg. „… durch das Geräuschdickicht der Störsender drängen die Klänge von Benny Goodman, Duke Ellington, Glenn Miller und Konsorten, eine Musik, die nicht mehr trampelnd marschierte, sondern verführte – und damit waren wir unrettbar verloren fürs National-Heroische“. (Seite 25) Lieber treffen sie sich im örtlichen Freibad und bewundern die ein paar Jahre ältere Lore in ihrem roten Badeanzug. Doch dann werden sie plötzlich von SS-Leuten geschnappt und zu einer Musterung in einer Turnhalle gebracht. Von der SS eingezogen zu werden, das gilt es auf jeden Fall zu vermeiden. Oliver Storz verarbeitet in seinem stark autobiographisch geprägten Roman aus dem Jahr 2008 seine eigenen Erinnerung an die letzten Kriegsjahre, den Einzug zum Volkssturm und von Teilen seiner Clique zur SS sowie die unmittelbare Nachkriegszeit mit der Besatzung durch die USA. Es ist eine Generation, die nur noch eines sein will: frei. Natürlich sind das keine idyllisch-nostalgischen Erinnerungen, nicht alle seine Freunde überleben den 2. Weltkrieg und den Tod haben sie alle gesehen. „Wenn aus der Tiefe der Jahrzehnte der Schmerz noch einmal heraufquellen und die Narben beleben würde – wer könnte das aushalten“? (Seite 96) Besonders beeindruckt hat mich an dem Roman die wunderbare Sprache des Autors, es gibt viele Perlen unter seinen Sätzen, es finden sich Wortspiele und Anspielungen auf andere literarische Werke. Das Buch macht außerdem nachdenklich, erinnert an eine Generation, die gerade ausstirbt, die noch gerade so am Krieg beteiligt war, das aber vielfach unfreiwillig. Ich musste an Günther Grass denken und fragte mich, ob er auch wie manche dieser Jungs einfach für die Waffen-SS „beschlagnahmt“ wurde, und erneut überlegte ich, warum das Eingeständnis seiner Zugehörigkeit so spät kam. Das Buch gibt wertvolle Einblicke darin, wie diese Generation das Ende des Nazi-Regimes erlebt hat und ist als solches nicht nur ein sprachlich hochwertiger Roman, sondern auch ein Zeitzeugnis.
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Erinnerungen des Autors an seine Clique im letzten Kriegsjahr und wie diese Jungs die erste Nachkriegszeit erleben
Der Autor erinnert sich rückblickend an seine Zeit als Mitglied einer Clique vom Sommer 44 bis in die erste Nachkriegszeit. Lieber verbrachten sie ( alle Jahrgang 29)ihre Zeit im Freibad als in der HJ. Und doch mussten sie kurz vor Kriegsende zum Volkssturm. Oliver Storz versteht es gut, sich in der Ichform an die vergangene Zeit zu erinnern. War es aber tatsächlich so, dass nicht nur die Kinder , sondern auch die Mehrheit der Erwachsenen zu diesem Zeitpunkt vom Hitlerregime abwendeten oder war dies nur im Schwäbischen so? Aufwühlend ist es dennoch, wie noch Kinder für den Endsieg verheizt wurden.
Sommer 1944 im Schwabenland. Unser 15-jähriger Ich-Erzähler (bei dem es sich wohl um Oliver Storz selbst handelt) und seine gleichaltrigen Freunde machen sich keine Illusionen: Keiner von ihnen bewundert den Führer, hängt seiner Ideologie an oder glaubt gar an den Endsieg. Sie hoffen einfach nur, dass es bald vorbei ist mit dem Krieg. „… durch das Geräuschdickicht der Störsender drängen die Klänge von Benny Goodman, Duke Ellington, Glenn Miller und Konsorten, eine Musik, die nicht mehr trampelnd marschierte, sondern verführte – und damit waren wir unrettbar verloren fürs National-Heroische“. (Seite 25) Lieber treffen sie sich im örtlichen Freibad und bewundern die ein paar Jahre ältere Lore in ihrem roten Badeanzug. Doch dann werden sie plötzlich von SS-Leuten geschnappt und zu einer Musterung in einer Turnhalle gebracht. Von der SS eingezogen zu werden, das gilt es auf jeden Fall zu vermeiden. Oliver Storz verarbeitet in seinem stark autobiographisch geprägten Roman aus dem Jahr 2008 seine eigenen Erinnerung an die letzten Kriegsjahre, den Einzug zum Volkssturm und von Teilen seiner Clique zur SS sowie die unmittelbare Nachkriegszeit mit der Besatzung durch die USA. Es ist eine Generation, die nur noch eines sein will: frei. Natürlich sind das keine idyllisch-nostalgischen Erinnerungen, nicht alle seine Freunde überleben den 2. Weltkrieg und den Tod haben sie alle gesehen. „Wenn aus der Tiefe der Jahrzehnte der Schmerz noch einmal heraufquellen und die Narben beleben würde – wer könnte das aushalten“? (Seite 96) Besonders beeindruckt hat mich an dem Roman die wunderbare Sprache des Autors, es gibt viele Perlen unter seinen Sätzen, es finden sich Wortspiele und Anspielungen auf andere literarische Werke. Das Buch macht außerdem nachdenklich, erinnert an eine Generation, die gerade ausstirbt, die noch gerade so am Krieg beteiligt war, das aber vielfach unfreiwillig. Ich musste an Günther Grass denken und fragte mich, ob er auch wie manche dieser Jungs einfach für die Waffen-SS „beschlagnahmt“ wurde, und erneut überlegte ich, warum das Eingeständnis seiner Zugehörigkeit so spät kam. Das Buch gibt wertvolle Einblicke darin, wie diese Generation das Ende des Nazi-Regimes erlebt hat und ist als solches nicht nur ein sprachlich hochwertiger Roman, sondern auch ein Zeitzeugnis.





